Bewerbungsschreiben - Muster, Vorlagen & Tipps

Wozu brauche ich ein Bewerbungsschreiben?

Betrachten wir es mal ganz nüchtern: eine Bewerbung ist Werbung und das Bewerbungsschreiben ist der Verkaufstext. Stell Dir vor, Du stöberst bei Amazon oder Zalando durch die Produkte. Worauf achtest Du? Erst auf die Produktbilder und dann auf die Beschreibungen. Welche Fragen stellst Du Dir?

  • Erfüllt dieses Produkt meine Bedürfnisse / Ansprüche?
  • Passt das Produkt in mein Budget?
  • Was denken andere über mich, wenn ich das kaufe?
  • Ist dieses Schnäppchen bald weg und sollte ich daher schnell zugreifen?

Genau das macht ein Recruiter auch beim Lesen Deines Bewerbungsschreibens.

  • Erfüllt dieser Kandidat unsere Bedürfnisse / Ansprüche?
  • Liegen die Gehaltsforderungen dieser Bewerberin in unserem Budget?
  • Was denkt mein Chef, wenn ich diese Person einlade?
  • Ist diese Kandidatin sehr gefragt und sollte ich sie schnell anrufen?

Das Bewerbungsschreiben ist somit etwas unterkühlt ausgedrückt Dein Verkaufstext. Er muss den Recruiter dazu bringen, zu sagen: „Ja, es wirkt wie eine gute Idee, 30.000, 60.000 oder über 90.000 Euro im Jahr für die Arbeitszeit dieser Person auszugeben.“ Er muss in der Lage sein, Dich guten Gewissens einzuladen. Und er muss Dich vor allem seinem eigenen Chef gegenüber gut verkaufen können.

Wozu brauche ich ein Bewerbungsschreiben?

Bei Amazon haben Produkte oft Hunderte von Bewertungen von zufriedenen und unzufriedenen Kunden. Das gibt uns als Käufer Sicherheit. Selbst, wenn die Beschreibung nicht gut ist, vertraust Du am Ende den Bewertungs-Sternen und kaufst vielleicht doch. Diesen Luxus haben Personaler in der Bewerbung meist nicht. Sie müssen sich auf das verlassen, was wir ihnen verraten.

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Das Problem dabei: Sie haben meist zu wenig Zeit. Wie lang hat ein Recruiter durchschnittlich Zeit für die Sichtung Deiner ganzen Bewerbung? Etwa 3-5 Minuten. Für Dein Anschreiben bleibt dabei also ca. 1 Minute. Wie lang sollte das Anschreiben also sein? Ganz einfach: Der durchschnittliche Mensch liest in der Minute ca. 250 Worte. Ein Personaler ist flotter. Du hast also etwa 350 Worte lang seine Aufmerksamkeit.

Was erzählst Du jetzt in diesen 350 Worten im Bewerbungsschreiben über Dich? Was überzeugt einen Recruiter von Dir? Immerhin hast Du 30, 40 oder 50 Jahre Lebenserfahrung. Wie quetschen wir die jetzt in 1 Minute, in 350 Worte? Das ist eine sportliche Leistung. Schon Goethe schrieb mal: „Ich schreibe Dir einen langen Brief. Für einen kurzen hatte ich keine Zeit.“ Uns aufs Wesentliche zu konzentrieren, fällt schwer. Klar ist: Sollte es uns nicht gelingen, landet unsere Bewerbung in der Rundablage, dem Papierkorb.

Wird das Bewerbungsschreiben überhaupt gelesen?

„Aber halt mal!“ sagst Du vielleicht, „Wird das Bewerbungsschreiben eigentlich gelesen? Entscheider achten doch heute eh nur noch auf den perfekten Lebenslauf. Wenn ich da ne Lücke habe, bin ich doch sowieso gleich raus, oder?“ Nein. Keine Sorge! So schlimm ist es nicht. Das Bewerbungsschreiben wird gelesen. Und es trägt maßgeblich zur Einstellung bei. Belege gefällig? Hier mal drei schriftliche Aussagen von Recruitern zum Thema Bewerbungsschreiben:

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[Aussagen zur Bedeutung des Bewerbungsschreibens]

Diese Aussagen sprechen eine klare Sprache: „Ja, das Bewerbungsschreiben wird gelesen. Und es sollte vor allem Deine Motivation kommunizieren.“ Das ist nicht immer einfach. Deshalb habe ich Dir hier erstmal die 3 größten Fehler im Bewerbungs-Anschreiben zusammengestellt und anschließend verrate ich Dir, wie Du es besser machst. Gerne helfe ich Dir auch persönlich beim Bewerbungsschreiben: Nimm dazu einfach Kontakt zu mir auf.

Fehler Nr. 1 im Bewerbungsschreiben: Me-Talk

Hier siehst Du einen typischen ersten Absatz im Anschreiben. Mache einmal den Test. Was ist wohl verkehrt daran?

