Motivationsschreiben: Aufbau, Muster und Tipps
Im Motivationsschreiben begründest Du, warum Du Dich bewirbst und warum Du passt. Überzeugend wird es, wenn Du keine Eigenschaften aufzählst, sondern konkrete Erlebnisse erzählst. Dafür eignet sich die SAHRA-Formel: Situation, Aufgabe, Handlung, Resultat und Auswertung. Halte Dich an kurze Sätze und eine klare Struktur.
In diesem Ratgeber findest Du alles, was Du brauchst. Du erfährst, wann ein Motivationsschreiben verlangt ist und welche Fehler Du vermeidest. Du lernst die SAHRA-Formel kennen. Und Du bekommst Muster für Job, Studium, Stipendium und Ausbildung, die Du direkt anpassen kannst.
Was ist ein Motivationsschreiben?
Das Motivationsschreiben ist ein zentraler Teil Deiner Bewerbung. Oft heißt es auch Anschreiben oder Bewerbungsschreiben. Gemeint ist fast immer dasselbe. Der Name verrät schon den Zweck. Du beantwortest darin Warum-Fragen:
- Warum bewirbst Du Dich?
- Warum passt Du zu dieser Stelle?
- Warum passt Du zu dieser Firma oder Hochschule?
- Warum willst Du Deinen jetzigen Arbeitgeber verlassen?
- Warum sollte man gerade Dich einladen und anderen absagen?
Personaler achten bei Bewerbungen auf zwei Dinge: Können und Wollen. Das Können sind Deine Fähigkeiten, also Fachwissen und soziale Kompetenzen. Das Wollen ist Deine Motivation, Dein Antrieb und Deine Beweggründe. Nur wenn beides stimmt, wirst Du eingestellt. Ohne Können richtest Du Schaden an. Ohne Wollen muss man Dir ständig hinterherlaufen.
Das Können gehört vor allem in den Lebenslauf. Das Wollen gehört ins Motivationsschreiben. Weitere Tipps findest Du im Ratgeber zum Bewerbungsschreiben.
Wann brauchst Du ein Motivationsschreiben?
In Deutschland gehört bei fast jeder Bewerbung ein Anschreiben dazu. Manche nennen es Motivationsschreiben, andere Bewerbungsschreiben. Lass Dich von angeblichen Unterschieden nicht verwirren. Es geht immer um Deine Motivation.
Auch außerhalb von Jobs ist ein Motivationsschreiben oft gefragt:
- bei Stipendien von Stiftungen und Begabtenförderwerken
- bei Bewerbungen um einen Studienplatz, etwa für einen Master
- bei privaten Hochschulen
- bei Studiengängen im Ausland, besonders in den USA
- bei Auslandssemestern und Austauschprogrammen
- bei Auswahlverfahren für Trainee-Programme und Praktika
- bei Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz
Woher weißt Du, ob ein Motivationsschreiben verlangt ist?
Die Stellenanzeige oder die Ausschreibung sagt es meist. Typische Formulierungen in Stellenanzeigen sind zum Beispiel „Bitte senden Sie uns Ihre vollständigen Unterlagen mit Anschreiben“. Bei Hochschulen und Stiftungen stehen oft genaue Vorgaben dabei. Zum Beispiel:
- „Ein Motivationsschreiben kann die Chancen auf eine Zulassung verbessern.“
- „Wir erwarten ein unterzeichnetes Motivationsschreiben im Umfang von 400 bis 500 Wörtern.“
- „Begründen Sie ausführlich Ihr Interesse am Studienprogramm und an den Schwerpunkten.“
Halte solche Vorgaben immer genau ein. Das gilt für Länge, Form und Inhalt. Wer die Vorgaben missachtet, fliegt oft schon in der ersten Runde raus.
Welche 3 Fehler solltest Du vermeiden?
Bevor wir zum Aufbau kommen, schauen wir auf die drei häufigsten Fehler. Erkenne sie und streich sie aus Deinem Text.
Fehler 1: Adjektive aufzählen
„Ich bin zielstrebig, ehrgeizig und teamfähig.“ Das mag stimmen. Aber so schreibt fast jeder. Auch viele ungeeignete Bewerber behaupten das. Damit siehst Du auf dem Papier aus wie alle anderen.
