Oktober 28

Selbstvertrauen stärken: 25 Helden-Tipps für ein gesteigertes Selbstwertgefühl

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Zwei Dinge halten viele Menschen davon ab, ihre Träume zu verfolgen: Perfektionismus und die Angst vor dem Scheitern. Dazu kommt oft der Mangel an Selbstvertrauen, den es bräuchte, um diese Angst zu überwinden.

Bis zu einem gewissen Grad kennen wir das wohl alle. Die Schlüsselfrage lautet: Wie überwindest Du diese Angst? Die offensichtliche Antwort: Indem Du an Deinem Selbstvertrauen und Deinem Selbstwertgefühl arbeitest. Doch was kannst Du an Deinem Selbstvertrauen ändern? Und was musst Du so akzeptieren, wie es ist? Genau darum geht es in diesem Artikel.

Wichtig vorweg: Ängste bleiben. Alte Prägungen verschwinden nie ganz. Das ist auch nicht entscheidend. Selbstvertrauen heißt: Angst haben und es trotzdem tun. Selbstvertrauen heißt zu wissen, dass Du eine Mauer aus Angst durchbrechen kannst. Und dass Du auf der anderen Seite stärker herauskommst. Das Beste daran: Je öfter Du das tust, desto leichter wird es. Jeder Erfolg bringt weitere Erfolge.

Nebenbei bemerkt: Manche Menschen trennen streng zwischen Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Dazu kommen Begriffe wie Selbstbewusstsein, Selbstkonzept oder Selbstakzeptanz. In den 25 Tipps verwenden wir die Begriffe weitgehend austauschbar. Im Alltag meinen Menschen damit meist dasselbe. Den Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen erklären wir Dir weiter unten trotzdem genauer.

Ein bekanntes Gebet bringt die Haltung gut auf den Punkt: „Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Übernimm die Kontrolle über Dein Selbstvertrauen

Hast Du wenig Selbstvertrauen, kannst Du dann überhaupt etwas daran ändern? Liegt Dein Selbstvertrauen in Deiner Hand?

Vielleicht sieht es gerade nicht so aus. Aber Du kannst etwas tun, um Dein Selbstvertrauen zu stärken. Es ist nicht einfach angeboren, und Du bist dafür nicht auf andere angewiesen. Du kannst vielleicht nicht alles ändern. Aber Du kannst genug ändern. Auch wenn Du glaubst, nicht kompetent, klug oder attraktiv genug zu sein.

Du kannst jemand werden, der sich wertvoll fühlt und Respekt verdient. Jemand, der seine Ziele verfolgt, auch wenn andere abschätzig reagieren.

Das gelingt Dir, indem Du die Kontrolle über Dein Leben und Dein Selbstvertrauen übernimmst. Nicht mit leeren Floskeln, sondern mit konkreten Schritten. Sie steigern Deine Selbstwirksamkeit, also Deine Überzeugung, Deine Ziele zu erreichen. Damit verbesserst Du Dein Selbstbild und stärkst Dein Selbstvertrauen aus eigener Kraft.

Dafür musst Du nicht besonders kreativ sein. Oft helfen kleine Dinge. Die folgenden 25 Tipps reißen wir jeweils kurz an. Keiner davon ist revolutionär, und keiner reicht allein für ein starkes Selbstvertrauen. Die Liste ist auch nicht vollständig.

Musst Du alle Tipps umsetzen? Nein! Nimm die, die Dir gefallen. Probier zuerst nur ein paar aus. Funktionieren sie, ergänze weitere. Funktionieren sie nicht, versuch andere. Ergänze dann Deine eigenen Erkenntnisse und Methoden in Deinem Werkzeugkasten.

25 Tipps für mehr Selbstvertrauen

Die Tipps stehen in keiner bestimmten Reihenfolge.

1. Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Dein Äußeres

Tritt gepflegt auf. Eine Dusche und eine Rasur können viel für Dein Selbstvertrauen und Dein Selbstbild tun. Vor allem, wenn das Wochenende an Dir genagt hat und die Augenringe tiefer hängen als sonst. Mit dieser kleinen Sache drehst Du Deine Stimmung oft komplett.

