Smalltalk lernen kannst Du wie jede andere Fähigkeit. Der Kern sind gute Fragen, echtes Interesse und Antworten mit Anknüpfungspunkten. Wer das übt, kommt leichter ins Gespräch und macht aus Smalltalk schnell einen Bigtalk.
Wir alle führen ständig Smalltalk. Doch wie sprichst Du neue Menschen erfolgreich an? Welche Fehler solltest Du vermeiden? In diesem Guide erfährst Du, wie Du interessante Fragen stellst. Du lernst, wie Du gezielt Themen ansprichst und spannendere Unterhaltungen führst.
Kann man Smalltalk lernen?
Bei Soft Skills wie Smalltalk wirkt es oft so, als sei man damit geboren oder eben nicht. Zum Glück stimmt das nicht.
Den meisten von uns wurde Smalltalk nie beigebracht. In der Schule lernen wir den Aufbau von Zuckermolekülen. Fähigkeiten für eine gute Karriere kommen oft zu kurz. Wir bekommen selten Feedback und kaum konkrete Tipps. Sobald Du weißt, dass Du Smalltalk lernen kannst und dass es sich lohnt, hast Du den wichtigsten Schritt schon gemacht.
4 Schritte, um Smalltalk zu lernen
Smalltalk kannst Du genauso lernen wie HTML oder Buchhaltung. Im Coaching hören wir oft die Frage: „Wirkt das nicht gestellt?“ Ja und nein. Es ist eine Sache der Übung. Der Eindruck entsteht, weil wir den normalen Lernprozess vergessen. Die meisten Dinge sind erst schwer, bevor sie leicht werden.
Ein bekanntes Lernmodell beschreibt vier Stufen der Kompetenz. Wenn Du weißt, dass Du diese Stufen auch bei Smalltalk durchläufst, fällt Dir das Lernen leichter.
1. Unbewusste Inkompetenz
Die erste Stufe ist unsere Blackbox. Meistens wissen wir nicht, was wir nicht wissen. Das bringt Probleme mit sich. Denk an jemanden, der glaubt, er könne Auto fahren. Die Betonung liegt auf „glaubt“. Gerade bei Soft Skills unterschätzen wir oft, was es alles zu wissen gibt. Das gilt nicht nur beim Smalltalk, sondern in allen Bereichen des Lebens.
2. Bewusste Inkompetenz
Vielleicht erinnerst Du Dich an Deine erste Fahrstunde. Es war womöglich schwieriger als gedacht. Plötzlich gab es so viel, auf das Du achten musstest. Das kann überwältigend sein. In dieser Stufe geben viele auf. Sie denken: „Ich bin bisher auch ohne Kommunikationstraining durchs Leben gekommen.“ Sieh diese Phase einfach als Teil des Prozesses.
3. Bewusste Kompetenz
Am schwierigsten ist es, das Wissen anzuwenden. Dabei zu unterstützen ist eine Hauptaufgabe im Coaching. Wendest Du die Tipps an, fühlt sich das vielleicht erst seltsam an. Denn plötzlich merkst Du, welche schlechten Gewohnheiten, Themen und Fragen Du vermeiden willst.
Beim Autofahren hast Du anfangs jeden Gang bewusst eingelegt und bewusst gebremst. Genauso denkst Du nach diesem Artikel an die Tipps und setzt sie bewusst um. Lass Dich nicht stören, wenn es anfangs gestellt wirkt. Andere merken das viel weniger als Du selbst.
4. Unbewusste Kompetenz
Nach einiger Zeit wird das neue Verhalten zur Gewohnheit. Die gute Seite: Einmal daran gearbeitet, hast Du dauerhaft etwas davon. Lass uns daran arbeiten, Dich genau hierhin zu bringen. Als Erstes geht es darum, wie Du mit Fragen jedes Gespräch unterhaltsamer machst.
