Netzwerken – der ultimative Guide zum Networking

Wann immer ich Vorträge zu dem Thema Netzwerken halte, sind sich viele einig: Netzwerken ist hilfreich, Netzwerken ist unglaublich wichtig für die Karriere und Netzwerken macht den Meisten keine Freude. Schließlich können einem dabei so viele Fehler passieren und dann fühlt es sich manchmal auch noch so dreckig an. Zum Glück muss das so nicht der Fall sein. Doch warum solltest du überhaupt Netzwerken? Wo findest du die richtigen Leute? Wie wirst du durch Netzwerken erfolgreicher?

Einige Zeit war ich 5-6-mal pro Woche auf verschiedenen Veranstaltungen, schließlich ist Netzwerken mein Hauptthema. Schnell lag es auf der Hand, dass die meisten Menschen nicht wissen, wie sie erfolgreich netzwerken und neue Kontakte knüpfen. Wenn Du das also beherrscht, hast einen riesigen Vorteil.

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Kann man Netzwerken lernen?

Tolles Netzwerken ist eine Fähigkeit, keine Charaktereigenschaft.  Ich wünschte, ich hätte so einen Artikel damals gelesen. Überraschenderweise wird einem nicht bewusst wie schlecht man im Netzwerken ist oder war, bis man sich mehr damit befasst. Softskills wie Netzwerken können wir genauso gut lernen, wie alle anderen Verhaltensweise. Am Ende des Tages, besteht gutes Netzwerken aus der Kapazität Nervosität zu überwinden, authentisches Interesse an Anderen zu haben und die Etiquette zu kennen.

Wann immer wir Gewohnheiten verändern, kann es sich erst einmal seltsam anfühlen. Zum Beispiel sobald du beim Netzwerken bewusst anders auf neue Menschen zugehst, ein Gespräch auf eine neue Art und Weise verlässt oder sonstige Tipps nutzt. Genauso wie bei der Gangschaltung im Auto kann es zuerst ungewöhnlich oder überfordernd sein. Es wirkt für dich „gestellt“, weil du daran denken musst. Das vergeht allerdings sobald es zu einer Gewohnheit wird. In dem ultimativen Guide zum Thema Smalltalk beschreibe ich die 4 Schritte des Lernens von Softskills näher.

Kann man als introvertierte Person gut Netzwerken?

Introvertiertheit wird häufig mit Schüchternheit verwechselt. Doch es gibt introvertierte Menschen, die unglaublich selbstbewusst und charismatisch sind. Bitte was? Charlene Johnson ist ein perfektes Beispiel. Sie ist Rednerin und echt selbstbewusst. Nach nur 2 Stunden Netzwerken trifft es sie wie ein Vorschlaghammer – genug, ich bin müde, ich will Nachhause gehen. Ab diesem Moment ist sie eine komplett andere Person und möchte einfach nur ein Buch lesen und alleine sein.

Extrovertierte Menschen dagegen, bekommen mehr Energie, wenn sie von Leuten umgeben sind. Sie mögen gerne große Menschenmassen, bleiben meistens länger beim Netzwerken und fühlen sich danach munter. Für introvertierte Menschen ist Netzwerken ein größerer Energieaufwand.

Ein Großteil der Menschen charakterisiert sich als schüchtern.  Schüchternheit kommt von dem Glauben, dass was wir sagen und wie wir es sagen nicht gut genug ist. Schulz von Thun beschreibt in seiner Buchreihe Miteinander reden, dass wir chronisch übertreiben, wie sehr uns andere verurteilen und bewerten.

Wenn du introvertiert bist, dann sind große Messen und Konferenzen nicht der ideale Ort zum Netzwerken für dich. Ziehe lieber kleine, private Veranstaltungen vor und mach dir keinen Druck. Außerdem hilft es ab und zu raus zu gehen und regelmäßig Pausen beim Netzwerken zu machen. Außerdem kannst du mehr interessante Fragen beim Smalltalk stellen und deine Stärken Empathie und Zuhören nutzen, die auch deine Energie schonen.

Was bringt mir Netzwerken?

Netzwerken im Beruf

“All things being equal, people will do business with and refer business to, those people they know, like and trust.” – Bob Burg

Eine Bekanntschaft kann alles verändern: Plötzlich ist die langersehnte Beförderung genau vor deiner Nase. Plötzlich hast du eine geniale Idee, die durch ein Gespräch entsteht. Plötzlich ermöglichen sich dir wundervolle Möglichkeiten, die du dir nie erträumt hattest.

Wir machen lieber Geschäfte mit Menschen, die wir kennen, mögen und denen wir vertrauen. Was ich am erstaunlichsten finde ist, dass es fast immer einen Preis für die Öffentlichkeit gibt und dann einen komplett anderen Preis für Freunde und Bekannte. Außerdem wissen wir alle, dass ein Großteil der Jobs schon vergeben ist, bevor sie überhaupt ausgeschrieben sind. Ehrlich gesagt bin ich mir sicher, dass einem Teil von dir klar ist, dass Netzwerken dein Leben sehr positiv verändern kann und echt ist. Warum würdest du sonst diesen Artikel lesen? 

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Die 20-30 Sekunden Regel

An manchen Tagen wird dir Netzwerken einfacher fallen, als an anderen. Das ich völlig normal, und nur weil du mal einen Abend hast, an dem du mit niemanden so richtig ins Gespräch kommst, heißt das nicht, dass du keine charismatische Persönlichkeit sein kannst. Netzwerken ist eine Fähigkeit. Es geht nicht darum ständig der Mittelpunkt des Geschehens zu sein. Sei mit dir selbst geduldig und du wirst eine tolle Zeit haben.

Charlie Houpert, der Autor von Charisma on Command, sagt, dass er die 20-30 Sekunden Regel nutzt. Wenn er nicht in der Stimmung ist super sozial und freundlich zu sein, lehnt er sich zurück und lässt die Arme herabhängen. Er hört auf zu sprechen, zu lächeln und steht einfach nur da, ohne auf sein Handy zu schauen.

Oft sind wir schüchtern, weil wir denken, dass was wir sagen nicht wichtig sind, oder wir nicht interessant genug sind. Damit gibt er sich die volle Erlaubnis die langweiligste Person im ganzen Raum zu sein. Innerhalb von 20-30 Sekunden langweilt er sich aber selbst so sehr, dass er oft von sich aus wieder motiviert ist mit anderen zu reden.

