Die perfekte Bewerbung – Bewerbungsmuster und Vorlagen

Jeden Tag bastle ich individuelle Bewerbungen, Bewerbungs-Vorlagen und Bewerbungs-Muster. Und täglich unterhalte ich mich mit Bewerbern, wie Dir. Alle wünschen sich einen tollen neuen Job. Trotzdem klappt es oft nicht. Dabei lesen alle fleißig Blogs und Tipps im Internet. Warum klappt es dennoch nicht? Das Bemerkenswerte: Es klappt nicht TROTZ der Blogs, sondern gerade WEIL alle Bewerber dieselben Tipps lesen.

Die meisten Bewerbungen, Muster und Vorlagen sehen langweilig und austauschbar aus. Du opferst Deine Identität gegen Standardisierung und Einfachheit. Aber ohne Individualität wird Deine Mappe gnadenlos abgelehnt. Ich zeige Dir in diesem Artikel, wie Du es besser machst! Mit diesen Tipps und Bewerbungsvorlagen sparst Du Dir viel Zeit und kriegst den Job evtl. sogar früher. Außerdem steigert eine professionelle Bewerbung Deine Gehaltsaussichten.

Bewerbungsvorlagen und Bewerbungsmuster

Was gehört alles in die perfekte Bewerbung und in welcher Reihenfolge?

Der klassische Dreiklang der Bewerbung besteht aus

  • Lebenslauf (möglichst lückenlos)
  • Anschreiben (möglichst spannend)
  • Anlagen (möglichst relevant)

Diese Dreifaltigkeit wird ergänzt durch das Deckblatt. Dabei stellt sich bereits die Frage nach der „richtigen“ Reihenfolge. Kommt erst das Anschreiben oder erst das Deckblatt? Ich sehe das Deckblatt als absolutes Muss auf der ersten Stelle. Eine Bewerbung muss intuitiv aufgebaut sein. Deshalb nenne ich meine Layouts und Designs auch immer das „iPhone“ der Bewerbung. Wie ist das mit dem iPhone? Meine Oma kann es in die Hand nehmen und versteht es. Keine 5 Minuten später bekomme ich die erste WhatsApp von ihr. Vollkommen intuitiv klar. Bei der Bewerbung muss das auch so sein.  

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[Das „iPhone“ der Bewerbung]

Der Personaler gibt sich proportional ungefähr so viel Mühe beim Lesen Deiner Mappe, wie Du Dir beim Schreiben. Also überfliegt er jeden einzelnen Teil Deiner Mappe mit einem KO-Filter. Dazu stellt er sich einfach bei jedem Teil ein oder zwei Ja/Nein-Fragen:

Deckblatt: Sympathie-Check à Finde ich die Person auf den ersten Blick sympathisch (oder unsympathisch)? Animiert mich das Kurzprofil zum Weiterlesen (oder zum Einschlafen)?

Anschreiben: Motivations-Check à Hat die Person sich mit uns beschäftigt (oder klingt das nach Copy-Paste)? Wirkt die Person wie ein guter Fit für unser Team?

Lebenslauf: Kompetenz-Check à Passen die Kompetenzen zu unseren Anforderungen (oder sind sie irrelevant)? Bauen alle Stationen im Lebenslauf logisch aufeinander auf?

Anlagen: Referenz-Check à Decken sich die Aussagen über Motivation und Kompetenz mit den Aussagen aus den Zeugnissen (oder wirkt alles etwas weit hergeholt)?

Wenn der Personaler alle Fragen mit Ja beantwortet (und nicht, wie in den Klammern), dann wirst Du eingeladen.

Jeder Bewerber ist erstmal ein Risiko 

All das ist ein großer Aufwand für Dich und auch für die Unternehmensseite. Wozu das Ganze? Für all die genannten Tools, Bewerbermanagementsysteme und geforderten Unterlagen gibt es einen guten betriebswirtschaftlichen Grund. Den müssen wir immer im Hinterkopf haben, wenn wir mit unserer Bewerbung erfolgreich sein wollen. Jeder Bewerber ist erstmal ein Risiko. Das klingt aus unserer Bewerbersicht erstmal bescheuert, wir haben schließlich was anzubieten. Um das klarer zu machen, deshalb hier mal eine professionelle Grafik. Die fasst das Ganze leicht verständlich zusammen:

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[Das sagt die Wissenschaft zur Bewerbung]

Jedes Unternehmen ist wie ein Pfeil gerichtet auf ein großes Dollarzeichen. Die wollen Geld verdienen. Dafür entwickeln sie ein Produkt oder eine Dienstleistung. Der Kunde kommt von der anderen Seite und tauscht dafür sein Geld. Damit das Unternehmen das Produkt oder die Leistung anbieten kann, braucht es Dich. Das Problem ist nur: Vermutlich arbeitest Du nicht ehrenamtlich, oder? Also kostest Du ein kleines Dollarzeichen. Du kostest Geld. So viel immerhin, dass die Personalkosten in den meisten Unternehmen der größte Kostenfaktor überhaupt sind. Schlussfolgerung: Als Bewerber sind wir immer auch ein Risiko. Vom ersten Tag an ist 100%ig klar: Wir bekommen ein Gehalt. Aber verdienen die mit uns auch mehr Geld? Helfen wir auch wirklich erfolgreich an der Dienstleistung oder Produktentwicklung mit? Das weiß der Personaler nicht und das macht ihm Angst.

