Einen Vortrag halten – Tipps für tolle Präsentationen und Reden

Einen Vortrag halten – für viele ein Horrorszenario. Vor Menschen zu sprechen, sich vor einer großen Gruppe zu blamieren, mit der Schmach leben zu müssen, für den Rest des Lebens – fürchterlich. Wir haben uns jemanden eingeladen, der dir zeigt, wie du mit Vortragsangst umgehen kannst. Außerdem haben einige praktische Tipps, wie Du erfolgreich einen Vortrag halten kannst und für Präsentationen gewappnet bist.

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istock.com/ViktorCap

Einen Vortrag halten: Denk zuerst ans Publikum

Wenn Du es nicht gewohnt bist, vor Publikum zu sprechen, muss ich Dich vielleicht zuerst an das Offensichtliche erinnern: Du sprichst für das Publikum und nicht für Dich selbst. Viele Leute fangen an, einen Vortrag zu halten, ohne dabei zu überlegen: „Nützt das dem Publikum gerade etwas? Bringt es das Publikum weiter?“ Wenn nicht, dann hast Du eigentlich keinen Grund, überhaupt auf der Bühne zu stehen.

Erfolgreich einen Vortrag zu halten, geht anders. Du beherrschst wahrscheinlich viele Themen, über die du leidenschaftlich gerne und ausschweifend sprichst. Du hast ein spannendes Privatleben oder einen ganz tollen Lebenslauf. Das bedeutet aber nicht, dass Du Deine Zuhörer gleich zu Beginn des Vortrags damit vom eigentlichen Thema des Vortrags ablenken darfst. Das heißt: Frag Dich, was Dein Publikum weiterbringt und konzentriere Dich darauf. Es sollte etwas sein, woran das Publikum wachsen kann.

Einen Vortrag halten: Mach’s Dir leicht mit einer Geschichte

Wenn Dir klar ist, mit welchem Thema Du Deinem Publikum etwas Lehrreiches mitgeben kannst, dann geht es jetzt ums „Wie“. Im Interview mit Businesshelden TV gibt Rednercoach Pascal Heymann dir den Tipp: Suche Dir zuerst die Hauptaussage Deiner Rede raus und verpacke sie in eine Geschichte. In mindestens 99,9% aller Fälle gibt es eine Story, die Du um die Hauptaussage spinnen kannst. Der Vorteil ist: Damit kannst Du beim Vortragen Emotionen transportieren, die sonst vielleicht im Dschungel der Zahlen, Daten und Fakten steckenbleiben.

Wenn Du jetzt instinktiv den Kopf schüttelst, dann sei gewarnt. Schnell schwebt uns nämlich das Totschlagargument vor Augen: „Ich bin X, bei mir ist das nicht möglich.“ Für X kannst Du Berufe einsetzen, wie Wissenschaftler, Statistiker, Arzt, Analytiker oder was auch immer Du beruflich machst.

Pascal erzählt, dass gerade Wissenschaftler immer eine Story haben, die mit den Ergebnissen verbunden ist. Und wenn nicht mit der Bedeutung und den Ergebnissen der Forschung, dann doch immer mit dem Problem, das die Forschung überhaupt erst angeregt hat. Und wenn das für Menschen gilt, die etwas Abtraktes, wie Physik oder Mathe studiert haben, dann gilt das wohl erst recht für Leute im Businessbereich, die viel näher an der konkreten Alltagswelt des Publikum dran sind. Dort ist es zudem besonders wichtig, an Geschichten zu denken, wenn Du einen Vortrag halten sollst. Oft musst Du im Geschäftsleben nämlich andere inspirieren und motivieren und dafür eignen sich Stories hervorragend.