2. Lerne Power Posen für eine starke Körpersprache

Körper und Gefühl hängen eng zusammen. Viele Menschen fühlen sich stärker, wenn sie eine kraftvolle Haltung einnehmen. Solche Haltungen heißen Power Posen. Zum Beispiel: Fäuste in die Hüften gestützt und Ellenbogen nach außen. Oder Arme hinter dem Kopf verschränkt und Brust raus. Probier es aus und achte darauf, wie Du Dich danach fühlst.

3. Mach ein Foto- oder Video-Selbstmodell

Du kennst das: Du schaust Dir die Feeds Deiner Freunde in den sozialen Medien an, und alle wirken glücklich und selbstbewusst. Dann schaust Du Deine eigenen Bilder an und … naja. Dagegen helfen positive Selbstmodelle.

Unser Selbstbild bedeutet uns sehr viel. Mehr, als wir oft zugeben. Wir haben ein inneres Bild von uns, und es bestimmt, wie selbstbewusst wir sind. Dieses Bild ist aber nicht festgelegt. Du kannst es ändern.

Nimm ein Foto und bearbeite es auf positive Weise. Du willst abnehmen? Dann mach Dich auf dem Bild schlanker. Schau Dir an, wie Du aussehen könntest, wenn Du regelmäßig Sport machst. Reichen Deine eigenen Bearbeitungskenntnisse nicht, kannst Du das auch über eine Freelancer-Plattform beauftragen.

Wichtig: Verändere nur Merkmale, die Du durch Übung erreichen kannst. Wer sich am Bildschirm Merkmale verpasst, die er nie erreichen kann, gewinnt kein Selbstvertrauen. Oft passiert dann eher das Gegenteil.

Dasselbe geht mit Videos. Der Fachbegriff dafür ist Video Self Modelling, also Video-Selbstmodellierung. Gemeint ist kein Feedback, sondern Feedforward. Du filmst Dich zum Beispiel beim Sport, etwa beim Volleyball, im Fitnessstudio oder beim Joggen. Am Ende schneidest Du alle Stellen heraus, die Dir nicht gefallen.

Übrig bleibt ein Film mit Deinen besten Szenen. Das beweist Dir: So stark habe ich schon einmal ausgesehen. So motiviert war ich schon einmal. Das will ich jetzt immer. Ein Beispiel aus dem Crossfit-Training zeigt das Video unten.

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4. Kleide Dich gut

Ziehst Du Dich gut an, fühlst Du Dich wohl. Du fühlst Dich erfolgreich und bereit, die Welt zu erobern. Dabei musst Du nicht unbedingt anderen gefallen. Gut angezogen sein bedeutet für jeden etwas anderes. Es muss kein teures Outfit sein. Es kann auch Freizeitkleidung sein, die Dir gefällt. Du kennst das Sprichwort: „Kleider machen Leute.“ Stärke Dein Selbstvertrauen, indem Du Deine eigenen Bedürfnisse ernst nimmst.

5. Tu jeden Tag eine Sache, die Dir Angst macht

Der beste Weg, eine Angst zu überwinden, ist, Dich ihr zu stellen. Tust Du etwas, das Dir Angst macht, gewinnst Du Vertrauen aus der Erfahrung. So siehst Du, wie Dein Selbstvertrauen steigt. Also raus aus der Komfortzone!

Am einfachsten geht das mit einer Angsthierarchie. Angenommen, Du hast Angst vor Schlangen. Dann reicht Deine Angsthierarchie von 1 (keine Angst) bis 100 (riesige Angst). Sie kann zum Beispiel so aussehen:

  • 10: ein Foto einer Schlange in einer Zeitschrift aus der Entfernung sehen
  • 20: das Foto ansehen und die Zeitschrift selbst halten
  • 30: eine Spielzeugschlange in einem Terrarium hinter Glas sehen
  • 40: eine Spielzeugschlange vor Dir auf dem Tisch liegen haben
  • 50: eine Spielzeugschlange in der Hand halten
  • 60: eine echte kleine Schlange in einem Terrarium hinter Glas sehen
  • 70: eine echte kleine Schlange vor Dir auf dem Tisch liegen haben
  • 80: eine echte kleine Schlange in der Hand halten
  • 90: eine große Schlange in der Hand halten
  • 100: eine große Schlange um den Hals legen