Wie Du Fragen beim Smalltalk nutzen kannst
Viele Menschen bleiben erstaunlich lange in langweiligen Gesprächen hängen. Dabei liegt es an uns selbst, ob wir das Beste aus einer Unterhaltung machen. Zum Glück beeinflussen wir direkt, wie gut der Smalltalk läuft.
Die Rolle von Fragen
Fragen lenken das Gespräch in eine Richtung. Sie zeigen Deinem Gegenüber, dass Du Dich für die Person interessierst. Die Antworten verraten Dir etwas über das Thema und über den Menschen. Gleichzeitig bringen Fragen Dich in die aktive Rolle. Eine alte Faustregel lautet: Wer fragt, der führt.
Smalltalk für Introvertierte: durch interessante Fragen
Wie kann ich als introvertierter Mensch Smalltalk lernen? Unsere Antwort: Setz auf interessante Fragen und aufmerksames Zuhören. Viele Introvertierte hören ohnehin lieber zu, als selbst lange zu erzählen.
Das hat zwei Vorteile. Erstens nimmt es Druck und Aufmerksamkeit von Dir. Das hilft gerade schüchternen Menschen. Zweitens erzählen die meisten Menschen erstaunlich gern über sich selbst. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Die wichtigsten Fähigkeiten für guten Smalltalk
Ein Beispiel: Auf einer Firmenveranstaltung spricht jemand mit einem Bekannten über dessen Lieblingsthema. Knapp 20 Minuten hört sie zu, zeigt Anerkennung und stellt Fragen. Sie will verstehen, wie das Thema sein Leben verändert hat und was seine Ziele sind. Danach sagt er: „Ich war vorher echt müde. Jetzt fühle ich mich wieder super.“
Hattest Du schon einmal das Gefühl, dass jemand nur darauf wartet, dass Du fertig bist? Die Augen schauen Dich an, aber der Kopf ist bei den eigenen Gedanken. Dann folgt eine kluge Antwort, die kaum etwas mit Deinen Worten zu tun hat. Magst Du die Person dadurch mehr? Bewunderst Du die clevere Antwort wirklich?
Das ist genau das Gegenteil von gutem Smalltalk. Es ist schwer zuzuhören, wenn wir gleichzeitig überlegen, was wir sagen sollen. Techniken für gute Antworten helfen Dir deshalb doppelt. Du lernst beim Networking leichter neue Menschen kennen. Und Du lässt alte Bekanntschaften wieder aufleben.
Smalltalk-Fähigkeit 1: Authentisches Interesse
Interessant oder interessiert? Dale Carnegie schrieb sinngemäß: In zwei Monaten gewinnst Du mehr Freunde, wenn Du Dich für andere interessierst. Mehr als in zwei Jahren, in denen Du versuchst, andere für Dich zu interessieren.
Neugier ist wohl eine der wichtigsten Fähigkeiten für einen guten Eindruck. In einem Coaching fragte jemand, ob das nicht alles gespielt sei. Man lerne ja Techniken und merke sich ein paar Fragen. Die Fragen in diesem Artikel sind aber nur ein Sprungbrett. Neugier auf andere kannst Du aktiv aufbauen. Doch wie?
Eine Übung: Denk Dir die Lebensgeschichten anderer Menschen aus. Schau Menschen an und überleg, was sie schon erlebt haben könnten. Das dürfen die wildesten Dinge sein. Nichts ist falsch oder richtig. Allein der Respekt davor, wie viel in wenigen Jahren passieren kann, verändert Deinen Blick. Plötzlich hat jeder einen Schatz an Erfahrungen und Geschichten. Nur aus echter Neugier entsteht auf Dauer guter Smalltalk.
Probier es aus, wenn Du das nächste Mal durch die Straßen gehst. Schau Dir die Leute genau an. Was haben sie vielleicht schon erlebt? Welche Probleme haben sie womöglich? Welche Hürden haben sie überwunden?
