Mentor finden – der ultimative Mentoring Guide

The most important investment you can make is in yourself.“ – Warren Buffet

Die meisten denken bei dem Begriff Mentor an Mentorenprogramme. Innerhalb von Unternehmen, Hochschulen und gemeinnützigen Vereinen helfen erfahrene Mentoren den Nachwuchstalenten. Wenn du eine Chance hast, ein professionelles Mentorenprogramm zu nutzen, dann nur zu. Es ist eine Investition in Deine eigene Karriere.

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Wie ich meine Mentoren gefunden habe

Ein Mentoringprogramm, bei dem ich Mitglied bin, ist MentorMe. Es ist für Frauen, die erfolgreich im Job einsteigen und aufsteigen wollen. Um sich anzumelden, füllt man einen psychologischen Test aus und beschreibt, was man durch das Mentoring erreichen möchte. Meine Mentorin ist mir von der Persönlichkeit recht ähnlich – also hat das wohl gut funktioniert.

Bei diesem Mentoringprogramm ist das Netzwerk ein großer Mehrwert. In einer privaten Facebookgruppe werden ständig neue Stellen gepostet und Teilnehmer des Programmes werden bevorzugt. Außerdem gibt es mehrmals im Monat Veranstaltungen, Netzwerkabende und Besichtigungen von Unternehmen.

Einen anderen Mentor habe ich einfach mal auf einer Veranstaltung kennengelernt. Ich hatte ihn nach einem Rat gefragt und mich am folgenden Tag dafür bedankt. In der E-Mail habe ich die Punkte, die er geraten hatte, nochmal zusammengefasst und gefragt, ob ich sie richtig verstanden habe. Er hat mir später erzählt, dass ihn das sehr positiv beeindruckt hat. Seitdem treffen wir uns alle paar Monate und er hat mir schon in einigen Krisen geholfen.

Ich habe ihn nie gefragt, ob er mein Mentor sein möchte. Es hat sich einfach ergeben. So wie man bei einer Freundschaft nicht fragt, ob man befreundet sein soll. Es ergibt sich daraus, dass man Sachen macht, die beste Freunde halt tun. Genauso entsteht eine Mentor-Mentee Beziehung, indem man sich so verhält: Ratschläge erfragt, sie umsetzt, sich für die Resultate bedankt und wieder nach Rat fragt.

Ein sehr ungewöhnlicher Weg, Mentoren zu finden

Mache einen Podcast! Ja, interviewe spannende Menschen in einem Podcast auf iTunes und Spotify. Es ist ein wenig Arbeit aber zahlt sich absolut aus, denn damit kannst Du (zukünftigen Arbeitgebern) beweisen, dass Du ein Netzwerk hast.

Interessiert? Dann hör doch mal in den Jungunternehmer Podcast von Fabian Tausch rein, wenn Dich das Thema Gründen/ Business interessiert.

Und hör Dir meinen Teamtalent Podcast an, wenn Du Interesse an den Themen Führung, New Work und Digitalisierung hast.

Mittlerweile würde ich sagen: Ein Podcast ist der beste Weg, um schnell Mentoren zu finden. Du kannst sie schließlich ausfragen und hast auch noch einen Anlass dafür.

Warum Mentoren wichtig sind

Schneller lernen mit Mentoren

„You must learn from the mistakes of others. You can’t possibly live long enough to make them all yourself“ – Sam Levenson, American TV Personality

Fast alle Fehler, die wir begehen, hat schon jemand vor uns gemacht. Es ist eine Schande, dass wir nicht alle Mentoren haben. Die Welt würde ganz anders aussehen, wenn wir alle jemanden hätten, zu dem wir uns in Krisenzeiten, bei Unsicherheiten und vor neuen Projekten anvertrauen könnten. Ein Mentor, der all die Fehler schon gemacht hat, damit wir sie nicht machen müssen. Dabei machen Mentoren das Leben nicht nur einfacher, sie können es lebenswert machen.

Du kennst bestimmt die berühmte Midlife-Crisis. Es ist wie aus einem Traum zu erwachen und zu erkennen, dass man einen Großteil der besten Jahre verschwendet hat, ohne es zu merken. Mentoren sind nicht nur nützlich für deine Karriere, sondern auch für ein erfülltes Leben. Statt all die Fehler selber zu machen, kannst du von dem Wissen und den Erfahrungen anderer profitieren. Das spart viel Zeit, Geld und Nerven. Nun könnte man sagen, dass es genügend Bücher, Onlinekurse und Blogartikel gibt, doch das ist nicht das Gleiche.