Wegen der hohen Personalkosten ist es für Unternehmen nicht das Schlimmste, Dich gehen zu sehen. Für Unternehmen ist es das Schlimmste, Dich einzustellen, obwohl Du nicht passt. Dann bist Du vermutlich in der Probezeit wieder raus noch bevor Du wirklich produktiv sein konntest. Jemand Neues muss her und neben dem Zeitverlust entstehen wieder Kosten für Stellenanzeigen, neue Gespräche etc. Deshalb heißt es: Im Zweifel dagegen.

Sieh Deine Bewerbung als einen Job!

Was heißt das jetzt alles für uns? Sieh Deine Bewerbung an als einen Job! Du bist Dienstleister und der Personaler und sein Chef sind Deine Kunden. Deine Aufgabe ist: Gib ihnen Sicherheit. Sie müssen sich sicher sein, dass Du die perfekte Bewerberin oder der perfekte Bewerber bist. Du musst wie ein Schnäppchen wirken. „Waaas? Für das mickrige Jahresgehalt ist der / die bereit, bei uns zu arbeiten?“ Genauso, wie wenn Du das neuste Smartphone gerade im Sonderangebot erblickst.

Im Englischen spricht man von FOMO – Fear of missing out. Wenn der Eindruck entsteht: „Wenn wir den/die nicht nehmen, geht der/die zur Konkurrenz und macht uns platt“, dann sind wir auf einem guten Weg. Merk Dir: Personaler sind unglaublich possierliche Tierchen, aber auch sehr scheu. Wenn sie 08/15, Copy-Paste oder Floskeln wittern, dann sind sie ganz schnell verschreckt.

Der Personaler ist kein römischer Kaiser

Als Bewerber denken wir gern: Der Personaler sitzt da auf seinem Thron, wie ein römischer Kaiser. Er entscheidet mit seinem Daumen hoch oder runter über Dein Schicksal. Aber das täuscht. Ein Recruiter ist selbst nur ein kleines Zahnrad im großen Getriebe des Unternehmens. Er ist unsicher und fragt sich:

  • Rollt mein Kopf, wenn ich diesen Kandidaten einstelle?
  • Wie verkaufe ich diese Kandidatin meinem Chef?
  • Ist die Bewerberin für uns wirtschaftlich mindestens das Doppelte von dem wert, was sie uns kostet?
  • Behauptet der Bewerber nicht nur gut zu sein, sondern belegt er es auch schlüssig?

Für den ersten Eindruck hast Du keine zweite Chance

So alt, wie der Satz ist, so zeitlos ist er auch. Fragen wir uns mal: was ist denn das größte Problem des Personalers mit all den Bewerbungen in seinem Posteingang?

Zu wenig Zeit für zu viele Bewerbungen. Wie viel Zeit ungefähr? Unsere laufenden Umfragen unter Personalern und unzählige Gespräche mit Recruitern auf Jobmessen zeigen: Im Schnitt ca. 3 Minuten pro Bewerbung. Nächste Frage: Wie alt bist Du? 20, 30 oder vielleicht 50 Jahre? Da hast du viel erlebt. Das jetzt zusammenzufassen in 3 Minuten, ist sportlich. Und sich dabei noch von anderen abzuheben auch: Überleg Dir mal, wie es aussieht im Bewerbermanagementsystem oder dem Schreibtisch des Personalers. Google dafür einfach mal den Begriff „Bewerbung“. Bei der Bildersuche siehst Du es:

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[Ergebnis der Google Bildersuche nach „Bewerbung“]

Alles sieht gleich aus auf den ersten Blick. Der Personaler hat also ein Aufmerksamkeitsproblem. Er muss schnell Entscheidungen treffen. Oft verlässt er sich dabei auf unbewusste Überzeugungs-Signale. Deshalb bekommt meist nicht derjenige den Job, der am besten passt (Du), sondern der, der sich am besten verkauft (ein blöder Mitbewerber). Die meisten Bewerber haben nie gelernt, sich zu verkaufen. Sie wollen sich zwar nicht unter Wert verkaufen, aber auch nicht angeben. Also sind sie zu zögerlich und die Mappe landet in der Rundablage – dem Papierkorb. Das wollen wir ändern. Der erste Eindruck zählt. Also lass uns den optimieren.