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[Fehler 1 im Bewerbungsschreiben]

Hast Du die Fehler gefunden? Es sind die Floskeln, Wiederholungen und der Me-Talk. Der erste Absatz kann den Leser packen und neugierig machen oder sofort jegliche Vorfreude im Keim ersticken. Das größte No-go für den ersten Absatz: Das Offensichtliche schreiben oder sich wiederholen. Viele schreiben etwas, was der Entscheider schon weiß. Der Klassiker: “Hiermit bewerbe ich mich als XYZ.” Das hast Du im Betreff schon erwähnt. Der Leser weiß, dass Du Dich bewirbst. Also streich diese Redewendung.

Es gibt ein schönes Sprichwort: Jeder Zuhörer hört denselben Radiosender WII.FM „What’s In It For Me?“ Zu deutsch: „Was hab ich davon, was die Person hier schreibt? Was ist mein Vorteil?“ Wie wir das machen? Lies weiter und Du erfährst es.

Fehler Nr. 2 im Bewerbungsschreiben: Keine Resultate

Schauen wir uns einen zweiten Fehler im Anschreiben an:

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[Fehler 2 im Anschreiben zur Bewerbung]

Was ist hier verkehrt? Oft sagen Bewerber: „Zu viele Fachbegriffe“, aber das ist nicht zwingend verkehrt. Personaler haben schon eine grobe Ahnung, worum es geht, auch wenn sie eigentlich BWLer sind. Nein, etwas anderes fehlt. Die Resultate.

Ohne Resultate besteht Dein Bewerbungsschreiben nicht den „Na und?“ Test. Eine Personalerin liest das und denkt sich: „Na und? Der Kandidat hat all diese Dinge gemacht, aber was ist dabei rausgekommen? Was haben wir davon?“ Sieh es mal so: Für alles, was Du machst während der Arbeitszeit, muss das Unternehmen Dich bezahlen. Je mehr Du davon schreibst, umso mehr denkt der Recruiter an die Kosten. Gehst Du hingegen auf Ergebnisse ein, lenkst Du die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Gewinne und Einsparungen. Das steigert Deinen wahrgenommenen Wert für das Unternehmen.

Fehler Nr. 3 im Bewerbungsschreiben: Behauptungen

Nun schauen wir uns noch den dritten der häufigsten Fehler an. Findest Du wieder raus, was das Problem dabei ist?

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[Fehler Nr. 3 im Bewerbungsschreiben]

Auch hier stecken wieder mehrere Fehler drin. Zum einen ist der Satz viel zu lang. Statt der „Unds“ setze lieber ein Punkt. Ellenlange Schachtelsätze, eingeschobene Halbsätze und abgehobene Sprache haben im Bewerbungsschreiben nichts zu suchen. Denk dran: Es ist ein Marketing-Text. Verständlichkeit steht an erster Stelle. Schreib, als würdest Du den Text vorlesen und ein anderer müsste ihn beim Zuhören sofort verstehen. Das ist für viele sehr ungewöhnlich. Es überraschte in einem meiner Interviews sogar einen Redakteur der BILD-Zeitung:

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[Ausschnitt Interview mit BILD zum Bewerbungsschreiben]

Vor allen Dingen verzichte auf Listen von Adjektiven: Ich bin zielstrebig, teamfähig, ehrgeizig, motiviert, flexibel…blablabla. Das sind alles Behauptungen. Jeder zweite Bewerber schreibt das. Überleg mal: Warum sollte eine Recruiterin gerade DIR glauben? Es ist doch klar, dass wir von uns selbst nur in den höchsten Tönen schwärmen. Also haben wir ein Glaubwürdigkeitsproblem. So erreichen wir nur eines. Wir wirken, wie ein Hochstapler. Das müssen wir ändern. Schauen wir uns also an, wie Du es besser machst. Beginnen wir mit den formalen Anforderungen Deines Anschreibens.

Welche formalen Anforderungen muss ich erfüllen?

Für die Gestaltung Deines Bewerbungsschreibens gibt es eine offizielle Richtlinie, die DIN 5008. Allerdings heißt diese Richtlinie aus meiner Sicht eher DIN 08/15. Soll heißen: allein damit kommen wir nicht weit. Jedes Word-Dokument hat die DIN 5008 bereits als Standard- Einstellung vorgewählt. Zeilenabstände, Seitenränder und Schriftgröße sind also von Hause aus richtig. Sofern Du jetzt nicht bewusst alles verstellst, kann erstmal nicht viel schiefgehen.

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[Bewerbungsschreiben angelehnt an DIN 5008]

Merke: Die DIN 5008 ist keine Pflicht fürs Bewerbungsschreiben. Sie ist eine allgemeine Empfehlung für die Schreib- und Gestaltungsregeln von Geschäftsbriefen. Sie soll verhindern, dass wir komplett danebenliegen. Wenn Du Dich in einer konservativen Behörde bewirbst, im juristischen Bereich oder als Sekretärin, halte Dich etwas näher an die Empfehlungen. Bei fast allen anderen Branchen / Positionen können wir mehr oder weniger abweichen von der DIN. Das schafft uns Gestaltungsspielraum für etwas mehr Kreativität.

