März 29

Sofort mehr Teamfähigkeit: 5 Tipps

Teamfähigkeit ist ein Schlagwort, das wir ständig hören, lesen und sehen. Offenbar ist sie enorm wichtig. Aber was steckt eigentlich dahinter? Und warum haben wir schon in der Grundschule Noten dafür bekommen? Wir gehen dieser Frage auf den Grund. Danach bekommst Du Tipps, wie Du besser im Team arbeitest und Dich erfolgreich weiterentwickelst.

Was ist Teamfähigkeit eigentlich?

Die Psychologen Rüdiger Hinsch und Ulrich Pfingsten haben eine Definition aufgestellt. Leider hilft sie nicht so richtig weiter. Sinngemäß heißt es dort: Soziale Kompetenz ist die Verfügbarkeit und Anwendung kognitiver, emotionaler und motorischer Verhaltensweisen. In sozialen Situationen führen sie langfristig zu einem günstigen Verhältnis positiver und negativer Folgen für den Handelnden. Bitte was?

Kein Wunder, dass jeder Mensch Teamfähigkeit irgendwie anders definiert. Außerdem hat diese Definition mit der heutigen Realität nicht mehr viel zu tun. In der heutigen Arbeitswelt werden bestimmte Kernkompetenzen vorausgesetzt, zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit. Außerdem brauchen wir Eigeninitiative, um unsere Fähigkeiten und Talente passend einzubringen. Arbeiten wir dann noch im Team zusammen, finden wir deutlich schneller Lösungen für komplexe Aufgaben.

Diese drei Dinge hängen also irgendwie zusammen und bedingen sich ein wenig. An dieser Stelle kommt die Definition von oben wieder ins Spiel. Bei Teamfähigkeit geht es darum, unser Verhalten auf verschiedenen Ebenen so anzupassen, dass es gewinnbringend ist. Was bringt Dir die beste Kommunikationsfähigkeit, wenn Du am liebsten allein in einem separaten Büro sitzt? Deshalb kommen hier unsere fünf Tipps für mehr Teamfähigkeit.

1. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Brainstorming

Arbeiten kluge Menschen zusammen und übernehmen sie Verantwortung für ihr Handeln und das Team? Dann kann das überraschend kreative Effekte auslösen. Stell Dir die Arbeit eines guten Teams wie ein Gehirn vor. Dort organisieren sich die Synapsen bei jeder Anregung neu und bringen neue Erkenntnisse hervor. Im besten Fall entsteht in einem Team so eine eigene Dynamik.

Ein gutes Brainstorming funktioniert zum Beispiel wie ein Lauffeuer. Eine Idee entzündet die nächste. Diese Phase solltest Du auf keinen Fall unterbrechen. Je mehr Ideen ihr habt, desto größer ist die Auswahl. Natürlich lassen sich einige Ideen nicht umsetzen. Aber nur weil Ansätze ungewöhnlich sind, sind sie nicht gleich falsch.

Wichtig ist, dass Du durch gutes Prozess- und Teammanagement immer das große Ganze im Blick behältst. Dann übersiehst Du nicht, welche Ideen zum Ziel führen. Und Du erkennst, welche nur kostbare Zeit und Energie verschwenden würden.

2. Intelligente Arbeitsteilung

Dein Team funktioniert am besten, wenn alle das machen können, worin sie gut sind. Es bringt also herzlich wenig, die Kollegin mit den besten Fremdsprachenkenntnissen während eines internationalen Meetings an Excel-Tabellen sitzen zu lassen.

Außerdem ist es wichtig, dass alle ihre Meinung frei äußern dürfen. Jede Meinung wird erst einmal angenommen, auch wenn die eigene anders ist. Meinungsverschiedenheiten haben aber nur so lange Sinn, wie sie das Team weiterbringen. Manchmal eröffnen sie neue Blickwinkel und Herangehensweisen, die schneller zum Ziel führen. Denn das Ziel steht immer im Mittelpunkt. Es ist der Maßstab für jedes Handeln.

Machen alle das, was sie am besten können, funktioniert das Team fast von allein. Wichtig ist, dass Du unterscheidest: Was kannst Du am besten, und worauf hast Du am meisten Lust? Teamfähigkeit bedeutet dann, die Aufgabe zu übernehmen, für die Du am besten geeignet bist.

Besonders als Führungskraft solltest Du genau darauf achten, wer in Deinem Team welche Aufgaben übernimmt. Die Stärken Deiner Mitarbeitenden zu kennen und zu fördern, ist ein zentraler Teil von Servant Leadership.

3. Fokus auf die Aufgabe

Teamfähigkeit

Im normalen Büroalltag beschäftigst Du Dich auch mit Deinen Kolleginnen und Kollegen. Dabei haben alle eigene Aufgaben. Durch Diskussionen oder einen kurzen Plausch über die neuesten Erlebnisse im Homeoffice geht schnell ein guter Teil des Tages verloren. Und auch die übrige Zeit nutzt Du oft nicht nur für die eigentliche Arbeit.