Ein Netzwerk musst du haben, bevor du es brauchst

„The best time to plant a tree is 20 years ago. The second best time is now.” – Chinesisches Sprichwort.

Netzwerken ist Landwirtschaft, keine Jagt. Wir können ein Netzwerk als eine langfristige, tolle Investition sehen. Natürlich wird es am Anfang etwas Arbeit, die ersten Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufrechtzuerhalten. Von nichts kommt nichts. . Die guten Neuigkeiten sind, wenn du es richtig machst, wird es wahrscheinlich die beste Investition, die du je machen kannst.

Ich beschreibe ein Netzwerk oft wie ein Sicherheitsnetz oder Trampolin in einem Zirkus. Wenn jemand in schwindelerregende Höhe auf einem Seil balanciert, wann würde er das Sicherheitsnetz aufspannen? Während er fällt oder bevor er überhaupt hochgeht? So einleuchtend es klingt, ist es doch nicht die Regel. Manche denken immer noch, dass sie anfangen zu netzwerken, sobald sie den Job suchen, nicht mehr in der Karriere vorankommen oder bestimmte Kontakte brauchen.

Nach einer Vorstellungsrunde auf einer Veranstaltung kam jemand neugierig auf mich zu. Er stellte mir mehrere Fragen zu meiner Arbeit und sagte, dass er Coaching und Training auch toll finde. Im gleichen Atemzug fragte er mich, ob er meine Stelle haben könne oder ob ich in einem Unternehmen empfehlen könnte. Ist es eine gute Idee andere beim Netzwerken gleich nach Jobs zu fragen – Nein.

Wenn du jetzt  denkst, dass Netzwerken gerade nicht so wichtig für dich ist, dann kann ich dir versichern: jetzt ist der richtige Zeitpunkt.Hätte er schon vor einigen Monaten die Beziehung aufgebaut und in die Beziehung investiert, hätte ich ihm gern geholfen einen Job in dem Bereich zu finden. Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt.

Die besten Netzwerker sind die größten Helfer

Networking heißt helfen

„Building real relationships is about investing in them first, figuring out what they want and love, and then helping them get it — NOT instantly expecting a magical job offer. In fact, most of the “networking” you do will simply be helping people and getting nothing back in return.“ – Ramith Sethi, bestselling author „I will teach you to be rich“

Mario Paladini, Founder und CEO von Club GLOBALS erzählte mir in unserem Interview,  dass die Vorteile des Networking intrinsisch sind. Wenn du Menschen hilfst gibt dir das Energie. Es ist eine win-win Situation für alle – fast wie eine Droge. Um erfolgreich zu sein beim Networking ist es wichtig die Einstellung zu haben, dass du etwas geben möchtest.

Dagegen haben die Meisten eine Nehmermentalität. Menschen riechen Gier sofort, beschreibt Mario. Entspannt dich. Du musst einfach aufmerksam sein und herausfinden was der anderen Person helfen könnte. Gib ihnen deinen Elevator Pitch, finde heraus wo ihr Gemeinsamkeiten habt und ob ihr kooperieren, oder einander helfen könntet. Ich helfe immer zuerst und dann erst bitte ich um einen Gefallen. Mario hält inne und gibt zu: Es ist schon irgendwie etwas Egoistisches. Aber das ist nicht etwas Schlechtes. Du gibst etwas und du kriegst es auf irgendeine Weise zurück. Manchmal viel mehr als du dir erhoffst. Nicht immer, aber sehr oft.

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Schritt 1: Hilf anderen in deinem Netzwerk

Netzwerken nur Glückssache?

“Luck is preparation meeting opportunity“ – Oprah Winfrey

Die meisten Menschen denken sich was bringt mir das? Oder was kann ich von dieser Person bekommen? Die wenigsten denken was kann ich dieser Person bieten? Wie kann ich ihr helfen? DieHelfermentalität wird deinen Fokus auf die andere Person legen und dadurch wirst du selbstsicherer und freundlicher sein. Wenn du anderen hilfst, ohne direkt etwas zurück zu verlangen, fühlt sich das manchmal an, als würdest du eine Reihe an unbekannten Pflanzen sähen. Du weißt nicht ob sie sprießen werden, du weißt nicht, wie sie aussehen werden, aber das ist das Tolle daran. Du erwartest vielleicht nur eine kleine Blume, doch daraus wird ein großer, schöner Kirschbaum.

Am Ende des Tages ist es ein gesundes Geben und Nehmen. Stell dir vor ein guter Freund macht dir ein wunderschönes Geschenk und ermöglicht dir zwei Wochen Traumurlaub. Wie würdest du dich fühlen, wenn er dir nicht einmal ermöglich einen Kuchen an seinem Geburtstag zu backen? Wir haben eine intrinsische Motivation zurückzugeben – Robert B. Cialdini nennt es Reciprocity.

Beziehungen sind also niemals einseitig. Geben und Nehmen sind zwei Hälften derselben Medaille. Es ist nicht hilfreich zu nehmen, ohne zu geben. Doch im Umkehrschluss ist es auch destruktiv immer nur zu geben, ohne anderen die Chance zu geben, sich zu revanchieren. Je mehr du anderen hilfst, desto mehr wirst du eine langfristige Beziehung aufbauen und selbst mehr Unterstützung bekommen.

Wenn es nicht allzu viel Aufwand für dich ist, suche dir die Leute nach ihrem Charakter aus und helfe ihnen. Die Frage, die ich jeder Person stelle, mit der ich ein tolles Gespräch hatte und in Kontakt bleiben möchte, ist: Was würde dir helfen? Oder wie kann ich dir helfen? Je mehr du dein Netzwerk ausbaust, umso eher wird dir eine Möglichkeit einfallen jemanden einen Gefallen zu tun. Die Betonung liegt auf dem Tun. Viel versprechen aber nichts machen ist sinnlos und zerstört den Ruf.

