Juni 7

Das Mitarbeitergespräch: Wie Du Dich optimal vorbereitest

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Zum Mitarbeitergespräch gibt es wohl so viele Meinungen wie Angestellte. Der eine freut sich darauf, die andere schläft schon Tage vorher schlecht. Manche hatten noch nie ein echtes Mitarbeitergespräch. Andere arbeiten in einem Start-up, in dem sowieso alle regelmäßig zusammensitzen.

Wie auch immer Du dazu stehst: Die Vorbereitung ist das A und O. Wir zeigen Dir, warum Du auf regelmäßige Gespräche bestehen solltest. Und wie Du typische Fehler vermeidest.

Mitarbeitergespräch mit der Führungskraft

Wofür brauchen wir das Mitarbeitergespräch und worum geht es?

Wer sich entwickeln will, braucht Feedback. Das ist ganz logisch. Deine Führungskraft sollte sich deshalb regelmäßig mit Dir zusammensetzen. Viele Unternehmen planen dafür einen festen Termin pro Jahr oder Halbjahr ein. Im Mitarbeitergespräch schaut ihr gemeinsam auf Deine Erfolge, Deine Entwicklung und Deine Ziele.

Wichtig ist, dass sich Deine Führungskraft genug Zeit nimmt. Nur so kannst Du langfristig wachsen. Ist das letzte Gespräch zu lange her? Oder hattest Du noch nie eines? Dann bestehe darauf.

Das Mitarbeitergespräch ist kein einseitiges Feedback. Du kannst den Rahmen auch nutzen, um über Deine Zukunft im Unternehmen zu sprechen. Gibt es eine Weiterbildung, die Dich interessiert? Oder einen Bereich, in dem Du Dich ausprobieren willst? Sprichst Du nie darüber, kann Deine Führungskraft davon nichts wissen. Dann kann sie auch nicht auf Deine Bedürfnisse eingehen.

Außerdem ist das Gespräch eine Gelegenheit für sachliche Kritik. Danach könnt ihr gemeinsam überlegen, was sich ändern lässt.

Neben den regulären Gesprächen gibt es Sonderfälle für ein Mitarbeitergespräch. Zum Beispiel:

  • am Ende Deiner Probezeit im neuen Unternehmen
  • bei einer Beförderung oder einem Wechsel in einen anderen Bereich
  • wenn Du nach Elternzeit oder längerer Krankheit zurückkommst
  • bei akuten Problemen oder Konflikten
  • bei Änderungen Deines Arbeitsvertrags, etwa bei einer Versetzung an einen anderen Standort
  • im Rahmen einer Abmahnung, Kündigung oder Aufhebung des Arbeitsvertrags

Das Mitarbeitergespräch in drei Teilen

Ein Mitarbeitergespräch hat meist drei Phasen. Kenne sie, damit Du Dich auf alle Teile vorbereiten kannst. Dann überrascht Dich nichts.

Teil 1: Der Rückblick

Im ersten Teil geht es um den Rückblick. Deine Führungskraft bespricht mit Dir, wie sich Deine Arbeit seit dem letzten Gespräch entwickelt hat. Hab keine Angst vor Feedback. Sieh es als Chance, etwas zu lernen und zu wachsen. Selbst schlechtes Feedback ist besser als gar keines.

Oft bekommst Du auch die Möglichkeit, selbst Feedback zu geben. Das hilft auch Deiner Führungskraft weiter. Typische Fragen im Rückblick sind:

  • Was lief in den letzten Monaten gut?
  • Welche Ziele sind schon erreicht?
  • Woran muss noch gearbeitet werden?
  • Was hat nicht gut funktioniert?

Bereitest Du Dich auf diese Fragen vor, überrascht Dich das Feedback nicht. Außerdem gehst Du dann konstruktiver in den zweiten Teil.

Teil 2: Das Hier und Jetzt

Im zweiten Teil geht es um die Gegenwart. Jetzt plant ihr aktiv, wie neue Projekte und Aufgaben umgesetzt werden. Mögliche Fragen sind:

  • Willst oder sollst Du bald neue Aufgaben übernehmen?
  • Gibt es größere Projekte, an denen Du Dich beteiligen kannst? Und wie?
  • Kannst Du eine Weiterbildung machen? Wie wird sie finanziert?
  • Welche Wünsche oder Anliegen hast Du für die Zukunft?
  • Was brauchst Du noch, oder was musst Du lernen, um den nächsten Schritt zu erreichen?
  • Wie kann man Dich dabei unterstützen?

Bereite Dich auch darauf vor. Je klarer Dein Plan ist, desto besser kann Dich Deine Führungskraft unterstützen.

Teil 3: Der Ausblick

Im dritten Teil geht es um den Ausblick, also um konkrete Ziele. Viele Pläne bringen nichts, wenn keine Umsetzung folgt. Setzt euch deshalb Ziele, an denen ihr später erkennt, ob die Planung erfolgreich war. Daraus ergibt sich im nächsten Gespräch wieder der Rückblick. Hilfreich sind dabei SMART-Ziele.