Um unnötige Auseinandersetzungen und Leerlauf zu vermeiden, bilden wir Teams. Die können sich Trödelei nämlich nicht leisten. Hier müssen komplexe Aufgaben in einer festgelegten und meist knappen Zeit erledigt werden. Natürlich ist auch im Team die Kommunikation wichtig. Wir haben ja schon festgestellt, dass alles zusammengehört.

In solchen Projekten steht aber immer die Aufgabe im Vordergrund. Es ist völlig egal, ob Du Dein Gegenüber magst oder nicht. Solange die Person Deine Talente perfekt ergänzt, musst Du manches einfach herunterschlucken. Dadurch kommt ihr schneller ans Ziel.

Hat das Team am Ende sein Ziel erreicht, freu Dich über Deine eigene Leistung. Klopf Dir selbst auf die Schulter. Sei aber nicht sauer, wenn Dein Chef oder Deine Chefin „nur“ die Gesamtleistung lobt. Egoismus hat hier keinen Platz. Ohne die anderen wäre nämlich keiner von euch ans Ziel gekommen.

4. Soziale Kompetenz wird häufig überbewertet

Wie zu Beginn festgestellt, hat die komplizierte Definition mit der Realität wenig gemeinsam. Für Teamfähigkeit ist heute vor allem wichtig, dass Du Deine beruflichen Fähigkeiten bestmöglich einbringst. Ob Du Dich mit allen gut verstehst, ist zweitrangig. Du akzeptierst andere Meinungen, versuchst sie zu verstehen und achtest auf die Kompetenzen der anderen.

Danach kannst Du aber in Dein Büro gehen, die Tür schließen und Deinen Teil der Gesamtaufgabe erledigen. Niemand wird Dir böse sein, wenn Du dadurch schneller arbeitest. Im Teammeeting ist dann wieder Eigeninitiative gefragt. Du musst im richtigen Moment wissen, was Du mit Deinem Können zum Fortschritt beitragen kannst.

Lass auch allen anderen die Möglichkeit, ihr Können einzubringen. Das gilt besonders, wenn Du von ihren Bereichen nicht viel verstehst. So übernehmen alle schnell ihre Aufgaben, und am Ende gewinnt ihr als Team.

5. Eigenverantwortlich im Team handeln

Teamfähigkeit im Team

Kennst Du noch den Spruch aus Schule oder Uni? TEAM steht für „Toll, ein anderer macht’s!“ In der Schule mag das funktioniert haben, wenn Du beim Referat nur das Plakat halten musstest. Im Job sieht das heute grundlegend anders aus. Willst Du nichts beitragen, wirst Du meist gar nicht erst ins Team geholt.

Sonst schickt man Dich nach kürzester Zeit freundlich zurück an Deinen Schreibtisch, damit Du Deine eigenen Aufgaben erledigst. Du musst also verstehen, dass nur alle gemeinsam etwas erreichen. Das haben wir schon in Punkt 3 festgestellt. Deshalb müssen alle Teammitglieder Eigenverantwortung und Eigeninitiative zeigen. Niemand darf die anderen hängen lassen. Keiner hat Lust, am Ende „der andere“ zu sein, der das Projekt retten muss.

Teamfähigkeit in Bewerbung und Vorstellungsgespräch

Teamfähigkeit steht in vielen Stellenanzeigen. Schreib im Anschreiben aber nicht einfach „Ich bin teamfähig“. Das ist eine bloße Behauptung. Beschreib lieber ein konkretes Projekt: Welche Rolle hattest Du? Was hast Du beigetragen? Was hat das Team erreicht?

Genauso im Vorstellungsgespräch. Bereite ein bis zwei Beispiele vor, in denen Du Verantwortung übernommen und andere eingebunden hast. Zeig auch, wie Du mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen bist. Wie Du solche Beispiele überzeugend erzählst, üben wir in unserem Bewerbungscoaching.

Wir fassen zusammen

Natürlich musst Du vernünftig kommunizieren und Dich absprechen können, um im Team zu arbeiten. Das ist aber nicht wirklich die Definition von sozialer Kompetenz. Es ist nicht schlimm, ein paar Ecken und Kanten zu haben. Bring Dich im Team ein und lass das auch anderen zu. Stell Sachargumente an die erste Stelle.

Was ein Team gemeinsam leisten kann, ist immer mehr als die Summe der einzelnen Fähigkeiten. Wir regen uns gegenseitig zu neuen Ideen an und machen uns besser. In einem gut funktionierenden Team gibt es eine Arbeitsteilung. Jedes Mitglied leistet das, was es am besten kann.

Das gemeinsame Ziel steht immer im Fokus. Um es zu erreichen, sind Fachkompetenzen meist wichtiger als soziale Kompetenzen. Teamfähigkeit heißt: Du bringst Dich mit dem, was Du kannst, eigenverantwortlich und mit Initiative ins Team ein.

Führst Du selbst ein Team und willst die Zusammenarbeit verbessern? Dann passt unser Führungskräftecoaching. Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


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