Du hast dann ein Glaubwürdigkeitsproblem. Behauptungen ohne Beleg bringen Dich nicht weiter. Im schlimmsten Fall klingt Dein Text nach Betteln: „Ich bin wirklich gut. Bitte glauben Sie mir.“ Hast Du schon einmal jemandem geglaubt, der behauptet hat, der Beste zu sein? Personaler glauben das auch nicht. Belege Deine Stärken deshalb mit Erlebnissen.
Fehler 2: Bandwurmsätze
Bandwurmsätze sind lange Sätze mit vielen Nebensätzen und Einschüben. Am Ende weiß niemand mehr, worum es ging. Personaler lesen schnell und springen nicht zurück. Diese fünf Regeln helfen Dir:
- Hauptsachen gehören in Hauptsätze.
- Ein Satz hat im Schnitt etwa 15 Wörter.
- Schreib konkret und mit Beispielen statt mit Floskeln.
- Nutze kurze, verständliche Wörter.
- Schreib aktiv statt passiv.
Merk Dir vor allem eine Regel: Schreib so, als würde Dein Text im Radio vorgelesen. Verpasst Du im Radio etwas, kannst Du nicht zurückspulen. Genauso wenig liest eine Personalerin einen unklaren Satz zweimal. Dafür hat sie keine Zeit.
Fehler 3: Nur über Dich reden
Viele verstehen das Motivationsschreiben als Text über sich selbst. Alles dreht sich darum, was sie bekommen. Typische Sätze sind:
- „Das Stipendium bietet mir die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.“
- „In Ihrem Job lerne ich bestimmt täglich viel Neues.“
- „Ihre Aufgaben interessieren mich sehr.“
Dreh es um. Schreib nicht, was Du bekommst. Schreib, was Du gibst. Diese Fragen helfen Dir dabei:
- Welche konkreten Ideen bringst Du in die Position oder die Fachschaft ein?
- Wie helfen Dir Deine sozialen Kompetenzen beim Aufbau eines Netzwerks oder bei der Führung?
- Wie helfen Deine Kenntnisse im Online-Marketing, neue Kunden zu gewinnen?
- Könntest Du Dich mit einem Stipendium stärker für soziale Zwecke einsetzen?
Gerade das letzte Argument überzeugt bei Förderinstitutionen oft. Kostet Dich Dein Nebenjob viel Zeit, bleibt wenig für Ehrenämter. Mit Förderung kannst Du sofort mehr zurückgeben. Wichtig ist nur, dass Dein Engagement schon länger besteht.
Wohin kommt das Motivationsschreiben?
Lege es als zweites Dokument direkt hinter das Deckblatt. Ein gutes Deckblatt schafft den ersten Eindruck. Danach folgt Deine Begründung, dann der Lebenslauf und die Anlagen.
Ein Tipp: Schlaf eine Nacht über Deinen fertigen Text. Mit frischem Blick findest Du am nächsten Tag die letzten Fehler. Das kann ein Komma sein, ein doppeltes Wort oder eine falsche Anrede wie „Sehr geehrte Herr Schubert“. Erst wenn alles stimmt, schickst Du ab.
Der beste Tipp fürs perfekte Motivationsschreiben
Eigentlich brauchst Du nur einen Tipp: Die Personalerin muss Dich von anderen unterscheiden können. Erst dann kann sie sich für Dich entscheiden. Alle anderen Empfehlungen folgen aus diesem einen Gedanken.
Konkret heißt das: Du musst Dich abheben. Keine Floskeln, keine Wolkenworte, keine Behauptungen ohne Belege. Sonst gehst Du in der Masse unter.
Viele Bewerber sind unsicher und verstecken sich lieber in der Menge. Stell Dir den Extremfall vor. Alle schicken dasselbe Standardschreiben. Die Personalerin steht dann wie im Nebel. Alles ist grau, und sie kann nicht unterscheiden. Dein Motivationsschreiben sollte wie ein leuchtend roter Schal sein, der aus dem Grau heraussticht.
Das größte Problem: der Fluch des Wissens
Wie wird Dein Text zum roten Schal? Zuerst musst Du das größte Problem verstehen. Wir nennen es den Fluch des Wissens. Du selbst weißt alles über Dich. Der Leser weiß nichts.
Nimm die Zielstrebigkeit. Du schreibst: „Ich bin zielstrebig.“ Für Dich ist das völlig klar. Du hast viele Erlebnisse im Kopf, in denen Du zielstrebig warst. Für Dich ist die Behauptung wie eine Tischplatte, die auf vielen Beinen steht. Die Beine sind Deine Erlebnisse.