Schritt 2: Lass dein Netzwerk dir helfen

Wenn ich jetzt die Menschen in deinem Netzwerk fragen würde, wie sie dir helfen könnten – könnten sie wirklich klar sagen, was sie tun könnten? Die meisten wissen selbst nicht, was ihnen helfen würde. Doch wie sollen andere dir helfen, wenn du es selbst nicht in Worte fassen kannst? Unbewusst machen wir es anderen ziemlich schwer uns von sich aus einen Gefallen zu tun.

Einer meiner guten Freunde kam auf mich zu und sagte: Marina, sag mit bitte wie ich dir helfen könnte. Ich bin so dankbar für deine Hilfe, ich möchte das einfach irgendwie zurückgeben. Das hat er von sich aus übrigens mehr als erreicht. Häufig werden Leute aber nicht so direkt fragen, wie sie dir helfen können.

Die Lösung: Geoff Woods beschreibt in seinem Mentee Podcast, dass er bei seiner Vorstellung auch nennt, was ihm helfen würde. Und zwar nicht aufdringlich – sondern einfach nebenbei. Du kannst es auch während eines normalen Gespräches machen: Hey, ich suche gerade nach Möglichkeiten auf Konferenzen zu sprechen. Falls ihr zufällig über eine Möglichkeit stolpert, sagt mir einfach Bescheid, ich würde mich freuen. Und nach diesen Worten kannst du einfach das nächste Thema anreißen.

Du machst es damit einfach für andere dir zurückzugeben, ohne sie in eine Zwickmühle zu bringen, in der sie sich schuldig fühlen etwas zu machen. Viele werden motiviert sein dir etwas Gutes zu tun, wenn du dich als aufmerksame und helfende Person herausstellst.

Wo kann ich Netzwerken?

Jayson Gaignard, Founder von Mastermindtalk hat das tolle Sprichwort: Wenn du die klügste Person im Raum bist, bist du im falschen Raum. Auf welche Veranstaltungen du gehst, sollte komplett davon bestimmt sein, nach welchen Menschen du suchst.

Erst einmal möchte ich klarstellen, dass wir ständig beim Netzwerken sind. Jedes Mal, wenn du neue oder alte Bekannte wieder siehst oder neue Menschen triffst, bist du am netzwerken, ohne es zu merken. Tolle Netzwerker machen das aber bewusst und erhalten durch ihr Netzwerk mehr Möglichkeiten und Vorteile. Warum willst du überhaupt zu der Veranstaltung? Was wäre idealerweise das Resultat der Stunden, die du in dieses Event investierst?

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Wo kann ich Netzwerken?

  • Treffen unter Freunden
  • Geburtstage
  • Hochzeiten
  • Feiern von Freunden
  • An der Universität, unter Alumnis
  • Workshops, Seminare und Reden
  • Kongresse und Messen
  • Vereine und Verbände
  • Sport und Freizeitaktivitäten
  • Unternehmensveranstaltungen

Webseiten:

  • Meetup – lokale Gruppe zu den verschiedensten Themen. Oft kostenlos.
  • Internations – eine internationale Community mit Veranstaltungen in vielen verschiedenen Ländern.
  • Club Globals – Events für Professionals.
  • Eventbrite – Eventplattform für Workshops, Konferenzen bis hin zu Feiern.
  • Facebook – Veranstaltungen können über die richtigen Gruppen gefunden werden.
  • XING / LinkedIn – haben auch eine Übersicht von Veranstaltungen
  • Actify – eine recht neue App mit Freizeitaktivitäten

Wie suche ich die richtigen Veranstaltungen zum Netzwerken aus?

Sei bereit für gutes Netzwerken auch mal Geld zu investieren
Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit du auf Veranstaltung verbringst, sondern wie qualitativ sie sind. Du wirst andere Menschen auf Veranstaltung treffen, die bezahlt sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass du gleich mit teuren Kongressen anfangen musst. Sieh Netzwerken als eine Investition.

Gehe nicht wegen den Vorträgen hin
Die wichtigsten Momente entstehen in der Kaffeepause oder im Flur, während sich alle anderen von einem Redner beschallen lassen. Ja, das sage ich, obwohl ich selber Workshops leite. Besonders, wenn der Vortrag nicht unglaublich exklusiv und interessant ist, nutze die Zeit lieber um mit anderen zu reden. Einen Großteil der Informationen kriegst du heutzutage eh über YouTube und Google.

Pluspunkte für Vorstellungsrunden, Pausen und kurze Reden
Sollte es bei einer Veranstaltung eine Vorstellungsrunde geben, nimm Zettel und Stift mit. Es ist erstaunlich wie viele Leute komplett abgelenkt bei Vorstellungsrunden dasitzen. Dabei ist das die beste Zeit, um herauszufinden mit wem du später noch reden möchtest.

Ebenfalls sind Veranstaltungen mit kurzen Impulsvorträgen hilfreich. Denn dann gibt es einen einfachen Weg, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Außerdem sagte das Thema des Impulsvertrages etwas über die Teilnehmer und deren Interessen.

Warum 90% der Menschen ihre Zeit beim Netzwerken verschwenden

Erstaunlich viele meiner Coaches sagen, dass sie zwar viele Gespräche an einem Abend haben, die Verbindung nach dem ersten Treffen jedoch abbricht. Visitenkarten schütten bei einigen Menschen erstaunlich viel Dopamin aus. Wir können einen Haufen von Visitenkarten sammeln, jedoch haben wir dann nur lose Kontakte, die uns absolut nichts bringen. Der Unterschied zwischen einem Kontakt und einer Beziehung ist das Vertrauen.

Ich teilte mit einem Journalisten den Tipp: Habe das Ziel eine Person zu finden, mit der du langfristig in Kontakt bleiben möchtest. Konzentriere dich darauf die Beziehung stark genug aufzubauen, damit sie das erste Treffen überdauert. Der Journalist, nennen wir ihn Tim, hatte sich bis zu dem Zeitpunkt schon als einen tollen Netzwerker gesehen – schließlich ist das zum Teil sein Job. Beim nächsten Treffen sagte er mir – „Ich dachte erst mal ich werde weniger Netzwerken, wenn ich nur nach einer Person pro Veranstaltung suche. Doch jetzt finde ich plötzlich jedes Mal eine tolle, neue Bekanntschaft, durch die sich neue Möglichkeiten ergeben!“

Statt viele Visitenkarten zu sammeln, die eh in der Schublade landen, finde auf jeder Veranstaltung eine Person, mit der du wirklich in Kontakt bleiben möchtest. Verbringe genug Zeit mit dieser Person, damit die Beziehung das erste Treffen überdauert.

