August 5

So entwickelst Du unternehmerisches Denken

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Unternehmerisches Denken ist ein wichtiger Faktor für Deinen beruflichen Erfolg. Die ganze Wirtschaft lebt von Menschen, die unternehmerisch denken. Das gilt für Gründerinnen und Gründer genauso wie für Angestellte. Zeit also, genauer hinzuschauen: Was bedeutet unternehmerisches Denken, und wie entwickelst Du es?

Überall entstehen neue Start-ups. Da stellt sich die Frage, ob unternehmerisches Denken gerade einen Aufschwung erlebt. Oder ob es sich grundsätzlich verändert. Die klassische Definition stammt etwa vom österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter. Er beschreibt den Unternehmer als jemanden, der so ist:

  • ideenreich
  • innovativ
  • kreativ

Er hat die Kraft, seine Ideen erfolgreich in die Tat umzusetzen. Dabei muss er ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht selbst erfinden. Entscheidend ist, dass er Chancen früh erkennt und daraus ein erfolgreiches Geschäftsmodell macht. Wenn es sein muss, räumt er dafür alles aus dem Weg, was ihn bremst:

  • bestehende Strukturen
  • bürokratische Hindernisse
  • Konkurrenten
Unternehmerisches Denken entwickeln

Unternehmerisches Denken im klassischen Verständnis

Nach diesem Verständnis gehört zum unternehmerischen Denken:

  • die Bereitschaft, teils hohe Risiken einzugehen,
  • die vollständige Identifikation mit dem eigenen Unternehmen,
  • Verantwortung und Fürsorge für die Mitarbeitenden.

Diesen Typus triffst Du heute noch in vielen kleineren Betrieben. Auch viele mittelständische Familienunternehmen mit Tradition fühlen sich diesem Denken verpflichtet.

Unternehmerisches Denken führt zu unternehmerischem Handeln

Unternehmerisches Denken zeigt sich erst im Handeln. Wer unternehmerisch denkt, handelt in der Regel so:

  • Er entwickelt aus Chancen Geschäftsideen und ein tragfähiges Geschäftsmodell.
  • Er bringt das Geschäftsmodell entschlossen und zielstrebig an den Markt und setzt es durch.
  • Er nutzt Ressourcen aller Art: Wissen, Geld, Organisation und Menschen. Besonders gefragt ist das Geschick, diese Ressourcen klug zu kombinieren.
  • Er erkennt Risiken und schätzt sie möglichst richtig ein. Echte Unternehmer reizen Risiken eher, als dass sie abschrecken. Dieser Umgang mit Risiko unterscheidet sie oft von Angestellten.
  • Er setzt alles daran, das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten zu erhalten, notfalls mit persönlichen Opfern. Lässt sich eine Pleite nicht mehr abwenden, zieht er einen mutigen Schlussstrich und beginnt von vorn.

Zunehmend wird auch die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen betont. Sie hat drei Seiten: ökonomisch, ökologisch und sozial. Fachleute sprechen von Corporate Social Responsibility.

Unternehmerisches Denken beim Manager

In vielen Unternehmen tritt an die Stelle des Gründers, der zugleich Eigentümer ist, der Manager. Er trägt meist kein oder nur ein geringes Kapitalrisiko. Trotzdem handelt er stellvertretend für die Eigentümer. Von ihm wird selbstverständlich unternehmerisches Denken erwartet. Weil er anders mit dem Unternehmen verbunden ist, denkt er aber oft eher so:

  • risikoscheu
  • distanziert
  • auf die Absicherung der eigenen Position bedacht

Das ist verständlich. Ein angestellter Manager kann jederzeit von seiner Aufgabe entbunden werden. Er identifiziert sich also nur so weit mit dem Unternehmen, wie es seine Lage zulässt. Außerdem achtet er darauf, Fehler zu vermeiden und nicht persönlich zu haften.

Trotzdem muss er unternehmerisch denken. Deshalb hat er sich dieses Denken oft durch Ausbildung angeeignet. Er ist also nicht Unternehmer aus dem Bauch heraus. Er stützt sich auf betriebswirtschaftliches Wissen und Marktkenntnis aus Studium und Beruf. Bist Du selbst Führungskraft, lohnt sich ein ehrlicher Blick: Wo sicherst Du nur ab, und wo gestaltest Du wirklich?

Entrepreneur und Intrapreneur

Entrepreneur und Intrapreneur im Vergleich

Um den Unternehmer, also den Entrepreneur, besser vom Manager abzugrenzen, prägte Gifford Pinchot den Begriff Intrapreneurship. Er beschreibt das gewünschte Verhalten von Mitarbeitenden in einem Unternehmen. Sie sollen sich zu ihrer Arbeit so verhalten, als wären sie selbst Unternehmer.

Diese Denkweise wurde wichtig, als Auslagerungen und Fusionen alltäglich wurden. Solche Umbrüche gelingen nur mit wenig Reibung, wenn Mitarbeitende Verantwortung übernehmen und eigenständig handeln. Das macht Unternehmen flexibler.

