Initiativbewerbung Muster, Vorlagen und Beispiele 

Initiativbewerbung schreiben – Lohnt sich das? Überall heißt es: „Hör auf, Dich auf Stellenanzeigen zu bewerben. Nur 10% der zu besetzenden Positionen werden öffentlich ausgeschrieben! 90% verbleiben im verdeckten Arbeitsmarkt.“ Aber stimmt das wirklich?

In diesem Artikel beantworte ich Dir diese Frage und zeige Dir Schritte zu einer erfolgreichen Initiativbewerbung. Natürlich bekommst Du auch Vorlagen und Muster für Deine eigene Initiativbewerbung. Zu guter Letzt öffne ich für Dich das Archiv unserer geheimen Beispiele für erfolgreiche Initiativbewerbungen. Sowas hast Du noch nie gesehen.

Initiativbewerbung Vorlagen und Muster

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Initiativbewerbung Definition 

Was ist eigentlich eine Initiativbewerbung? Bei einer Initiativbewerbung bewirbst Du Dich nicht auf eine ausgeschriebene Position. Du hast also auf den ersten Blick auch keine Stellenanzeige aus in einer Jobbörse, wie Stepstone oder Monster.

Manchmal sind keine passenden Stellen ausgeschrieben. Dann musst Du nicht untätig sein und auf die nächste Stellenanzeige warten. Du weckst stattdessen aktiv das Interesse von Unternehmen. Du sorgst z.B. dafür, dass eine Stelle geschaffen wird. Du reagierst nicht. Du agierst.

Dafür brauchen wir als Erstes eine Art Strohpuppen-Anzeige. Der Blick auf Stepstone und Monster ist also auch hier wichtig. Wir nehmen eine Stellenanzeige eines anderen Unternehmens, die Deiner angestrebten Position entspricht. Diese passen wir bei der Initiativbewerbung an das neue Unternehmen an, so als wäre sie dort frei. Wie das geht? Das zeige ich Dir in diesem Artikel.

Wichtiger Hinweis

Eine Initiativbewerbung unterscheidet sich von einer Standardbewerbung vor allem bei der vorbereitenden Recherche. Das ist der Schwerpunkt in diesem Artikel. Eine ausführliche Anleitung zum Erstellen der perfekten (Initiativ-) Bewerbung findest Du in den Artikeln zum Bewerbungsschreiben, Motivationsschreiben und zur Bewerbung.

Das Wichtigste in Kürze: 5 Vorteile und Nachteile der Initiativbewerbung

Hier sind die größten Vor- und Nachteile der Initiativbewerbung für Dich. Selbst wenn sich herausstellt, dass kein Job verfügbar ist, kann Dein positiver Ansatz den Arbeitgeber so beeindrucken, dass er Dich für zukünftige Vakanzen im Bewerberpool behält.

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[Grafik: Vorteile und Nachteile der Initiativbewerbung]

Unterschied zwischen Initiativbewerbung und Standardbewerbung

Der größte Unterschied zwischen der Initiativbewerbung und der Standardbewerbung liegt in Deinem Wert für den Personaler. Bei der Standardbewerbung ist der Personalmangel im Unternehmen offensichtlich, Du wirkst wertvoll.

Bei der Initiativbewerbung gibt es scheinbar keinen Personalmangel. Du wirkst wahrscheinlich erstmal nur wie ein Kostenfaktor. Die folgenden Grafiken verdeutlichen den Unterschied:

standardbewerbung

Bei der Standardbewerbung ist völlig klar: Es gibt im Unternehmen eine Lücke auf dem Weg zu mehr Gewinn. Die Recruiterin denkt: „Um das große Eurozeichen zu bekommen, müssen wir ein kleines Eurozeichen für neues Personal ausgeben. Das lohnt sich.“ Bei der Initiativbewerbung sieht das anders aus:

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Bei der Initiativbewerbung denkt sich die Recruiterin: „Wir haben keine Lücke auf dem Weg zum großen Eurozeichen. Warum sollten wir ein kleines Eurozeichen ausgeben für neues Personal? Das bringt uns doch gar nichts.“

Stell Dir vor: Du bist richtig satt. Gehst Du trotzdem teuer Essen? Wahrscheinlich nicht. Du schmeißt kein Geld zum Fenster raus. Die Recruiterin auch nicht. Wenn keine Stelle „offen“ ist, denkt sie: „Ein neuer Mitarbeiter? Wir haben doch gar keinen Hunger.“  

Wichtig: Die Personalkosten sind in den meisten Unternehmen der größte Kostenfaktor. Die Besonderheit der Initiativbewerbung aus Bewerbersicht ist deshalb: Wir müssen Appetit machen auf uns. Nur dann gibt ein Unternehmen Geld für uns aus.

Unterschied zwischen Initiativbewerbung und Blindbewerbung

Wichtig: Eine Initiativbewerbung ist keine Blindbewerbung. Bei einer Blindbewerbung folgst Du dem Gießkannenprinzip. Querbeet verschickst Du an viele Unternehmen Deinen 08/15-Lebenslauf und dasselbe Anschreiben mit der Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Das spart auf kurze Sicht Zeit. Die mangelnde Individualisierung senkt aber Deine Erfolgschancen. Vermutlich wirst Du also nur selten eingeladen und brauchst am Ende länger. In Initiativbewerbung steckt Initiative. Das fängt bei der Recherche an und führt übers Telefonat mit der Personalerin bis zu Deinen individuellen Bewerbungsunterlagen.

Sind Initiativbewerbungen aufdringlich? 

Immer wieder fragen mich Kandidaten: „Wie sehen Unternehmen Initiativbewerbungen? Wenn Sie Personalbedarf hätten, würden sie doch eine Stelle ausschreiben, oder?“ Die Antwort lautet: Nicht unbedingt.

Vielleicht ist die Personalabteilung mit anderen Prioritäten beschäftigt. Vielleicht haben sich Fachabteilung und Personalstelle noch nicht ausgetauscht. „Keine Anzeige“ heißt nicht unbedingt, dass es keinen Bedarf gibt. Manchmal müssen wir nur auf ihn aufmerksam machen. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies:

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[Möglicher Gewinn fürs Unternehmen durch Initiativbewerbung]

Angenommen Deine Tätigkeit bringt dem Unternehmen monatlich 10.000 € an zusätzlichen Einnahmen. Dein Gehalt beträgt aber nur 4.000 € im Monat. Dann entgeht dem Unternehmen monatlich ein möglicher Gewinn von 6.000 €. Im Jahr sind das 72.000 €. Auf diese Chance müssen wir hinweisen und wecken damit den Bedarf.

Und noch etwas spricht für Initiativbewerbungen: Öffentliche Stellenangebote sind arbeitsintensiv und teuer. Die Ausschreibung in Jobbörsen kostet schnell mehrere Tausend Euro und dann muss die Personalabteilung die unzähligen Bewerbungen sichten und bearbeiten. Es hängt ein Rattenschwanz an Arbeit daran. Das alles verschlingt Geld. Deshalb freuen sich viele Unternehmen über Initiativbewerbungen oder Kontakte zu Kandidaten durch Mitarbeiter.

Wie viele Stellen werden über Initiativbewerbungen vergeben?

Niemand weiß genau, wie viele Stellen über Initiativbewerbungen und Vitamin B vergeben werden. Deshalb spricht man vom sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Arbeitsagentur (IAB) schätzt diesen Anteil im Schatten in regelmäßigen Abständen.