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Nutze deine Zeit sinnvoll beim Netzwerken

Lass uns nicht unsere Zeit nicht mit Schlangen am Buffet und Warten an den Toiletten verschwenden. Als Grundregel lohnt es sich vor einer Veranstaltung und vor dem Netzwerken zu essen, denn der Fokus sollte nicht das Jagen von kleinen Häppchen sein. Die klügsten Menschen handeln antizyklisch. Wenn es in der Pause Snacks gibt, dann nimm dir eine Hand voll mit in den nächsten Vortrag, statt in der Pause zu essen. Wenn du unbedingt auf die Toilette musst, dann versuche es während des Vortrages zu machen, nicht während des Netzwerkens.

Strategisches Netzwerken – so knüpfst du die richtigen Kontakte

Ein Teilnehmer bei einem meiner Workshops fragte mich: „Wenn ich das Ziel habe nur eine Person wirklich kennenzulernen, heißt das, ich muss mit dem Erstbesten eine Stunde reden? Nein, natürlich nicht! Ganz im Gegenteil. Um jemanden zu finden, der wirklich zu dir passt, musst du vielleicht zuerst mit 10, 20 oder sogar 30 Menschen sprechen, die zwar ganz nett sind aber nicht die eine Person. Das ist ganz normal und wird sich auch lohnen. Nun, wie finden wir die richtige Person auf einer Veranstaltung? Hier eine Analogie, um dies zu beschrieben.

Stell dir vor du kommst in einen Einkaufsladen. Was machst du als Erstes? Du schaust dich um und entscheidest zu welchen Klamotten du gehen möchtest.Du lässt dir Zeit, genauso bei einem Event. Bleib stehen und komm erst mal an, schau dich ruhig um. Such dir bewusst an, zu welcher Gruppe du gehen möchtest.

Jetzt wo du eine Abteilung ausgesucht hast, schaust du die Kleidungsstücke schnell durch und schaffst dir einen kurzen Eindruck, was passen könnte. Beim Netzwerken schaffst du dir den ersten Eindruck, indem du die Leute in einer Gruppe kurz kennenlernst und entscheidest, mit wem du gerne unter vier Augen sprechen würdest.

Wenn dir etwas gefällt, dann probierst du es an. Das bedeutet, wenn du in einer Gruppe bist und eine der Personen einen tollen Eindruck auf dich macht, dann versuchst du eins-zu-eins mit der Person zu reden. Das ist häufig die einfachste und effektivste Art jemanden wirklich kennenzulernen. Bitte lass deine Klamotten beim Netzwerken an ;).

Souverän statt hektisch

Natürlich sollten wir beim Netzwerken nicht übertreiben. Hektisch von einer Gruppe zur anderen durch den Raum zu rennen, macht einen schlechten Eindruck. Gezielt, nicht gedrängt ist das Motto. Ein guter Freund, Jens, sagte mir mal. „Auf den ganzen bezahlten Veranstaltungen zu denen ich gehe, haben viele Leute einen Wahn schnell viele Kontakte beim Netzwerken zu knüpfen. Es ist schwer nicht selber hektisch zu werden.“ 

Im Buch The Charisma Myth beschriebt Olivia Fox diese Technik: Stell dir vor du gibst all die Verantwortung an eine dritte Instanz ab. Was passiert hat alles einen guten Grund und liegt nicht in deiner vollen Verantwortung. Der Abend wird so verlaufen, wie er soll und du wirst die richtigen Menschen kennen lernen. Es ist ebenfalls hilfreich das Netzwerken wie ein Spiel anzusehen. Du schaust einfach was passiert und alles ist Feedback, kein Fehler. 

Sollte ich mich aufs Netzwerken vorbereiten?

Bereite Dich vor aufs Netzwerken

„Prior Proper Planning Prevents Piss-Poor Performance“ – Keith Ferrazzi, Autor von „Never eat alone“

Um die richtigen Menschen zu finden, schau dir schon vor der Veranstaltung die Gästeliste an und speichere Fotos auf deinem Handy. Der Raum war voll von Menschen, die am Netzwerken waren. Ich sah Mario, der an der Bar stand und auf sein Handy schaute. Frech stupste ich ihm mit dem Ellenbogen in die Seite. Hey du Netzwerkgenie, weg mit dem Handy! Er lachte und erklärte mir, dass er das ganz bewusst tut. Ich recherchiere die Leute auf der Gästeliste davor und speichere die Fotos von Menschen, die ich kennenlernen möchte, auf meinem Handy. So erkenne ich sie während der Veranstaltung.

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Warmmachen fürs Netzwerken – nicht nur etwas für Schüchterne

Ich war in Estland für eine Konferenz und einer der charismatischsten Menschen dort sagte zu mir: „Wenn ich in einen Raum voller Menschen komme und netzwerken muss, dann weiß ich gar nicht wohin mit mir. Ich habe das Gefühl, dass ich mich erst einmal aufwärmen muss, bevor ich mit vielen neuen Leuten netzwerke.“ Es war erstaunlich das von jemandem zu hören, der oft den Mittelpunkt der Party darstellt.

Wie ein Sprinter sich vorher aufwärmt, so kannst du selbst es erst mal langsam angehen. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht darauf ankommt, ob du dich sofort selbstbewusst und wohl fühlst. Am Anfang kannst du einfach mit jedem reden. Das bedeutet, du kannst auf ein bekanntes Gesicht zugehen, dich mit dem Veranstalter unterhalten oder einfach ein oberflächliches Gespräch an der Bar haben – ohne Druck. Es geht nicht darum gleich toll zu netzwerken, sondern in eine soziale Stimmung zu kommen.

Eines der Vorteile dieser Einstellung ist, dass du nicht so schnell aufgibst. Hattest du je das Erlebnis, dass am Morgen einige Sachen schief liefen? Ich habe schon öfters mal vergessen meine Tasse unter die Kaffeemaschine zu stellen. Bei meiner Rückkehr durfte ich Morgensport machen und alles wieder schön aufwischen. So etwas kann mal passieren. Was jedoch entscheidend ist, ist die Frage: Versaut es dir den Tag? Es ist einfach von einer kleinen Situation zu schließen, dass heute einfach nicht dein Tag ist.