Viele Unternehmen starteten deshalb Programme für Intrapreneurship und schufen passende Rahmenbedingungen:

  • flache Hierarchien
  • eine offene Kommunikationskultur, die mehr Menschen Zugang zu Informationen gibt
  • Anreize wie Aufstiegschancen, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter

Gleichzeitig sinkt durch die Digitalisierung die Hürde für Neugründungen. Auch mit wenig Eigenkapital kannst Du heute in einen Markt einsteigen. Dadurch wird der Abstand zwischen Entrepreneur und Intrapreneur kleiner. Schulungen zum Intrapreneurship vergrößern außerdem den Kreis möglicher Gründerinnen und Gründer.

Solche Schulungen umfassen unternehmerisches Denken im weitesten Sinn:

  • Eigeninitiative
  • Orientierung am Kunden
  • Bewusstsein für Kosten und Nutzen

In manchen Unternehmen führte der Fokus auf Intrapreneurship zu großen Veränderungen. Ein häufig genanntes Beispiel ist das amerikanische Unternehmen 3M. Dort bekamen Mitarbeitende Freiräume für eigene Projekte.

Unternehmerisches Denken in wissensbasierten Ökonomien

Früher gab es vor allem zwei Arten des Wirtschaftens. In der ressourcenbasierten Ökonomie werden Güter mit Aufschlag weiterverkauft. In der produktivitätsorientierten Ökonomie bringt ein Unternehmer neue Produkte auf den Markt. Das Informationszeitalter hat eine dritte Art hinzugefügt: die wissensbasierte Ökonomie.

Sie hat einen neuen Typ Unternehmer hervorgebracht. Sein Erfolg liegt oft darin, Vorhandenes neu zu kombinieren. Wissensbasierte Unternehmen setzen auf:

  • Teamarbeit. Du trägst die Vision mit und gestaltest die Strategien aktiv mit.
  • Verantwortung. Du übernimmst je nach Fähigkeiten Verantwortung für Ergebnisse und Zwischenziele.
  • Wenige Regeln. Du wirst als Person respektiert und möglichst wenig eingeschränkt.
  • Viel Freiraum. Du kannst Dich auch außerhalb Deines eigentlichen Aufgabengebiets einbringen.
  • Fehlertoleranz. Ängstliches Vermeiden von Fehlern hemmt Kreativität. Fehler sind dazu da, aus ihnen zu lernen.
  • Transparenz. Kommunikation und Informationen sind möglichst offen.
  • Beteiligung an Entscheidungen. Nur wer mitentscheidet, engagiert sich voll für das Unternehmen.

Unternehmerisches Denken beim Start-up

Damit viele Start-ups entstehen, braucht es meist ein Gründer-Ökosystem. Das bekannteste Beispiel ist das Silicon Valley. Auch Städte wie Seattle, Tel Aviv, Singapur oder Dubai gelten als gründerfreundlich. In Deutschland gilt vor allem Berlin als wichtiger Standort für Start-ups. Die Bedingungen sind überall verschieden und kaum kopierbar. Einige Grundzutaten tauchen aber immer wieder auf:

  • Offenheit für Neues
  • hohe Lebensqualität
  • ein Umfeld, das Kreativität fördert
  • eine Verwaltung, die sich mit Regeln zurückhält
  • Zugang zu Kapital
  • mögliche Kunden
  • sehr gute Hochschulen

Das unternehmerische Denken in Start-ups ähnelt stark dem in der wissensbasierten Ökonomie. Kein Wunder, dass viele Start-ups in IT, künstlicher Intelligenz und anderen digitalen Bereichen arbeiten.

Ein wichtiges Element haben Start-ups hinzugefügt: das Spiel. Sie experimentieren mit allem. Mit Methoden, Zielen, Organisation und Inhalten. So soll möglichst viel Kreativität entstehen.

Fazit: Welches unternehmerische Denken passt zu Dir?

Willst Du Dein unternehmerisches Denken weiterentwickeln, etwa mit einem Coach? Dann überleg Dir zuerst, in welche Richtung Deine Tätigkeit geht:

  • Entrepreneur im klassischen Sinn, also Gründer und Eigentümer
  • Manager als Stellvertreter der Eigentümer
  • Intrapreneur als Mitarbeiter in einem innovativen Unternehmen mit flachen Hierarchien
  • Gründer, Mitgründer oder Mitarbeiter in einem Start-up

Je nach Richtung setzt Du andere Schwerpunkte. Wahrscheinlich hast Du eine natürliche Vorliebe. Echtes Unternehmertum lässt sich ebenso wenig unterdrücken wie die Freude an Teamarbeit mit flachen Hierarchien und wenigen Regeln.

Vielleicht gehörst Du aber auch zu den Mutigen, die mit Gleichgesinnten ein Start-up gründen. Egal, wohin Du tendierst: Unternehmerisches Denken wird in allen Bereichen immer wichtiger. Vor allem die Bereitschaft zur Eigenverantwortung. Sie unterscheidet Dich grundsätzlich von einer Maschine. Maschinen übernehmen keine Verantwortung.

In der Karriereberatung klären wir mit Dir, welche Rolle zu Dir passt. Bist Du bereits Führungskraft, unterstützt Dich unser Führungskräftecoaching dabei, mehr unternehmerisch zu gestalten.

Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


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