Smalltalk-Fähigkeit 2: Nichts persönlich nehmen
Viele Menschen erzählen ausführlich von sich, stellen aber keine einzige Frage. Eine Teilnehmerin im Coaching berichtete genau das. Andere beantworteten ihre Fragen, zeigten aber kein Interesse durch Gegenfragen.
Oft liegt das nicht an Dir. Erstaunlich viele wissen nicht, wie wichtig gute Fragen beim Smalltalk sind. Nimm es nicht persönlich. Da steckt wohl jemand noch in der Stufe der unbewussten Inkompetenz.
3 Arten von Smalltalk-Fragen
1. Art: Fakten als Gesprächseinstieg
Faktenfragen eignen sich, um ein Gespräch zu beginnen. Sie liefern Anhaltspunkte für Themen, über die man mehr erzählen kann. Diese Fragen sind Eisbrecher. Merk Dir: vom Allgemeinen zum Besonderen. Am Anfang darf Smalltalk ruhig einige Standardfragen enthalten.
Fragen für den Einstieg:
- Wie bist Du auf die Veranstaltung gekommen?
- Woher kennst Du den Gastgeber?
- Wie gefällt es Dir hier?
Fragen an eine Gruppe:
- Ich will nicht stören. Worüber habt Ihr gerade gesprochen?
- Woher kennt Ihr Euch?
Fragen zum Beruf:
- Wie bist Du zu Deinem Beruf gekommen?
- An wen denkst Du zuerst, wenn Du das Wort Erfolg hörst?
- Was hat Dich an Deinem jetzigen Job am meisten überrascht?
- Welcher andere Job wäre für Dich interessant?
- Was war der beste Karrieretipp, den Du je bekommen hast?
- Steht bei Dir bald eine Reise an?
Persönliche Fragen:
- Was machst Du in Deiner Freizeit?
- Worauf freust Du Dich nächste Woche?
- Welchen Wunsch willst Du Dir schon länger erfüllen?
- Was macht Dir gerade am meisten Freude?
- Was machst Du am liebsten am Wochenende?
- Wo hast Du vorher gelebt, und was ist dort anders?
Ungewöhnliche Fragen:
- Hast Du ein verstecktes Talent?
- Was war das Unglaublichste, das Dir je passiert ist?
- Wer ist Dein wichtigstes Vorbild oder Dein Mentor?
- Was hättest Du vor 15 Jahren gern in eine Zeitkapsel gepackt?
- Was war das seltsamste Kompliment, das Du je bekommen hast?
2. Art: Meinungen
Die zweite Möglichkeit ist, nach Meinungen zu fragen. Sie machen den Großteil normaler Gespräche aus. Beim Smalltalk ist das nicht anders. „Was hältst Du von …? Hat es sich gelohnt? Wie siehst Du das?“ Bei manchen Themen fragst Du zehn Menschen und bekommst dreizehn Antworten.
Viele Menschen werden gern um Rat gefragt. Eine einfache Regel für gute Beziehungen lautet: Sorg dafür, dass sich andere mit Dir gut fühlen. Dann mögen sie Dich auch.
Meist interessieren wir uns für Meinungen, wenn jemand auf einem Gebiet glaubwürdig wirkt. Um Rat gefragt zu werden, schmeichelt. Es stärkt das Selbstvertrauen. Am besten ist das Thema der Person wichtig, und die Frage regt zum Nachdenken an. Was eine interessante Frage ist, liegt im Auge des Betrachters. Je besser sie Dein Gegenüber dastehen lässt, desto besser.
Drückst Du danach Deine Wertschätzung aus, befolgst den Rat und berichtest von Deinem Erfolg? Dann findest Du vielleicht schneller eine Mentorin oder einen Mentor als gedacht.