Der Leser kennt diese Erlebnisse aber nicht. Für ihn ist Dein Satz eine Tischplatte ohne Beine. Sie fällt zu Boden. Im schlimmsten Fall wirkst Du wie ein Hochstapler.
Das Tückische: Wir können uns kaum vorstellen, dass der andere uns nicht versteht. Es ist wie bei einem Lehrer, der seit Jahren denselben Stoff unterrichtet. Fragt ein Schüler nach einer Grundlage, wundert er sich: „Das ist doch klar.“ Für den Schüler ist es das eben nicht. Die Lösung: Erzähl konkrete Erlebnisse. Sie machen Deinen Text individuell und glaubwürdig.
Wie funktioniert die SAHRA-Formel?
Mit der SAHRA-Formel erzählst Du glaubwürdige, spannende Geschichten. Viele Romane und Filme folgen demselben Muster, der sogenannten Heldenreise. SAHRA steht für fünf Schritte:
- Situation: Jede Geschichte beginnt mit der normalen Ausgangslage.
- Aufgabe: Dann stört etwas die Normalität. Ein Problem taucht auf.
- Handlung: Der Held macht sich auf den Weg, das Problem zu lösen.
- Resultat: Er schafft es und macht die Welt ein Stück besser.
- Auswertung: Der Held ist jetzt bereit für neue Herausforderungen.
Ob Film, Roman oder Motivationsschreiben: Immer gibt es einen Helden, der etwas rettet. Mal ist es die Welt, mal ein Projekt, mal ein Kunde. Weil wir dieses Muster so gut kennen, folgen wir ihm gern. Du musst also nichts neu erfinden.
Die SAHRA-Formel am Beispiel „Der Herr der Ringe“
- Situation: Frodo lebt friedlich im Auenland.
- Aufgabe: Gandalf berichtet, dass Mittelerde in Gefahr ist. Jemand muss den Ring zerstören.
- Handlung: Frodo macht sich auf den Weg und besteht mit seinen Gefährten viele Prüfungen.
- Resultat: Der Ring ist zerstört. Aus einem normalen Hobbit ist ein Held geworden.
- Auswertung: Frodo weiß jetzt, dass er sich auf sich und seine Gefährten verlassen kann.
Dieselben Elemente findest Du in vielen anderen Filmen. Jetzt bist Du dran. Du wirst zum Autor Deiner eigenen Heldenreise.
So schreibst Du Deine eigene SAHRA-Story
Nimm die Stellenanzeige und schau Dir die Aufgaben kritisch an. Nimm die erste Anforderung und denk eine Minute nach. Beantworte dann diese Fragen und schreib die Antworten auf:
- Situation: Wo hast Du eine ähnliche Aufgabe schon gemeistert? In der Ausbildung, im Studium oder im letzten Job?
- Aufgabe: Was genau war Deine Aufgabe? Eine Abschlussarbeit bestehen? Einen schwierigen Kunden zufriedenstellen?
- Handlung: Was hast Du getan? Hast Du eine Lerngruppe gegründet? Hast Du eine bestimmte Methode genutzt?
- Resultat: Was war das Ergebnis? Welche Note hast Du bekommen? Hat der Kunde einen großen Auftrag erteilt?
- Auswertung: Was hat der neue Arbeitgeber davon? Bist Du schneller eingearbeitet? Kannst Du mit schwierigen Kunden umgehen?
Zusammengefasst ergibt das eine SAHRA-Story. Wiederhole das für die zwei oder drei wichtigsten Anforderungen der Stelle.
Warum Deine Erfolge so wichtig sind
Viele tun sich mit dem R schwer, dem Resultat. Oft sind wir zu zurückhaltend mit unseren Ergebnissen. Manche sagen: „Das war doch ein Teamerfolg.“ Schadet es Deinem Team, wenn Du ihn nennst? Nein. Und Du hast dazu beigetragen. Also gehört er in Dein Anschreiben.
Ein weiteres Problem: Viele kennen ihr Ergebnis nur ungefähr. Nicht jeder arbeitet täglich mit Zahlen. Versuche Ergebnisse trotzdem messbar zu machen. Firmen werden wirtschaftlich geführt. Wer mehr verdienen will, muss zeigen, dass er mehr wert ist. Kennst Du die genaue Zahl nicht, schätze sie vernünftig.
