fbpx

So entwickelst du unternehmerisches Denken

So entwickelst du unternehmerisches Denken

Unternehmerisches Denken ist ein besonders wichtiger Faktor für Deinen beruflichen Erfolg. Die gesamte Wirtschaft hängt von Menschen ab, die unternehmerisch denken. Und als leidenschaftlicher Entrepreneur liegt mir das Thema besonders am Herzen. Zeit also, unter die Lupe zu nehmen, wie du unternehmerisches Denken entwickeln kannst. 

Unternehmerisches Denken

In Zeiten, wo allerorten die Start Ups wie Pilze aus dem Boden schießen, ist die Frage angebracht, ob unternehmerisches Denken gerade einen neuen Aufschwung erlebt oder ob es dabei ist, sich grundsätzlich zu verändern. Die klassische Definition zum Beispiel des Österreichers Joseph Schumpeter sieht den Unternehmer als jemanden mit Eigenschaften wie  

  • ideenreich
  • innovativ
  • kreativ

Jemanden, der die Kraft besitzt, seine Ideen erfolgreich in die Tat umzusetzen. Dabei ist er nicht unbedingt derjenige, der ein Produkt oder eine Dienstleistung neu erfindet, sondern jemand, der Chancen frühzeitig erkennt und daraus ein erfolgreiches Geschäftsmodell schmiedet. Dabei räumt er, wenn es sein muss, alles aus dem Weg, was seinem Aufstieg im Wege steht:

  • bestehende Strukturen
  • bürokratische Hindernisse
  • Konkurrenten

Unternehmerisches Denken im klassischen Verständnis 

Nach diesem Verständnis vollzieht sich unternehmerisches Denken unter

  • Eingehen teilweise hoher Risiken
  • vollständiger Identifikation des Unternehmers mit seinem Unternehmen
  • Übernahme von Verantwortung und Fürsorge für seine Mitarbeiter

Diesen Typus trifft man heute noch in vielen kleineren Betrieben an. Auch mittelständische Familienunternehmen mit Tradition fühlen sich diesem unternehmerischen Denken noch verpflichtet.

Unternehmerisches Denken führt zu unternehmerischem Handeln

Die Ökonomen sind sich weitgehend einig darüber, dass richtiges unternehmerisches Denken in ein Handeln mündet, das

  • Chancen zu Geschäftsideen und einem tragfähigen Geschäftsmodell entwickelt
  • Geschäftsmodelle nach der Entwicklung entschlossen und zielstrebig am Markt etabliert und durchsetzt
  • Ressourcen aller Art zu nutzen versteht: intellektuelle, finanzielle, organisatorische und personelle. Hierbei ist vor allem das Geschick des Unternehmers gefragt, diverse Ressourcen zum Nutzen seines Unternehmens optimal zu kombinieren
  • Risiken erkennt und nach Möglichkeit richtig einzuschätzen versteht. Dennoch werden den Vollblutunternehmer Risiken eher reizen als abschrecken. Dieser spezielle Umgang mit Risiken unterscheidet ihn ganz wesentlich vom Angestellten 
  • alles daran setzt, das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten am Leben zu erhalten. Zur Not unter erheblichen persönlichen Opfern. Wenn eine Pleite nicht mehr vermieden werden kann, schließt dieser Unternehmer einen mutigen Schlussstrich und beginnt von vorn. Auch, weil er gar nicht anders kann

Neuerdings wird die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers zunehmend betont: ökonomisch, ökologisch und sozial.  

Unternehmerisches Denken beim Manager

Zunehmend wird in den Unternehmen die Figur des Unternehmensgründers, der das Unternehmen nicht nur führt, sondern auch dessen Eigentümer ist, abgelöst durch den Manager. Dieser trägt in der Regel kein oder nur ein geringes Kapitalrisiko, wirkt aber dessen ungeachtet stellvertretend für die Eigentümer. Von ihm wird selbstverständlich auch unternehmerisches Denken erwartet. Auf Grund seiner andersartigen Verbundenheit erfolgt dies aber eher

  • risikoscheu
  • distanziert
  • seine eigene Stellung absichernd

Das ist verständlich, weil der angestellte Manager durch den Eigentümer jederzeit von seiner Aufgabe entbunden werden kann. Er wird sich also nur in dem Umfang mit dem Unternehmen identifizieren, wie es seine persönliche Situation zulässt. Der Manager wird zudem darauf bedacht sein, Fehler zu vermeiden und nicht in eine persönliche Haftung zu geraten.