10 Schritte-Checkliste für den Aufbau Deines Bewerbungsschreibens 

Hier eine Übersicht über den wesentlichen Aufbau eines Bewerbungsschreibens:

  • 1
    Absender in der Kopfzeile: Ganz oben hast Du immer erstmal die Kopfzeile. Passe die möglichst an das Unternehmen an.
  • 2
    Empfänger: Name des Unternehmens, Abteilung, Ansprechperson und Anschrift, wie in der Stellenanzeige genannt
  • 3
    Dein Absender-Ort und Datum: Richte Dir hier am besten eine Datumsfunktion ein, die sich automatisch aktualisiert. Mach das auch am Ende des Lebenslaufs. So verschickst Du nie wieder Bewerbungen mit veralteten oder unterschiedlichen Datumsangaben. Zwischen Ort und Datum kommt ein Komma. Das alte Wörtchen „den“ vor dem Datum schreibt man heutzutage nicht mehr.
  • 4
    Betreffzeile ggf. mit Referenznummer der Position und ggf. dem Fundort: Vor die Betreffzeile kommt kein „Betreff:“ oder „Betr.:“ mehr. „Bewerbung als XYZ“ genügt völlig.
  • 5
    Anrede und Ansprechperson
  • 6
    Einleitungssatz mit einem Aufhänger durch Fürsprecher, Telefonat oder ähnliches
  • 7
    Motivation für einen Wechsel: Warum willst Du weg vom alten und hin zu genau diesem Unternehmen? Beziehe Dich z.B. auf die Mission des Unternehmens.
  • 8
    Deine Behauptung: Ich passe zu Ihnen
  • 9
    Deine Beweisführung im Hauptteil (siehe weiter unten)
  • 10
    Dein Fazit: „Sehen Sie? Ich passe zu Ihnen. Also laden Sie mich ein.“ Falls verlangt, nennst Du noch den Eintrittszeitpunkt, Deine Gehaltsvorstellung und fügst ggf. einen Sperrvermerk hinzu bzw. bittest um diskrete Behandlung Deiner Bewerbung.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten im Bewerbungs-Anschreiben

  • Schriftart: Die Schriftart sollte dieselbe sein, wie in der restlichen Bewerbung. Merke: nicht nur die interne Konsistenz ist entscheidend. Auch die Passung zum Unternehmen muss überzeugen. Mehr dazu findest Du HIER
  • Schriftgröße: Sollte innerhalb des Anschreibens einheitlich sein. Im Notfall eine Schriftgröße kleiner als im Lebenslauf, um etwas mehr Text unterzubringen
  • Anrede mit Du oder Sie: Gerade bei Startups ist die Anrede „Du“ inzwischen recht weit verbreitet. Sogar Traditionsunternehmen, wie die Deutsche Bahn folgen dieser Entwicklung. Unabhängig davon, ob im Bewerbungsschreiben geduzt oder gesiezt wird: Eins hat sich nicht geändert: „Sie“ und „Ihnen“ wird genauso großgeschrieben, wie „Du“ und Euer“.
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[Stellenanzeige der Deutschen Bahn mit Du-Anrede]

  • Papierart: Papierbewerbungen gibt es fast nur noch in medizinischen Branchen als Arzt oder Krankenpfleger und im Handwerk. Sollte das auf Dich zutreffen, wähle für die gesamte Bewerbung möglichst ein etwas stärkeres Papier als das übliche 80g/m2 Drucker-Papier.

Einleitungssatz – Der erste Satz im Anschreiben

Der erste Absatz im Bewerbungsschreiben ist sowas wie der Trailer zu einem Film oder wie die Einleitung zu einem Blogartikel. Er beantwortet die Frage: Lohnt es sich für mich, hier Zeit zu investieren? Hier weckst Du Erwartungen. Alles beginnt dabei mit dem ersten Satz. Sehr hilfreich ist dabei ein persönlicher Ansprechpartner, Fürsprecher oder Türöffner. Du findest diese Person z.B. über Jobmessen, alte Bekannte, die Homepage, ein telefonisches Gespräch oder per XING bzw. LinkedIn. Hier habe ich Dir mal einige Beispiele für Dich.

5 Beispiele für den ersten Satz im Anschreiben als Auszubildende/r

  • 1
    „Ihr Mitarbeiter Herr Petersen vermittelte mir auf der Jobmesse in Lübeck einen ersten Eindruck von Ihrem Unternehmen.“
  • 2
    „Ihre spannenden Projekte sprechen für sich. Gern möchte ich Sie künftig bei weiteren Vorhaben unterstützen.“
  • 3
    „Der gute Ruf Ihres Unternehmens eilt Ihnen voraus.“
  • 4
    „Vielen Dank für das angenehme Gespräch an Ihrem Bewerbertag.“
  • 5
    „Schon im Abitur interessierte ich mich für Werkstoffkunde und identifiziere mich mit der Arbeit als Auszubildender in Ihrem Unternehmen voll und ganz.“

5 Beispiele für den ersten Satz im Anschreiben als Student/in bzw. Absolvent/in für Praktikum oder Werkstudententätigkeit