Ergebnisse lassen sich in absoluten oder relativen Zahlen zeigen:
- Absolut: „Meine Maßnahmen sparten jährlich 200.000 Euro.“ Oder: „Meine Kampagne führte zu Berichten in zwölf Zeitungen.“
- Relativ: „Die Zufriedenheit meines Teams lag rund 30 Prozent über dem Wert meines Vorgängers.“ Oder: „Wir haben die Zahl der Sponsoren verdoppelt.“
Nimm Dir Zeit für diese Aufgabe. Meist fällt Dir nach kurzer Zeit ein, wie Du Deine Erfolge messen kannst.
Beispiele für SAHRA-Stories
So kann eine SAHRA-Story im Anschreiben klingen:
Beispiel Vertrieb: „In meiner jetzigen Position übernahm ich ein Verkaufsgebiet mit sinkenden Umsätzen. Ich besuchte alle zwanzig Stammkunden persönlich und fragte nach ihren Problemen. Daraus entwickelte ich ein neues Serviceangebot. Nach einem Jahr lag der Umsatz 15 Prozent über dem Vorjahr. Diese Erfahrung mit schwierigen Märkten bringe ich gern in Ihr Team ein.“
Beispiel Studium: „In meiner Bachelorarbeit sollte ich Daten aus drei Abteilungen zusammenführen. Die Formate passten nicht zueinander. Ich brachte mir eine Programmiersprache bei und automatisierte den Abgleich. Die Arbeit wurde mit 1,3 bewertet. Mit diesem Wissen kann ich in Ihrem Masterprogramm sofort an Projekten mitarbeiten.“
Beispiel Projektarbeit: „Bei der Einführung einer neuen Software fehlte die Akzeptanz im Team. Ich organisierte kurze Schulungen und eine feste Sprechstunde. Nach drei Monaten nutzten alle Kollegen das System. Solche Veränderungen begleite ich gern auch bei Ihnen.“
Alle Zahlen und Namen in den Beispielen sind Platzhalter. Setz Deine eigenen Erlebnisse ein.
Wie ist ein Motivationsschreiben aufgebaut?
Die SAHRA-Stories setzt Du in eine einfache Struktur, die einseitige Erörterung. Sie besteht aus drei Teilen:
- These: Du stellst eine Behauptung auf. „Ich passe sehr gut zu Ihnen.“ Oder: „Ich bin hoch motiviert.“
- Argumentation: Jetzt kommen die Belege, wie bei einem Anwalt vor Gericht. Dafür nutzt Du drei SAHRA-Stories zu den wichtigsten Aufgaben der Stelle. Sinngemäß sagst Du: Diese Aufgaben habe ich schon gemeistert. Dafür habe ich einiges auf mich genommen. Also bin ich motiviert.
- Fazit: Am Ende ziehst Du den Schluss: „Folgen Sie meiner Argumentation? Dann laden Sie mich ein.“
Davor stehen Briefkopf, Empfänger, Ort und Datum, Betreff und Anrede. Danach folgen Grußformel und Unterschrift. Mehr ist nicht nötig. Eine Seite reicht fast immer.
Einleitung und Schluss: Formulierungen, die funktionieren
Der erste Satz entscheidet, ob weitergelesen wird. Vermeide Standardanfänge wie „Hiermit bewerbe ich mich“. Das steht schon im Betreff. Steig stattdessen mit einem Bezug zur Stelle oder zur Firma ein. Diese Einstiege kannst Du anpassen:
- „Ihr Projekt [Name] hat mich sofort angesprochen, weil ich an einem ähnlichen Thema bereits [Ergebnis] erreicht habe.“
- „Im Gespräch mit [Name] auf der [Messe] habe ich erfahren, dass Sie [Ziel] verfolgen. Dabei möchte ich Sie unterstützen.“
- „Kunden schneller zufriedenzustellen ist seit drei Jahren meine tägliche Aufgabe. Genau das suchen Sie für [Position].“
- „Seit meinem Praktikum bei [Firma] weiß ich, dass ich in [Bereich] arbeiten möchte.“
Auch der Schluss verdient Aufmerksamkeit. Vermeide Konjunktive wie „Ich würde mich freuen“. Sie wirken unsicher. Schreib lieber klar und freundlich. Zum Beispiel:
- „Ich freue mich darauf, Sie im persönlichen Gespräch von meinen Ideen zu überzeugen.“
- „Gern zeige ich Ihnen im Gespräch, wie ich [Aufgabe] bei Ihnen angehen würde.“
- „Für Rückfragen bin ich unter [Telefonnummer] gut erreichbar.“
Verlangt die Anzeige eine Gehaltsvorstellung oder einen Eintrittstermin? Dann nenn beides im vorletzten Absatz. Gib das Gehalt als Jahresbrutto an. Eine kleine Spanne ist in Ordnung. Fehlt die Angabe, obwohl sie gefordert ist, wirkt das nachlässig.
