Soft Skills schlagen Hard Skills

Soft Skills sind wichtig für ein erfolgreiches (Berufs-)Leben

Hard Skills und Soft Skills sind Schlagwörter, die vor allem im Zusammenhang mit Bewerbungen und Assessment Centers auftauchen. Dann, wenn Unternehmen potentielle Mitarbeiter auf Herz und Nieren checken. Lass uns gemeinsam schauen, was hinter diesen Schlagworten steckt und inwieweit wir uns die Begriffe zunutze machen können. 

Soft Skills und Hard Skills

Hard Skills

Was Hard Skills sind, ist einfach. Das sind all die Fähigkeiten, die auf Ausbildung beruhen und über Zeugnisse und Diplome nachweisbar sind. Es sind eher Kenntnisse als Fähigkeiten. Denn ein Diplom sagt nur aus, dass du Kenntnisse hast, aber nicht, wie weit du in der Lage bist, diese Kenntnisse in realen Situationen nutzbringend anzuwenden. Beispiele für solche Hard Skills:

  • Im Ingenieurwesen wären das z.B. Bauwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Anlagenbau, Brückenbau, Verfahrenstechnik, Strömungsmechanik, Werkstofftechnik, Biotechnologie und vieles mehr. Dazu die entsprechenden Software-Kenntnisse wie AutoCad.
  • Im Verkauf wären das Logistik, Kundenpflege, Kundenakquise, Consumer-Marketing, B2B-Marketing und ähnliches. Ebenfalls mit den dazugehörigen IT-Kenntnissen wie Datenbank, Newsletter usw.
  • Im Marketing gehört heute neben dem Beherrschen der einschlägigen Marketing-Theorien und dem klassischen Marketing auch das IT-Marketing über Social Media, Google und Facebook dazu. Außerdem natürlich Suchmaschinenoptimierung von Webseiten und Umgang mit CRM-Software.
  • Im Management wird nach den zentralen Fähigkeiten eines Managers gefragt, wie sie an den Elite-Ausbildungsstätten für Manager wie St. Gallen gelehrt werden. Also unter anderem Finanzmanagement, Risikomanagement, Personalmanagement, Produktmanagement, Vertriebs- und Qualitätsmanagement.
  • In der immer stärker umworbenen IT-Branche ist die Beherrschung von Datenbanken wie SAP und Oracle gefragt sowie Programmier-Kenntnisse unter anderem in HTML, SQL und Java. Da dies aber die sich am dynamischsten entwickelnde Branche ist, ist es hier unumgänglich, seine Hard Skills ständig auf dem neuesten Stand zu halten. Mit anderen Worten: bei den Hard Skills geht es um Facts, um Nachweisbares, um die Dokumentation dessen, was du an Kenntnissen vorzuweisen hast. Da gibt es kein Ausweichen, entweder du hast diese Kenntnisse oder du hast sie nicht.

Soft Skills

Ganz anders sieht das mit den Soft Skills aus. Grob gesagt sind das die ganz individuellen Fähigkeiten, mit denen du deine Hard Skills implementieren kannst. Insofern ist die Analogie zu Hardware und Software durchaus zutreffend.

Auch die Hardware wird erst durch Software dazu gebracht, etwas Nützliches zu produzieren. Wenn es dir nicht gelingt, deine Hard Skills sinnvoll einzubringen, nutzen sie dir nichts. Dazu aber benötigst du deine Soft Skills. Mit ihnen erweckst du deine Hard Skills erst zum Leben. Genauso wie der Computer erst dann wirklich zum Leben erwacht, wenn du ihn mit der geeigneten Software fütterst. 

Training von Soft Skills

Du kannst deine Soft Skills sehr schnell trainieren. Das geht damit los, dass du herausfindest, wie einzelne Soft Skills bei dir ausgeprägt sind. Die Schwachpunkte kannst du dann stärken und die Stärken ausbauen. 