  • 1
    „Ihre Produktmanagerin Sabine Kaul war Dozentin in einer Vorlesung an meiner Uni und berichtete nur Positives von Ihrem Unternehmen.“
  • 2
    „Mein ehemaliger Kommilitone, Martin Klein, ist bereits erfolgreich in Ihrem Unternehmen tätig.“
  • 3
    „Ihr tolles Team lernte ich bereits als Praktikantin kennen und möchte nun an diese Erfahrung anschließen.“
  • 4
    „Die anstehenden Aufgaben in dieser Position kenne ich bereits aus einem Praktikum bei Firma XYZ.“
  • 5
    „Meine Leistungskurse in der Schule und Schwerpunkte im Studium sprechen eine klare Sprache: [Bereich X]. Damit bin ich sicher ein Top-Praktikant für Sie.“

5 Beispiele für den ersten Satz im Bewerbungsanschreiben als Fachkraft oder Führungskraft

  • 1
    “Ich kenne Ihren Mitarbeiter X durch den fachlichen Austausch über XING. Er wies mich auf Ihre Stelle als XYZ hin.”
  • 2
    „Meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich in genau dieser Position jährlich 250.000 € eingebracht. In diesem Schreiben zeige ich Ihnen, wie.“
  • 3
    "Herr Meier wies mich auf eine Stelle als Produktmanager hin, die in Ihrer Firma verfügbar ist."
  • 4
    "Kürzlich sprach ich mit Ihrer Bereichsleiterin Sabine Schulz, die mich über die offene Stelle in Ihrem Team informierte. Sie empfahl mir, Sie zu kontaktieren."
  • 5
    „Unsere gemeinsame Bekannte Jana Scholz wies mich auf diese Position hin.“

Der beste Tipp für den ersten Satz im Anschreiben

Oft heißt der beste Tipp einfach: Lass den ersten Satz weg! Streich ihn! Am besten gleich den ganzen Absatz. Natürlich ist dann ein anderer Satz automatisch der erste Satz und das ist auch gut! Oft ist der erste Satz so inhaltsleer, wie: „Mit großem Interesse bewerbe ich mich auf Ihr Stellenangebot.“ Wenn es ganz schlimm kommt, befällt diese Inhaltsleere den gesamten ersten Absatz. Nimm einmal dieses Beispiel hier aus unserem Bewerbungscoaching. In diesem Beispiel kann der komplette erste Absatz mit fast 40 Worten gestrichen werden – und zwar ersatzlos.

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[Erster Satz im Bewerbungsschreiben – Bester Tipp: Streichen]

So baust Du den Hauptteil Deines Anschreibens auf

Im ersten Satz des Bewerbungsschreibens haben wir durch einen selbstbewussten Auftakt Erwartungen geweckt. Im Hauptteil Deines Anschreibens kommt jetzt der Moment der Wahrheit. Können wir überzeugen?

Als Erstes brauchen wir dafür wieder einen Top-Aufbau. Dieser Top-Aufbau folgt der sogenannten einseitigen Erörterung. Das klingt zwar wie das Unwort des Jahres, aber keine Sorge. Was dahintersteckt, ist spielend einfach. Erörtern heißt einfach nur „Betrachten“. Und so geht’s…

Prinzipiell kannst Du etwas nur von zwei Seiten betrachten. Entweder, Du bist dafür, oder Du bist dagegen. Sollte man Rauchen verbieten? Sollte man das Abi auf 11 Schuljahre verkürzen? Sollte man Dich zum Vorstellungsgespräch einladen?

Diese letzte Frage stellt sich die Personalerin. Sie liest Dein Anschreiben und fragt sich: “Was spricht für Dich und was spricht gegen Dich?” Für beide Seiten sammelt sie Argumente auf der Pro- und Contraliste.

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[Der Abwägeprozess der Personalerin bei der Bewerbung]

Unsere Aufgabe als Top-Bewerber ist jetzt wie beim Tauziehen. Wir wollen die Personalerin auf unsere Seite ziehen. Also müssen wir ihre Aufmerksamkeit auf die Pro-Seite lenken. Deshalb: Einseitige Erörterung. Wir erörtern einseitig nur unsere Pro-Einstellen-Argumente. Alles andere lassen wir weg.

Die Erfolgsformel für Dein Bewerbungsschreiben

Wie bauen wir diese Pro-Einstellen-Argumente jetzt auf? So geht’s: Wir schnappen uns zuerst die Stellenanzeige. Frage: Welche Kompetenzen sind dort konkret gefordert? Zu diesen Anforderungen brauchen wir Beispiele aus der Vergangenheit als Beleg unserer Kompetenzen. Und die verkaufen wir jetzt im Anschreiben.

Um diesen Verkauf leicht zu machen, habe ich schon vor Jahren meine eigene Methodik entwickelt. Ich nenne sie SAHRA-Erfolgsformel. SAHRA ist dabei die Abkürzung für 5 Schritte, die wir bei jeder geforderten Kompetenz demonstrieren müssen.