Wie lang darf ein Motivationsschreiben sein?
Für eine Stelle gilt: eine Seite, nicht mehr. Bei Hochschulen und Stiftungen gibt es oft eigene Vorgaben, zum Beispiel eine Wortzahl oder bis zu zwei Seiten. Halte Dich genau daran. Kürzer ist meist besser als länger, solange Deine SAHRA-Stories Platz haben.
Muster: Motivationsschreiben zum Anpassen
Die folgenden Muster zeigen Dir den Aufbau für verschiedene Anlässe. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern durch Deine eigenen. Übernimm die Muster nicht wörtlich. Personaler erkennen Standardtexte sofort.
Muster für eine Stelle
Bewerbung als [Position], Kennziffer [Nummer]
Sehr geehrte Frau [Name],
[Firma] steht für [Ziel oder Projekt aus Ihrer Recherche]. Genau daran möchte ich als [Position] mitarbeiten.
Bei [bisherige Firma] stand ich vor [Aufgabe]. Ich habe [Handlung]. Das Ergebnis: [Resultat in Zahlen]. Diese Erfahrung hilft mir bei [Aufgabe aus der Stellenanzeige].
[Zweite SAHRA-Story zur zweiten Anforderung, zwei bis vier Sätze.]
[Dritte SAHRA-Story zur dritten Anforderung, zwei bis vier Sätze.]
Sie sehen, ich bringe mit, was Sie suchen. Ab [Datum] bin ich verfügbar. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei [Betrag] brutto im Jahr. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
Muster für einen Studienplatz oder Master
Bewerbung um einen Studienplatz im Master [Studiengang]
Sehr geehrte Damen und Herren der Auswahlkommission,
[Thema] beschäftigt mich seit [Anlass]. Ihr Masterprogramm bietet mit [Schwerpunkt oder Modul] genau die Vertiefung, die ich suche.
Im Bachelor [Fach] habe ich [Projekt oder Abschlussarbeit] bearbeitet. Dabei habe ich [Handlung] und [Resultat] erreicht.
Neben dem Studium [Praktikum, Werkstudentenstelle oder Engagement]. Dort habe ich gelernt, [Fähigkeit] einzusetzen.
Nach dem Master möchte ich [berufliches Ziel]. Ihr Programm verbindet dafür [Theorie und Praxis, Kontakte, internationale Ausrichtung]. Gern bringe ich meine Erfahrung in [Bereich] in Ihre Seminare ein.
Mit freundlichen Grüßen
Muster für ein Stipendium
Bewerbung um ein Stipendium der [Stiftung]
Sehr geehrte Frau [Name],
Seit [Jahr] engagiere ich mich in [Ehrenamt]. Dort habe ich [Aufgabe] übernommen und [Resultat] erreicht.
Die Werte Ihrer Stiftung, besonders [Wert], prägen auch mein Handeln. Das zeigt sich zum Beispiel in [konkretes Erlebnis].
Derzeit finanziere ich mein Studium mit [Nebenjob] und [Stunden] Stunden pro Woche. Mit Ihrer Förderung könnte ich [mehr Zeit für Ehrenamt, Studium oder Projekt] einsetzen.
In Ihr Netzwerk bringe ich [Fähigkeiten, Ideen, Kontakte] ein. Ich freue mich darauf, Sie im Auswahlgespräch kennenzulernen.
Mit freundlichen Grüßen
Muster für einen Ausbildungsplatz
Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als [Beruf]
Sehr geehrter Herr [Name],
bei meinem Praktikum in [Betrieb] habe ich gemerkt, wie viel Freude mir [Tätigkeit] macht. Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz als [Beruf].
In der Schule mag ich besonders [Fach]. Im Projekt [Name des Projekts] habe ich [Aufgabe] übernommen und [Ergebnis] erreicht.