3 Beispiele von erfolgreichen Menschen mit Mentoren

Ein Mentor könnte jeder sein

„If I hadn’t had mentors, I wouldn’t be here today. I’m a product of great mentoring, great coaching… Coaches or mentors are very important. They could be anyone–your husband, other family members, or your boss.“ Indra Nooyi, the CEO of PepsiCo

  • Mark Zuckerberg, Founder von Facebook, und Larry Page, Co-Founder von Google, hatten beide Steve Jobs als Mentor. Jobs selbst hatte mehrere Mentoren, unter anderem Key Bushnell und Robert Friedland.
  • Richard Branson dankt seinem Mentor Sir Freddie Laker für den Erfolg von Virgin Airlines
  • Bill Gates erhält Ratschläge und Mentoring von Warren Buffet
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Was ist Mentoring genau? – Die Mentor Definition

Die Definition eines Mentors in diesem Artikel ist ein erfahrener Unterstützer, der dir mit seiner Expertise hilft und bei Fragen und Problemen zugänglich ist. Auch Coaching kann eine Art von Mentoring werden.

Ein Mentor sieht Dein Talent

„A mentor is someone who sees more talent and ability within you, than you see in yourself, and helps bring it out of you.“ Bob Proctor

Du erkennst einen Mentor an folgenden Zeichen:

  • Ein Mentor gibt dir spezifische Ratschläge in seinem Expertenbereich. Du kannst deinen Mentor nach einer Meinung und Ideen fragen.
  • Ein Mentor sieht dein Potenzial, sowie deine Schwächen und Stärken. Durch ihn erkennst du, was für eine Person du bist.
  • Ein Mentor kann dir Karrieremöglichkeiten eröffnen und dir andere Menschen vorstellen.

Kein Mentor ohne Mentee – was für ein Mentee bist du?

Die folgenden 3 Kategorien sind inspiriert von Matthew Hussey, Coach, Trainer und Onlineunterner. Überleg dir welche Beschreibung am ehesten zu dir passt. Sei ehrlich! Denn nur dann kannst du etwas dagegen unternehmen. Wie, dazu kommen wir noch im Verlauf des Blogartikels.

Conficius says...

„Real knowledge is to know the extent of one`s ignorance.“ – Confucius

Die abhängigen Mentees

Die unterste Ebene sind die Menschen, die etwa wirklich alleine nichts auf die Reihe kriegen. Wenn du diesen Artikel liest, dann gehörst du wahrscheinlich also nicht dazu. Sie brauchen nicht nur Mentoren, eigentlich wollen sie jemand, der für sie das Leben lebt. Abhängige Mentees sind nicht dadurch ausgezeichnet, dass sie keine Fähigkeiten haben, sondern, dass sie lieber andere die Arbeit machen lassen.

Dieser Mentee würde den Mentor bitten, die Recherche für ihn zu machen, das Anschreiben zu formulieren oder sonstige Kleinigkeiten zu übernehmen, mit der Begründung ich kann das nicht. Die Opferrolle ist ziemlich gemütlich. Wenn man so tut, als wäre man hilflos, dann machen es manchmal andere für einen. Wahrscheinlich würde diese Art von Person sich nicht bewusst einen Mentor suchen, denn das wäre eine viel zu große Aufgabe.

Die ignoranten Mentees

Für einige Menschen scheinen Mentoren gefährlich für das Ego zu sein. Sie sind das perfekte Grundmaterial für eine Ellbogengesellschaft. In der Welt der Ignoranten schlagen sie sich ganz alleine und einsam die Karriereleiter hoch. Was, einen Mentor finden? Ratschläge? Hilfe? – Das brauchen nur Idioten. Genauso wie Bücher oder Artikel zu hilfreichen Themen zu lesen – tzz.

Viele von ihnen möchten es sich einfach nicht eingestehen, dass sie nicht alles selber wissen. Manche ignoranten Mentees glauben daran, dass ihnen niemand ohne böse Absichten Hilfestellung geben würde. Wiederum denken andere, dass sie so schon zu gut sind für einen Mentor oder es niemanden gibt, der ihnen bei ihrem Problem helfen kann. Woher kommt diese Einstellung und wie kann man sie ändern? Gegen Ende des Artikels gehen wir nochmal auf das Fixed Mindset ein und wie du garantiert ein erfolgreicher Mentee wirst.

Die erfolgreichen Mentees

Die erfolgreichsten Mentees sind am Ende diejenigen, die wissen, dass sie es alleine schaffen würden. Es würde sie bloß viel mehr Zeit, Geld und Frustration kosten, all die Fehler selber zu machen. Das Ego steht Ihnen nicht im Weg. Nein, ganz im Gegenteil. Sie weisen sich als sehr wissbegierige, ambitionierte und interessierte Mentees aus. Sie sehen die Weisheit in vielen unterschiedlichen Mentoren.