Im Jahr 2017 stellte das IAB Unternehmen die Frage: „Auf welchem Weg erfolgte die zuletzt getätigte Einstellung?“ Hier sind die Ergebnisse:

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[8,4% der Neueinstellungen durch Initiativbewerbungen und 31,1% durch Vitamin B]

Die Umfrage ergab: 8,4% aller Neueinstellungen führten zurück auf Initiativbewerbungen oder den Bewerberpool. 31,1% der Neueinstellungen kamen zustande über Vitamin B. Insgesamt beträgt der Anteil der Neubesetzungen ohne öffentliche Ausschreibung also ca. 40%.

Persönlich weiß ich aus Erfahrung: In mittleren Führungspositionen mit einem Jahreseinkommen von 60.000 bis 80.000 Euro ist dieser Wert noch höher. Hier beträgt er eher 40%-70%. Bei noch höheren Führungspositionen ist der Anteil jenseits der 70%.

Die Erfolgsstrategie für Deine Initiativbewerbung 

Mindestens 40% aller Stellen werden also nie öffentlich ausgeschrieben. Aber wie schnappst Du Dir eine dieser Stellen? Dafür brauchst Du die folgende Erfolgsstrategie für Deine Initiativbewerbung.

Als Erstes erstellen wir Deine persönliche SWOT-Analyse. Die Abkürzung SWOT steht für:

  • Strengths: Welche Stärken habe ich mit meinem Profil?
  • Weaknesses: Welche Schwächen habe ich mit meinem Profil?
  • Opportunities: Welche Chancen bieten bestimmte Arbeitgeber und Branchen?
  • Check Square
    Threats: Welche Risiken bestehen bei bestimmten Branchen, Arbeitgebern und Positionen?

Du siehst: Deine persönliche SWOT-Analyse besteht aus zwei Blickrichtungen. Einmal schaust Du nach innen und einmal nach außen. Nimm Dir am besten Stift und Zettel oder ein Word-Dokument und schreib auf:

  • 1
    Selbstanalyse (innen): Schreib Deine Stärken auf, die Du einem Arbeitgeber bieten kannst. Wo hast Du herausragende Kompetenzen, Erfahrungen, Vitamin B oder andere Ressourcen? Und dann Deine Schwächen: Wo fehlen Dir noch Skills? Das eine sollten wir betonen, das andere umschiffen wie einen Eisberg.
  • 2
    Markt-Analyse (außen): Schreib Deine Chancen auf bei potenziellen Arbeitgebern, Branchen und Positionen. Wo witterst Du eine Karrieremöglichkeit? Und wo lauern Risiken? Wo müsstest Du also vermutlich auf Gehalt oder Personalverantwortung verzichten?

Dann überträgst Du das in eine Grafik, wie die folgende und leitest die Erfolgsstrategie ab:

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[SWOT-Analyse in der Erfolgsstrategie für die Initiativbewerbung]

Beispiel für eine persönliche SWOT-Analyse

Ich coachte eine Bewerberin mit einem sicheren Job im öffentlichen Dienst. Das Problem: Sie langweilte sich. Sie fragte sich konkret, ob sie in ein kleineres Unternehmen in der Privatwirtschaft wechseln sollte.

Vor allem die Branchenentwicklung machte ihr jedoch Angst: „Was, wenn die Branche einbricht und das Unternehmen mich nicht mehr bezahlen kann?“ Wir recherchierten gemeinsam die Marktprognosen (Außen-Analyse) und ermittelten einen erwarteten 20%igen Anstieg des Marktes in den nächsten 5 Jahren. Super Aussichten für ihre anstehenden Initiativbewerbungen.

Die persönliche SWOT-Analyse hilft Dir nicht nur bei Initiativbewerbungen, sondern auch bei Standardbewerbungen.

Wann lohnt sich eine Initiativbewerbung?