Bewerbung: Wir müssen Dich zur eindeutigen Marke machen

Der Jobmarkt ist wie der Markt für Schuhe. Es gibt ein schier unendliches und unüberschaubares Angebot. Doch trotzdem kaufen viele Menschen Schuhe von Nike. Warum? Ganz einfach. Weil Nike eine starke Marke ist. Alles andere ist Einheitsbrei. Die Marke gibt Sicherheit. Das kannst Du ganz leicht selbst testen. Was wäre, wenn Nike plötzlich Babynahrung verkaufen würde? „Das passt nicht!“, würdest Du sagen. Nike ist in unserem Kopf gleichbedeutend mit hochwertiger Sportkleidung. Babynahrung verwässert diese Markenwirkung. Davon sollten wir lernen. Stell Dir folgende Fragen:

  • Was ist meine unverwechselbare Marke?
  • Welche meiner Kompetenzen sind relevant für diese Stelle?
  • Was würde ich als Personaler wissen wollen, wenn ich mich einstellen müsste?

Die Antworten darauf fallen oft nicht leicht. Deshalb gehen wir mal Schritt für Schritt vor. Betrachten wir Deine Bewerbungsmappe zunächst mal ab sofort als Marketingbroschüre.

Bewerbung: Eine erfolgreiche Bewerbung beginnt mit dem Layout

Deine Bewerbung ist Dein Marketingmaterial. Angefangen bei der Mappe bis hin zum Bewerbungsvideo. Was heißt das jetzt für Dich? Leiten wir es mal her: Nimm mal das Wörtchen Bewerbung. Da steckt Werbung drin. Also sollte die Mappe vermutlich auch ein bisschen so aussehen. Aber tut sie das? Fragen wir wieder Dr. Google. Nach „Bewerbung“ haben wir schon gesucht. Wie sieht denn das Ergebnis der Google Bildersuche aus für den Begriff „Werbung“? Etwas anders:

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[Google Suche: Bewerbung]

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[Google Suche: Werbung]

Wow! Klarer Unterschied, oder? Woran denkst Du beim Bild links zur Bewerbung? Vielleicht an das Kleingedruckte Deiner Versicherungsbedingungen. Und welche Assoziation weckt das Bild rechts? Lebensfreude und „haben wollen“. Das spricht die Sinne an. Daran solltest Du Dich orientieren. Unternehmen investieren Millionen, um zu erfahren, bei welcher Werbung mehr Menschen kaufen. Die haben wir bei unserer Bewerbung nicht. Aber das ist keine Entschuldigung. Als Karriereheld/in bist Du schließlich keine Amateure, sondern Bewerbungs-Profi.

Bewerbung: Deine Mappe muss zum Unternehmen und zur Stelle passen

Oft lese ich in Bewerbungsratgebern und Blogs den alten Tipp: Gestalte Deine Mappe in den Branchenfarben. Zum Beispiel blau für technische Branchen oder grün für die Biologie. Wirklich? Das wäre ungefähr so, als würde man sagen: „Du bist ein Mädchen, also machen wir die Mappe rosa.“ oder „Du bist ein Junge, also gibt’s die Mappe in blau.“ Wo ist da die Individualität? Das reichte früher vielleicht mal. Heute nicht mehr. Die Mappe muss passen zum Unternehmen und zur exakten Position.

Nicht nur die Farben entscheiden. Alles an Deiner Bewerbung sollte konzeptionell passen. Erstens zueinander und zweitens zum Empfänger. Deine Mappe ist oft Deine erste Arbeitsprobe. Achte also vor allem auf:

  • Die Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen
  • Die Reihenfolge der Unterlagen (haben wir oben bereits geklärt)
  • Die passende Schriftart und Schriftgröße
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[Passende Schriftarten für die Bewerbung]

Die Farbe des Unternehmensdesigns und Weißräume

Hier ein Beispiel für die Anpassung an ein individuelles Unternehmen:

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[Anpassung der Bewerbung an ein Unternehmen]

Frage Dich also als Erstes immer: wie temperamentvoll ist das Unternehmen und die Position für die ich mich bewerbe? Je extravaganter, umso kreativer ist auch der Anspruch an Deine Bewerbung. Wenn ich Bewerbungsvorlagen erstelle für Grafik-Designer, Fotografen oder Marketing-Manager sind diese deutlich „verrückter“ als Bewerbungsmuster für Controller, Anwälte oder Ärzte. Hier eine Grafik für Dich zur Orientierung:

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[Perfekte Gestaltung der Bewerbung]

Merke: Eine Bewerbung ist ein Erfolg in 1000 Schritten. Es ist wie beim Flirten. Meist ist es nicht die Liebe auf den ersten Blick. Es sind die vielen kleinen liebenswerten Details am anderen, die uns gefallen. Gepflegtes Äußeres, Pünktlichkeit, gute Zuhörereigenschaften und dann bringt er sogar noch Blumen mit? Passt. Bei der Bewerbung ist das genauso. Viele Kleinigkeiten müssen stimmen. Dann klappt’s auch mit dem neuen Job. Wenn Du unter Zeitdruck stehst, sind umfangreiche Anpassungen manchmal nicht möglich. Was solltest Du dann priorisieren? Ganz einfach mit dem Bewerbungs-Erfolgsrezept.