Sie suchen aktiv nach Wegen, mehrere Mentoren zu finden. Sie gestehen sich ihre Fehler ein. Erfolgreiche Mentees erkennen potenzielle Probleme früh und haben deswegen ein besseres Leben, denn zu den riesigen Krisen und Dramen kommt es selten. Warum? Anstatt die Augen zu verschließen, fragen sie Mentoren gezielt nach Rat. Dadurch eröffnen sich ihnen viele Karrieremöglichkeiten, tolle Beziehungen und große Erfolge.

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3 Gründe, warum erfolgreiche Menschen dein Mentor werden sollten

Die besten Anregungen für diese Artikel kommen meistens von meinen Coaching Klienten, ich nenne sie liebevoll Helden. Einer meiner Helden beschrieb mir mal seine Einstellung zu Mentoren: Durch mein Unternehmen hatte ich die Möglichkeit, bei einem tollen Dinner zu sein. Neben mir saß der CEO eines der größten Unternehmen in Deutschland. Mann, war ich aufgeregt! Aber ich habe nicht mit ihm geredet. Bin ja nicht erfolgreicher Millionär. Was habe ich ihm denn schon zu bieten?

Als Mentee musst du dich nicht mit dem Mentor vergleichen. Es ist wahr, dass Menschen sich allgemein mit anderen umgeben, die ihnen ähnlich sind. Das ist jedoch nicht der Fall beim Mentoring. Lass uns mal überlegen, was die Motivation für ein Mentor ist, dich als Mentee zu unterstützen.

Der Mentor hat eine Freude am Mentoring

Zum einen ist es die intrinsische Motivation als Mentor jemanden zu helfen. Dabei geht es nicht direkt darum, etwas aus der Beziehung zu bekommen. Wenn jemand einen Garten pflegt, dann ist es für die meisten zweitrangig die Früchte zu ernten. Die primäre Motivation, ist zu sehen, wie die Pflanzen wachsen und sich die Arbeit auszahlt. Seitdem ich Palmen in meinem Apartment hab, verstehe ich das endlich. Mentoren möchten, dass du erfolgreich wirst, denn darauf können sie stolz sein.

Der Mentor wird durch das Mentoring bestätigt

Der beste Weg etwas wirklich zu lernen, ist es jemanden beizubringen wie es geht. In den Gesprächen kann der Mentor seine eigenen Verhaltensweisen reflektieren. Als Letztes sollten wir das Ego des Mentors nicht vergessen. Viele Menschen, die wirklich etwas erreicht haben im Leben, lieben es darüber zu reden. Wenn du Wertschätzung zeigst und aufmerksam zuhörst, wirkt das wie eine Streicheleinheit für das Ego deines Mentors.

Der Mentor möchte etwas weitergeben

Viele erfolgreiche Menschen, haben selbst einmal Mentoren gehabt, die ihren Erfolg ermöglicht haben. Jetzt möchten sie etwas weitergeben. Diese Motivation kann man sehr gezielt nutzen, um jemanden als Mentor zu gewinnen. Das würde jetzt den Rahmen des Blogartikels sprengen.

3 häufige Vorurteile, die Mentoring unmöglich machen

1. Der Mythos des einen Mentors – ein Mentor ist nicht genug

Es gibt die romantische Vorstellung, von dem einen Mentor. Der eine Mentor, der einem in allen Lebensbereichen helfen kann. Der eine Mentor, der mit einem durch dick und dünn geht. Der eine Mentor, der all-inclusive Paket für die perfekte Karriere und das perfekte Leben ist. Das sorgt für einen riesigen Druck für deinen Mentor. Denn plötzlich muss diese eine Person da sein für alles. Das bedeutet dementsprechend auch eine hohe Investition der Zeit. Etwas, was man von vielen erfolgreichen Menschen nicht verlangen kann.

Das heißt also, du brauchst eine ganze Reihe an Mentoren. Ich nenne es ein Board of Mentors. Warum ist das wichtig? Die folgende Analogie stellt die Tischplatte als dein Erfolg dar und das Tischbein als deinen Mentor. Stell dir vor du hast einen Tisch mit nur einem Bein.  In jedem Fall wird es sehr wackelig sein. Womöglich bricht es sogar weg, weil die Last zu schwer ist.