Mögliche Fragen sind:

  • Woran erkennen wir, dass eine Maßnahme Erfolg hatte?
  • Welche Erfolge wollen wir konkret erreichen?
  • Wie sollen bestimmte Kennzahlen aussehen?
  • Welche neue Position könntest Du bis dahin übernommen haben?
  • Welche anderen messbaren Erfolge kann es geben?

Wie Du mit unterschiedlichen Führungskräften umgehen kannst

Bereite Dich nicht nur auf die Themen vor, sondern auch auf Deine Führungskraft. Plane ihre Eigenarten mit ein. Wir stellen Dir vier mögliche Typen vor und zeigen Dir, wie Du am besten reagierst.

Die unsichere Führungskraft

Für Unsicherheit gibt es meist zwei Gründe. Vielleicht ist die Person noch nicht lange in der Position. Das ist verständlich, und sie wächst wahrscheinlich in die Rolle hinein. Es kann aber auch sein, dass Deine Führungskraft mit der Position überfordert ist.

Dazu passt das Peter-Prinzip. Es besagt, dass Menschen so lange befördert werden, bis sie die Grenze ihrer Kompetenz überschreiten. Ab dann sind sie in ihrer Position überfordert.

Es geht hier nicht darum, Deine Führungskraft zu übertrumpfen oder schlecht dastehen zu lassen. Führe das Gespräch auf Augenhöhe und fordere aktiv neue Herausforderungen ein. Hat Dein Gegenüber selbst Angst vor Neuem, kommt es kaum von allein auf die Idee, Dir neue Aufgaben zu geben. Bei den Zielen solltest Du deshalb selbst das Zepter in die Hand nehmen.

Die wütende Führungskraft

Angst vor der Führungskraft

Wütenden Menschen kann man es fast nie recht machen. Das sollte bei einer cholerischen Führungskraft auch nicht Dein Anspruch sein. Du willst ehrliches Feedback, das Dich nicht persönlich angreift? Dann hol es Dir an anderer Stelle.

Biete Deiner Führungskraft möglichst wenig Angriffsfläche. Konzentriere Dich vor und nach dem Gespräch vor allem darauf, Dich nicht selbst fertigzumachen. Hast Du das Gefühl, Deine Führungskraft ist dauerhaft unzufrieden und wütend? Dann denk ernsthaft über eine neue Stelle nach.

Die faktenfixierte Führungskraft

Solche Führungskräfte sehen in ihren Mitarbeitenden vor allem Zahlen. Es fällt ihnen schwer, eine persönliche Beziehung aufzubauen. Geht es um Fortschritt und Kennzahlen, hast Du hier aber einen guten Ansprechpartner.

Überlege vorher, wie Du Deine Führungskraft zu den Themen bringst, die Dir wichtig sind. Mag sie eine bestimmte Art der Präsentation? Welche Belege oder Kennzahlen sind ihr wichtig? Bei keinem anderen Typ ist gründliche Vorbereitung so wichtig.

Die selbstbezogene Führungskraft

Dieser Mensch ist sehr stolz auf seine Position und zeigt Dir das gern. Oft ist es schwer, überhaupt zu Wort zu kommen. Feedback einzuholen kann anstrengend sein. Vielleicht kann oder will Deine Führungskraft gar nicht richtig auf Dich eingehen. Stattdessen redet sie über ihre eigene Karriere.

Hake an den richtigen Stellen ein und stelle den Bezug zu Deiner Arbeit wieder her. Mit Wut kommst Du hier kaum weiter. Versuche es mit Einfühlungsvermögen und viel Geduld. Lass Dich aber nicht abspeisen, wenn Du ein wichtiges Thema besprechen willst.

Bonustipp: Was Du nicht vergessen solltest!

Zum Schluss noch ein paar kurze Tipps, die Du auf keinen Fall vergessen solltest. Sonst kann das Mitarbeitergespräch wirklich unangenehm werden.

  1. Geh nie unvorbereitet ins Gespräch. Tritt so auf, wie Du auch im Alltag wahrgenommen werden willst: organisiert und sortiert. Nichts ist unangenehmer, als vor der Führungskraft ins Stocken zu geraten.
  2. Schreib Dir Deine Themen auf. Niemand erwartet, dass Du alles im Kopf behältst. Oft sollen sechs Monate in einer knappen Stunde besprochen werden. Nimm deshalb einen Zettel mit Stichpunkten mit. Das hilft beiden Seiten, und Du ärgerst Dich später nicht.
  3. Werde nicht zu emotional. Gespräche über Ziele und Vorgaben können aufreibend sein. Kritik anzunehmen fällt vielen schwer. Behalte trotzdem im Kopf, mit wem Du sprichst. Werde weder ausfallend noch weinerlich. Das kann euer Verhältnis langfristig belasten.

Deine Ziele klar vertreten

Du willst im Mitarbeitergespräch über Deine Entwicklung sprechen, weißt aber noch nicht genau, wohin es gehen soll? In unserer Karriereberatung klären wir mit Dir Stärken, Ziele und Argumente. So gehst Du gut vorbereitet ins Gespräch.

Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


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