Weiter geht’s mit der Erfolgsstrategie für Deine Initiativbewerbung. Hierzu schau als nächstes auf die Homepage des Unternehmens. Oft wird das Thema direkt adressiert. Im folgenden Beispiel von hte ist das Unternehmen sehr offen für das Thema:

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[Beispiel hte: Offenheit gegenüber Initiativbewerbungen]

Manche großen Arbeitgeber, wie Beiersdorf, schreiben hingegen auf ihrer Webseite ausdrücklich: Wir berücksichtigen keine Initiativbewerbungen:

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[Beispiel Beiersdorf: Initiativbewerbungen werden nicht berücksichtigt]

Nun wird klar, warum es Initiativbewerbung heißt. Du musst recherchieren: „Wo lohnt sich die Bewerbung und wie überzeuge ich den Empfänger?“ Wichtig: Stelle bei Deiner Recherche sicher, dass auch wirklich keine passende Position ausgeschrieben ist. Sonst schießt Du am Ziel vorbei und wirkst unaufmerksam.

Zwischenfazit für Deine Erfolgsstrategie: Initiativbewerbungen lohnen sich vor allem bei kleineren Unternehmen. Dort sind Zeit und Geld besonders knapp. Lässt sich eine öffentliche Ausschreibung vermeiden, so wird das oft begrüßt. Konzerne mit mehreren Tausend Mitarbeitern können mit Initiativbewerbungen oft nicht viel anfangen. Es ist unklar, wem man Deine Bewerbung intern zuordnen soll und hat am Ende mehr Aufwand als bei einer Ausschreibung.

Wie schreibe ich eine überzeugende Initiativbewerbung?

In jedem Fall muss der Leser im Unternehmen auf Anhieb erkennen: „Dieser Kandidat ist für uns wertvoll.“ Außerdem muss Deine Persönlichkeit zum Team und zur Position passen. Schließlich soll diese für Dich neu besetzt, ausgebaut oder ganz neu geschaffen werden.

Eine überzeugende Initiativbewerbung gelingt nicht als 08/15 Maria Mustermann. Deine SWOT-Analyse hast Du schon geschafft. Jetzt kommen wir zu einer intensiven Recherche. Ohne diese Recherche kennst Du die Details des Unternehmens nicht. Und Du kannst Dich nicht mit etwas identifizieren, das Du nicht kennst. Wir müssen zeigen: „Ich identifiziere mich mit Ihnen“.

Recherche für die Initiativbewerbung über die Unternehmenswebseite

Erinnere Dich an das obige Beispiel mit den 72.000 Euro entgangenem jährlichen Gewinn. Bei der Initiativbewerbung müssen wir zeigen, wo wir dem Unternehmen einen Mehrwert bringen. Damit uns das gelingt, brauchen wir Infos über aktuelle Ziele, Probleme und Herausforderungen des Unternehmens.

Wir betrachten sowohl wirtschaftliche Bedürfnisse des Unternehmens als auch politische und rechtliche. Recherchiere alles Mögliche zu folgenden Themen:

  • Aktuelle Absatzmärkte des Unternehmens
  • Aktuelle und geplante Produkte und Dienstleistungen
  • Expansionsmärkte
  • Check Square
    Pläne der Konkurrenz
  • Check Square
    Entwicklung des Aktienkurses
  • Check Square
    Aktuelle Gerichtsverfahren
  • Check Square
    Geschichte der Firma
  • Check Square
    Auszeichnungen und gewonnene Preise
  • Check Square
    (Qualitäts-) Zertifikate

Ein guter Startpunkt für diese Recherche ist die Webseite des Unternehmens. Meist gibt es dort einen Abschnitt „Über uns“ oder „Unternehmen“:

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[Einstieg in die Recherche über die Unternehmenswebseite]

Recherche für die Initiativbewerbung über Google News

Du hast die Unternehmenswebseite durchkämmt? Dann frage als nächstes Dr. Google nach dem Unternehmen. Tipp: Achte bei Google vor allem auf den Reiter „News“. Aus meinen vielen Workshops weiß ich, dass kaum ein Bewerber je Google News genutzt hat. Hier ist diese Funktion jedoch sehr wertvoll.