Frag Dich also: „Welche Angst habe ich? Welche Stufe ist für mich erträglich?“ Dort fängst Du an. Vorher hilft eine Übung aus der Progressiven Muskelentspannung. Spann dafür einige Sekunden lang bewusst alle Muskeln an. Dann lässt Du sie genauso bewusst locker. Das Vorgehen ist als „Systematische Desensibilisierung“ bekannt. Bei starken Ängsten hilft Dir eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut.

6. Hilf jemand anderem: Beginne ein Ehrenamt

Helfen wir anderen, vergessen wir uns oft selbst und sind dankbar für das, was wir haben. Es fühlt sich gut an, für jemanden einen Unterschied zu machen. Du konzentrierst Dich weniger auf Deine Schwächen und setzt ein, was Du wirklich gut kannst.

Melde Dich als Mentor, hilf Kindern beim Lesenlernen oder unterrichte an der Volkshochschule. Oder gestalte einen Onlinekurs über etwas, das Du gut beherrschst. Du wirst sehen, wie Dein Selbstvertrauen dabei wächst.

7. Denke positiv

Positives Denken hilft, gerade in schwierigen Phasen wie einer Gründung oder einem Jobwechsel. Genauer gesagt geht es um Handlungs- und Lageorientierung. Das Konzept stammt vom Psychologen Julius Kuhl und beschreibt unseren Fokus. Konzentrierst Du Dich auf das, was Du anpacken kannst? Oder verzagst Du, weil Du Dir an Unveränderbarem den Kopf einrennst?

Die Regel dabei: Naturgesetze sind unveränderbar. Von Menschen gemachte Regeln sind veränderbar, wenn auch oft nur schwer. Hast Du es mit solchen Regeln zu tun, hilft Dir positives Denken beim Durchhalten. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel Optimismus oder Pessimismus.

8. Fokus auf Lösungen

Dieser Tipp ist eine Abwandlung von Tipp 7. Bist Du bei Beschwerden immer ganz vorn dabei? Konzentrierst Du Dich auf Probleme? Dann ändere jetzt Deinen Fokus. Lösungen statt Probleme in den Blick zu nehmen, ist eines der besten Dinge für Dein Selbstvertrauen und Deine Karriere. Konzentriere Dich auf die Handlung, nicht auf die Lage.

  • „Ich bin faul und unsportlich!“ Wie kannst Du das lösen?
  • „Aber ich kann mich nicht selbst motivieren!“ Wie kannst Du das lösen? Würde Sport in der Gruppe helfen oder ein Trainer?
  • „Aber ich habe keine Energie!“ Was ist die Lösung?

9. Akzeptiere Deinen inneren Kritiker

Auch dieser Tipp hängt mit Tipp 7 zusammen. Er ist aber so wichtig, dass er einen eigenen Punkt verdient. Begreife Deine inneren Gespräche nicht als Monolog. Sieh sie als Dialog oder sogar als inneres Teammeeting. Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun spricht deshalb vom inneren Team.

Es gibt positive Gedanken und angenehme Gefühle. Genauso gibt es das Gegenteil. Akzeptiere das. Das gehört zur Selbstakzeptanz, einem wichtigen Teil gesunden Selbstvertrauens.

Moderiere Dein inneres Team. Je stärker Du negative Anteile unterdrückst und leugnest, desto lauter melden sie sich zu Wort. Das Konzept dieser Schattenanteile geht auf den Psychiater Carl Gustav Jung zurück.

Akzeptiere Deine Schatten und merk Dir den Knackpunkt: Du bist nicht Deine Gedanken, und Du bist nicht Deine Gefühle. „Ich bin total deprimiert“ fühlt sich völlig anders an als „Ich habe gerade ein ungutes Gefühl“. Mit dem zweiten Satz kannst Du viel leichter arbeiten.