Das Erfolgsrezept für Deine perfekte Bewerbung

Vergleiche Deine perfekte Bewerbung mal mit einem Kuchen. Dafür hast Du natürlich ein Kuchenrezept. Manche Zutaten müssen rein. Sonst wird das, was Du da machst, kein Kuchen, sondern Brösel. Also brauchst Du z.B. Milch, Eier und Butter. Andere Sachen sind eher optional, wie die Farbe der Streusel oder der Zuckerguss. Bei der Bewerbung ist das genauso. Unterscheide also folgende drei Kriterien.

  • 1
    Muss-Kriterien (Lebenslauf muss rein, meist auch das Anschreiben, einwandfreie Rechtschreibung)
  • 2
    Soll-Kriterien (Persönliche Ansprechpartner genannt, Layout passend zum Unternehmen, spitzenmäßiges Bewerbungsfoto)
  • 3
    Kann-Kriterien (Unterschrift eingescannt unter Lebenslauf und Anschreiben eingefügt)

Wann lohnt sich ein Telefonat mit dem Recruiter?

Je mehr der Muss-, Soll- und Kann-Kriterien Du erfüllst, umso besser. Manchmal gibt es allerdings auch ungeschriebene Kriterien. Um die zu erfahren, lohnt sich ein Telefonat mit dem Recruiter. Eine kurze Nachfrage, wie: „Ich hab gehört, dass oft nicht alles Wichtige in der Stellenanzeige steht bzw. es versteckte Kriterien gibt, können Sie mir noch mehr zur Position verraten?“ bewirkt manchmal Wunder. Auf einmal erfahren wir: die Personalstelle hat einfach die alte Stellenanzeige eingestellt und vorab nicht mit der Fachabteilung gesprochen. Nun wissen wir mehr und können uns passender bewerben als alle anderen Kandidaten – ein kleiner und oft entscheidender Vorteil.

Bewerbung: Wo finde ich passende Stellenangebote?

Ein weiterer entscheidender Vorteil ergibt sich bereits mit der Stellensuche. Damit beginnt schließlich jede Bewerbung. Was die meisten Bewerber dabei jedoch schon übersehen: Unternehmen suchen meist genau umgedreht nach Bewerbern, wie Bewerber nach Unternehmen. Einige Bewerbungswege sind also deutlich heißer als andere. Um das zu verdeutlichen, habe ich Dir hier das Bewerbungsthermometer abgebildet:

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[Das Bewerbungsthermometer]

  • Öffentliche Stellenbörse oder Firmenhomepage: Für Dich chancentechnisch eher kalt, aber natürlich weit verbreitet. Dies ist der chaotische Marktplatz in der Mitte des Bewerbungsdorfes. Alle rufen durcheinander. Der Personaler versteht kaum ein Wort und hat besonders wenig Aufmerksamkeit für Dich. Hier sind häufig einige Anläufe nötig, bis es mit dem neuen Job klappt.
  • Headhunter und Personalvermittler: Recruiting wird immer öfter in Servicegesellschaften außerhalb des eigentlichen Betriebs ausgelagert oder direkt in Hände von Experten gegeben. Speziell den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben findest Du hierüber oft sehr viel schneller als über eine Direktbewerbung. Du willst bei XING oder LinkedIn gefunden werden? Dann berücksichtige, wie Recruiter dort suchen. Sie nutzen Tools, wie den XING Talentmanager oder LinkedIn Recruiter. Diese Werkzeuge reagieren vor allem auf passende Begriffe in Deinem Profil, wie z.B. „Vertrieb“ oder „Online-Marketing“. Außerdem berechnet ein Algorithmus aus Deiner Login-Häufigkeit und anderen Daten Deine Wechselwilligkeit. 
  • Persönlicher Kontakt / XING / LinkedIn: Mit der Bewerbung ist es wie beim Flirten. Bei beidem sind die Erfolgschancen deutlich höher, wenn jemand einen Bekannten als interessante Person vorstellt. Frage also Kontakte aus dem beruflichen Umfeld, ehemalige Kollegen oder Dein Alumni-Netzwerk – oder tritt einem bei. Wie wichtig ist Vitamin B für die Bewerbung? Extrem wichtig. Deshalb haben wir einen extra Artikel zum Netzwerken für den Beruf geschrieben.
  • Arbeitsproben / Eigene Webseite / Blog / Bewerbungsvideo: Spätestens hier wird es richtig aufwendig. Aber die Mühe lohnt sich. Spezialisten werden häufiger gesucht und besser bezahlt als Generalisten. Nutze deshalb die Möglichkeiten der modernen Technik für Dein Personal Branding. Ich zeige Dir weiter unten, weitere Ideen dazu. Dieser Weg ist besonders langfristig interessant. Bau Dir eine Marke auf und bei der nächsten und übernächsten Bewerbung gibst Du als gefragter Experte den Ton an.
  • Interne Beförderung oder Versetzung: Dieser Bewerbungsweg ist heiß. Wann kann ein Personaler einen Bewerber oder eine Bewerberin schließlich am besten einschätzen? Wenn die Person bereits im Unternehmen arbeitet. Oft wird deshalb ein Teilzeitangestellter zum Vollzeitmitarbeiter, ein Vollzeitangestellter befördert oder ein Leiharbeiter fest angestellt. Auch Berater haben gute Chancen bei Unternehmen, bei denen sie den Fuß bereits in der Tür haben. Könnte der interne Karriereweg für Dich passen? Wen müsstest Du dafür ansprechen / kennenlernen?