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[Wird oft übersehen: Der Reiter „News“ bei Google]

Bei Google News findest Du u.a. Pressemitteilungen des Unternehmens. Oft betreffen diese Mitteilungen oben genannte Themen. In diesem Beispiel verkündet Solarwatt z.B. die eigenen Expansionspläne. Ein wunderbarer Einstieg für eine Initiativbewerbung oder als Gesprächsaufhänger fürs Networking.

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[Recherche bei Google News ist ein Muss für die erfolgreiche Initiativbewerbung]

Recherche für die Initiativbewerbung über Social Media

Die Unternehmenswebseite und Google News sind nicht die einzigen Informationsquellen für Deine Initiativbewerbung. Weitere wichtige Anlaufstellen für Deine Recherche sind die Social-Media-Kanäle der Organisation. Auch hier teilt die PR-Abteilung in der Regel aktuelle Ereignisse und Aktivitäten des Unternehmens.

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[Recherche für die Initiativbewerbung: Imagefilme bei YouTube]

Eine meiner Coachees bewarb sich kürzlich bei einer Marketingagentur. Vorab suchte sie bei YouTube und fand ein aktuelles Video über die Verleihung des Deutschen Marketing Preises. Die Agentur hatte den ersten Platz belegt. Sie nutzte diesen Umstand als wertschätzenden Aufhänger für Ihre Initiativbewerbung und wurde prompt eingeladen.

Kontaktaufnahme über XING, LinkedIn und andere Netzwerke

Nicht nur für die Unternehmens-Recherche sind die sozialen Medien top. Auch für die Kontaktaufnahme mit dem geeigneten Ansprechpartner. Dafür eignen sich ganz besonders XING und LinkedIn. Zuerst suchst Du dort nach dem Unternehmen.

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[Zuerst bei XING nach dem Unternehmen suchen]

Meist findest Du viele „Mitglieder“ des Unternehmens. Im Beispiel sind es 49 Personen. Jetzt schaust Du nach Personen, die in Deinem angestrebten Bereich arbeiten:

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Schicke der Person eine Kontaktanfrage. Als BASIC-Kunde bei XING oder LinkedIn kannst Du dabei keine eigenen Nachrichten hinzufügen. In dem Fall müssen wir also warten. Wenn die Person antwortet, befolge diese fünf Schritte:

  • 1
    Bedanke Dich für die Aufnahme ins Netzwerk des Empfängers
  • 2
    Wertschätzende Ansprache (z.B. mit einer Gratulation zu einem gewonnenen Preis oder Anerkennung des spannenden XING-Profils. Hier hilft Deine bisherige Recherche)
  • 3
    Fragen nach Vakanzen
  • 4
    Kurze Darstellung Deiner Kompetenzen und Erfahrungen
  • 5
    Bitte um Austausch per XING, Mail, kurzes Telefonat oder sogar Treffen beim Kaffee

Für die aktive Kontaktaufnahme und das Networking kann sich ein Premium-Account durchaus lohnen. Dann entfällt die Wartezeit.

Beispiel: Networking für die Initiativbewerbung mit XING und LinkedIn 

Hier ein Einblick in unser Archiv an erfolgreichen Initiativbewerbungen:

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[Beispiel für erfolgreiches Networking bei der Initiativbewerbung über LinkedIn]

Mögliche Fragen im Verlauf des Gesprächs:

  • Sind auf dem internen schwarzen Brett passende Stellen ausgeschrieben?
  • Gab es kürzlich eine erfolgreiche Finanzierungsrunde? (nur bei Startups)
  • Will Ihr Arbeitgeber bald in neue Märkte und Länder expandieren oder hat gerade expandiert?
  • Check Square
    Sollen neue Produkte auf den Markt gebracht werden?
  • Check Square
    Könnten meine Fähigkeiten in diesem Zusammenhang nützlich sein?