Wenn du eine Vielzahl von Mentoren hast, ist es, als hättest du mehrere Tischbeine, auf die du dich verlassen kannst. Dann hast du jeweils ein Mentor für einen bestimmten Bereich. Ich habe zurzeit 7 Mentoren, die ich alle in unterschiedlichen Situationen nach Rat fragen kann. Zum Beispiel jemanden der mich als Coach im Coaching weiterbringt. Dann einen Personal Trainer der mich kostenlos bei Gesundheitsfragen berät. Dann noch ein Unternehmer, der die nie endenden selbstkritischen Gedanken mit mir reflektiert.

Jeder Mentor hat dadurch eine Funktion in seinem speziellen Bereich, seiner Expertise. Dadurch musst du nicht zu viel Zeit von einer Person abverlangen und bekommst auch bessere Ratschläge. Elon Musk wäre ein traumhafter Mentor, wenn du ein Unternehmen aufbauen willst. Aber Beziehungsratschläge von Elon wären wohl eher nicht hilfreich…

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2. Dein Mythos des ähnlichen Mentors – Mentoren sind nicht du in 20 Jahren

Ich redete mit einer Biotechnologin auf einer Veranstaltung über das Thema Mentoring. Ich hatte einen Workshop gehalten und sie erklärte mir, dass sie gern all diese Techniken anwenden würde, doch in ihrem Feld gibt es einfach keine Mentoren. Also fragte ich sie, nach was sie denn überhaupt suchen würde. Was folgte, war eine lange Liste an sehr spezifischen Details.

Mein idealer Mentor sollte weiblich, zwischen 35 und 45 Jahren alt sein. Sie sollte in Berlin wohnen und mindestens 10 erfolgreiche Publikationen in genau ihrer spezifischen Nische haben. Dazu war es ihr wichtig, dass sie eine Führungsposition in einem großen Unternehmen und eine glückliche Familie hat.

Um es kurz zu fassen: der Mentor sollte sie in 20 Jahren sein. Ich fragte sie – Wie wahrscheinlich ist es, dass du so eine Person findest? Sie überlegte, kräuselte die Stirn und sagte – es ist fast unmöglich, deswegen komm ich ja zu dir.

Einen Mentor kann man nicht aussuchen wie eine Marmelade. Einer meiner besten und liebsten in Mentoren, ist so ziemlich das Gegenteil von mir. Er ist 54, ursprünglich in Afrika geboren, jedoch in Großbritannien aufgewachsen. Als Selbstständiger Copywriter ist er recht introvertiert und hat auch keine Kinder. Hätte ich mich an dieser Vorstellung festgebissen, hätte ich ihn nie als Mentor in Betracht gezogen.

Janet Mock sagt sogar, dass ein Mentor auch nicht unbedingt die Person sein muss, mit der man gerne einen Cocktail oder Kaffee trinken geht. Hauptsache derjenige ist da für dich, wenn du ein Problem oder eine Frage hast. Hast du das Gefühl, dass du deinen perfekten Mentor einfach nicht findest? Dann könnte es daran liegen, dass deine Vorstellungen etwas zu eingeengt sind.

Öffne dich für neue Möglichkeiten. Statt dein Mentor nach einer genauen Laufbahn, einem spezifischen Alter und weiteren, irrelevanten Details auszusuchen, sei offen für alle Möglichkeiten.Das Einzige was am Ende zählt, ist, dass diese Person wirklich Expertise hat, in einem Bereich, in dem du besser werden möchtest.

3. Dein Mythos des berühmten Mentors – dein Mentor muss kein Überflieger sein

Natürlich ist es Quatsch, als Student Bill Gates anzuschreiben und zu versuchen, ihn als Mentor zu bekommen. Tim Ferris, Autor vom New York Times Bestseller 4 Hour Work Week, rät dazu eben nicht die Mentoren zu fragen, die gerade im Rampenlicht stehen und all die Aufmerksamkeit haben. Statt den Gewinner der Goldmedaille dieses Jahres anzuschreiben, könntest du den Bronzesieger von vor drei Jahren anschreiben. Dennoch unterschätzen wir meistens, wen wir ansprechen können. 

Coach Matthew Hussey rät sogar bewusst Mentoren auszusuchen, die gerade 2-3 Schritte weiter sind. Wenn wir Angst haben selbstständig zu werden, dann ist ein mehrfacher Unternehmer keine Hilfe. Der Mentor kann sich kaum mehr mit dem Problem identifizieren, weil es zu schon zu lang her ist. Wenn du einen Mentor hast, der vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation war, dann kann er sich noch mehr an die Details und seine eigene Vorgehensweise erinnern und hat mehr Verständnis für deine Situation.

3 Fragen, um den richtigen Mentor zu finden

Wo könnte dir ein Mentor helfen?