Diese 6 Arten der Bewerbung solltest Du kennen

  • 1
    Bewerbung per Post: Dieser traditionelle Weg ist fast vollkommen ausgestorben. Nur in Nischenbereichen, wie bei Medizinern im Krankenhaus findet man ihn noch. Für Dich also zu vernachlässigen.
  • 2
    Online-Bewerbung per E-Mail: Diese Bewerbungsart begegnet Dir in ca. 70% aller Fälle. Für Dich als Bewerber/in ist der Vorteil hierbei: Du kannst Deine eigenen Unterlagen nutzen und mit einem wohlüberlegten Mappenlayout Deine Individualität ausdrücken.
  • 3
    Bewerbungsportale der Arbeitgeber: Auf diese Bewerbungsart triffst Du in ca. 25% der Fälle. Aber kurz gesagt: sie nervt. Oft ist es ein aufwändiger Prozess. Du musst Deine Bewerbung bei jedem Unternehmen und in jedem Portal erneut hochladen. Gerade, wenn es nicht sofort klappt, verstärkt dieser Weg den Eindruck: „Ich fange jedes Mal wieder bei 0 an.“
  • 4
    Mobile Bewerbung per Smartphone: Das Marktforschungsinstitut Potentialpark fragte knapp 27.000 Studenten und Absolventen aus aller Welt: „Können Sie sich vorstellen, eine Bewerbung von unterwegs zu schicken?“ 47 Prozent der Befragten antworteten mit „Ja“. Unternehmen stehen den Bedürfnissen aber noch weit hinterher. Nur ca. 5% der Arbeitgeber erlauben aktuell die mobile Bewerbung. Tendenz natürlich steigend.
  • 5
    One-Click-Bewerbung: In einigen Branchen geht der Trend zur schnellen Bewerbung auf Knopfdruck. Dabei machst Du Deine persönlichen Angaben nur zentral an einer Stelle, wie XING oder LinkedIn und das Unternehmen zieht sich die Infos dort her. Noch nicht sonderlich verbreitet, aber auch hier: Tendenz steigend. Trotz der Einfachheilt gilt natürlich allerhöchste Sorgfalt. Pflicht sind: Aktuelle Daten, ein perfektes Bewerbungsfoto und erstklassige Optimierung Deines Profils hinsichtlich der gesuchten Anforderungen.
  • 6
    Bewerbung per Video: Es gibt die ersten Apps für die Video-Bewerbung. Dabei weißt Du oft vorab nicht, welche Fragen Dich erwarten. Du loggst Dich z.B. ein, bekommst 3 Fragen gestellt und hast jeweils einen kurzen Augenblick, um Dich zu sammeln. Dann gibst Du Deine Antworten und fertig. Einige Unternehmen nutzen diese Tools bereits für ein erstes Screening oder als Alternative zum Anschreiben. Wenn Du im Video einen guten Eindruck gemacht hast, wirst Du eingeladen zum ausführlicheren Recall. Wichtig: Achte bei allen Videos immer auf 3 Dinge: 1. Gute Ausleuchtung 2. Klaren Ton möglichst mit Ansteck-Mikro und 3. Neutraler Hintergrund.

Was passiert mit meiner Bewerbung nach dem Klick auf „Senden“? 

Oft gehen dutzende bis hunderte Bewerbungen auf ein Stellenangebot ein. Um dieser Flut Herr zu werden, verwenden die meisten Unternehmen ein Bewerbermanagementsystem (BMS). Von diesem zentralen Ort aus erledigen Personaler die komplette Kommunikation und verschaffen sich eine Übersicht über den Kandidatenpool. Anhand mehr oder weniger objektiver Kriterien treffen sie eine Auswahl, wer weiterkommt und wer nicht. Wenn alles bei Dir klappt, erhältst Du von hier die Einladung zum persönlichen Kennenlernen. Genauso kommen hier auch die lästigen Standardabsagen her: „Jemand anders passt besser.“

Immer öfter erhalten Personaler bei der Auswahl Unterstützung durch die Technik. Viele BMS verwenden sogenanntes „Parsing“. Dabei wird Deine Mappe nach bestimmten Keywords durchsucht, die zur Stelle passen. Etwas vereinfacht: „Wie oft hast Du den Begriff „Vertrieb“ in Deiner Bewerbung auf die Position als Salesmanager? In den nächsten Jahren wirst Du immer häufiger Bewerbungs(chat)bots begegnen. Diese werden nicht die Auswahl treffen, aber z.B. die Kommunikation zum Stand der Bewerbung. Mit der neuen Technik kommen auch neue Vor- und Nachteile. Vorteil: Durch die Technik wird vermutlich objektiver gefiltert. Alle Kandidaten durchlaufen dieselben Filter. Nachteil: Wenn die Filter schlecht gewählt sind, fallen untypische Bewerber oder Quereinsteiger vielleicht durchs Raster. Das bleibt abzuwarten.