10. Lerne Dich selbst kennen

Genau genommen ist das Selbstbewusstsein, eine Facette gesunden Selbstvertrauens. Ein kluger Feldherr lernt seinen Gegner sehr gut kennen, bevor er in den Kampf zieht. Willst Du ein negatives Selbstbild überwinden, ist Dein Gegner ein Teil von Dir selbst. Schon am Apollotempel von Delphi stand: „Erkenne Dich selbst.“

Ein gutes Werkzeug dafür ist ein Erfolgsjournal. Manche führen es über viele Jahre und kommen auf Hunderte Seiten. Beginne ein Tagebuch über Dich selbst und über die Gedanken, die Du über Dich hast. Analysiere, warum Du negative Gedanken hast.

Denk dann an das Gute an Dir. An die Dinge, die Du gut kannst und die Dir gefallen. Denk über Deine Grenzen nach. Sind sie echt, oder hast Du sie Dir selbst gesetzt? Grab tief in Dir, und Du kommst irgendwann mit mehr Selbstvertrauen heraus.

Nimm Dir Zeit für den Aufbau Deines Selbstvertrauens. Das ist keine Phase, sondern eine Haltung für Dein Leben. Nur so werden Veränderungen dauerhaft und tief, statt oberflächlich zu bleiben.

11. Verhalte Dich positiv

Gedanken werden Handlungen

Positiv zu denken genügt nicht. Du musst es auch in die Tat umsetzen. Handeln ist der Schlüssel zu mehr Selbstvertrauen. Positiv denken zu lernen ist das eine. Fängst Du an zu handeln, veränderst Du Dich Schritt für Schritt.

Ein bekannter Spruch sagt: Achte auf Deine Gedanken, sie werden Deine Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, sie werden Deine Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, er wird Dein Schicksal.

Ist ein Mangel an Selbstvertrauen für Dich schon zum scheinbaren Schicksal geworden? Dann fang mit positivem Denken an und handle, statt Dir zu sagen, dass Du etwas nicht kannst.

Kocht jemand einmal gut, sagt man: „Er hat gut gekocht.“ Kocht er dreimal gut, heißt es: „Er ist ein guter Koch.“ Merkst Du den Unterschied? Das Wort „gut“ beschreibt erst die Handlung und später die Person. Eine Handlung lässt sich leichter ändern als eine Person. Lass Dich davon nicht irritieren. Die Sprache gaukelt uns oft etwas vor, das gar nicht da ist.

12. Sei freundlich, großzügig und dankbar

Klingt kitschig? Dann mach weiter wie bisher. Allen anderen sei gesagt: Wer freundlich zu anderen ist, großzügig mit seiner Zeit und dem, was er hat, verbessert sein Selbstbild schnell. Du handelst nach Deinen eigenen Werten. Dann fühlst Du Dich gut und denkst, dass Du ein guter Mensch bist. Das wirkt Wunder für Dein Selbstvertrauen.

Und wenn mal alles schlecht aussieht, schreib Dankbarkeitsübungen in Dein Erfolgsjournal. Wofür bist Du heute dankbar? Richte Deinen Blick auf die Fülle statt auf den Mangel. Schreib jeden Morgen oder Abend drei Dinge auf, für die Du dankbar bist.

Es macht nichts, wenn es immer wieder dieselben oder ganz kleine Dinge sind. Wichtig ist nur, dass Du merkst: Sie sind da. Mit der Zeit wirst Du selbstbewusster, weil Du für mehr dankbar bist, als Du dachtest.

13. Achte auf Dich selbst

Selbstvertrauen hängt mit körperlicher, emotionaler und sozialer Gesundheit zusammen. Alles ist verbunden. Eine lateinische Redewendung lautet „Mens sana in corpore sano“, also „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“.

Es ist schwer, sich gut zu fühlen, wenn man seinen Körper ablehnt oder ständig wenig Energie hat. Nimm Dir Zeit für gesunde Gewohnheiten bei Bewegung, Ernährung und Schlaf.