Jetzt, wo wir geklärt haben, dass du mehrere Mentoren brauchst und diese dir in speziellen Bereichen deines Lebens helfen, geht’s ans Eingemachte.

Stell dir vor, du könntest dein Leben designen, so als hättest du Reality-Photoshop. Den Zeitmangel retuschieren, die unschönen Gespräche abdunkeln oder das Gehalt vergrößern. Wie würdest du dein Leben gerne verändern?

Stelle dir vor, über Nacht würde sich dein Leben positiv verändern. Welche Probleme wären gelöst? Welche Bereiche deines Lebens würden besser sein?

Welche Expertise braucht der Mentor?

Wenn du diese Fragen ehrlich beantwortest und hoffentlich eine Reihe von Bereichen mit Potenzial hast: Was muss ein Mentor können oder wissen, um dir darin zu helfen? Das muss oft nicht auf eine Industrie oder einen speziellen Beruf festgelegt sein, auch wenn dies hilfreich sein kann.

Wo findest du diese Art von Mentor?

Auf welchen Konferenzen treiben sich Leute mit dieser Expertise herum? Wie könntest du sie auf LinkedIn recherchieren? Wen kennst du schon, der dir jemanden vorstellen könnte? Schau mal in meinen Netzwerken Artikel.

Wie du einen potenziellen Mentor verjagen kannst

In dem Buch Lean in beschreibt Sheryl Sandberg, dass vor allem Frauen sie oft fragen, ob sie deren Mentor werden könnte. Sie vergleicht es mit der Frage Möchtest du meine Mutter sein? Es ist genauso geschickt, wie einen Fremden beim ersten Treffen zu fragen – kann ich einen Job haben? Doch was macht diese Vorgehensweise so falsch?

  • Zum einen zum einen sorgt es dafür, dass wir wie Bittsteller wirken.
  • Außerdem zeigt es nicht wirklich viel soziale Kompetenz, denn diese Frage basiert auf dem Nehmen, bevor wir etwas geben. Das trifft natürlich nicht zu, wenn wir eine Person schon längere Zeit kennen.
  • Es ist auch eine unangenehme Situation für den Mentor. Sagt der Mentor Nein, bekommst du eine direkte Abweisung und der Mentor fühlt sich vielleicht schlecht. Sagt der Mentor Ja, könnte es daran liegen, dass er sich einfach nur verpflichtet fühlt und es nicht durch intrinsische Motivation entsteht.
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Eine Mentorenbeziehung aufbauen – die Rolle eines guten Mentees

Denk einmal zurück an die besten Freunde, die du in deinem Leben schon hattest oder gerade hast. Wie viele von ihnen hast du direkt gefragt – Möchtest du mein bester Freund sein? Ich schätze mal in den meisten Fällen hast du dies nicht gemacht. An irgendeinem Punkt war es euch beiden klar, dass ihr beste Freunde seid. Woher kommt das? Durch das Verhalten. Zuerst habt ihr euch verhalten wie beste Freunde, indem ihr viel Zeit miteinander verbracht habt und euch gegenseitig anvertraut habt. Durch das Verhalten kam die Rolle des besten Freundes.

Genauso ist ein Mentor nicht von Anfang an eine Person. Menschen werden nicht als Mentoren geboren und kommen auch nicht als Mentoren in dein Leben. Es ist eine Rolle, in die wir hineinwachsen. Das bedeutet auch, dass wir zuerst dafür sorgen müssen, dass unser Wunschmentor sich wie ein Mentor verhält. Und um das zu erreichen, müssen wir uns wie ein Mentee verhalten.

Proaktiv sein als Mentee

Manche erwarten, dass der Knochen zum Hund kommt. In einigen Fällen kann es wirklich Arbeit sein, einen Termin mit einer erfolgreichen Person zu bekommen. Bei einigen meiner Mentoren musste ich bis zu fünfmal nachfragen, bis dann ein Treffen klappte. Am Ende stellte sich heraus, dass es nicht an unsere Beziehung lag. Die Mentoren hatten einfach zu viel um die Ohren. Hätte ich nicht immer wieder nachgehakt, wäre die Beziehung nie entstanden.

Als Mentee musst du die ganze Verantwortung für den Aufbau und das Aufrechterhalten der Beziehung nehmen. Es ist schön, wenn dein Mentor sich von sich aus meldet, dies sollten wir allerdings am Anfang der Mentorings nicht erwarten. Halte also deine Versprechen, gib eine Vielzahl an möglichen Zeiten und Orten an und mache es so einfach wie möglich für deinen (zukünftigen) Mentor.