Was muss meine Bewerbung kommunizieren?

Jeder Personaler sucht beim Bewerber vor allem zwei Dinge: Wollen und Können. Du musst den Job wirklich machen können, brauchst also die nötige Kompetenz. Und Du musst den Job wirklich wollen, also brauchst Motivation oder Drive. Der Job muss mehr für Dich sein als nur ein Mittel zum Zweck, um die Brötchen auf den Tisch zu bringen (zumindest muss es so wirken). Wenn nur eins da ist, genügt das nicht. Wenn Du nur willst, aber nicht kannst, richtest Du vermutlich eher Schaden an. Und wenn Du zwar kannst, aber nicht willst, dann muss man Dir – mit Verlaub gesagt – immer in den Hintern treten.

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[Erwartungen an den Bewerber]

Das Können demonstrierst Du durch Belege für die relevanten Hard- und Softskills. Mehr dazu findest Du im Artikel übers Motivationsschreiben und das Bewerbungsschreiben. Das Wollen demonstrierst Du durch eine perfekt passende Bewerbungsmappe. Der Personaler sieht sofort, dass Du Dir Zeit genommen hast. Es muss Dir wichtig sein. Folgende Details solltest Du berücksichtigen:

Bewerbung schreiben: Das Deckblatt

Das Deckblatt ist das Erste, was ein Personaler von Dir sehen sollte. Natürlich kannst Du auch nur einen Lebenslauf mit Anschreiben und Anlagen verschicken, aber ein Deckblatt gibt Dir die Möglichkeit für den perfekten ersten Eindruck. Was kommt aufs Deckblatt drauf?

  • Die Überschrift passend zur Position: Bewerbung als XYZ
  • Ein erstklassiges und professionelles Bewerbungsfoto: Kein Passbild. Kein Bild, das älter ist als 2 Jahre. Kannst Du das Foto auch weglassen? Ja, kannst Du. Aber damit verschenkst Du eine große Chance auf den perfekten ersten Eindruck. In den USA oder England wird Deine Bewerbung ja angeblich direkt gelöscht, wenn Du ein Foto mitschickst. In Deutschland ist das anders. Also schick‘s mit.
  • Deine persönlichen Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Telefonnummer und E-Mail. Angaben zur Familie sind optional und empfehle ich wegzulassen, wenn sie mehr Fragen aufwerfen als Antworten zu geben. Angaben zur Nationalität sind nur nötig, wenn Dein Name nicht schon Klaus Schmidt ist oder Du tatsächlich eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzt.
  • Das Kurzprofil: Nutze den verbleibenden Platz für 3-4 Argumente für eine sofortige Einstellung oder zumindest fürs gespannte Weiterlesen. Dein Deckblatt ist wie die Titelseite einer Zeitschrift. Sie soll einladen, weiterzulesen. Mache neugierig auf den Inhalt.

Die 4 wichtigsten Tipps zum perfekten Bewerbungsfoto:

Worauf solltest Du achten beim Bewerbungsfoto? Unseren ausführlichen Leitfaden findest Du im Artikel über das Bewerbungsfoto. Hier nur die wichtigsten Tipps in Kürze: Das Foto muss zur Stelle und zum Unternehmen passen. Sieht ein Foto zum Beispiel anders aus, wenn Du Dich für eine Führungsposition in einem DAX-Konzern bewirbst als wenn Du Dich für den Kundenservice in einem Start-Up bewirbst? Ja klar. Dein Foto kann alles Mögliche ausdrücken. Deshalb hab ich Dir mal die 4 wichtigsten Punkte zusammengefasst, auf die Du achten musst: 