Genauso kann eine einzige, ungeschickte Unterhaltung am Anfang des Abends, alles ruinieren. „Ach, das ist einfach nicht die richtige Veranstaltung für mich. Ich verstehe mich mit diesen Leuten nicht. Heute fühle ich mich einfach nicht selbstbewusst“. Alles Personifizierungen und Generalisierungen, die unser Gehirn spinnt, sobald es auch nur den winzigsten Anlass hat. Wenn wir erwarten, dass die ersten Gespräche einfach nur zum Warmwerden sind, dann verhindern wir diese gefährliche Schlussfolgerung.

3 einfache Wege, um auf neue Leute beim Netzwerken zuzugehen

Ich persönlich suche mir einfach auf der Veranstaltung jemanden aus und gehe direkt auf die Person oder die Gruppe zu. Das hinterlässt bei den meisten einen sehr selbstbewussten Eindruck, doch es benötigt auch eine gute Portion Mut und fließenden Smalltalk. Nach dem Interview mit Mario ziehe ich ab jetzt drei weitere Optionen in Betracht, die etwas diskreter und strategischer sind und die ich dir ebenfalls empfehlen kann.

Plan A: Lass dich beim Netzwerken von einem Freund vorstellen

Als Beispiel findest du auf der Gästeliste einen HR Manager namens Samuel, der auf LinkedIn schon sehr interessant schien und den du kennenlernen möchtest. Nun beobachtest du, ob jemand mit ihm redet, den du kennst.

„Ich sage nicht direkt „Hi“ zu der fremden Person, die ich kennenlernen möchte. Stattdessen sage ich „Hallo“ zu meinem Bekannten, der neben ihm steht. Dann stellt mich mein Bekannter vor. Menschen respektieren dich so einfach mehr.” Wozu das Ganze? Keith Ferazzi, Author von “Never eat alone”, bringt es in seinem Onlinekurs auf den Punkt: dadurch bist du vorausgewählt. Wenn ihr einen gemeinsamen Kontakt habt baut das schneller Vertrauen auf.

Plan B: Frag den Veranstalter oder die Sponsoren

Wenn niemand von deinen Freunden dich persönlich vorstellen kann oder du gar niemanden auf dem Event kennst, frag Veranstalter oder Sponsoren. „Als Host ist es mein Job Menschen einander vorzustellen“, begründet Mario. „Sag mir einfach, wen du kennenlernen möchtest und ich stelle dich gerne jemandem vor.“

Plan C: Gehe diskret auf jemanden zu

Sind die zwei anderen Pläne nicht möglich, geh auf die Person zu, wenn er oder sie grade an der Bar oder am Buffet steht. Dann kannst du ein wenig über das Essen und die Getränke reden und „Ah, nebenbei – mein Name ist…“. So leitest du ein Gespräch ein, das wie ein Zufall wirkt.

Wozu das Ganze? Wenn du quer durch den Raum läufst, nur um mit der Person zu reden, kann das seltsam wirken und dich in den niedrigeren Status rücken. Trefft ihr euch an der Bar, dem Buffet oder vor einem Plakat, dann scheint es ein Zufall gewesen zu sein und ihr seid auf Augenhöhe. „Schließlich möchten Menschen ihre Zeit mit Menschen auf dem gleichen Level verbringen.“ Das ist übrigens auch eine Vorgehensweise, die Ex-Agent Leo Martin empfiehlt. Am besten man geht nicht frontal auf eine einzelne Person zu, sondern von der Seite. Dadurch wirkt es nicht so geplant. Frühzeitiger Augenkontakt funktioniert eher beim Flirten oder, wenn man auf eine Gruppe zugeht. Ach – das ist ja schon das nächste Thema…

Selbstbewusstes Netzwerken mit Gruppen in 3 Schritten

„Beeindruckend, dass du einfach von Grüppchen zu Grüppchen gehst. Du scheinst hier echt viele Menschen zu kennen“ – sagte eine Frau zu mir.
„Nicht ganz, bis auf 2 Personen kannte ich am Anfang des Abends niemanden hier- Simon und Alex.“
„Ach was?“,
 sagte sie verblüfft, „Das wäre mir nie aufgefallen.“

Einer meiner Coachees beschrieb mir, dass er sich manchmal zu Gruppen dazustellt und dann eine ganze Weile nichts sagt, weil es sich manchmal nicht ergibt. Nachdem er längere Zeit einfach nur beobachtet verlässt er peinlich berührt das Gespräch. Kein schönes Erlebnis.

Auf eine Gruppe komplett fremder Menschen zu zugehen ist etwas, was ich früher niemals gemacht hätte. Das größte Hindernis war auch die Technik, wie man dies überhaupt machen soll. Für einige bedeutet Netzwerken immer einen innovativen, neuen Spruch auf den Lippen zu haben. Wenn ich auf neue Gruppe zugehe, sieht es in der ersten Minute immer recht ähnlich aus, weil es einfach funktioniert. Je nach Situation nutze ich ein paar Variationen, andere Scherze oder Fragen doch allgemein ist es recht konsistent.

Hätte ich nicht diese Vorgehensweise, die erprobt und erfolgreich ist, würde es viel Mut, Willenskraft und vielleicht 2 Gläser Wein brauchen, damit ich mich auf das wackelige Eis des Smalltalks wagen würde. Damit du nicht deine ganze Willenskraft aufbrauchst, geschweige denn Alkoholiker wirst – hier 3 Schritte, mit denen du selbstbewusst auf eine Gruppe zugehst.

Netzwerke mit offenen Gruppen

Eine offene Gruppe hat einen Platz für eine weitere Person. Wenn zwei Personen sich direkt gegenüberstehen, dann möchten sie wahrscheinlich ungern gestört werden. Stehen sie jedoch in einer V-Form und zeigen die Oberkörper leicht auf einen gemeinsamen, dritten Punkt, dann ist es einfach sich dieser Gruppe anzuschließen. Eine Dreiergruppe würde sich so aufstellen, dass eine vierte Person die Konstellation zu einem Quadrat ergänzen würde.

