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Emotionale Intelligenz ist der Grundpfeiler erfolgreicher Beziehungen

Emotionale Intelligenz ist der Grundpfeiler jeder erfolgreichen (Geschäfts-) Beziehung

In diesem Artikel machen wir Halt bei der Emotionalen Intelligenz. 1995 machte der amerikanische Psychologe David Goleman mit seinem EQ (Emotional Quotient), den er dem IQ (Intelligenz Quotient) gegenüberstellte, den Begriff Emotionale Intelligenz schlagartig populär. Geprägt hatten den Begriff bereits 1990 die Amerikaner John D. Mayer und Peter Salovey. 

Emotionale und Intellektuelle Intelligenz sind einander nicht entgegengesetzt, sondern bedingen einander. Folgt man G.I. Gurdjieff, der von einem intellektuellen Zentrum, einem emotionalen Zentrum und einem körperlichen Zentrum spricht, funktioniert 

  • das körperliche Zentrum weitgehend ohne willentliche Einwirkung
  • das intellektuelle Zentrum unter dem Eindruck der auf es einstürmenden Gedanken, die der Wille nur in geringem Umfang kontrollieren kann
  • das emotionale Zentrum so schnell, dass der Wille gar nicht auf es einwirken kann

Der Mensch kann sich nur weiter entwickeln, wenn er sich darum bemüht, dass alle drei Zentren möglichst optimal arbeiten. Schauen wir uns mal an, was wir dafür tun können.

Emotionale Intelligenz

Was macht Emotionale Intelligenz aus?

Abgesehen von dem griffigen Schlagwörtern EQ und EI, zu denen sich noch EL (Emotional Leadership) und der EIQ (Emotional Intelligence Quotient) hinzugesellen, hat die Diskussion um diese Begriffe wenig Neues gebracht, sieht man davon ab, dass die Begrifflichkeit neu geordnet wurde. Zum Beispiel in 5 Hauptkategorien emotional intellektueller Fähigkeiten:

  1. Selbstbeobachtung, mit der du deine Emotionen beobachtest. Indem du sie beobachtest, bewertest du sie auch und unterteilst sie in positive Emotionen wie Liebe und Mitgefühl und negative Emotionen wie Hass und Neid. Das wiederum versetzt dich in die Lage, deine Gefühle, wenn auch erst im Nachhinein, zu dämpfen oder ihnen freien Lauf zu lassen. Dadurch gewinnst du an Selbstvertrauen.
  2. Selbstkontrolle, mit der du versuchst, Herr deiner Emotionen zu bleiben. Ein zugegeben immer schwieriges, manchmal sogar hoffnungsloses Unterfangen. Weil du weder über deine Physis, noch über deinen Intellekt oder deinen Willen deine Emotionen am Ausbrechen hindern kannst. Du kannst aber an ihren Auswirkungen arbeiten, vor allem an den Auswirkungen negativer Emotionen wie Angst und Verzweiflung. Hier hält dein Coach eine ganze Reihe von Techniken bereit, die dir helfen. Zur Selbstkontrolle gehören auch
  • Vertrauenswürdigkeit, mit der du dir hohe Standards von Integrität und Aufrichtigkeit auferlegst
  • Gewissenhaftigkeit, mit der du die Verantwortung für dein Handeln übernimmst
  • Anpassungsfähigkeit, mit der du auf Veränderungen flexibel reagierst
  • Aufgeschlossenheit, mit der du neuen Dinge anpassungsfähig und flexibel begegnest

   3.  Selbstmotivation. mit der du dich auf eine positive Grundeinstellung ausrichtest und es lernst, deine negativen Emotionen immer weiter zurückzudrängen. Um das zu erreichen, nutzt du

  • Zielorientiertheit, mit der du dich immer unbeirrbarer auf deine Ziele ausrichtest und deine Standards permanent verbesserst
  • Hingabe, mit der du dich der Erreichung deiner Ziele und der deiner Gruppe widmest
  • Bereitschaft, mit der du ohne Zögern Gelegenheiten, die sich dir bieten, beim Schopf ergreifst
  • Optimismus, mit dem du dich und andere davon überzeugst, dass die gesteckten Ziele allen Widerständen zum Trotz erreicht werden können

  4.  Mitgefühl - neudeutsch Empathie, mit der du dich in andere Menschen hineinversetzt. Indem du andere von innen heraus begreifst,      entwickelst du 

  • Hilfsbereitschaft, mit der du andere in ihrem Leben und ihrem Fortkommen unterstützt
  • Rücksicht, mit der es dir gelingt, deine eigene Agenda den Prioritäten anderer anzupassen oder gegebenenfalls sogar unterzuordnen
  • Antennen für Empfindlichkeiten, mit deren Hilfe du es vermeidest, andere zu verletzen
  • Verständnis, mit dem du Stimmungen bei anderen und in der Gruppe richtig deutest und dein Handeln entsprechend ausrichtest

   5. Social Skills, mit denen du dich mit deiner Gruppe und jedem, der dir begegnet verbindest. Social Skills sind ein wesentlicher Bestandteil, dessen, was Emotionale Intelligenz beinhaltet. Social Skills bezeichnet die Ausübung von

  • Einflussnahme, mit der du deine eigenen Überzeugungen auf andere überträgst
  • Verständigung, mit der du unmissverständlich mit deinem Umfeld kommunizierst
  • Führungsqualität, mit der du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen und ihr gerecht zu werden
  • Change-Management, mit dem du in der Lage bist, andere für unvermeidliche Veränderungen zu erwärmen und sie auf dem Weg dorthin mitzunehmen
  • Konflikt-Management, mit dem es dir gelingt, die unvermeidlich in Gruppen entstehenden Konflikte in positive Energie umzuwandeln
  • Zusammenarbeit, mit der du deine Fähigkeit, mit anderen nutzbringend zu kooperieren, unter Beweis stellst
  • Gruppendynamik, in der du die Potenziale der Mitglieder deiner Gruppe so zu aktivieren verstehst, dass das Ergebnis mehr ist als die Summe der einzelnen Befähigungen

Angesichts dieser Auflistung ist es nicht verwunderlich, dass nicht wenige den EQ über den IQ stellen, aber das macht wenig Sinn. Ihre Wirkung entfalten beide nur in der Zusammenarbeit und ohne einen reibungslos funktionierenden Körper werden EQ und IQ nur bedingt arbeiten können.