  • Tipp 1: 90% der Bewerber sagen: Ich gefalle mir nicht auf Fotos, ich seh da immer so unsicher aus. Dafür gibt es einen einfachen Trick, mit dem Du sofort selbstsicher auf dem Foto aussiehst. Und zwar dreht sich alles um Deine Augen. Schau so in die Kamera, so als ob Du gerade in die Sonne blickst, so wie ein Cowboy im Western. Nicht zu stark. ein leichtes Blinzeln reicht. Übe das vor dem Spiegel und teste es mit Selfies. Reiß die Augen auf, wie ein Reh im Scheinwerferlicht und genau das, was mit dem Reh passiert, geschieht leider auch mit Deiner Bewerbung.
  • Tipp 2: Alles dreht sich um Deine Kinnlinie. Markante Kiefer- und Wangenlinien sind ein Ausdruck hohen Testosterons und werden üblicherweise mit Durchsetzungsstärke und Führungskompetenz assoziiert. Um eine klare Kinnlinie auf dem Foto zu erreichen, muss die Haut quasi über dem Kieferknochen gespannt sein. Denke an das Gegenteil: Wenn Du Deinen Kopf nach hinten „schiebst“, entsteht ein Doppelkinn oder ein Dreifachkinn. Wenn Du ihn nach vorne „schiebst“, entsteht die Kinnlinie. Das fühlt sich an, wie ein Flamingo, der den Hals reckt, aber ist auf einem zweidimensionalen Foto von vorne nicht zu sehen. Ein leichtes Neigen des Kopfes nach vorne und leichtes Senken der vorderen Schulter verstärkt diese Wirkung. Speziell, wenn Du Dich auf Fotos immer zu dick findest, ist dieser Tipp absolute Pflicht für Dich.
  • Tipp 3: Alles dreht sich um den Mund und die Haare. Sollst Du Zähne zeigen oder den Mund geschlossen halten? Ein offener Mund passt für kommunikativere Positionen im Service und entspannte Branchen. Den Mund geschlossen zu halten und die Haare streng nach hinten zu binden, passt eher zur Ellbogenkultur in größeren Unternehmen und für konservativere Branchen und Positionen, wie in einer Bank oder Unternehmensberatung.
  • Tipp 4: Kleide Dich für den Job, den Du willst, nicht für den, den Du hast.

Kleidungstipps für Frauen und Männer:

  • Frauen: Je dunkler und hochgeschlossener das Outfit, umso maskuliner die Wirkung. Maskuline Merkmale signalisieren Führungsstärke – auch bei Frauen. Ist das Dein Ziel, kommt vielleicht auch ein Rollkragen in Frage. Ansonsten greife zur hellen Bluse und schwarzem Blazer. Je heller und legerer, desto eher vermittelst Du Zuhörereigenschaften. Auch wenn das eigentlich nicht erwähnt werden muss: „Du bist kein Weihnachtsbaum!“ Puder gegen Glanz ist OK. Deutlich sichtbares Rouge, roter Lippenstift, lange Fingernägel, ablenkende Ketten und mit dem Edding bemalte Augen... Ist alles tabu. Dünne Halskettchen und kleine Ohrstecker sind vertretbare Ausnahmen.
  • Männer: Mit dunklem Anzug und hellem Hemd machst Du nur in den seltensten Fällen was verkehrt. In konservativen Branchen ergänzt Du das Outfit einfach um eine Krawatte. Selbst wenn die Branche eigentlich nicht so streng ist, gelten doch fürs Bewerbungsfoto oft strengere Regeln. Die Regeln sollen es Dir auch leicht machen, stilmäßig nicht daneben zu greifen. Vielleicht weißt Du ja, was der Unterschied ist zwischen einem alleinstehenden Mann und einem Clown. Der Clown weiß, dass er lustig aussieht. Bart und Koteletten gehen also nur, wenn sie perfekt gepflegt sind. Wildwuchs oder stoppelige Ziegenbärte werden von den meisten Personalern eher als Negativsignal interpretiert – vor allem, wenn Du Kundenkontakt hast. Wenn Du unsicher bist, ziehe lieber eine professionelle Visagistin oder eine Freundin hinzu, die was von Stil versteht.

Entscheidend ist am Ende, dass das Foto die Position und Firmenkultur wiederspiegelt. Wie gut du in die Kultur des Unternehmens passt, ist für viele Personaler genauso wichtig wie deine Kompetenzen.

Bewerbung schreiben – Der Lebenslauf

An dieser Stelle nenne ich Dir nur die wichtigsten Punkte. Für eine ausführliche Behandlung, schaue mal im Artikel zum Tabellarischen Lebenslauf. Nach der Überschrift „Lebenslauf“ folgen typischerweise die folgenden Abschnitte:

  • "Angaben zur eigenen Person“
  • „Berufserfahrungen“, „Beruflicher Werdegang“ oder „Praktika“
  • „Hochschulstudium“, „Akademischer Werdegang“ oder „Ausbildung“
  • „Promotion“ oder „Examen“
  • „Fort- und Weiterbildungen“ oder „Berufliche Zusatzqualifikationen“
  • „Berufliche Tätigkeit neben dem Studium“
  • „Schulbildung“
  • „Weitere Qualifikationen“, „EDV-Kenntnisse“ und „Sprachkenntnisse“
  • „Interessen“, „Freizeitaktivitäten“ oder „Vereinsmitgliedschaften“
  • „Ehrenamtliche Tätigkeiten“ oder „Soziale Engagements“
  • Evtl. „Referenzen“ und „Führerschein“
  • Ort, Datum und Unterschrift

Bewerbung schreiben – Das Motivationsschreiben

Es gibt nur eine ideale Form für ein Bewerbungsschreiben oder Motivationsschreiben. Die Form der linearen Erörterung. Kurz gesagt heißt das:

  • 1
    Aufstellen der These: Ich passe besser als jeder andere
  • 2
    Beweisführung
  • 3
    Bestätigen der These und Aufforderung zur Einladung

Die Beweisführung ist dabei das Entscheidende. Behaupte nicht einfach nur, wie toll Du bist: “Ich bin zielstrebig, teamfähig, ehrgeizig...” sondern bringe Beispiele und Beweise vor. Damit maximierst Du Deine Glaubwürdigkeit. Beziehe Dich auf die Anforderungen und Keywords der Stelle. Nur so zeigst Du, dass Du perfekt passt.