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Wissbegierig sein als Mentee

Gute Mentees fragen ihre Mentoren interessante Fragen – ein Thema was ich im ultimativen Smalltalk Guide behandele. Du musst gar nicht durch Antworten oder tollen Ideen glänzen, du kannst mit guten Fragen beeindrucken. Dafür ist es wichtig, dich auf das Gespräch vorzubereiten. Überleg dir eine spezifische Situation oder Fragestellung in deinem Leben, die zu der Expertise des Mentors passt. Genauso wichtig ist danach das aufmerksame Zuhören. Scheu dich nicht mal Notizen zu machen. Wie Dale Carnegie es in seinem Klassiker schon gesagt hat, lieben es Menschen, wenn ihn endlich jemand richtig zuhört. Aufmerksamkeit ist eins der wertvollsten Güter dieser Welt.

Interessant oder interessiert?

“You can make more friends in two months by becoming interested in other people than you can in two years by trying to get other people interested in you.” – Dale Carnegie, Author of How to Win Friends and Influence People

Wertschätzend sein als Mentee

Wertschätzend zu sein bezieht sich zum einen auf die Informationen die du bekommst, zum zweiten auf die Zeit deines Mentors und zum dritten auf den Mentor selbst. Wenn du ein Aha-Moment hast, dann teile Ihnen mit deinem Mentor. Als Coach weiß ich nur zu gut, wie motivierend es ist, zu sehen, wenn Menschen einen Durchbruch haben.

Darüber hinaus ist es eine absolute Priorität das du die Zeit deines Mentors schätzt. Das bedeutet nicht nur pünktlich zu sein, sondern auch in deinen E-Mails und Telefonaten Respekt gegenüber der Investition deines Mentors zu zeigen. Halt dich kurz und mach es möglichst einfach für deinen Mentor dein Anliegen zu verstehen. Als letztes möchtest du auch Wertschätzung gegenüber der Gutmütigkeit und der Intelligenz deines Mentors zeigen. Wir alle mögen Komplimente, auch wenn wir es nicht immer zugeben.

Lang oder kurz?

„I didn`t have time to write a short letter, so I wrote a long one instead.“ – Mark Twain

Der häufigste Fehler beim Kennenlernen eines Mentors

Ein wahres Beispiel. Ich war mal auf einer Veranstaltung, bei dem die Direktorin der Wirtschaftswoche ein Interview gibt. An diesen Abend kann ich mich noch gut erinnern: Nachdem ich mich hinsetze, fange ich schnell ein Gespräch mit den anderen Frauen am Tisch an. Neben mir sitzt eine etwas ältere Dame mit einem sehr netten Lächeln. Sie erklärt mir, dass sie schon seit acht Jahren ein Unternehmen hat, was in der Medienbranche tätig ist. Doch dann fängt der Vortrag leider schon an und ich kann nicht mehr viel mit ihr reden.

Während der Vorstellung bemerke ich einen Ehering an ihrem Finger und eine sehr schöne Brille von Prada. Hm, denke ich mir, sie wird wohl eine Familie haben und wirklich erfolgreich sein, das ist genau eine Art Mentor nach der ich gerade suche. Mein ADHS-Gehirn überlegt sich im Verlaufe des Vortrages alle möglichen Szenarien. Was, wenn sie mir Rat geben kann, wie ich einen Verlag für ein Buch finde.

Gegen Ende des Vortrages sehe ich, dass sie ihre Visitenkarten rausholt. Vielleicht will sie mir ja eine geben. Doch nach dem Klatschen steht sie schnell auf, verabschiedet sich freundlich und eilt zu der Rednerin vorne. Ich gebe ihr ein Händedruck und wünsche ihr einen schönen Abend.

Plötzlich stehe ich da wie ein begossener Pudel und fluche innerlich. In jedem anderen Fall, hätte ich die Person noch unbedingt nach ihrer Karte gefragt, oder wäre mitgekommen. Doch kaum sprach ich mit so einer beeindruckenden Person, wollte ich alles tun, um bloß nicht zu interessiert zu wirken. Es ist genau wie die Ironie beim Dating. Sobald man jemanden attraktiv findet, verhält man sich komplett anders.

Der Selbsttest – Verträgst du überhaupt einen Mentor?

Um überhaupt etwas durch das Mentoring zu lernen, müssen sowohl Mentor, als auch Mentee, eine gesunde Einstellung zum Lernen und zu Fehlern habenGeoff Colvin zählt in seinem Buch Talent ist Overrated, eine Vielzahl an Studien auf. Regelmäßiges, klares Feedback ist ein Grundbaustein, wirklich gute Fähigkeiten aufzubauen.