In einer Gruppe antworten Menschen auf solche Fragen besonders gern. Begründe Deine Frage am besten: „Alexander, Du kennst Dich mit Finanzen richtig gut aus. Du arbeitest ja schon lange in dem Bereich. Darf ich Dich nach Deiner Meinung fragen?“
3. Art: Geschichten
Am spannendsten sind Fragen nach Geschichten. Sie vermeiden kurze, abstrakte Antworten. Wahre Erlebnisse sind lebendig und bleiben im Kopf. Gute Interviewer nutzen diese Technik, damit ihre Gäste erzählen statt nur zu antworten.
Fakten kannst Du also abfragen. Besser ist es oft, Kommentare zu machen. Im Hauptteil des Gesprächs zeigen Fragen Wertschätzung und Interesse. Dann fragst Du nach der Meinung oder, noch besser, nach einer Geschichte.
Beispiele für Geschichtenfragen:
- Erzähl mal von dem Gespräch, bei dem …
- Erzähl mir von der Zeit, als …
- Wie hat sich das entwickelt?
- In welchem Moment ist Dir klar geworden, dass …?
- Wie war die Situation damals, und was hat sich verändert?
Die 3 größten Fehler bei Smalltalk-Fragen
Fehler 1: die falschen Fragen
Viele verbinden Smalltalk mit trockenen Fakten zum Lebenslauf oder mit dem Wetter. Sieh Smalltalk-Fragen lieber wie eine Goldsuche. Du gräbst, bis Du auf Gold stößt. Also auf ein Thema, das Euch beide interessiert. Manchmal übersehen wir solche Chancen. Oder wir graben dort, wo ganz klar kein Gold liegt.
Das passiert jedem aus Reflex. Wir fragen nach weiteren uninteressanten Fakten, weil uns nichts Besseres einfällt. „Ah, Kreuzberg? In welchem Teil von Berlin ist das?“ Gähn. Das liegt an fehlender Kreativität oder am Druck, irgendetwas sagen zu müssen.
Prüf Deine Fragen deshalb an drei Kriterien. Baut die Frage eine Beziehung auf? Bringt sie hilfreiche Informationen? Ist sie unterhaltsam? Was keines dieser Kriterien erfüllt, kannst Du weglassen.
Fehler 2: zu viele Fragen am Anfang
Offene Fragen passen besser in den Hauptteil des Gesprächs. Eröffnest Du gleich mit mehreren Fragen wie „Was machst Du beruflich?“, wirkt das schnell wie ein Verhör. Nutze am Anfang lieber Kommentare.
Ein schönes Beispiel: Rate den Beruf Deines Gegenübers. Das sorgt oft für einen Lacher, und Du testest Deine Menschenkenntnis. Auf einem Branchentreffen sagt jemand zu einem Gast: „Du hast eine schöne Brille. Du machst bestimmt etwas Technisches.“ Die Kollegen lachen. „Du hast es auf den Punkt gebracht“, sagt er. „Ich arbeite im Online-Marketing.“ So ein Einstieg bleibt viel länger in Erinnerung als die übliche Frage.
Fehler 3: Suggestivfragen
Anders als offene Fragen enthalten Suggestivfragen schon eine Meinung. Statt „Wie fühlst Du Dich?“ fragst Du dann „Du bist müde, oder?“. Das kann einfühlsam wirken. Beim Smalltalk geht es aber oft nach hinten los. Du drückst dem anderen Deine Sicht auf. Offene Fragen bringen ein Gespräch eher in Gang.
Smalltalk lernen: 4 Wege für interessante Fragen
Die wichtigste soziale Fähigkeit ist echtes Interesse am anderen Menschen. Die folgenden Beispiele musst Du nicht auswendig lernen. Sie sind nur Anregungen. Bist Du wirklich präsent und interessiert, kommen die Fragen von selbst. Starres Abfragen wirkt dagegen forsch, neugierig und aufdringlich. Hier sind vier Wege, Fragen geschickt zu nutzen.