Der richtige Ansprechpartner für die Initiativbewerbung

Du hast mit einem fachlichen Leiter per XING gesprochen? Perfekt. Damit bist Du einen Schritt näher am verdeckten Stellenmarkt. Natürlich klappt das nicht immer sofort. Doch selbst wenn es keine offenen Stellen gibt, hast Du mit dem Gespräch viel Zeit gespart, Deine Mappe aufwändig weiter anzupassen. Wir können uns also auf bessere Chancen konzentrieren. Ganz im Sinne der obigen SWOT-Analyse.

Nicht immer findest Du den fachlichen Leiter über XING oder LinkedIn. Dann können auch andere Mitarbeiter im Unternehmen Türöffner sein. Eventuell reichen sie unsere Bewerbung an die richtige Stelle weiter. Die Mitarbeiter stellen oft in ihrer Abteilung fest: „Hier könnte ich jemanden gebrauchen!“ lange bevor sie mit dem Wunsch zur Personalstelle gegangen sind.

Weitere Wege, um den passenden Ansprechpartner zu finden

Folgende Ansätze helfen, bei Unternehmen den Fuß in Tür zu bekommen:

  • In Ausbildung und Studium schon Kontakte für später sammeln
  • Durch ein Ehrenamt Kontakte zu Entscheidern aufbauen
  • Volontariat für ein Unternehmen
  • Check Square
    Unis kooperieren oft mit Unternehmen für Projektarbeiten
  • Check Square
    Kunden, Partner oder Lieferanten des aktuellen Arbeitgebers
  • Check Square
    Fürsprecher gewinnen mit Professoren, Ausbildern, Vereinsvorsitzenden
  • Check Square
    Besuch von Messen, Kongressen und Fachveranstaltungen
  • Check Square
    Fachlicher Austausch in Gruppen bei XING, LinkedIn und Co.

Initiativbewerbung – Telefonat mit dem Arbeitgeber

Manchmal erreichen wir partout niemanden über XING und LinkedIn. Und für die anderen Wege haben wir keine Zeit mehr. Dann bleibt das klassische Telefonat mit der Personalabteilung. Hierfür habe ich einen Leitfaden für Dich.

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[Ablauf Telefonat mit dem Personaler für eine Initiativbewerbung]

Personaler und Führungskräfte haben oft viel um die Ohren. Die ideale Zeit für den Anruf ist daher früh morgens oder kurz vor Feierabend. Wichtig: Nach dem Telefonat solltest Du die Bewerbung innerhalb von 1-2 Tagen verschicken. Gerne helfe ich Dir dabei.

Beispiel für ein Telefonat mit der Recruiterin bei der Initiativbewerbung

Hier habe ich Dir mal als kleinen Cartoon ein typisches Telefonat abgebildet:

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[Typisches Telefonat mit der Personalerin bei einer Initiativbewerbung]

Offene Fragen im Telefonat mit der Personalstelle

Nutze im Telefonat mit dem Personaler offene Fragen. Offene Fragen dienen der Informationssammlung. Sie können nicht mit „Ja“ oder „Nein“ abgewimmelt werden. Daher muss der Gesprächspartner weiter ausholen. Du hast also mehr Zeit zum Luftholen und bekommst mehr wertvolle Infos. Offene Fragen sind fast gleichbedeutend mit dem Begriff W-Fragen.

  • Was kann ich machen, um ihr Unternehmen vorher noch kennenzulernen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es denn für ein Praktikum oder Volontariat?
  • Auf welchem Weg kann ich mich bei Ihnen initiativ bewerben?
  • Wann wird voraussichtlich wieder eine Position in diesem Bereich frei?

Initiativbewerbung Aufbau

Wichtiger Hinweis

Eine Initiativbewerbung unterscheidet sich ab diesem Punkt kaum von einer Standardbewerbung. Hier findest Du eine Zusammenfassung der wichtigsten Schritte. Eine ausführliche Anleitung zum Erstellen der perfekten Bewerbung findest Du in den Artikeln zum Bewerbungsschreiben, Motivationsschreiben und zur Bewerbung.