  • Situation: Wann habe ich diese Kompetenz schon einmal gezeigt?
  • Aufgabe: Wie sah dabei das Problem oder der Konflikt aus?
  • Handlung: Was habe ich damals getan, um das Problem zu lösen?
  • Check Square
    Resultat: Woher weiß ich, dass ich erfolgreich war?
  • Check Square
    Auswirkung: Was heißt das fürs neue Unternehmen?

Warum die SAHRA-Erfolgsformel funktioniert

Die SAHRA-Erfolgsformel funktioniert, denn dahinter steckt die sogenannte Heldenreise. Von meinen Hunderten Workshops weiß ich: Kein Mensch kennt den Begriff der Heldenreise, es sei denn, er ist Drehbuchautor. Also hör ich Dich schon fragen: „Och nee, erst die einseitige Erörterung und jetzt schon wieder ein neuer Begriff?“. Doch sieh es mal so: Wenn ich nicht anders denken würde als Du und Dir neue Wege zeigen würde, wäre das hier vollkommen wertlos für Dich, oder? Genau.

Und wirklich jeder, auch Du, kennt die Heldenreise aus Film und Fernsehen. Hollywood setzt damit jedes Jahr Milliarden um. Nehmen wir den Herrn der Ringe als Beispiel:

  • Situation: Frodo Beutlin lebt friedlich im Auenland. Alles wirkt vertraut.
  • Aufgabe: Gandalf sagt Frodo: "Der Ring ist nicht mehr sicher. Tu was!
  • Handlung: Frodo zieht los, nutzt seine innere Stärke und die Hilfe der Gefährten
  • Check Square
    Resultat: Frodo schmeißt den Ring ins Feuer und rettet damit Mittelerde.
  • Check Square
    Auswirkung: Frodo ist zum Helden geworden und bereit für neue Aufgaben.

So sieht die Heldenreise im Zeitverlauf aus:

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[SAHRA Erfolgsformel fürs Bewerbungsschreiben]

Spannend an dieser Erzählweise: Das Endniveau liegt über dem Anfangsniveau. Was bewirkt das? Es fühlt sich für uns an, wie ein Happy End. Deshalb zahlen Menschen Geld für Kinoerlebnisse.

Der Personaler ist wie ein Regisseur. Er will solch ein Happy End auch mit seinem „Unternehmens-Film“ erleben und benötigt dafür die geeignete Besetzung. Deshalb machen wir mit der SAHRA-Erfolgsformel Dein Bewerbungsschreiben oscarreif. Sammle also Beispiele für Deine geforderten Kompetenzen und formulier das Ganze aus. Hier ein Beispiel, wie das für eine Biologin aussehen könnte:

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[SAHRA Erfolgsformel fürs Bewerbungsschreiben ausformuliert]

Hast Du beim Lesen jetzt gedacht: „Was zum Teufel ist exprimieren?“? Dann ist das ein gutes Zeichen. Das Anschreiben hat den Floskel-Test bestanden. Genau das ist in der Stellenanzeige der Biologin gefordert. Genau das unterscheidet dieses Anschreiben von all den 08/15-Bewerbungsschreiben.

Wie Du die SAHRA-Stories im Hauptteil einsetzt

Aus all den Workshops weiß ich, was Du jetzt denkst: „Wie bringe ich denn das jetzt alles in meinem Anschreiben unter?“ Ganz einfach. Gar nicht. Wir müssen nicht alle Kompetenzen belegen. Wir müssen die Leserin nur neugierig genug machen, um Dich einzuladen.

Dafür brauchen wir meist nur drei Beispiele für Kompetenzen, die unseren Pro-Standpunkt untermauern. Das kennst Du aus der Werbung: “Persil-Waschmittel wäscht Ihre Wäsche weißer als weiß. Es rettet Ihre Ehe und die Nachbarn werfen Ihnen neidische Blicke zu.” Drei Argumente, die den Standpunkt belegen, dass es gut ist, Persil zu kaufen. Das genügt meistens. Schon rennen wir los und kaufen Persil.

Und so ähnlich machen wir das für Dein persönliches Marketing auch. Wir brauchen also drei SAHRA-Beweis-Stories von je 80-100 Worten Umfang für die geforderten Kompetenzen und packen die nacheinander ins Anschreiben. So sieht das Ganze dann aus:

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[Aufbau des Anschreibens mit den SAHRA-Stories]

Das war’s auch schon mit dem Hauptteil. Aus Erfahrung weiß ich, wie schwer dieser Aufbau vielen Bewerbern fällt. Deshalb helfe ich Dir gerne. Lass Deine Bewerbung von uns schreiben oder nutz unser Bewerbungscoaching und mach es Dir leicht. So bekommst Du sicher immer das bestmögliche Ergebnis und schnappst Dir schnell den Wunschjob.