1. Tipp: Beantworte die Frage zuerst selbst
Du willst wissen, welche Podcasts Dein Gegenüber mag? Frag nicht sofort. Sag erst: „Ich höre gerade gern einen Podcast über Präsentationstipps. Welche hörst Du gern?“ So gibst Du etwas von Dir preis, und die Frage wirkt natürlicher.
2. Tipp: „Oh, das erinnert mich an etwas …“
In guten Gesprächen kommen uns spontan neue Ideen. Sie haben nicht immer direkt mit dem Gesagten zu tun. Genau das ist der perfekte Weg, das Thema zu wechseln. Es ist Dein Notfallknopf für langweilige Gespräche.
3. Tipp: Hab einen Anlass für Deine Frage
Diese Technik hilft vor allem, wenn Deine Frage nicht direkt zum Thema passt. Zum Beispiel: „Eine Freundin hat mich neulich etwas gefragt. Lieber ein gut bezahlter Job, den man nicht mag? Oder ein schlechter bezahlter, den man liebt? Was würdest Du sagen?“
4. Tipp: Weichmacher für den Smalltalk
Stell nicht sofort die nächste Frage. Kommentiere das Gesagte erst kurz. Das können kleine Sätze sein wie „Oh, das ist ja spannend“. Solche Kommentare wirken als Weichmacher. Deine Fragen wirken dadurch nicht so forsch.
Smalltalk lernen: überzeugende Antworten
Es geht nicht nur darum, gute Fragen zu stellen. Du musst auch gute Antworten geben. Nichts ist ernüchternder, als „Wie geht es Dir?“ zu fragen und nur „Gut“ zu hören. Zwei Punkte machen eine gute Antwort aus:
- Gute Antworten sind meist etwas länger: Lass die andere Person ruhig mehr reden. Gib aber in Deinen Antworten mehrere Ansatzpunkte. Frag Dich, was für Dein Gegenüber am interessantesten ist.
- Gute Antworten hinterlassen bewusst einen Eindruck: Manche Fragen kommen bei fast jeder Veranstaltung. Man kann sie Heimspielfragen nennen. Ärger Dich nicht über sie. Sieh sie als Chance, denn Du kannst Dich gut darauf vorbereiten. Nur wenige tun das. Mit einer guten Antwort stichst Du deshalb schnell heraus.
Häufige Fragen, auf die Du Dich vorbereiten kannst:
- Was machst Du beruflich?
- Woher kommst Du?
- Was gibt es Neues bei Dir?
- Wo arbeitest Du?
Ein Beispiel: Statt „Ich bin im Vertrieb“ sagst Du „Ich bin im Vertrieb und bringe Kunden mit unseren Technikern zusammen. Gerade arbeite ich an einem spannenden Projekt in Skandinavien.“ Jetzt hat Dein Gegenüber gleich mehrere Anknüpfungspunkte.
Smalltalk im Vorstellungsgespräch
Viele Vorstellungsgespräche beginnen mit Smalltalk. Die Fragen sind meist harmlos: „Haben Sie gut hergefunden?“ oder „Möchten Sie etwas trinken?“ Trotzdem zählt schon hier der erste Eindruck. Die andere Seite will sehen, wie Du auf Menschen zugehst.
- Antworte freundlich und in ganzen Sätzen, nicht nur mit „Ja“.
- Gib eine kleine Zusatzinformation, zum Beispiel zur Anreise oder zum ersten Eindruck vom Gebäude.
- Vermeide Klagen über Verkehr, Wetter oder Deinen jetzigen Job.
- Stell selbst eine leichte Gegenfrage, etwa zum Büro oder zum Team.
- Halte die Phase kurz. Wenn Dein Gegenüber zum Thema überleitet, gehst Du mit.
Beim Videointerview gilt das genauso. Ein kurzer Satz zur Technik oder zum Tag lockert die Stimmung. Achte zusätzlich auf Deine Körpersprache. Ein offenes Lächeln und Blickkontakt wirken oft stärker als jedes Wort.