Das Schöne an Geschichten ist ganz nebenbei bemerkt: Menschen können sich Geschichten besser merken als Fakten. Dafür kann es z.B. einen Charakter geben, mit dem sie sich identifizieren können. Oder es muss emotionale Hürden geben, die die Leute wirklich vor Spannung in ihre Sessel drücken. Dann können sich Deine Zuhörer viel besser merken, was die Moral der Geschichte ist und diese Moral sollte deine Hauptaussage sein.

Einen Vortrag halten: Wo Du Geschichten herbekommst

Oft ist die nächste Frage: „Wo bekomme ich Geschichten her?“ Und die einfache Antwort lautet: Aus Deinem Alltag. Wir sind alle schon Jahrzehnte auf der Erde. Da gibt es immer größere und kleinere Abenteuer, die zu unserem Redebeitrag passen.

„Aber ich finde keine Geschichte aus meinem Alltag, die zu meinem Vortrag passt.“ Das ist eine Sorge, die ich Dir nehmen kann, denn Du suchst wahrscheinlich nur falsch. Du suchst nach etwas, was nicht gefunden werden kann. Geschichten werden nicht gefunden, sondern erfunden. Ob eine Story ein Trauerspiel ist, oder ein Happy End besitzt, hängt davon ab, wo Du als Erzähler den Einstieg und das Ende setzt. Das ist wie bei einem Aktienkurs. Und ob eine Geschichte passt oder nicht, hängt davon ab, wie Du die Moral der Geschichte haben willst und dann von dieser Moral rückwärts die nötige Geschichte spinnst. Das ist ein kreativer Prozess.

Hab keine Angst vor dem Alltäglichen. Du musst keine grandiosen Ereignisse herbeizaubern. Viel häufiger resoniert das Normale viel eher mit dem Publikum als das Außergewöhnliche. Du zeigst damit:„Ich bin wie ihr.“ Geschichten können vom Einkaufen erzählen oder davon, wie Du das letzte Mal ein Knöllchen bekommen hast und mit der Politesse gefeilscht hast. Die Einzigartigkeit kommt durch Deine individuelle Interpretation der Geschehnisse. Mach nicht den Fehler, zu denken: „Ich hab doch nichts Besonderes zu sagen. An meinem Leben ist nichts Interessantes.“ Das denkst Du ja nur, weil Du die ganze Zeit in Deinem Leben bist. Glaub mir, es gibt viele kleine Anekdoten, die Deine sachliche Aussage greifbar machen, wenn Du das nächste Mal einen Vortrag halten willst.

Probier's aus!

Erzähl anderen Deine Geschichte. Du wirst eine von zwei Reaktionen bekommen: 

1. Die sind ja ganz anders und lernen was aus meiner Geschichte. 

2. Denen geht’s genauso, wie mir und wir haben alle dieselben Ängste.

Einen Vortrag halten: Aber bitte authentisch

Authentisch einen Vortrag halten, was heißt das? Einfach ausgedrückt: Wenn das Publikum den Eindruck hat: „Die sagt das nur, weil sie muss.“ hast Du Deine Authentizität verspielt. Es gibt viel zu viele Redner, die auf die Bühne gehen und Schauspielern. Viele Redner verstellen sich komplett, weil sie meinen, sie müssten jemand anders sein. 

Das kann z.B. dadurch kommen, dass sie jemanden auf der Bühne gesehen und gedacht haben: „Genauso will ich rüber kommen.“ und das dann mechanisch nachmachen. Oft fühlen sich Redner unwohl und denken sich: „Ich bin nicht gut genug und es wird besser, wenn ich jetzt Theater spiele.“ Das funktioniert aber nur, wenn Deine Schauspielkenntnisse über die des Theaterkurses in der zehnten Klasse hinausreichen, oder Du authentisch Deine eigene Meinung vertrittst. Sonst fällt es dem Publikum auf und führt selbst bei Deinen Unterstützern eher zum Fremdschämen.

Wir bedanken uns für das Interview bei Pascal Heymann. Pascal ist Public Speaking Coach und Trainer. Du erreichst Pascal unter http://berlinspeaking.com/

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