Dabei musst Du nicht dogmatisch sein. Angenommen, Du ernährst Dich vegan, aber bei einer Feier gibt es nichts Veganes. Dann musst Du Dein Bild von Dir nicht ändern, nur weil es gerade nicht anders geht. Das schützt Dein positives Selbstbild.

Es bewahrt Dich auch davor, alles hinzuwerfen: „Wenn ich schon einmal vom Weg abgekommen bin, kann ich auch richtig zulangen.“ Überleg Dir ein solches Rückkehrverhalten für den Fall, dass Du schwach wirst. Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen gesunden Umgang mit Fehlern. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel über Perfektionismus.

14. Sprich deutlich

So einfach es klingt, es macht einen großen Unterschied, wie andere Dich wahrnehmen. Eine Person mit Autorität spricht deutlich. Das zeigt Selbstvertrauen. Wer wenig Selbstwertgefühl hat, nuschelt oft. Er glaubt, das Gesagte sei es nicht wert, gehört zu werden.

Auch Tempo und Tonlage spielen eine Rolle. Viele Menschen sprechen höher, wenn sie aufgeregt sind und schnell reden. Passiert Dir das auch, bleib ruhig und sprich langsamer. Suche die Tonlage, in der Deine Stimme angenehm im Bauch- und Brustraum schwingt. Leg dazu die Hand auf die Brust. Spürst Du ein leichtes Vibrieren, bist Du auf dem richtigen Weg. Das gibt Dir mehr Selbstvertrauen, wenn Du vor Menschen sprichst.

15. Steh aufrecht

Viele von uns sitzen zu viel am Computer und starren gebeugt aufs Smartphone. Das schadet nicht nur dem Rücken. Es wirkt sich auch auf Körpersprache und Ausstrahlung aus. Wer aufrecht steht, wirkt selbstbewusster. Ein Merksatz an der Tür kann helfen, etwa: „Po anspannen, Kopf zurück.“

Erinnerst Du Dich daran, groß und gerade zu stehen, fühlst Du Dich besser. Stell Dir vor, ein Seil zieht Deinen Kopf sanft nach oben, und der Rest Deines Körpers richtet sich aus. Das tut jeden Tag gut.

16. Steigere Deine Kompetenz

Wie wirst Du kompetenter? Indem Du lernst zu lernen. Viele komplexe Fähigkeiten lernen wir über Modelle. Du liest ein Fachbuch über Herzoperationen oder über den Wechsel eines Keilriemens? Das sind Modelle. Je mehr davon Du verinnerlichst, desto mehr Selbstvertrauen gewinnst Du im jeweiligen Bereich.

Wichtig: nur in diesem Bereich und nicht automatisch auch in anderen. Selbstvertrauen geht mit Selbstwirksamkeit einher. Das ist die Überzeugung, gewünschte Wirkungen zu erreichen, zum Beispiel einen gelungenen Keilriemenwechsel. Deshalb solltest Du Dich aber nicht gleich ans offene Herz wagen, auch nicht mit Fachbuch.

Vervollständige Deine inneren Landkarten vor allem für Dinge, die Dir wichtig sind. Das macht zufrieden und stärkt Deine Selbstliebe. Bist Du in einem Job wirksam, der Deinen Werten widerspricht, macht Dich das kaum glücklich. Selbstvertrauen ist also bereichsbezogen. Bau es in Gebieten auf, die Dir am Herzen liegen. Dann stärkt mehr Kompetenz auch Dein Selbstwertgefühl.

Geh in kleinen Schritten vor. Willst Du besser schreiben, nimm Dir nicht den ganzen Beruf auf einmal vor. Schreib einfach mehr: Tagebuch, Blog, Kurzgeschichten oder kleine Aufträge. Je mehr Du schreibst, desto besser wirst Du. Schon eine halbe Stunde am Tag steigert mit der Zeit Deine Kompetenz. Dieser Punkt passt gut zur Video-Selbstmodellierung aus Tipp 3.

17. Bereite Dich vor

Kennst Du noch Last-Minute-Referate aus der Schulzeit? In der Nacht davor schnell etwas zusammengeschustert und dann zitternd und nervös vorgetragen? Es ist schwer, Dir selbst zu vertrauen, wenn Du nicht glaubst, gut abzuschneiden. Besiege dieses Gefühl, indem Du Dich so gut wie möglich vorbereitest.