In meiner Freizeit [Hobby oder Engagement]. Dabei lerne ich, [Fähigkeit, zum Beispiel zuverlässig im Team zu arbeiten].
Ich freue mich, wenn ich Sie in einem Gespräch oder Probetag überzeugen darf.
Mit freundlichen Grüßen
Passende Designs für Deine Unterlagen findest Du auf unserer Seite mit Bewerbungsvorlagen.
Exkurs: Wie Geschichten Überzeugungen verändern
Noch nicht überzeugt von der Kraft der Geschichten? Dann mach ein Gedankenexperiment. Denk an Deinen engsten Freund. Stell Dir vor, Du bittest ihn um ein offenes Ohr, und er wimmelt Dich ab. Zwei Tage später siehst Du ihn lachend mit jemandem, über den er sonst lästert. Kurz darauf verkauft er Dir ein Auto, das nach hundert Kilometern liegen bleibt.
Nach diesen drei Geschichten passt das Etikett „engster Freund“ nicht mehr. So schnell verändern Geschichten unsere Überzeugungen. Das gilt für selbst Erlebtes und für Erzähltes. Genau deshalb wirken SAHRA-Stories so stark. Schriftlich im Motivationsschreiben und mündlich im Vorstellungsgespräch.
Warum eignet sich die Heldenreise so gut?
Die Struktur der Heldenreise beantwortet fast automatisch alle Fragen des Lesers. Was war die Lage? Was war schwierig? Was hast Du getan? Was kam heraus? Was bedeutet das für die Zukunft?
Viele Stiftungen und Hochschulen fragen in ihren Formularen genau danach. Sie wollen wissen, welche Hindernisse Du überwunden hast. Oder sie fragen nach Menschen, die Dich unterstützt haben, und was daraus entstanden ist. Mentoren und Verbündete gehören zu jeder Heldenreise. Eine bessere Einladung für eine SAHRA-Story gibt es nicht.
Wie kannst Du Dich noch von anderen abheben?
Mit SAHRA-Stories hast Du Deinen roten Schal. Manchmal musst Du Dein Motivationsschreiben aber in ein Online-Formular eintragen. Das schränkt Deine Kreativität ein. Halte die formalen Vorgaben trotzdem unbedingt ein. Kreativität ersetzt keine Pflichtangaben.
Hast Du dagegen Spielraum bei der Form? Dann können Dich die folgenden Varianten inspirieren.
Das Motivationsschreiben als Video
Ein Bewerbungsvideo gibt Deiner Motivation eine persönliche Note. Nicht jede Personalerin freut sich aber über ein Video. Es erschwert den Vergleich der Bewerbungen. Setze es deshalb nur als Ergänzung zum schriftlichen Text ein.
Die einfachste Form ist ein Video, in dem Du vor neutralem Hintergrund in die Kamera sprichst. Man sieht nur Kopf und Oberkörper. Über Körpersprache, Mimik und Tempo zeigst Du viel Persönlichkeit. Diese fünf Punkte machen ein gutes Video aus:
- neutraler oder thematisch passender Hintergrund
- gutes Licht und vor allem guter Ton, denn Rauschen stört mehr als ein unscharfes Bild
- Länge von etwa zwei bis drei Minuten
- Hände zwischendurch sichtbar, das schafft Vertrauen
- nur die spannendsten Stationen, flüssig erzählt
Eine Alternative ist ein kurzer Animationsfilm. Damit kannst Du wichtige Stationen Deines Lebens zeigen. So wird ein roter Faden bis zur Bewerbung sichtbar. Der Aufwand ist allerdings deutlich höher.
Das Motivationsschreiben als Präsentation
Vielen fällt bei Präsentationen zuerst PowerPoint ein. Davon raten wir meist ab. Klassische Folien wirken schnell langweilig, und das färbt auf Dich ab. Wenn Du präsentierst, dann mit wenigen, gut gestalteten Bildern und einer klaren Geschichte. Präsentationsprogramme mit Zoom- und Schwenkeffekten können frischer wirken. Übertreib es aber nicht mit den Effekten.
Brauchst Du Motivationsschreiben und Anschreiben?
Meist nicht. Der Unterschied zwischen beiden ist so gering, dass ein zweites Schreiben fast immer überflüssig ist. Im schlimmsten Fall schicken verunsicherte Bewerber zwei langweilige Seiten statt einer guten.