Schreibe das Ganze aus der Sie-Perspektive: “Was ist für SIE als Leser wichtig?” statt aus der Ich-Perspektive: „Das gibt mir die Gelegenheit, mich weiterzuentwickeln”. Letzteres hat für den Entscheider keinen Vorteil. Das Beste ist: Durch diesen einfachen Aufbau geht die Anpassung an neue Stellen superschnell. Du musst nicht mehr jedes mal alles verändern oder lässt es am Ende ganz, weil die Veränderungen zu aufwendig sind. Dadurch verzehnfachst Du Deine Chancen auf ein baldiges Vorstellungsgespräch.

Bewerbung schreiben – Die Anlagen

Vor alle Anhänge kommt ein Anlagenverzeichnis. Das ist einfach wie ein Inhaltsverzeichnis. Liste alle Zeugnisse, Zertifikate und anderen Nachweise tabellarisch auf und versiehe sie mit Seitenzahlen. Der Anhang kommt erst nach dem Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und dem Verzeichnis. Der erste Anhang ist also vermutlich auf Seite 6. Wenn möglich, packe Deine gesamte Bewerbung samt Anlagen in eine einzige PDF-Datei. Die wird ja automatisch mit Seitenzahlen nummeriert. Und so stellst Du sicher, dass jeder Leser Deine Unterlagen in der beabsichtigten intuitiven „iPhone der Bewerbung-Reihenfolge“ sieht.

Reihenfolge der Anlagen

Die Unterlagen kommen am einfachsten umgekehrt chronologisch in den Anhang. Bitte nur die Relevanten – wir wollen ja nicht ablenken. Was machst Du bei vielen verschiedenen, relevanten Unterlagen? Zum Beispiel bei Publikationen, Case Studies oder Entwürfen? Dann erleichtere dem Leser das Überfliegen durch eine thematische Ordnung. Frage Dich: “Was hat für den künftigen Arbeitgeber die höchste Relevanz?” Das kommt als Erstes. Zum Beispiel erst die relevanten praktischen Arbeitszeugnisse, dann alle Weiterbildungszertifikate und gesondert noch das letzte Hochschulzeugnis oder Abizeugnis. Verfügst Du über weitere Anlagen? Dann biete unten auf dem Verzeichnis an, diese auf Wunsch nachzureichen.

Ist die Beglaubigung nötig?

Generell genügen einfache Scans für die Anlagen. Bei den Kopien achte allerdings auf hässliche Scan- oder Kopierränder. Viele Arbeitgeber schauen hier gern auf die Ästhetik. Schaffst Du es bis ins Vorstellungsgespräch, dann nimm alle Originale mit. Manche Arbeitgeber fordern Bewerber auf, die Echtheit der Zeugnisse zu belegen.

Was, wenn was fehlt?

Wenn Dir noch nicht alle relevanten Unterlagen vorliegen, dann vermerke das auf dem Anlagenverzeichnis. “Mein aktuelles Arbeitszeugnis reiche ich gerne bei Erhalt nach.” Das gilt insbesondere für Erstbewerbungen nach dem Studium, wenn Dir das Abschlusszeugnis noch nicht vorliegt, oder für einen Arbeitgeberwechsel, bei dem Du das Arbeitszeugnis noch nicht hast.

Deine Erwartung bei der Bewerbung

Viele Bewerber denken: „Ich habe Abschluss X und Erfahrung Y, ich bewerbe mich und werde sofort eingestellt.“ Doch oft läuft es nicht, wie geplant. Entscheidende Details werden übersehen und die Bewerbung zieht sich länger hin als erwartet. Die Grafik zur Heldenreise der Bewerbung veranschaulicht das recht treffend:

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[Häufige Heldenreise bei der Bewerbung]

Ich will Dir Frust und Absagen in der Bewerbung natürlich ersparen. Stell Dir also abschließend einfach folgende Fragen:

  • Bin ich 100%ig sicher, dass meine Bewerbung wirklich perfekt ist?
  • Wie oft habe ich mich schon beworben und wie oft bin ich eingeladen worden bzw. habe ein Jobangebot bekommen?

Bist Du mit den Antworten noch nicht zufrieden? Dann nutze unsere Vorlagen zur Bewerbung und unsere Bewerbungsmuster. Außerdem übernehmen wir auch gern die zeitaufwändige Gestaltung und Formulierung für Dich im Bewerbungscoaching oder lass Deine Bewerbung von uns schreiben.