Der Schlusssatz im Bewerbungsschreiben

Kommen wir zum Schlusssatz. Manche Bewerber tragen zum Schluss des Anschreibens ganz dick auf. Nach einem überzeugenden Text lese ich dann plötzlich alltagsfremde Formulierungen, wie:

  • „Freundliche Grüße übersendend verbleibe ich bis auf weiteres.“
  • „Hochachtungsvoll verbleibend übersende ich schöne Grüße.“
  • „Verbindlichste Grüße“

Das klingt, als würde Goethe persönlich sich bewerben und weckt höchstens ein herzhaftes Lachen. Natürlich sollten wir nicht umgangssprachlich schreiben. Aber für die goldene Mitte merk Dir einfach: Der Ton muss zur Kultur des Unternehmens passen. Im Anschreiben geht es nicht um Dein schönstes Ferienerlebnis. Es ist ein Verkaufstext. Es entscheidet mit über Deine Einstellungserwartung und Gehaltsaussichten. Am Ende brauchen wir einen selbstbewussten Pitch. Wir müssen klar zur Einladung auffordern.

5 Beispiele für den Schlusssatz im Bewerbungsschreiben 

  • „Für weitere Informationen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Ich schätze Ihr Interesse sehr und freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.“
  • „Zögern Sie nicht und rufen Sie mich an.“
  • „Sollten Sie Fragen haben, rufen Sie mich bitte an.“
  • Clipboard Check
    „Ich freue mich auf die Einladung zum persönlichen Kennenlernen.“
  • Clipboard Check
    „Gerne ergänze ich weitere Details zu meiner Motivation und meinen Kompetenzen im persönlichen Gespräch.“

Der größte Fehler im Schlusssatz: Konjunktivitis

Der wohl häufigste Fehler zum Ende eines selbstbewussten Bewerbungsschreibens ist der unterwürfige Konjunktiv. Er ist so verbreitet, wie eine Krankheit. Deshalb spreche ich dabei von Konjunktivitis:

  • „Ich wäre sehr dankbar für die Gelegenheit, Sie zu kennenzulernen.“
  • „Über eine positive Rückmeldung würde ich mich freuen.“
  • „Gern würde ich mich Ihnen persönlich vorstellen.“

Persönlicher Tipp: Manche Bewerbungsratgeber empfehlen die Nutzung des Konjunktivs für Berufseinsteiger, Azubis, Praktikanten oder Aushilfen. Die hätten noch nicht genug zu bieten. Das sehe ich anders. Es gibt keine Entschuldigung für eine Bittsteller-Haltung im Anschreiben. Du hast immer was zu bieten. Sei stolz darauf!

Die vergessene Geheimwaffe im Anschreiben: Die PS-Zeile

Manchmal gibt es in der Bewerbung etwas Persönliches, was Du noch loswerden willst. Oder Du möchtest außerhalb des eigentlichen Textflusses etwas erklären oder anbieten. Aber wie und wo? Dafür eignet sich die PS-Zeile. Die PS-Zeile kommt ans Ende des Anschreibens unter Deinen Namen und die eingescannte Unterschrift. Hier sind vier Beispiele:

  • „PS: Vom 21.08. bis zum 10.09. bin ich urlaubsbedingt nur per E-Mail zu erreichen und melde mich in dieser Zeit gern innerhalb von 24 Stunden zurück.“
  • „PS: Zwischen 03.03. und 14.03. bin ich in Ihrer Region. Sollte es gewünscht sein, biete ich Ihnen gern einen Tag Probearbeit an.“
  • „PS: Ich habe mich mit Ihren Geschäftsberichten vertraut gemacht. Gern erläutere ich Ihnen meine Vorschläge im Rahmen des persönlichen Kennenlernens.“
  • Clipboard Check
    „PS: In Ihrem XING-Profil betonen Sie Ihr Hobby: Lesen von Fachliteratur über Hirnforschung. Dieses Thema interessiert mich persönlich seit 5 Jahren. Vielleicht ein guter Einstieg in ein spannendes Kennenlerngespräch.“

Generell kannst Du im Post Scriptum einen etwas umgangssprachlicheren Ton wählen. Damit bringst Du Sympathie zum Ausdruck und bietest im Zweifelsfall den nötigen Anstoß zur Einladung.

Gibt es sowas, wie einen Bullshit-Indikator fürs Anschreiben?

Ja, sowas gibt es und Du kannst es recht einfach selbst testen. Die Qualität Deines Anschreibens folgt generell der Formel:

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[Formel für die Qualität Deines Anschreibens]

Doch das ist nicht die einzige Qualitätsformel. Klingt Dein Text nicht nach konkretem Mehrwert für den Leser, sondern nach abstraktem Politiker-Blabla? Dann ist der Bullshit-Indikator fürs Bewerbungsschreiben sehr hoch:

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[Formel für den Bullshit-Indikator im Anschreiben]

Lies Dein Anschreiben aufmerksam und kritisch durch. Dein Ziel besteht immer in der Maximierung Deines Qualitätsindikators und Minimierung des Bullshit-Indikators.