Auf der anderen Seite beschreibt New York Times bestselling Autor, Michael Port, in seinem Podcast Steal the Show, wie viele Menschen, die Feedback haben wollen, nicht nach konstruktiver Kritik suchen. Stattdessen möchten sie einfach nur Lob bekommen, für das was schon gut ist. Den wenigsten ist jedoch bewusst, dass sie gar keine Kritik haben möchten. Einen Mentor zu suchen, bedeutet auch, ehrliche Kritik zu erwarten und zu erbitten. Dafür müssen wir bereit sein auch einiges wegstecken zu können.

Um dich selbst zu testen, beantworte folgende Aussagen auf einer Skala von 1 bis 6.
1 (stark dagegen) – 6 (stark befürwortend)

  • Man hat eine bestimmte Menge an Intelligenz angeboren und man kann nicht viel daran ändern.
  • Deine Intelligenz ist etwas an dir, was du nicht ändern kannst.

Fixed Mindset – Der Mentor läuft gegen eine Wand

Wenn du bei einem oder beiden Sätzen 4-6 Punkte gegeben hast, dann hast du laut Carol Dweck, Professor für Psychologie an der Stanford University, ein Fixed Mindset.

Womöglich wurdest du als Kind „schlaues Mädchen“ oder „schlauer Junge“ genannt und für deine sofortige Performance gelobt. Menschen mit dem Fixed Mindset sind mehr damit beschäftigt zu beweisen, dass sie etwas können. Ihr primärer Fokus ist Anerkennung für das zu kriegen, was ihnen leichtfällt. Sie setzen sich Ziele, die speziell darauf ausgerichtet sind ihre Intelligenz zu beweisen und vermeiden Ziele die zu herausfordernd sind.

Jedes Mal, wenn du versuchst, eine schlechte Gewohnheit abzulegen, doch es nicht machst, stärkst du diese Einstellung. Eine Bekannte von mir sagte mir mal: Ich bin jetzt 36, ich würde mich gerne ändern, aber kann es nicht mehr. Ich bin wer ich bin und werde es wohl auch bleiben – leider. Verständlicherweise ist jegliche Kritik dann ein Angriff des Egos, denn wir sind mental nicht in der Lage dies zu ändern. Natürlich musst du nicht so eine extreme Form des Fixed Mindsets haben, es kann eine Tendenz sein. Laut dem CEO von Facebook, Sheryl Sandberg, haben besonders Frauen häufig diese Einstellung und trauen sich deswegen nicht zu, neue Projekte anzunehmen, ohne schon die nötigen Fähigkeiten zu besitzen, was sie oft zurückhält.

Growth Mindset – Das Mentoring ist erfolgreich

Hast du bei beiden Sätzen 1-3 Punkte dann hast du ein Growth Mindset. Wenn du diesen Artikel hier liest, dass ist es wahrscheinlich, dass du zu dieser Gruppe gehörst.

Du glaubst daran, dass man mit genügend Zeit und Übung eine Vielzahl von Fähigkeiten lernen kannst. Je nachdem, wie stark du davon überzeugt bist, dass du deine Verhaltensweisen ändern kannst, wirst du Kritik besser aufnehmen können.

Du kannst diese sehr hilfreiche Denkweise noch stärken, indem du übst, deine Verhaltensweisen zu veränderst. Dadurch zeigst du dir selber, dass du dich ändern kannst und nicht Opfer deiner Gewohnheiten bist. So wirst du auch besser auf das Feedback dein Mentor reagieren und mehr Nutzen aus dem Mentoring ziehen.

Suche negatives Feedback


„Always seek negative feedback, even though it can be mentally painful. Don’t tell me what you like, tell me what you don’t like.”- Elon Musk

Ob du negative Gewohnheiten und Glaubenssätze ablegen kannst, hängt auch davon ab, ob du die richtigen Techniken dafür besitzt. Ich nutze Prinzipien aus dem Change-Management, angewandt auf das Individuum, um es einfach zu machen, das Verhalten zu ändern. Wenn du anfangen möchtest regelmäßig Sport zu machen, gesünder zu Leben oder aufhören möchtest, mit lästigen Angewohnheiten, dann schreib mir für ein unverbindliches Kennenlerngespräch. Gerne unterstütze ich dich.