Du hast es bis hierher geschafft? Dann klopf Dir auf die Schulter. Das war sicher ein großes Stück Arbeit. Alles bisher hatte noch nicht mit der Erstellung der Unterlagen zu tun. Dazu kommen wir jetzt.

Der klassische Dreiklang der Initiativbewerbung besteht aus

  • 1
    Lebenslauf (möglichst lückenlos)
  • 2
    Anschreiben (möglichst spannend)
  • 3
    Anlagen (möglichst relevant)

Die drei Abschnitte krönst Du noch durch ein persönliches Deckblatt. Dabei stellt sich bereits die Frage nach der „richtigen“ Reihenfolge. Kommt erst das Anschreiben oder erst das Deckblatt?

Ich sehe das Deckblatt als absolutes Muss auf der ersten Stelle. Eine Initiativbewerbung muss intuitiv aufgebaut sein. Deshalb nenne ich meine Layouts und Designs auch immer das „iPhone“ der Bewerbung. Wie ist das mit dem iPhone? Meine Oma kann es in die Hand nehmen und versteht es. Keine 5 Minuten später bekomme ich die erste WhatsApp von ihr. Vollkommen intuitiv klar. Bei der Bewerbung muss das auch so sein.  

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[Intuitiv verständlich: Das „iPhone“ der Bewerbungsunterlagen]

Welche formalen Anforderungen muss ich erfüllen?

Für die Gestaltung gibt es eine offizielle Richtlinie, die DIN 5008. Allerdings heißt diese Richtlinie aus meiner Sicht eher DIN 08/15. Soll heißen: allein damit kommen wir nicht weit. Jedes Word-Dokument hat die DIN 5008 bereits als Standard- Einstellung vorgewählt. Zeilenabstände, Seitenränder und Schriftgröße sind also von Hause aus richtig. Sofern Du jetzt nicht bewusst alles verstellst, kann erstmal nicht viel schiefgehen.

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[Bewerbungsschreiben angelehnt an DIN 5008]

Merke: Die DIN 5008 ist keine Pflicht fürs Bewerbungsschreiben. Sie ist eine allgemeine Empfehlung für die Schreib- und Gestaltungsregeln von Geschäftsbriefen. Sie soll verhindern, dass wir komplett danebenliegen. Wenn Du Dich in einer konservativen Behörde bewirbst, im juristischen Bereich oder als Sekretärin, halte Dich etwas näher an die Empfehlungen. Bei fast allen anderen Branchen / Positionen können wir mehr oder weniger abweichen von der DIN. Das schafft uns Gestaltungsspielraum für etwas mehr Kreativität.

Initiativbewerbung Anschreiben

Wir haben es oben angesprochen: Eine Initiativbewerbung ist keine Blindbewerbung. Eine Blindbewerbung ist ein Kettenbrief nach dem Motto: „An alle Haushalte in der Hauptstr. 23“. Die landet sofort im Papierkorb. Die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ sollten wir deshalb unbedingt vermeiden. Dafür haben wir ja umfassend recherchiert.

 Beim Anschreiben fragen nun viele Bewerber: „Wie verfasse ich ein Bewerbungsschreiben ohne die Stellenanforderung zu kennen?“ Dafür brauchen wir eine Art Strohpuppe. Suche eine oder mehrere Stellenanzeigen für Deinen angestrebten Bereich von anderen Unternehmen. Diese nehmen wir als Modell für das neue Unternehmen. Das funktioniert, denn meist ähneln sich Stellenanforderungen in unterschiedlichen Unternehmen sehr stark.

