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Der tabellarische Lebenslauf - Muster, Vorlagen & Tipps

Lebenslaufmuster und Lebenslaufvorlagen

Was ist ein tabellarischer Lebenslauf?

Vergiss mal für einen Moment, was Du über den tabellarischen Lebenslauf und die typischen Lebenslauf Vorlagen weißt. Vor nicht allzu langer Zeit hat man den Lebenslauf noch handschriftlich und im Fließtext verfasst. Du konntest in eigenen Worten beschreiben, was Du bisher gemacht hast und warum. Deine Kompetenz und Deine Motivation steckten also direkt im Lebenslauf. So ungefähr sah das aus:

handgeschriebener-lebenslauf

[Beispiel: Traditioneller handgeschriebener Lebenslauf]

Heute kommt die Motivation vor allem ins Motivationsschreiben. Dort klärt sich das „Warum?“ der Bewerbung. Der Lebenslauf hingegen befasst sich mit dem „Was?“:

  • Was habe ich bisher schon alles gemacht, was für die Stelle relevant ist?
  • Was kann ich, was für die Stelle wichtig ist?
  • Was habe ich schon erreicht?
  • Question Square
    Welche Hardskills und Softskills bringe ich mit?

Der Lebenslauf ist heute immer aufgebaut wie eine Tabelle. Deshalb spricht man auch vom tabellarischen Lebenslauf. Hier ein Beispiel:

tabellarischer-lebenslauf-beispiel

[Tabellarischer Lebenslauf Beispiel]

An Deinem Lebenslauf misst die Personalerin also vor allem Dein Können. Ich zeige Dir in diesem Artikel, wie Du einen perfekten tabellarischen Lebenslauf verfasst, der Dein Können optimal kommuniziert.

Lebenslauf – Der umgekehrt chronologische Aufbau

Bis vor ein paar Jahren wurde der Lebenslauf also handschriftlich im Fließtext verfasst. Doch nicht nur das. Er wurde auch chronologisch aufgebaut. Er begann also mit Deiner Schulzeit. Dabei fragte sich der Leser natürlich unweigerlich: „Wann wird denn das endlich spannend?“ Oft las sich ein Lebenslauf so, als wäre der Bewerber beim Seelenklempner auf dem Sofa: “Alles fing an, als mein Meerschwein starb und ich die 4. Klasse wiederholen musste...”

Im schlimmsten Fall stolperte die Entscheiderin dabei noch über eine abgebrochene Ausbildung oder irrelevante Berufserfahrungen. So war der perfekte Eindruck schnell dahin. Denk dran: Für Deinen Lebenslauf nimmt sich der Personaler am Anfang nur ca. 1 Minute. Also mach es ihm leicht und hebe Argumente hervor, die für Deine Einstellung sprechen.

Baue den Lebenslauf deshalb umgedreht chronologisch auf. Beginne mit dem Aktuellsten und gehe von da aus rückwärts. Das Stichwort lautet hier: Relevanz. Typischerweise beginnst Du mit der momentanen beruflichen oder akademischen Situation. Diese aktuellen Erfahrungen haben meist viel mehr mit Deiner angestrebten Position zu tun als irgendwelcher Schnee von vor 10 Jahren. Der Leser hört dann einfach auf, wenn es für ihn nicht mehr spannend ist.

Die typischen Lebenslauf-Abschnitte

Kommen wir zu den typischen Abschnitten im tabellarischen Lebenslauf. Als Erstes kommt die Überschrift „Lebenslauf“, „Curriculum Vitae“ oder „Zu meiner Person“. Anschließend folgen typischerweise die folgenden Unterteilungen:

  • „Zur Person [Dein Name]“ oder „Persönliche Angaben“ (Fällt weg, wenn Du ein Deckblatt nutzt)
  • „Berufserfahrungen“, „Beruflicher Werdegang“ oder „Praktika“ (wenn Du bereits Berufserfahrung gesammelt hast, sonst kommt zuerst der Bildungsweg)
  • „Hochschulstudium“, „Akademischer Werdegang“ oder „Ausbildung“
  • „Promotion“ oder „Examen“ (optional)
  • Check Square
    „Fort- und Weiterbildungen“ oder „Berufliche Zusatzqualifikationen“
  • Check Square
    „Berufliche Tätigkeit neben dem Studium“ (optional)
  • Check Square
    „Stipendien und Auszeichnungen“ (optional)
  • Check Square
    „Auslandserfahrung“ (optional)
  • Check Square
    „Weitere Qualifikationen“, „EDV-Kenntnisse“ und „Sprachkenntnisse“
  • Check Square
    „Ehrenamtliche Tätigkeiten“ oder „Soziale Engagements“ (optional)
  • Check Square
    „Hobbys“, „Interessen“, „Freizeitaktivitäten“ oder „Vereinsmitgliedschaften“
  • Check Square
    „Referenzen“ (optional)
  • Check Square
    „Führerschein“ (optional)
  • Check Square
    Ort, Datum und Unterschrift

Die zwei Lesepfade durch den Lebenslauf

Jetzt kennen wir die Abschnitte im Lebenslauf. Kommen wir nun zu einem der größten Irrtümer in Sachen Lebenslauf. Viele Bewerber glauben: Der Lebenslauf und alle Abschnitte werden richtig gelesen, so wie ein Buch. Falsch! Tatsächlich wird Dein Lebenslauf nur in ca. 20% der Fälle wirklich „gelesen“. In den anderen 80% der Fälle wird er einfach nur überflogen. Was heißt das? Dein Lebenslauf muss zwei verschiedene Lesepfade zufriedenstellen.

Lesepfad 1: Konzentriertes Lesen des Lebenslaufs (nur ca. 20% der Fälle!)

Hier nimmt sich der Recruiter viel Zeit und liest aufmerksam wirklich jedes Detail. Er liest Deinen Lebenslauf fast wie ein Buch. Das dauert lange. Aus diesem Grund macht ein Personaler das nur, wenn er sicher ist, dass es sich lohnt.

lebenslauf-lesepfad-1

Lesepfad 2: Überfliegen des Lebenslaufs (ca. 80% der Fälle)

Dieser Fall ist deutlich häufiger. Recruiter haben typischerweise kaum Zeit. Daher muss schon beim Überfliegen das Wesentliche im Lebenslauf direkt ins Auge springen. Mache einmal, was ich den „Zwinker-Test“ nenne. Kneife Deine Augen zusammen. Kannst Du die wichtigsten Informationen auch jetzt noch erkennen? Gut! Dann stimmt mit der Formatierung schon einiges. Wenn nicht, befolge umso aufmerksamer die kommenden Lebenslauf-Tipps.

lebenslauf-lesepfad-2

Die richtige Formatierung im Lebenslauf – fett, kursiv, unterstrichen

Viele Bewerber sind sehr zaghaft mit fettgedruckten oder kursiven Formatierungen. Die Folge: Speziell beim schnellen Überfliegen kann der Leser kaum unterscheiden zwischen Position, Unternehmen, Aufgaben und Erfolgen. Alles sieht gleich aus, wie in diesem Beispiel:

negativbeispiel-gestaltgesetze

[Negativbeispiel Formatierung im Lebenslauf]

Gestaltgesetze für den Lebenslauf

Frag Dich: „Wenn der Personaler nur 20% dieses Textes liest - was soll er sehen?“ Mach es ihm leicht, die Dinge zu erkennen, die für Deine Einstellung wichtig sind. Dabei helfen Dir die Gesetze der Gestaltpsychologie. Das erste Gesetz ist: “Nähe”. Es ist völlig intuitiv klar, dass die linken vier Kreise zusammengehören, der rechte nicht.

gestaltgesetz-1-im-lebenslauf

[Beispiel für das Gestaltgesetz „Nähe“]

Was heißt das für Deinen Lebenslauf? Bündle gleichartige Informationen in Abschnitte und vermeide Seitenwechsel innerhalb eines Abschnitts des Lebenslaufs.

Das zweite Gestaltgesetz ist die “Ähnlichkeit”. Gleiche Informationen sollten gleichartig formatiert sein. Auch in folgendem Beispiel ist völlig klar, was zusammengehört.

gestaltgesetz-2-im-lebenslauf

[Beispiel für das Gestaltgesetz „Ähnlichkeit“]

Für Deinen Lebenslauf heißt das z.B.: 

  • Die Position formatierst Du fett
  • Den Firmennamen setzt Du kursiv