Dieses Verhalten können wir übrigens selber beherzigen. Wenn wir die Unterhaltung privat halten wollen, können wir uns vor die Person stellen. Ist das nicht der Fall, können wir das Gespräch bewusst öffnen und es einfach für andere machen, dazuzukommen.

Gehe bewusst auf die Gruppe zu

Geh langsam auf die Gruppe zu und versuch mit einigen der Gruppenteilnehmer Augenkontakt aufzunehmen. Das fühlt sich ein wenig an, als würde ich in einem Dokumentarfilm die Jagd eines Tigers beschreiben, doch es funktioniert. Das Anpirschen sorgt dafür, dass die Leute in der Gruppe aufmerksam auf dich werden. Was wir unbewusst machen, wenn wir Menschen sehen, die wir kennen oder denen wir freundlich gesinnt sind, ist der „Eye-brow flash“. Dabei ziehen wir kurz unsere Augenbrauen nach oben und lächeln gleichzeitig. Diese Geste wird von Vanessa Van Edwards als ein hilfreiches Tool beschrieben, um sofort einen freundlichen Eindruck zu machen, da sie ausdrückt: Ich habe dich gesehen und ich erkenne dich an.

Eisbrecher fürs Ansprechen

Hält der Sprechende in der Gruppe inne und du hast die Aufmerksamkeit, kannst du folgendes sagen:
„Oh entschuldigt bitte, ich wollte gar nicht unterbrechen.“ – zeigt, dass du höflich bist und die Gruppe respektierst.
„…Ihr scheint sehr sympathisch zu sein.“ – optional nur sagen, wenn es stimmt.
„…Ich heiße …“, damit schüttelst du allen die Hand.
und fragst zum Beispiel „Worüber habt ihr gerade gesprochen?“ –  das sorgt dafür, dass niemand das Gefühl hat, du hättest gerade ein spannendes Thema beendet.

Andere Standardfragen die du nutzen kannst sind:
Woher kennt ihr euch? (ich will all die Insiderinfos)
Oder wie seid ihr hierher gekommen?

Wenn die anderen weiterreden, dann vermeide lange das 5.te Rad am Wagen zu sein. Du kannst erstmal zuhören und nonverbal teilnehmen indem du nickst oder mit deiner Mimik reagierst. Auch kleine Ausrufe wie „Aha, interessant. Mhm. Ja“ können angebracht sein. Dadurch machst du auf dich Aufmerksam und es ist wahrscheinlich, dass dich jemand fragt wer du bist.

Wenn die Gruppe mitten in einem interessanten Gespräch ist, was du nicht nachvollziehen kannst, dann kannst du jemandem ins Wort fallen. Dabei könntest du einige Schlagwörter der letzten Sätze nennen: Moment einmal-  Tierärzte, HTML Codes und Gummi – worum geht es hier genau? Zum einen zeigt es, dass du zuhörst und es erklärt den anderen, warum es schwer ist der Unterhaltung ad hoc zu folgen. Außerdem sorgt das oft für einen Lacher.

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Die richtigen Kontakte beim Netzwerken knüpfen

Manchmal wird geraten, sich bestimmte Berufsgruppen aufzuschreiben, nach denen man sucht. In manchen Büchern zu dem Thema Netzwerken gibt es sogar ganze Listen, nach denen man sein Netzwerk beurteilen soll. Dort muss man ausfüllen, ob man mit einem Arzt befreundet ist, einen Notar in seinem Netzwerk hat und einen DJ kennt. Ob das so sinnvoll ist? Ich bezweifle es.

Welche Leute du in deinem Netzwerk brauchst, kann man schwer verallgemeinern.  Für den einen wäre ein Anwalt wichtig, für den nächsten eher wenig.

Allgemein sind Multiplikatoren bei Weitem die wertvollsten Kontakte, die du machen kannst. Das sind Menschen, die selbst Networker sind und ihr Wissen, ihre Ressourcen und hilfreiche Kontakte gerne teilen. Manchmal kennt die Person jemanden, den du kennenlernen möchtest und das ist schon die halbe Miete.

Unser Netzwerk muss vielfältig sein. Darüber spricht Alexander Wolf in seinem Buch zum Thema Netzwerken. Es kann also genügen einen Anwalt zu kennen, fünf Anwälte zu kennen ist jedoch sinnlos, wenn man nicht in den Bereich arbeitet.

Wir können andere nur nach ihrem Einfluss auf uns beurteilen. Daniel Goleman beschreibt das in seinem Buch „Soziale Intelligenz“. Geteilte Werte und gegenseitige Unterstützung sollten deshalb höchste Priorität haben. Dafür hier ein Beispiel.

Eine neue Art von Netzwerken: Netfriending

Gestern kam eine Workshopteilnehmerin nach einigen Monaten auf mich zu, weil wir zufällig auf der gleichen Veranstaltung waren. Sie sagte mir, dass das folgende Konzept ihr dabei hilft souveräner und freundlicher beim Netzwerken zu sein. Netfriending nenne ich diese authentische Art zu Netzwerken.

Es geht darum den Charakter, die Werte und das Potenzial der Person zu sehen. Beim Netfriending betrachtet man einen Menschen als Ganzes, nicht nur als die Möglichkeiten oder als die Vorteile, die man durch die Beziehung erhalten kann.

Beim Netfriending liegt der Fokus auf dem Aufbau einer langfristigen Beziehung und Freundschaft. Die Leitfrage ist: „Möchte ich diese Art von Person in 6 Monaten noch in meinem Leben haben?“

Netfriending ist immer basierend auf der Helfermentalität. Zuerst sind wir nützlich für die andere Person, bevor wir einen Nutzen ziehen. Dadurch fühlen sich beide Seiten wohl und es ist fair. Genau das mache ich durch das Erstellen der Blogartikel. Das Schönste daran ist, dass wir mit einer ganz anderen Einstellung auf Menschen durch diese 3 Punkte zugehen. Du bist plötzlich kein Bittsteller, sondern jemand der etwas beiträgt und nach Wegen sucht andere zu unterstützen. Das macht dich sofort selbstbewusster, denn es ist nicht egolastig. Hier ein Beispiel, wie Netfriending aussehen kann:

Ein Beispiel warum Netfriending das bessere Netzwerken ist

Als ich vor ungefähr einem Jahr einen Workshop gehalten habe, lernte ich davor zufälligerweise Christoph kennen. Wir verstanden und super und erzählte mir, dass er seit ungefähr sechs Monaten von seinem Job pausierte. Deswegen war er in Berlin gerade nur auf der Durchreise. In wenigen Tagen würde er wieder zurück in Amsterdam sein. Es gab keinen klaren Weg, etwas „aus ihm zu bekommen“. Das war schließlich auch gar nicht mein Ziel. Wir teilten viele Interessen und Werte und deswegen entschied ich mich ihm Berlin zu zeigen und einige Leute vorzustellen.