10 Schritte-Checkliste für den Aufbau Deines Bewerbungsschreibens 

Wie sollte das Bewerbungsschreiben für eine Initiativbewerbung aufgebaut sein? Hier eine Übersicht über den wesentlichen Aufbau:

  • 1
    Absender in der Kopfzeile: Ganz oben hast Du immer erstmal die Kopfzeile. Passe die möglichst an das Unternehmen an.
  • 2
    Empfänger: Name des Unternehmens, Abteilung, Ansprechperson und Anschrift, wie unsere Recherche ergeben hat
  • 3
    Dein Absender-Ort und Datum: Richte Dir hier am besten eine Datumsfunktion ein, die sich automatisch aktualisiert. Mach das auch am Ende des Lebenslaufs. So verschickst Du nie wieder Bewerbungen mit veralteten oder unterschiedlichen Datumsangaben. Zwischen Ort und Datum kommt ein Komma. Das alte Wörtchen „den“ vor dem Datum schreibt man heutzutage nicht mehr.
  • 4
    Betreffzeile mit „Initiativbewerbung im Bereich X“: Vor die Betreffzeile kommt kein „Betreff:“ oder „Betr.:“ mehr.
  • 5
    Anrede und Ansprechperson
  • 6
    Einleitungssatz mit einem Aufhänger durch Fürsprecher, Telefonat oder ähnliches
  • 7
    Motivation für einen Wechsel: Warum willst Du weg vom alten und hin zu genau diesem Unternehmen? Beziehe Dich z.B. auf die Mission des Unternehmens.
  • 8
    Deine Behauptung: Ich passe zu Ihnen
  • 9
    Deine Beweisführung im Hauptteil (siehe ausführlich im Artikel zum Bewerbungsschreiben)
  • 10
    Dein Fazit: „Sehen Sie? Ich passe zu Ihnen. Also laden Sie mich ein.“ Wenn er zeitnah ist, ergänzt Du noch einen möglichen Eintrittszeitpunkt. Gerade mit kurzfristiger Verfügbarkeit punktest Du bei der Initiativbewerbung. Gehaltsvorstellungen lässt Du erstmal weg. Zuletzt fügst Du ggf. einen Sperrvermerk hinzu bzw. bittest um diskrete Behandlung Deiner Initiativbewerbung.

5 Beispiele für den ersten Satz im Anschreiben

Am Anfang des Anschreibens bei einer Initiativbewerbung erwähnst Du Deinen Kontakt und Deine bisherige Recherche. Damit hast Du den Fuß in der Tür. Die Personalstelle fragt jetzt mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Deinem Kontakt in der Fachabteilung nach.

  • „Mein ehemaliger Kommilitone, Martin Klein, ist bereits erfolgreich in Ihrem Unternehmen tätig. Er machte mich auf die Möglichkeit der Initiativbewerbung aufmerksam.“
  •  „Ihre Produktmanagerin Sabine Kaul war Dozentin in einer Vorlesung an meiner Uni und berichtete nur Positives von Ihrem Unternehmen.“
  •  „Ihr tolles Team lernte ich bereits als Praktikantin kennen und möchte nun an diese Erfahrung anschließen. Am schwarzen Brett sah ich häufig interne Stellen. Vielleicht sind dort aktuell Positionen im Bereich X vakant.“
  • „Besonders gut kenne ich die Aufgaben im Bereich X aus einem Praktikum bei Firma XYZ. Dort erreichte ich Y und schaffe gern auch Ihrem Unternehmen einen großen Mehrwert.“
  • thumbs-up
    „Meine Leistungskurse in der Schule und Schwerpunkte im Studium sprechen eine klare Sprache: [Bereich X]. Damit bin ich sicher ein Top-Praktikant für Sie. Hier etwas mehr zu mir:“

Nachfassen nach der Initiativbewerbung

Was passiert, nachdem Du Deine Initiativbewerbung verschickt hast? Meist nicht viel. Oft sind aktuell keine Positionen offen. Das heißt aber nicht, dass diese nicht schon morgen frei oder geschaffen werden. Bitte das Unternehmen, Deine Daten für die Zukunft zu speichern. Die meisten Unternehmen haben dafür einen sogenannten Bewerberpool.

Schneller geht’s nicht: Vorlagen und Muster für Deine Initiativbewerbung 

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