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Masterminds: Wie du sofort mehrere Mentoren bekommst 

Masterminds nenne ich eine Art von Peer-to-Peer Mentoring. Dabei bringst du 3-7 Bekannte zusammen, die sich wahrscheinlich gut verstehen. Jeder bekommt 10 Minuten Mentoring von der Gruppe. Als Teilnehmer würdest du eine Frage vorbereiten, die du der Gruppe innerhalb deiner 10 Minuten stellst. Zum Beispiel könntest du…

  • Eine Idee vorstellen und Meinungen bekommen: Ich möchte ein Unternehmen aufbauen, das XY macht. Wie findet ihr das?
  • Die anderen in der Gruppe, zu ihren Erfahrungen und ihren Tipps bei einem bestimmten Thema fragen: Ich schiebe einige Sachen schon seit Monaten vor mir her, was macht ihr, um Prokrastination zu überwinden?
  • Users
    Nach Kontakten oder Wissen fragen: Ich suche nach einer Location für eine Veranstaltung. Weiß jemand, wo ich das machen könnte?

Je nachdem wo der Fokus liegt, kann es geschäftlich oder auch persönlich sein. Das Beste daran ist, dass es unglaublich produktiv genutzte Zeit ist. Da jeder etwas von sich teilt und gibt, profitieren alle und lernen sich gleichzeitig einander kennen.

Meistens gibt es immer ein oder mehrere Personen, die zu einer Frage oder einem Problem eine Lösung parat haben. Denn stell dir vor, wie viele Erfahrungen und wie viel Wissen zusammenkommen, wenn sieben schlaue Menschen an einem Tisch sitzen.

Ich habe mein allererstes Mastermind vor ungefähr drei Jahren gehalten, damals mit gerade mal drei Leuten. In meinem besten Jahr habe ich über 66 Masterminds veranstaltet. Manchmal waren es sogar drei pro Woche. So ausgiebig brauchst es wirklich nicht machen, um die ganzen Vorteile zu genießen. Gerne helfe ich dir ganz einfach deine eigenen Masterminds zu veranstalten. Schreib mir einfach. 

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Die größten Vorteile eines Masterminds

  • Du bekommst hilfreiche Antworten zu einer Herausforderung oder Frage, die du hast. Außerdem sind diese Unterhaltungen oft sehr interessant. Da alle plötzlich über ihre Herausforderungen reden, entstehen spannende und beeindruckende Momente.
  • Du stärkst deine Beziehung mit bis zu sieben Menschen auf einmal. Es ist eine der besten Wege, um zu Netzwerken und mit Menschen in Kontakt zu bleiben. Außerdem kannst du dadurch neue Menschen kennenlernen, und zwar auf eine sehr einfache und authentische Art und Weise.
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    Du baust soziales Kapital auf. Durch das Veranstalten von diesen Treffen, bringst du automatisch Wert für die Menschen, die dich kennen. Dabei ist es nicht viel Arbeit, wenn man es richtig macht.

Selber Mentor werden

Am Anfang dieses Kapitels haben wir die nun möglichen Motivationen eines Mentors besprochen. Der Mentor selber lernt unglaublich viel, durch das reflektieren der Probleme anderer. Ich vergleiche das gerne mit einem Marmeladenglas. Wenn man in dem Glas ist, kann man nicht sehen, was draußen draufsteht. Doch bei anderen, ist es so einfach, Probleme zu lösen.

Und eins kann ich dir jetzt schon sagen: Auch wenn du gerade nicht das Gefühl hast, dass du jemand als Mentor nicht viel geben kannst, hast du etwas zu geben. Du hast schon Erfahrungen gemacht, die einzigartig sind, diese Erfahrungen haben in bestimmten Situationen Weisheiten gegeben, die jemand, der um einiges jünger ist, vielleicht noch nicht hat. Auch hier musst du nicht deinen Mentee fragen, ob er dich als Mentor haben möchte. Sei einfach da für die Person, frag nach Problemen, gib Rat und Unterstützung und du wächst in die Rolle des Mentors hinein.

Top 3 Ideen zum Mentoring

  • Ein Mentor ist keine Person, sondern eine Rolle, die die Person übernimmt. Jemand wird dein Mentor, indem er sich verhält wie einer, du musst niemanden fragen, ob er sein Mentor sein will. Genauso würdest du niemanden fragen, ob er dein bester Freund sein möchte, wenn ihr euch kaum kennt.
  • Kläre welche Expertise dein Mentor haben muss und suche jemand, der dir in diesem einen Bereich helfen kann. Erwarte nicht alle Lösungen und Tipps von einer Person.
  • Du bist kein Bittsteller. Zeig Wertschätzung, Respekt und Interesse, doch vergleich dich nicht mit deinem Mentor. Du musst nicht super erfolgreich sein, um die Hilfe eines Mentors zu bekommen. Was zählt ist, dass du die Beziehung zu deinem Mentor bewusst und richtig aufbaust.
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