Interessante Smalltalk-Themen
Eine hilfreiche Methode: Leg Dir eine kurze Liste mit Themen an, über die Du gern sprichst. Sie hilft Dir, wenn eine unangenehme Stille droht. Die Liste ist Dein Rettungsring beim Smalltalk. Wähle höchstens drei Themen aus, damit Du sie Dir leicht merkst. Das ist schwerer als gedacht. Ein Beispiel für drei Themen:
- Sachbücher und Psychologie
- Gesunder Lebensstil, Ernährung und Sport
- Lebensweisheiten, die andere mit Dir teilen
Überleg Dir außerdem, wie Du die Themen ansprichst. Welche Geschichte könntest Du dazu erzählen? Das sind praktische Übungen. Sie helfen Dir nur, wenn Du sie auch machst.
Passe Deine Smalltalk-Themen an Dein Ziel an
Auch wenn Du einen fundierten Standpunkt hast, lohnt sich eine Grundsatzdiskussion selten. Sei Dir bewusst, welche Themen Dich zum Streiten bringen. Ernährung, Politik oder Religion sind für viele solche Themen. Manche Menschen haben zu allem die einzig wahre Meinung. Mit ihnen wird jede Diskussion anstrengend.
Themen, um eine Beziehung aufzubauen: Denk an ein Gespräch von vor zwei oder drei Monaten. Woran erinnerst Du Dich? Vielleicht grob an das Thema. Vielleicht an ein paar Aussagen. Am stärksten erinnerst Du Dich vermutlich an das Gefühl. Gab es eine seltsame Stille? Oder war es angenehm? Menschen erinnern sich weniger daran, was wir sagen. Sie erinnern sich daran, wie sie sich mit uns gefühlt haben. Deshalb sollte Dein Thema zu Deinem Ziel passen.
Themen, um einen guten Eindruck zu machen: Überleg, welches Thema Dich wirklich begeistert. Wenn Du dieses Funkeln in den Augen hast, wirkst Du ganz von selbst ausstrahlungsstark. Wir mögen Menschen, die leidenschaftlich sind und viel lächeln. Mach Deine Leidenschaft öfter zum Thema. Für Dich bleibt sie immer interessant. Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber Charisma.
Themen, um neue Anregungen zu bekommen: Ein anderes Ziel kann sein, im Gespräch Neues zu lernen. Manche sprechen gern über Psychologie oder Studien. Vielleicht willst Du Feedback zu einem Produkt oder Deinem Angebot. Die folgenden Techniken helfen Dir, das Gespräch dorthin zu lenken.
7 Smalltalk-Techniken für gute Antworten
Stell Dir vor: Du stehst auf einem Networking-Event einem Vorgesetzten gegenüber. Er erzählt voller Selbstvertrauen von seiner Karriere und gibt Dir Tipps. Irgendwann endet er mit: „Und so haben wir das Quartalsziel doch noch geschafft.“ Er schaut Dich erwartungsvoll an.
Du blinzelst. Während er sprach, warst Du in Gedanken. Was kann ich Kluges sagen, um gut dazustehen? Dabei hast Du den letzten Teil verpasst. Sein Lächeln wird schwächer. Du stehst unter Druck. „Oh, das ist ja interessant“, stammelst Du. Verlegen schaut Ihr durch den Raum. Ein Räuspern. Peinliche Stille. Als Dir endlich etwas einfällt, verabschiedet er sich schon.
Damit Dir das nicht passiert, helfen diese sieben Techniken.
1. Tipp: Wiederhole wie ein Papagei
Diese Technik ist erstaunlich wirksam und sehr einfach. Sie hilft besonders, wenn Deine Gedanken abgeschweift sind. Besser ist es natürlich, das zu vermeiden. Nach einem langen Arbeitstag passiert es aber jedem.