Nach zwei Wochen klingelte mein Telefon: „Marina, ich eröffne eine Startupschool in Spanien und suche noch eine Trainerin, welche Workshops hält. Alles wird bezahlt, du bekommst ein 180 m² Apartment und es ist direkt am Meer. Hast du im Oktober Zeit?“. Ich konnte es gar nicht glauben. Verblüfft blinzelte ich mehrmals und stotterte ein „Ja“. Das wäre niemals passiert, hätte ich Christoph nur danach beurteilt, was er mir auf den ersten Blick bieten kann. Wir wissen nie, wer wen kennt. Wenn du ethisches, richtiges Netzwerken nutzt ergeben sich auch für dich diese Vorteile. So sah es übrigens dort aus.

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Durch Authentizität erfolgreich Netzwerken

In „Build to Last“ beschreibt Jim Collins, was visionäre Unternehmen von normalen Unternehmen unterscheidet. Eine seiner Erkenntnisse ist, dass erfolgreiche Unternehmen ihre Werte klar darstellen. Dadurch gibt es in Unternehmen wie Nordstorm, IBM und 3M nur wenige Grauzonen à la: Ja, es ist eigentlich nichts für mich, aber ich bleibe hier mal trotzdem, weil es komfortabel ist.

In visionären Unternehmen mag man es als Arbeitnehmer, fühlt sich zugehörig und genau richtig oder aber man ist raus. Wer nicht richtig passt, wird aktiv von der Kultur vertrieben. Weniger als absolut zufrieden und absolut ambitioniert wird nicht akzeptiert. Erfolgreiche Unternehmen schrecken deswegen Mitarbeiter ab, die nicht besonders gut hineinpassen. Im Umkehrschluss ziehen sie genau die Menschen an, die wirklich leidenschaftlich sind und sich mit dem Unternehmen assoziieren.

Dieses Prinzip kann man wunderbar auf Netzwerken beziehen. Wenn wir nun wissen, dass wir Menschen anziehen, die so sind wie wir, dann können wir dies nutzen. Was sind drei Sachen die dich ausmachen? Hier ein Beispiel, wie die Authentizität umgesetzt werden kann:

Die Folgen von Authenzität

Ich saß bei einem Dinner im Soho-Haus Berlin neben einem Unternehmer, anscheinend ist ja jeder Zweite heutzutage CEO in Berlin. Naja, er redet wie ein Wasserfall und ich hörte zu, mit einigen kurzen Kommentaren. Nach ca. 30 Minuten Reden hält er inne. „Danke für dieses tolle Gespräch, Marina, das macht echt Spaß“. Mein Schmunzeln musste ich aktiv unterdrücken, „ich habe ja wohl nicht mehr als 7 Sätze gesagt“. Das passiert ständig, wenn man Menschen ordentlich zuhört.

„Aber jetzt erzähl mir doch mal von dir“, sagt erJetzt wird es spannend. Statt nur auf das geschäftliche einzugehen, begründe ich meine Berufung als Coach mit meiner Freude an Sachbüchern. Ich erzähl ihm über meine verrückte Paleo-Ernährung, Fitness und große Ambitionen. Alles was ich vor einigen Monaten nie aktiv gesagt hätte. Er schaut mich an mit zusammengezogenen Augenbrauen: Ich denke du musst echt mal einen Gang runterfahren. – Zack, ein metaphorisches Brett fliegt mir ins Gesicht.- Autsch. Die Unterhaltung verläuft im Sand.

Für 1-2 Minuten stochere ich bewusst angestrengt in meinem Lachsfilet bis jemand mit auf die Schulter tippt. „Hi, Natalia mein Name – entschuldige, ich habe das Gespräch überhört und wollte dir sagen: Von dem was ich mitbekommen habe, ist er ein Idiot.“ Wir lachen beide und Natalia erzählt mir von all den Gemeinsamkeiten, die wir haben. Ein langes, enthusiastisches Gespräch wird entfacht und am Ende finde ich heraus, dass sie der CEO deines großen Technologieunternehmens ist.

Um die 5% an Menschen zu finden, die wir wirklich in unserem Leben haben wollen, müssen wir so authentisch sein, sodass wir die ungewollten 95% gar nicht erst anziehen.

Wie du beim Netzwerken die richtigen Kontakte anziehst

Wir umgeben uns automatisch lieber mit Menschen, die uns ähnlich sind. Deswegen werden wir automatisch auch die Leute anziehen, die ähnliche Wertvorstellungen, Ambitionen und Verhaltensweisen haben. Darren Hardy, Publisher des „Success Magazines“ beschreibt einen 2-Schritte-Prozess.

  • 1
    Überleg dir was für Menschen du in deinem Netzwerk haben möchtest. Was für einen Lifestyle haben sie? Was machen sie beruflich? Was machen sie persönlich? Wie verhalten sie sich?
  • 2
    Überleg dir was für eine Person du werden musst, damit diese Menschen gerne mit dir Zeit verbringen. Dabei geht es nicht um dein Gehalt oder deine Errungenschaften. Viel wichtiger ist deine Einstellung und dein Umgang mit anderen.
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Ein Beispiel, wie du die richtigen Menschen anziehen kannst

Für eine gute Freundin von mir ist Gesundheit die höchste Priorität und deswegen möchte sie beim Netzwerken Menschen kennenlernen, die diesen Wert teilen. Das ist recht schwierig, weil es normaler ist zu fragen  Wir waren 4 Tage bei einem Seminar mit Catering und statt die weißen Brötchen zu essen, hatte sie eine Gurke und ein Steak mitgebracht. Also stand sie da und biss von der riesigen Gurke in einer und von dem Steak in der anderen Hand ab. Natürlich machten alle Kommentare und ich selbst musste bei dem Anblick lachen, hatte jedoch großen Respekt für ihre Integrität.