Gehst Du unvorbereitet in eine Prüfung, hast Du wenig Vertrauen in Deine Fähigkeiten. Hast Du Dich aufgerafft und vorbereitet, bist Du viel selbstbewusster. Sieh das Leben als Deine Prüfung und bereite Dich darauf vor. Sieh es als Experiment oder als Premiere. Eine Generalprobe gibt es nicht. Vor einem Vorstellungsgespräch gilt das ganz besonders.

18. Besuche einen Improkurs

Gibt es in Deiner Nähe ein Improvisationstheater? Dann melde Dich zu einem Schnupperkurs an. Zu teuer? Wünsch ihn Dir zum Geburtstag. Nicht auf alles kannst Du Dich so vorbereiten wie in Tipp 16 und 17. Deshalb ist es manchmal wichtig, improvisieren zu können. Nicht als Lebensprinzip, aber für Situationen, in denen Standardlösungen nicht passen.

19. Komm in den Flow

Selbstvertrauen im Flow beim Tennis

Viele Menschen haben kein Gefühl für ihr Selbstvertrauen. Es scheint entweder an oder aus zu sein, wie ein Schalter. Das stimmt aber nicht. Angenommen, Du spielst Tennis gegen einen Freund. Am Anfang seid ihr gleich gut. Dir macht der Sport mehr Spaß, also übst Du jeden Tag. Nach einem Monat spielt ihr wieder, und Du bist viel besser. Dein Selbstvertrauen ist gestiegen. Gleichzeitig denkst Du: „War ja klar, ich habe ja geübt.“

Das Spiel gegen diesen Gegner macht aber keinen Spaß mehr. Die Herausforderung fehlt. Ständig wartest Du, bis er den Ball eingesammelt hat. So entsteht kein Flow. Gemeint ist das angenehme Gefühl, im Fluss zu sein. In diesem Zustand denkst Du gar nicht über Dich nach. Daran erkennst Du hohes Selbstvertrauen: Es beschäftigt Dich nicht mehr.

Am besten suchst Du Dir also einen neuen Gegner, der Dich gut fordert. Kommst Du dann in den Flow, merkst Du, dass Du ein neues Level erreicht hast. Das stärkt Dein Selbstvertrauen.

Setz Dir für den Anfang ein kleines Ziel und erreiche es. Viele machen den Fehler, gleich nach den Sternen zu greifen. Scheitern sie, sind sie entmutigt. Such Dir lieber etwas, das gut erreichbar ist. Hast Du es geschafft, setz Dir das nächste kleine Ziel. Je mehr kleine Ziele Du erreichst, desto besser fühlst Du Dich. Dein Selbstvertrauen steigt.

20. Ändere eine kleine Gewohnheit

Keine große, wie mit dem Rauchen aufzuhören. Nur etwas Kleines, wie Erfolge ins Erfolgsjournal zu schreiben. Oder zehn Minuten früher aufzustehen. Oder nach dem Aufwachen ein Glas Wasser zu trinken. Etwas Kleines, von dem Du weißt, dass Du es schaffst. Mach es einen Monat lang. Hast Du es geschafft, fühlst Du Dich wie ein Tausendsassa.

21. Lächle

Noch ein banaler Tipp, aber er funktioniert. Viele Menschen fühlen sich sofort besser, wenn sie lächeln. Es hilft auch, freundlich zu anderen zu sein. Das stärkt das Selbstvertrauen und kann eine Kettenreaktion auslösen. Andere zum Lächeln oder Lachen zu bringen, ist eine gute Investition Deiner Zeit und Energie.

22. Sport

Keine Liste über Selbstvertrauen wäre ohne Sport vollständig. Bewegung gibt vielen Menschen Kraft. Fällt Dir Sport noch nicht leicht, mach Dich dafür nicht fertig. Vielleicht hattest Du in diesem Punkt einfach weniger Glück. Nicht verzagen. Das holst Du mit kleinen, regelmäßigen Schritten auf.