Jemand erzählt ausführlich und endet mit: „Und nach dem Kongress haben wir noch bis sieben Uhr morgens getanzt!“ Wiederhole einfach die letzten Worte in erstauntem Ton: „Bis sieben Uhr getanzt?“
Die gleichen Worte wie Dein Gegenüber zu nutzen, schafft Nähe. Wir mögen Menschen, die uns ähnlich sind. Das gilt für Verhalten und Kleidung, aber auch für die Wortwahl.
2. Tipp: Verbales Ermuntern
Ein guter Gesprächspartner redet nicht viel. Er bringt andere dazu, viel zu reden. Gute Smalltalker sind also vor allem gute Zuhörer.
Zu viele Fragen am Anfang wirken forsch. Du kannst jemanden deshalb einfach ermuntern, mehr zu erzählen. Das Thema sollte Dich aber wirklich interessieren. Gespieltes Interesse fällt auf. Sag zum Beispiel: „Das klingt spannend. Erzähl mir mehr!“
Oft löst das einen begeisterten Monolog aus. Denn es ermuntert den anderen, weiterzusprechen. Bei neuen Bekanntschaften sind andere manchmal einfach schüchtern oder aufgeregt. Ein wenig Unterstützung reicht dann oft schon für einen sympathischen Einstieg.
3. Tipp: Nonverbale Kommunikation
Manchmal bedanken sich Gesprächspartner für ein schönes Gespräch, obwohl Du kaum etwas gesagt hast. Das liegt oft an Deiner Körpersprache.
Willst Du jemanden zum Weiterreden bringen und Dir Denkzeit verschaffen? Nick langsam und lass Dir Zeit, das Gesagte zu verstehen. Neig den Kopf leicht, um zu zeigen, dass Du mehr hören willst.
Schnelles Nicken wirkt dagegen ungeduldig. Es zeigt, dass Du selbst reden willst. Körpersprache allein kann ein Gespräch schon in Gang halten. Vermeide diese Signale also, wenn Du ein Gespräch eigentlich beenden willst. Mehr dazu liest Du im Ratgeber Nonverbale Kommunikation.
4. Tipp: Zusammenfassen und Gefühle benennen
Menschen vergessen, was Du gesagt hast. Wie sie sich mit Dir gefühlt haben, bleibt länger hängen. Fasse deshalb zusammen, was Du gehört hast, und benenne das Gefühl dahinter.
Zum Beispiel: „Unglaublich, Du hast Dir den Fuß gebrochen und trotzdem weitergetanzt!“ Das ist besser als ein neutrales Ermuntern. Es zeigt, dass Du wirklich zugehört hast. Bist Du Dir nicht sicher, formulier es fragend. Ohne Heben der Stimme am Satzende wirkt es aber selbstbewusster.
5. Tipp: Gemeinsamkeiten herausstellen
Hat Dein Gegenüber etwas gesagt, das Du genauso siehst? Sag es unbedingt. Aber nicht mit einem begeisterten „Ich auch, ich auch!“ mitten im Satz. Lass die Person ausreden und erzähl dann von Deiner eigenen Erfahrung. Wir schätzen es mehr, wenn wir Gemeinsamkeiten selbst entdecken.
Ein Beispiel: Sandra erzählt, dass sie gern Blogartikel über Psychologie liest. Nachdem sie ausgeredet hat, erzählst Du von einem langen Artikel über Smalltalk, den Du gelesen hast. Sandra sagt überrascht: „Was, Du auch?“ So schätzt sie die Gemeinsamkeit viel mehr. Unterschätze Gemeinsamkeiten nie, auch nicht die kleinsten.
6. Tipp: Spiegeln
Diese Technik braucht etwas Einfühlungsvermögen und Selbstvertrauen. Frag Dich jedes Mal: Was sagt mir das Gesagte über diese Person?