Da er trotz dieser Einschränkungen darauf angewiesen ist, unternehmerisches Denken zu praktizieren, hat er sich dieses durch seine Ausbildung angeeignet. Er ist damit nicht Unternehmer aus dem Bauch heraus, sondern auf Grund betriebswissenschaftlicher und marktwissenschaftlicher Kenntnisse, die er sich im Laufe seines Studiums angeeignet hat.

Entrepreneur und Intrapreneur

Um den Unternehmer oder Entrepreneur besser vom Manager abzugrenzen, prägte Gifford Pincot den Begriff "Intrapreneurship". Hiermit sollte das wünschenswerte Verhalten von Mitarbeitern in einem Unternehmen beschrieben werden. Sie sollten sich zum Unternehmen und zu ihrer Arbeit so einstellen, als wären sie selbst die Unternehmer. Diese Denkweise erwies sich als notwendig, weil nach der abklingenden Gründungsphase Auslagerungen von Teilbereichen einerseits, Fusionen anderseits an der Tagesordnung waren. Das war nur dann mit einem Minimum an Reibungsverlusten möglich, wenn die Mitarbeiter Verantwortung übernahmen, eigenverantwortlich handelten und damit die Flexibilität der Unternehmen erhöhten.

Es wurden umfassende Intrapreneurship-Programme aufgelegt und Rahmenbedingungen definiert:

  • flache Hierarchien
  • eine neue offene Kommunikationskultur, die Informationen für einen wachsenden Kreis von Mitarbeitern zugänglich machten
  • Anreize durch Aufstiegsmöglichkeiten, bessere Arbeitsbedingungen und Gehaltssteigerungen

Dadurch, dass infolge der digitalen Flexibilisierungs-Potenziale die Markteintrittsschwelle für Neugründungen ständig sinkt, kann der Entrepreneur auch bei knappem Eigenkapital einen Markteintritt wagen. Die Distanz zwischen Entrepreneur und Intrapreneur nimmt auf diese Weise immer weiter ab. Die Schulungsprogramme für Intrapreneurship tragen dazu bei, dass sich der Personenkreis potentieller Entrepreneure ständig erhöht.

 Die Mitarbeiterschulung umfasst unternehmerisches Denken im weitesten Sinne:

  • Eigeninitiative
  • Orientierung auf den Kunden
  • Kosten-Nutzen-Bewusstsein

Der Fokus auf Intrapreneurship führte zu teilweise erheblichen Umwälzungen in den Unternehmen. Amerikanische Unternehmen wie 3M und Google nahmen Vorreiter-Rollen ein. 

Unternehmerisches Denken in wissensbasierten Ökonomien

Das Informationszeitalter hat der ressourcenbasierten Ökonomie, in der Güter lediglich mit einem Aufschlag durchgehandelt werden und der produktivitätsorientierten Ökonomie, in der ein klassischer Unternehmer innovative Produkte in den Markt einführt, mit der wissensbasierten Ökonomie einen weiteren Zweig hinzugefügt. Diese hat auch einen neuen Typ von Unternehmer hervorgebracht, dessen Erfolg häufig darin besteht, dass er bereits Vorhandenes neu kombiniert. Unternehmen, die wissensbasiert operieren, setzen auf