Messen von Emotionaler Intelligenz

Um dem IQ nicht nachzustehen wurde auch ein nach ihren Erfindern Mayer, Salovey, Caruso MSCIT genannter Test entwickelt:

1. Wie nehme ich Emotionen wahr?

  • Mimik gibt Auskunft über Emotionen - welche?
  • Kunst und Design, aber auch Landschaften lösen Emotionen aus - welche? 

2. Wie nutze ich Emotionen für mein Denken?

  • Emotionen unterscheiden sich von sensuellen Stimuli - wie?
  • Emotionen können Denkaufgaben beflügeln - welche und wie?

3. Wie verstehe ich Emotionen?

  • Emotionale Zustände können von einem in einen anderen Zustand wechseln - wie?
  • Emotionale Zustände können komplexe Affekte abbilden - wie?

4. Wie gehe ich mit Emotionen um?

  • Kann ich meinen jeweiligen emotionalen Zustand verändern? - wodurch?
  • Kann ich auf andere einwirken, um deren emotionalen Zustand zu verändern? - wodurch? 

Dass es auch am MCSIT Kritik gibt verwundert nicht. Inwieweit seine Ergebnisse verwertbare Aussagen liefern ist nicht weniger umstritten als beim IQ-Test. Dennoch sind die Fragestellungen sicherlich hilfreich, um die Emotionale Intelligenz besser zu verstehen.

Emotionale Intelligenz und Achtsamkeit

Emotionale Intelligenz und Achtsamkeit

Da wir kein Mittel haben, unsere Emotionen vor ihrem Erscheinen zu beeinflussen, können wir sie nur nach ihrem Erscheinen beobachten. Dazu hat schon der Buddhismus ein Mittel gefunden, das im Sanskrit samma sati genannt und von uns gewöhnlich mit "die rechte Achtsamkeit" übersetzt wird. Der Buddha benennt in seiner Lehrrede Satipatthana Sutta diese vier Grundlagen der Achtsamkeit:

  • Die Achtsamkeit auf den Körper
  • Die Achtsamkeit auf die Emotionen inklusive der Bewertung in positiv, negativ und neutral
  • Die Achtsamkeit auf den Intellekt und seinen aktuellen Zustand
  • Die Achtsamkeit auf die Objekte des Intellekts - alles, was aktuell innen oder außen wahrgenommen wird

In die westliche Psychotherapie hat Jon Kabat-Zinn die Achtsamkeitspraxis eingeführt. Durch die von ihm gelehrten Achtsamkeitsmeditationen soll Menschen geholfen werden, mit Angst und Krankheit besser umzugehen. Nach Kabat-Zinn sind die wesentlichen Eigenschaften der Achtsamkeit, dass sie

  • mit Absicht vorgenommen wird
  • ihre Gegenstände nicht bewertet
  • sich nur auf den Moment bezieht und Vergangenheit und Zukunft außer Acht lässt

Inzwischen hat sich die Therapie und das Training von Emotionaler Intelligenz über Achtsamkeit vielfältig verzweigt und dadurch nicht immer an Qualität gewonnen. Festzuhalten bleibt in jedem Fall, dass die Achtsamkeit und die Selbstbeobachtung so ziemlich die einzigen wirksamen Mittel sind, mit denen du auf deine Emotionen Einfluss nehmen kannst. Dein Coach wird dich dabei unterstützen und dir Mittel und Wege zeigen.

Fazit

Emotionale Intelligenz haben wir als einen Begriff kennengelernt, der vielleicht am ehesten dem Marketing zuzuordnen ist. Der Erkenntniszuwachs im Vergleich zu älteren Auseinandersetzungen mit dem Begriff der Emotion ist überschaubar. Dies ist aber ein wesentlich umfangreicheres Feld, das in diesem Zusammenhang nur sehr begrenzt behandelt werden konnte.

Die wichtigste Erkenntnis ist wohl die, dass Emotionen sich nicht vor ihrem Auftreten beeinflussen lassen. Sie lassen sich nur während ihres Auftretens und über ihre Auswirkungen durch Achtsamkeit beobachten. Daraus können dann allenfalls Rückschlüsse gezogen werden, um vor allem unliebsame Emotionen künftig weniger heftig, seltener und wenn möglich gar nicht mehr in Erscheinung treten zu lassen. Gerade für das Berufsleben wäre so eine vorausschauende Einflussnahme äußerst hilfreich.

Dein Coach wird mit dir die verschiedenen Konditionen durchgehen, unter denen du zu Emotionen neigst, die du lieber verbergen würdest. Er wird mit dir vor allem daran arbeiten, wie du solche Konditionen vermeidest oder auf sie so gelassen und souverän reagierst, dass es zu keinen emotionalen Eruptionen kommen 

Über den Autor

Sven ist Gründer und Spiritus Rector der Karrierehelden. Er coacht leidenschaftlich gerne, schreibt und liest. Seine Lieblingsthemen sind Genetik, Soziologie, Künstliche Intelligenz, Psychologie, Neurobiologie und Entrepreneurship.