Ein Beispiel: Ein Berater erzählt, dass er nicht auf seine Gesundheit achtet. Durch einige Fragen kommt heraus, dass er keine Süßigkeiten kauft und Fertigprodukte meidet. Als man ihm das spiegelt, ist er begeistert: „Ich achte ja doch auf meine Gesundheit!“
Ein zweites Beispiel: Eine flüchtige Bekannte erzählt im Vertrauen von einer schweren Zeit. Eine weitere Frage wirkt unpassend. Stattdessen spiegelt ihr Gegenüber etwas Positives. Sie erzähle sehr anschaulich und setze Stimme und Gestik lebendig ein. Die Bekannte ist überrascht. Sie hielt sich selbst für jemanden mit Schwierigkeiten beim Reden. Eigene Wahrnehmung und Wirkung können sich stark unterscheiden. Nach so einem Gespräch ist die Beziehung oft deutlich enger.
7. Tipp: Hör auf, Dich selbst zu zensieren
Meist haben wir etwas zu sagen. Wir halten es nur zurück. Aus dem Improvisationstheater kommt eine Übung dagegen. Ihr sagt abwechselnd das erste Wort, das Euch einfällt. Das geht gut zu zweit.
Einer beginnt mit „Schreibtisch“. Der andere sagt „Arbeit“. Dann folgt „Ziel“, dann „Bogen“ und so weiter. Ihr bezieht Euch immer nur auf das letzte Wort. Das Ziel ist, den inneren Kritiker auszuschalten. Eine Assoziation gibt es immer. Nur wenn Dein Anspruch zu hoch ist, blockierst Du sie. Wie Du spontan reagierst, zeigt Dir auch unser Ratgeber zur Schlagfertigkeit.
Ein Gespräch elegant beenden
Guter Smalltalk hat auch ein gutes Ende. Niemand will in einem Gespräch festhängen. So verabschiedest Du Dich freundlich:
- Fasse kurz zusammen: „Schön, mehr über Dein Projekt zu hören.“
- Nenne einen Grund: „Ich hole mir noch etwas zu trinken.“ Oder: „Ich will noch kurz die Gastgeberin begrüßen.“
- Biete einen nächsten Schritt an: „Lass uns auf LinkedIn in Kontakt bleiben.“
- Stell jemanden vor: „Kennst Du schon Jana? Ihr habt ein ähnliches Thema.“
Smalltalk lernen mit Büchern, Kurs oder Coaching
Viele suchen nach Literatur oder einem Kurs zum Smalltalk lernen. Bücher geben Dir Ideen und Beispiele. Ein Kurs bietet Übungsräume mit anderen. Am meisten bringt aber die Praxis. Such Dir jede Woche eine Gelegenheit zum Üben. Das kann die Kaffeeküche sein, ein Vereinstreffen oder eine Fachveranstaltung.
Ein einfacher Übungsplan für vier Wochen:
- Woche 1: Stell in jedem Gespräch mindestens eine offene Frage.
- Woche 2: Bereite Antworten auf die vier Heimspielfragen vor und teste sie.
- Woche 3: Probiere jeden Tag eine der sieben Techniken aus.
- Woche 4: Sprich bewusst eine Person an, die Du noch nicht kennst.
Abschließende Worte zum Smalltalk-Guide
Smalltalk ist kein kleines Thema. Du weißt jetzt, dass es normal ist, wenn sich die Arbeit an der eigenen Kommunikation erst gestellt anfühlt. Du weißt, dass interessante Fragen entscheidend sind. Und Du kennst Techniken, um immer eine Antwort parat zu haben. Wenn Du bis hierher gelesen hast, hast Du Dir ein virtuelles High Five verdient.
Du willst im Vorstellungsgespräch und beim Networking souverän auftreten? In unserem Bewerbungscoaching üben wir den Gesprächseinstieg, Deine Selbstpräsentation und schwierige Fragen. Unsere Coaches haben einen Hintergrund im Personalwesen und kennen die andere Seite des Tisches.
Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.