Diejenigen, denen ihre Gesundheit ebenfalls wichtig war, machten ihr Komplimente dafür. Das Netzwerken in den nächsten 4 Tagen wurde für sie unglaublich einfach. Vor allem, weil die richtigen Leute von selbst auf sie zukamen. Sie sagte mir danach, dass sie durch die Reaktionen herausfand, mit wem sie in den 4 Tagen noch weiterreden möchte.

3 Grundregeln, um dein Netzwerk aufzubauen

Was ist eine der häufigsten Lügen weltweit? Kurz nach „ich habe die AGBs gelesen“, ist es „Ja, lass uns in Kontakt bleiben“. Das ist so unglaublich vage, dass es einfach nur schief gehen kann. Früher war das für mich eine persönliche Schwachstelle. Nach einiger Zeit fiel es mir zwar leicht neue Kontakte zu knüpfen, doch die eigentliche Herausforderung kam nach dem Austausch der Visitenkarten. Denn in den folgenden Tagen und Wochen stellt sich heraus, ob der Abend wirklich etwas gebracht hat. Hier 3 Tipps, um mit den richtigen Menschen in Kontakt zu bleiben.

Du weißt ja schon, dass es beim wirklich guten Netzwerken um Klasse statt Masse geht. Gebe deswegen gern anderen deine Visitenkarten, wenn sie danach fragen. Doch frage nicht nach Visitenkarten, wenn du nicht wirklich daran interessiert bist in Kontakt zu bleiben, damit du nicht überwältigt bist von der Anzahl an Karten.

Noch bevor du das Gespräch verlässt, muss klar sein, ob du mit dieser Person viel oder wenig in Kontakt bleiben möchtest. Am Ende des Tages haben wir nur 24 Stunden Zeit. War das Gespräch o.k. und du würdest diese Person einfach gern auf dem Radar haben, dann ist es völlig legitim einfach nur eine Anfrage über XING und LinkedIn zu schicken. Erstaunlich viele, fühlen sich verpflichtet jedem danach eine E-Mail zu schreiben. Am Ende ist es zu viel Arbeit und keine E-Mail wird geschrieben, ob wichtig oder nicht. Stattdessen sollten intensivere Kommunikationswege wie E-Mail oder Telefon wirklich nur für die Menschen freigehalten werden, mit denen wir die Beziehung noch aufbauen möchten.

Bevor wir das Gespräch verlassen, muss klar sein wann wir das nächste Mal voneinander hören. Wenn du wirklich mit jemanden eine bessere Beziehung aufbauen möchtest, dann muss es einen bestimmten Grund geben, der Person zu schreiben. Einfach nur ein Follow-up wird nicht reichen. Du könntest zum Beispiel ausmachen, zu schreiben, ob der Ratschlag den dir der andere gab, wirklich geholfen hat. Noch besser ist es gleich auszumachen zu skypen, zu telefonieren oder zusammen zu einer Veranstaltung zu gehen. Wenn die Chemie sehr gut stimmt, dann kannst du dich natürlich gleich zu einem Kaffedate verabreden.

3 Tipps, um einfacher in Kontakt zu bleiben mit neuen Bekanntschaften

Mach Notizen auf Visitenkarten

Diese Technik hat einmal ein sehr taktvoller Bekannter von mir genutzt, als wir gegen Ende eines Gespräches wieder über einen gemeinsamen Witz gelacht haben. Er holte den Stift aus seiner Jackentasche raus, nahm sich meine Visitenkarte und sagte: „Warte, das muss ich mir kurz notieren, damit ich es nicht vergesse.“ Dann schrieb er ein Stichwort dazu auf meine Karte. „So gehe ich sicher, dass ich mich auf jeden Fall an unsere tolle Unterhaltung erinnere.“ Das macht einen super Eindruck, schmeichelt der anderen Person und hilft dir dann wirklich in Kontakt zu bleiben.

Speichere gleich die Daten

Ich halte sehr wenige Beziehungen nur über E-Mail aufrecht. Alle, mit denen ich wirklich in Kontakt bleiben möchte, speichere ich sofort bei WhatsApp ein, da es persönlicher ist. Das für mich das häufigste Medium ist, um Leuten zu schreiben und Sprachnachrichten zu schicken. Ich empfehle zu fragen, ob der Gegenüber einverstanden ist. Das persönlichere Medium ist meistens das Bessere. Bei rein geschäftlichen Kontakten, ist es natürlich etwas Anderes.

Die 3 wichtigsten Networking Tipps

Wenn du aus diesem riesigen Artikel nur 3 Sachen umsetzen könntest, dann bitte diese 3 Networking Tipps:

  • 1
    Suche nach einer Person pro Veranstaltung, mit der du langfristig in Kontakt bleiben möchtest.
  • 2
    Sei beim Netzwerken aktiv, authentisch und zeige Werte und Interessen, welche die falschen Leute abschrecken, doch die richtigen anziehen.
  • 3
    Entscheide, wie du die Beziehung weiter aufbaust, bevor du das Gespräch verlässt.

Nutze ein persönliches CRM

LinkedIn oder XING es nicht als einer Übersicht für Kontakte gedacht. Auch WhatsApp und Facebook sind nicht der richtige Ort für so etwas. Ein Tool, was jedoch monatlich mindestens 29 Euro kostet ist Contactually. Die einfachste Lösung, die ich ständig nutze, und auch meinen Coaching-Klienten empfehle, ist das kostenlose Tool namens Trello. Eigentlich ist es ein Tool für Projektmanagement und Gruppenarbeit gedacht. Jedoch kann es erstaunlich gut genutzt werden, um dich daran zu erinnern, mit wem du dich wieder treffen könntest und dir zu zeigen, wer alles in deinem Netzwerk ist, damit du niemanden vergisst. Das alles zu erklären, würde den Rahmen des Blogposts sprengen.

Du bist an einem Coaching interessiert? Dann kontaktier mich gern für ein kostenfreies und unverbindliches Kennenlern-Telefonat. Klick einfach auf den orangen Button:

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