Im Internet liest man immer wieder Gründe für ein zusätzliches Schreiben. Zwei Beispiele:
- „Manche Argumente passen weder in den Lebenslauf noch ins Anschreiben.“ Wenn Du so starke Argumente hast, gehören sie ins Anschreiben.
- „Quereinsteiger brauchen beides.“ Auch das stimmt nicht. Ein Quereinsteiger zeigt im Anschreiben, wie er seine Stärken in die neue Rolle überträgt. Dafür braucht er keine dritte Seite.
Verzichte also darauf, freiwillig ein zweites Schreiben beizulegen. Es ist meist doppelt und kostet den Leser nur Zeit.
Wann Du beides brauchst
Der einzige Grund für beide Schreiben ist die ausdrückliche Aufforderung. Dann sollst Du im Motivationsschreiben meist konkrete Fragen beantworten. Zum Beispiel:
- Unser Budget ist begrenzt. Warum sollen wir gerade Sie einstellen?
- Warum sollten wir unser Stipendium an Sie vergeben?
- Warum sind Sie förderwürdig?
- Wie würden Sie unser Netzwerk stärken?
- Warum können Sie unsere Aufgaben lösen?
- Warum wollen Sie gerade zu uns?
- Was unterscheidet Sie von anderen?
- Was würden Sie in der Position als Erstes ändern?
Beantworte jede Frage mit mindestens einer SAHRA-Story.
Kurzbewerbung ohne Anschreiben
Manche Firmen gehen den umgekehrten Weg. Sie verzichten ganz auf ein Anschreiben, um die Bewerbung zu erleichtern. Besonders in Berufen mit vielen offenen Stellen kommt das vor. Dann nutzt Du Deine SAHRA-Stories im Vorstellungsgespräch.
Warum helfen Freunde oft nicht weiter?
Viele zeigen ihr Anschreiben Familie oder Freunden. Das liegt nahe, denn fast jeder hat sich schon beworben. Das Problem: Die meisten sagen „Passt schon.“ Sie wollen Dich nicht kritisieren, dafür bist Du ihnen zu wichtig.
Außerdem haben sie das Schreiben selbst nie gelernt. Vielleicht hat es bei einem Freund trotz eines schwachen Anschreibens geklappt. Was in seiner Branche funktioniert, passt aber nicht automatisch zu Deiner.
Und sie kennen Dich zu gut. Sie füllen Lücken im Text mit eigenen Erinnerungen. Auch sie unterliegen dem Fluch des Wissens. Hilfreicher ist Feedback von jemandem, der anders denkt als Du und ehrlich Rückmeldung gibt.
Gib Deinem Testleser einen klaren Auftrag. Frag zum Beispiel: Welche Stärke bleibt nach dem Lesen hängen? Welcher Satz war unklar? Wo hast Du aufgehört, aufmerksam zu lesen? Solche Fragen bringen ehrlichere Antworten als ein allgemeines „Wie findest Du es?“.
Checkliste vor dem Absenden
- Stimmen Name, Anrede und Firma?
- Passt der Betreff zur Stelle, inklusive Kennziffer?
- Beantwortet der erste Satz, warum Du Dich gerade hier bewirbst?
- Belegst Du jede Stärke mit einem Erlebnis?
- Nennst Du mindestens ein messbares Ergebnis?
- Sind die Sätze kurz und aktiv?
- Passt alles auf eine Seite oder in die vorgegebene Länge?
- Hast Du Rechtschreibung und Zeichensetzung geprüft?
- Ist das Dokument als PDF gespeichert und sinnvoll benannt?
Hilfe bei Deinem Motivationsschreiben
Ein gutes Motivationsschreiben ist auch die beste Vorbereitung fürs Vorstellungsgespräch. Je klarer Dein Text, desto überzeugender Deine Selbstpräsentation. Im Bewerbungscoaching arbeiten wir mit Dir an Anschreiben mit Storytelling nach der SAHRA-Formel. Das Coaching läuft online per Zoom. Unsere Coaches haben einen Hintergrund im Personalwesen und kennen die andere Seite des Tisches.
Bist Du arbeitslos, droht Dir Arbeitslosigkeit oder suchst Du einen Ausbildungsplatz? Dann kann Dir die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen AVGS-Gutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein kostet Dich das Coaching nichts. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, es ist eine Einzelfallentscheidung. Die Bewilligung muss vor dem Start vorliegen.
Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.