Vermeide Rechtschreib- und Grammatikfehler

Nicht nur auf den Inhalt gilt es zu achten. Auch die Grammatik zählt. Zu den Hauptabsagegründen beim Bewerben gehören Rechtschreibfehler. Oft riecht das Bewerbungsschreiben dadurch förmlich nach mangelnder Sorgfalt. Und Flüchtigkeitsfehler zeigen schnell: „Diese Kandidatin hat sich nicht die nötige Mühe gegeben. Unsere Position ist ihr nicht wichtig genug. Absage!“ Speziell bei Akademikern und in Unternehmensberatungen sind Fehler in Grammatik und Rechtschreibung oft ein schnelles KO. Besonders bitter: Fehler, während ein Bewerber gerade seine perfekte Ordnung und Sorgfalt beteuert:

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Magische Worte fürs Anschreiben

Gibt es sowas wie magische Worte fürs Bewerbungsschreiben? Auch diese Frage kann ich mit JA beantworten. Hier meine Top 5 der wichtigsten Worte im Anschreiben:

  • 1
    „Sie“ – Ich habe weiter oben schon auf die Wichtigkeit der Empfängerorientierung hingewiesen. Bist Du fertig mit Deinem Anschreiben? Dann starte einmal die Wortsuche. Wahrscheinlich gelingt das per „Steuerung + F“ auf dem PC oder „Command + B“ auf dem Mac. Jetzt suche einmal nach „Sie“ und zähle die Worte. Dann suche nach „Ich“. Es wird Dich erschrecken, wie viel häufiger „Ich“ in Deinem Text auftaucht. Wo immer Du also den Empfänger würdigen kannst, tue es.
  • 2
    „Schnell“ – Oft benötigen Unternehmen schnell einen Mitarbeiter „on demand“. Gerade wenn der bisherige Stelleninhaber plötzlich gekündigt hat oder versetzt wurde. Die Möglichkeit eines schnellen Einstiegs macht öfter den Unterschied zwischen Einstellung und Absage aus als Du denkst.
  • 3
    „Ergebnisse“ – Wenn Du Dich an meine Heldenreisen SAHRA-Erfolgsformel hältst, hast Du hier einen unschlagbaren Vorteil gegenüber allen anderen Bewerber/innen. Dabei geht es immer auch um die Resultate. Mache Deine Ergebnisse messbar und Du bist noch einen Schritt weiter.
  • 4
    „Verbessern“ – Das Unternehmen investiert in Dich als Mitarbeiter/in wie in eine Aktie. Bei einer Aktie willst Du gern wissen, ob der Trend nach oben geht. Recruiter wollen das bei Dir auch sehen. Zeig also, was Du bereits in der Vergangenheit verbessert hast. Mach klar, dass das erst der Anfang war und Deine Aktie noch längst nicht den Höchststand erreicht hat. Das ist besonders wichtig, wenn Du schon einige Jahre Berufserfahrung hast. Bewerber in diesem Alter haben oft Sorge, Personaler unterstellen Ihnen mit 50+ abnehmende Motivation gegenüber Jüngeren.
  • 5
    „Leicht“ – Die Bewältigung der anstehenden Aufgaben sieht für Dich idealerweise aus, wie eine Selbstverständlichkeit. Je leichter es für Dich wirkt, dem Unternehmen zu Top-Ergebnissen zu verhelfen, umso glaubwürdiger, dass die Investition in Dich sich lohnt.

Bonuswort 1: „Belege“ – Im Verlauf dieses Leitfadens ist Dir sicher schon klar geworden: Behauptungen sind wertlos. Wo immer wir können, nutzen wir Belege. Das ist wie die 2-Jahre-Garantie beim Kauf eines neuen Fernsehers. Wenn Du die mal brauchst, dann bekommst Du die auch nur, wenn Du den Beleg aufhebst.

Bonuswort 2: „weil“ – So komisch es klingt. Es gibt unzählige soziale Experimente, die die Wirkung des „weil“ bestätigen. „Ich muss hier mal ran“ klingt unfreundlich. Wie steht es um: „Ich muss hier mal ran, weil ich es ganz eilig habe.“? Das wird von den meisten Menschen als deutlich positiver wahrgenommen. Wo immer wir können, geben wir also Gründe für unsere Behauptungen an. „Ich bin die Richtige für Sie, weil…“.

Wird mein Bewerbungsschreiben von einer Software durchsucht?

Über 90% der multinationalen Konzerne verwenden sogenannte Parsing-Systeme. Damit vergleichen Sie die Jobanforderungen mit Deinen Unterlagen. Neben den genannten magischen Worten sollten also auch die passenden Keywords in Deiner Bewerbung auftauchen. 

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[Parsing-Systeme durchsuchen Dein Bewerbungsschreiben]

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[Das System zeigt die Passung zwischen Dir und der Stelle]

Wohin kommt das Bewerbungsschreiben bei der E-Mail-Bewerbung?

Wohin kommt das Anschreiben, wenn Du Dich per E-Mail bewirbst? Solltest Du es direkt in die E-Mail reinsetzen? Hier streiten sich die Gelehrten. Wenn Du mich fragst, lautet die Antwort: Schreibe in die E-Mail nur einen ganz kurzen Hinweis auf den Anhang mit vollständigem Bewerbungsschreiben.

Der Grund für dieses Vorgehen ist einfach: Deine fertige Bewerbung ist ein Gesamtkunstwerk. Wenn wir jetzt Teile daraus entnehmen und das ganze zerstückeln, geht diese konzeptionelle Power flöten.