Denk dran: Taten werden zu Gewohnheiten, Gewohnheiten werden zum Charakter. Regelmäßiger Sport, allein oder im Team, lässt Dich besser fühlen. Fang klein an, zum Beispiel mit einem Spaziergang in der Mittagspause ein paarmal pro Woche. Du wirst die Vorteile bald merken.

23. Erledige etwas von Deiner To-do-Liste, das Dich schon lange umtreibt

Viele Menschen mit wenig Selbstvertrauen halten sich gleichzeitig für typische Aufschieber. Die Diagnose lautet dann: Prokrastination. „Ich kriege meine Zeit nicht in den Griff.“ Wer nicht gut mit seiner Zeit umgeht, wirkt auf andere oft weniger selbstbewusst.

Unerledigte Dinge im Kopf mindern zusätzlich Deine Konzentration. Das nennt man Zeigarnik-Effekt. Wir behalten lose Gedankenfäden im Kopf und können nie richtig abschalten. Abschalten brauchst Du aber, um konzentriert Erfolge zu erzielen, die Dein Selbstvertrauen stärken.

Was steht auf Deiner To-do-Liste? Erledige es gleich morgen früh. Du wirst Dich gut fühlen.

24. Räum Dein Zimmer auf

Viele kennen den Satz der Eltern: „In Deinem Zimmer sieht es aus wie in Deinem Kopf.“ Aufräumen mag wie eine kleine Sache wirken. Für manche ist sie gar nicht so klein. Oft wirkt sie aber Wunder.

Versinkt Dein Schreibtisch im Chaos, helfen kleine körperliche Aufgaben. Den Schreibtisch freiräumen, Wäsche waschen, das Bett machen oder putzen. Solche Aufgaben zeigen Dir schnell Fortschritte. Du bekommst ein Stück Deines Lebens wieder unter Kontrolle. Die Ordnung im Außen überträgt sich auf Deine innere Ruhe.

25. Reduziere Deinen Nachrichten- und Medienkonsum

Ein Schiff, das sicher ankommt, ist keine Nachricht. Ein Schiff, das sinkt, schon. Katastrophenmeldungen in Fernsehen, Radio und sozialen Netzwerken vermitteln schnell den Eindruck, es gäbe nur noch Schlimmes. Das stimmt natürlich nicht. Trotzdem fühlen wir uns dadurch leicht ohnmächtig und klagen über fehlendes Selbstvertrauen.

Dosiere Nachrichten, bei denen Du ohnehin nichts tun kannst. Betrübt zuzuschauen hilft nicht. Entscheide Dich: Entweder schaust Du nicht hin. Oder Du schaust hin und tust dann auch etwas.

Der Managementautor Stephen Covey beschreibt dafür zwei Kreise. Innen liegt der Einflusskreis, außen der Sorgenkreis. Der Sorgenkreis umfasst alles, was uns umtreibt. Ist der Einflusskreis viel kleiner, fühlen wir uns hilflos. Dann können wir kompetenter werden oder akzeptieren, dass wir nichts ändern können. Beides stärkt unser Selbstvertrauen.

Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen: Wo ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt oder gleich verwendet. Der Begriff Selbstbewusstsein trägt die Bedeutung schon im Namen. Es geht darum, dass Du Dir Deiner selbst bewusst wirst. Kennst Du Dich gut, kannst Du Dein Handeln besser einordnen und reflektieren. Du weißt, was Du kannst und was Du richtig oder falsch gemacht hast. Du bist Dir selbst kein Rätsel mehr.

Selbstvertrauen entsteht daraus, wenn Du Dir Deiner selbst bewusster bist. Kennst Du Deine Fähigkeiten und Grenzen, übernimmst Du gezielter Aufgaben, die zu Dir passen. Oder Aufgaben, die Dir gute Lernchancen bieten. Du vertraust also Deinem Urteil und lernst, Deine Meinung zu schätzen.

Ein gutes Selbstbewusstsein hilft Dir, Dich selbst wertzuschätzen. Du ignorierst keinen Teil von Dir, sondern akzeptierst Dich. Übertriebene Selbstkritik ist oft ein Zeichen, dass Du Dir selbst wenig vertraust. Du musst Dich also erst kennen und akzeptieren, was Du wahrnimmst. Dann kannst Du Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gut entwickeln.