  • Teamwork, bei dem du als Teammitglied die Vision des Unternehmers mitträgst und die Strategien zu ihrer Durchsetzung aktiv mit gestaltest
  • du übernimmst Verantwortung für Einzelergebnisse und Zwischenziele je nach deinen individuellen Fähigkeiten  
  • ein Minimum an Regeln. Du wirst in deiner Individualität respektiert und möglichst wenig reglementiert
  • ein Maximum an Freiraum. Du kannst dich jederzeit auch in Aktivitäten einbringen, die außerhalb deines ursprünglichen Aufgabengebietes liegen
  • Toleranz. Es ist klar, dass ängstliche Fehlervermeidung jede Kreativität hemmt. Fehler sind dazu da, dass man aus ihnen lernt
  • Ein Höchstmaß an kommunikativer und informativer Transparenz
  • Einbindung in allfällige Entscheidungen. Nur wenn du an Entscheidungen partizipierst, wirst du dich voll für das Unternehmen engagieren.
Intrapreneur Entrepreneur

Unternehmerisches Denken beim Start Up

Allgemein wird für das vermehrte Entstehen von Start Ups ein Gründer-Ökosystem vorausgesetzt, wie es im Silicon Valley und rund um Seattle für zahlreiche erfolgreiche Unternehmensgründungen gesorgt hat. Auch in Israel, Dubai, Singapur und Malaysia sind Bedingungen vorhanden, die Gründungen begünstigen. In Deutschland hat allein Berlin ein vergleichbar fruchtbares Gründer-Ökosystem. Die Bedingungen an den einzelnen Standorten sind dabei sehr unterschiedlich und kaum kopierbar. Dennoch sind bestimmte Grundkomponenten an diesen Standorten wieder zu erkennen:

  • Offenheit für Innovationen
  • hohe Lebensqualität
  • ein Umfeld, das Kreativität fördert
  • eine Verwaltung, die sich mit Regulierungen zurückhält
  • finanzielle Ressourcen
  • potentielle Kunden
  • erstklassige Bildungseinrichtungen

Das unternehmerische Denken in Start Ups entspricht weitgehend dem, das oben für die wissensbasierte Ökonomie beschrieben wurde. Kein Wunder, dass die weitaus meisten Start Ups sich denn auch im IT-, KI- und digitalen Bereich tummeln.

Als ein wesentliches Element haben Start Ups ihrem unternehmerischen Denken das Spiel hinzugefügt. Hierbei wird mit allem gespielt und experimentiert. Mit den Methoden, den Zielen, der Organisation und den Inhalten. Auf diese Weise soll ein Höchstmaß an Kreativität erzeugt werden.

Fazit

Wenn du dich mit deinem Coach dem Thema unternehmerisches Denken zuwendest, solltest du zunächst überlegen, in welche Richtung deine Tätigkeit geht, in der du unternehmerisches Denken benötigst:

  • Entrepreneur im klassischen Sinne als Gründer und Eigentümer
  • Manager als Stellvertreter des Eigentümers
  • Intrapreneur als Mitarbeiter in einem innovativen Unternehmen mit flachen Hierarchien
  • Gründer, Mitgründer oder Mitarbeiter in einem Start Up

Die Schwerpunkte deines unternehmerischen Denkens werden unterschiedlich sein, je nach deiner Ausrichtung. Wahrscheinlich hast du eine natürliche Präferenz. Vollblutunternehmertum lässt sich ebenso wenig unterdrücken wie die Bevorzugung teamorientierten Arbeitens mit flachen Hierarchien und wenig Regeln.

Vielleicht aber gehörst du auch zu den Wagemutigen, die sich mit Gleichgesinnten für die Gründung eines Start Ups entscheiden. Ganz gleich, in welche Richtung du tendierst, modernes unternehmerisches Denken wird zunehmend in allen Bereichen gefragt sein. Vor allem die Bereitschaft zur Eigenverantwortung, weil die dich grundsätzlich von der Maschine unterscheidet. Maschinen übernehmen keine Verantwortung.

Über den Autor

Sven ist Gründer und Spiritus Rector der Karrierehelden. Er coacht leidenschaftlich gerne, schreibt und liest. Seine Lieblingsthemen sind Genetik, Soziologie, Künstliche Intelligenz, Psychologie, Neurobiologie und Entrepreneurship.