Schreibt man in der Anrede im Briefkopf noch zu Händen?

Die Floskel „z. Hd.“ oder „zu Händen“ wird heute nicht mehr verwendet. Stattdessen schreibst Du im Briefkopf nur noch...

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[Briefkopf ohne „zu Händen“ bzw. „z. Hd“ im Bewerbungsschreiben]

Achte dabei unbedingt auf das „n“ bei Herrn. Es heißt also nicht „Herr Schmidtke“ im Briefkopf, sondern „Herrn Schmidtke“. Bei der weiblichen Form gibt es nichts zu beachten. Hier jedoch noch ein Hinweis auf einen häufigen und oft unverzeihlichen Fehler. Nachdem Du den Briefkopf angepasst hast, achte als nächstes sofort auf die Anrede. Oft passen Bewerber hier zwar nach dem „Sehr geehrte…“ den Namen des Empfängers an, übersehen aber im Eifer des Bewerbens, dass es sich beim Ansprechpartner um einen Herrn handelt. Es sollte daher weder heißen „Sehr geehrte Frau Schmidtke“ noch, was häufiger passiert, „Sehr geehrte Herr Schmidtke“.

Es gibt nichts, worauf Menschen so stark reagieren, wie den eigenen Namen. Deshalb achte unbedingt auch auf die richtige Anrede bei Ansprechpartnern mit Unisex-Vornamen. Handelt es sich bei Tony Schuster um einen Mann oder eine Frau? Genauso bei Kaj, Nicola oder Patrice. Im Zweifelsfall google die Person samt Unternehmensnamen. Wahrscheinlich wirst Du bei LinkedIn und XING schlauer und umgehe einen peinlichen Fauxpas.

An welche Stelle kommt das Anschreiben in die Bewerbungsunterlagen?

Zu dieser scheinbar einfachen Frage findest Du meine ausführliche Antwort im Artikel über die komplette Bewerbung. Auf dieser Seite kannst du auch gleich Bewerbungs-Muster & Vorlagen downloaden.

Kommt am Ende des Anschreibens noch das Wort „Anlagen“?

Nach der DIN 5008 kannst Du es dahin schreiben. Wenn Du Dich an meine Empfehlungen hältst, baust Du die gesamte Bewerbung jedoch ohnehin etwas intuitiver auf. Damit entfällt dieser Hinweis. 

Sollte ich Bewerbungsschreiben Vorlagen verwenden?

Mir geht es als Coach genau wie einem Personaler. Ich lese jeden Tag dutzende Anschreiben. Eins fällt mir sofort in den ersten Sekunden auf: Hat der Bewerber ein Musteranschreiben genutzt? Wenn ja, ist das für einen Recruiter ein sofortiges KO-Kriterium. Im Coaching können wir daran glücklicherweise noch arbeiten.

Dein Anschreiben muss perfekt passen zur Branche, zum Unternehmen und zur Position. Verwende auf keinen Fall 08/15 Copy-Paste Anschreiben, generische Vorlagen oder Muster. Wir haben genug Alternativen bei uns im Angebot und helfen Dir gern bei der Erstellung Deiner perfekten Selbstpräsentation. Mach Dir klar: Eine Top-Selbstpräsentation im Anschreiben ist das Rückgrat einer überzeugenden Darstellung im Vorstellungsgespräch.

Wie lang sollte mein Anschreiben sein?

Eingangs habe ich schon etwas zum Umfang des Anschreibens geschrieben. Zusammengefasst gibt es fast keinen Grund für ein Bewerbungsschreiben von mehr als einer Seite Länge. Halte Dich an die Regel: „Es kann nicht wichtig sein, wenn es nicht auf eine Seite passt.“ Mark Twain sagte: Stories sind wie das Leben ohne die langweiligen Stellen.

Also lass die langweiligen Stellen weg und hau den Leser vom Hocker mit den Höhepunkten. Das Bewerbungsschreiben hat nur ein Ziel: Erreichen, dass der Entscheider Dich unbedingt näher kennenlernen will – Die Einladung zum Recall. Die Details kannst Du im Vorstellungsgespräch klären.

Sollte ich meinen Gehaltswunsch angeben?

Grundregel: Wenn nicht direkt gefordert, lass Gehaltsforderungen weg. Ansonsten helfen Dir folgende Formulierungen:

  • „Ein Jahresgehalt von 45.000 € brutto empfinde ich als fair.“
  • „Bei meinen Kompetenzen halte ich ein Jahresbruttogehalt von 40.000 € für realistisch.“
  • „Meine Gehaltsvorstellungen bewegen sich zwischen 40.000 und 45.000 Euro p.a. je nach konkreter Tätigkeit.“

Deine Gehaltserwartung gibst Du in der Regel als Jahresbetrag an und als Bruttowert. 

Für das richtige Vorgehen bei der Angabe von Gehaltsforderungen und Tipps schau Dir diesen Artikel über die erfolgreiche Gehaltsverhandlung an.

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