Und das Gegenteil von selbstbewusst? Häufig passen Wörter wie unsicher, schüchtern, gehemmt oder zaghaft. Wer sich so fühlt, findet in den Tipps oben und unten gute erste Schritte.

Übung: ein Date mit Dir selbst

Nimm Dir einen Abend Zeit, hol Dir Block und Stift und mach es Dir gemütlich. Beantworte diese Fragen schriftlich, damit Du später darauf zurückschauen kannst:

  • Was sind Deine Stärken und Schwächen? Schreib mindestens fünf Stärken und höchstens fünf Schwächen auf.
  • Was hast Du schon erreicht? Worauf bist Du besonders stolz? Wofür bewundern Dich andere? Das kann ein Abschluss sein oder ein Gericht, das Du super kochst.
  • Wie wirkst Du vermutlich auf andere? Schreib Deine Vermutungen auf. Frag danach Freunde, Familie oder Kollegen, ob ihr Eindruck übereinstimmt.
  • Warum handelst Du so, wie Du handelst? Welche Momente lösen bei Dir Unsicherheit aus?

Schreib danach eine zweite Liste: Was magst Du an Dir? Das müssen nicht Deine Stärken sein. Vielleicht Dein Kleidungsstil, Deine Brille oder eine bestimmte Eigenschaft. Sammle mindestens zehn Dinge. Vielleicht fällt Dir dabei etwas auf, das Du bisher nicht als Stärke gesehen hast. Etwa: „Ich mag, wie ich mit meiner Nichte umgehe.“ Dann ist Fürsorge eine Deiner Stärken.

15 Soforthilfe-Tipps für mehr Selbstbewusstsein

Die Tipps oben brauchen manchmal Zeit, bis sie wirken. Diese 15 Tipps setzt Du schnell um:

  1. Hör auf, Dich unfair zu kritisieren. Behandle Dich wie Deinen besten Freund, wenn er etwas verbockt hat.
  2. Setz Dich in Seminaren und Besprechungen in die erste Reihe.
  3. Belohne Dich, wenn Du etwas geschafft hast.
  4. Schreib ein Tagebuch mit den guten Dingen des Tages.
  5. Achte mehr auf Deine Stärken als auf Deine Schwächen.
  6. Tu Komplimente nicht ab, sondern nimm sie an.
  7. Übe, Blickkontakt zu halten, und steigere Dich bis zu einem angenehmen Maß.
  8. Lerne Deine Grenzen kennen und sag bewusst „Nein“, wenn Dir etwas nicht guttut.
  9. Werde Dir Deiner Stimme bewusst und sprich laut und deutlich.
  10. Brust raus, Kopf hoch: Deine Haltung ist wichtig.
  11. Teile Deine Wünsche und Bedürfnisse mit, damit sie erfüllt werden können.
  12. Konstruktive Kritik richtet sich nie gegen Dich als Person. Persönliche Angriffe sagen mehr über den Absender als über Dich.
  13. Nimm die schönen kleinen Dinge bewusster wahr, wie einen Sonnenaufgang.
  14. Lass Dich auf neue Bekanntschaften und Freundschaften ein.
  15. Frag Dich: Was kann im schlimmsten Fall passieren? Ist das wirklich so schlimm, dass sich der Versuch nicht lohnt?

Keiner dieser Tipps wirkt über Nacht. Sei also nicht sauer auf Dich, wenn etwas nicht gleich klappt. Selbstbewusstsein wächst nach und nach.

Mit mehr Selbstvertrauen zum nächsten Karriereschritt

Fehlendes Selbstvertrauen bremst oft genau dann, wenn es beruflich darauf ankommt. Etwa bei der Bewerbung, im Vorstellungsgespräch oder bei der Frage nach dem nächsten Schritt. In unserer Karriereberatung klären wir mit Dir Stärken und Ziele. Im Bewerbungscoaching üben wir Deine Selbstpräsentation in einem Probelauf.

Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


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