  • Persönliche Skills: Hierbei geht es nur um dich. Wie gehst du um mit deiner Zeit? Bist du unstrukturiert oder gut organisiert? Wie gehst du um mit Stress und Belastungen? Hast du ein gesundes Stressmanagement? Und wie steht es um deine Selbstmotivation? Was machst du, wenn eine Belohnung mal länger auf sich warten lässt? Hältst du durch oder gibst du auf?
  • Soziale Skills: Bei sozialen Skills kommen andere Menschen mit ins Spiel. Wie gut gelingt es dir, dich deiner Umwelt verständlich zu machen? Und - was fast noch wichtiger ist - wie gut verstehst du deine Umwelt? Die Fähigkeit, genau zuzuhören, ist eine der Soft Skills, die besonders selten und deshalb sehr gefragt sind. Kommunikation äußert sich nicht nur in Sprache, sondern auch in Mimik und Gestik. Gerade mit letzteren kannst du sehr subtil kommunizieren und manchmal eine besonders starke Wirkung erzielen. Das kann äußerlich dein Aussehen sein, deine Ausstrahlung, deine Haltung, deine Sprache oder deine Gestik. Das kann innerlich deine Empathie sein, deine Fähigkeit, dich in andere Menschen hineinzuversetzen, als Mediator zu vermitteln, Wege aus verfahrenen Situationen heraus zu finden. Diese Skills brauchst du, egal, ob du Führungskraft werden willst, oder mit Kunden und Kollegen zu tun hast.
  • Methodische Skills: Diese Skills sind überall da wichtig, wo es keine vorgefertigte Standardlösung gibt. Wie zerlegst du komplexe Probleme in kleine Teilaufgaben? Wie triffst du Entscheidungen? Immer nur aus dem Bauch heraus oder kannst du kühl und rational abwägen? Strukturiertes Handeln unter Beachtung des Inputs an Zeit und Energie bewahrt dich davor, dich in Mikromanagement zu verlieren oder dir zu viel auf einmal vorzunehmen. 

Soziale Kompetenz

Schon im Kindergarten wird auf soziale Kompetenz - ein weiteres Schlagwort - geachtet. In der Schule setzt sich das dann fort. In der Bewertung der Schüler-Persönlichkeit hat die soziale Kompetenz nicht selten ein höheres Gewicht als die Leistungen in den einzelnen Fächern. Es wäre auch zu kurz gegriffen, das Schlagwort Soft Skills mit der Sozialkompetenz erklären zu wollen. Soziale Kompetenz kannst du wie folgt aufschlüsseln:

  • Soziale Einsicht: Darüber bekommst du Einsicht in die Abläufe in deiner Umgebung.
  • Soziales Gedächtnis: Damit erinnerst du dich an kritische und prägende Ereignisse in deinem Umfeld
  • Soziales Wissen: Aus theoretischen Quellen und eigener Erfahrung weißt du, wie du soziale Situationen zutreffend beurteilst
  • Soziale Einwirkungsmöglichkeiten: Hiermit löst du soziale Konflikte, schließt Allianzen und nutzt dein volles Potential
  • Soziale Selbsteinschätzung: Per Selbst-Kontrolle und Selbst-Beobachtung in deinem Umfeld ordnest du dich und dein Verhalten ein und nimmst gegebenenfalls Korrekturen

Mit Hilfe dieser Fähigkeiten gelingt es dir, deine Umgebung weitgehend zu kontrollieren und effektiv zu handeln. Effektiv wird dein Handeln dann, wenn es dir gelingt, die Ergebnisse wunschgemäß zu gestalten und unerwünschte Ergebnisse auf ein Minimum zu begrenzen.

Zuweilen werden Soft Skills und soziale Kompetenz auch als Mischung aus Anpassungsfähigkeit und Durchsetzungskraft bezeichnet. Was du wann in welchem Ausmaß einsetzt, hängt allein von deiner Persönlichkeit ab. Deshalb sind Soft Skills auch etwas, was sich für jeden Menschen unterschiedlich darstellt. Während man Hard Skills prüfen, bewerten und diplomieren kann, ist das bei Soft Skills in dieser Form nicht möglich. 

Soft Skills und soziale Kompetenz

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt

Es dürfte niemandem entgangen sein, dass Künstliche Intelligenz und Automatisierung in einem sich ständig beschleunigenden Tempo Standardprozesse in der Arbeitswelt rationalisieren. So sehr, dass traditionelle Arbeitsplätze wie Automechaniker oder Sekretärin nach und nach verschwinden. Das wirkt beängstigend. Aber zu Unrecht. Weil das, was von den Maschinen übernommen wird, ausschließlich Hard Skills betrifft. Zu Soft Skills ist die Maschine nicht fähig, weil die Soft Skills mit der Individualität eines Selbst und dessen freiem Willen verknüpft sind.

Was für dich bedeutet, die schöne neue Welt der Automation muss dir keine Angst machen, solange du über Soft Skills verfügst, die dich in die Lage versetzen, dir die Fähigkeiten der Maschinen zunutze zu machen. Statt dich von den Maschinen in Angststarre versetzen zu lassen. solltest du deine individuellen Soft Skills entwickeln. Je intensiver du das tust, desto mehr Raum gewinnst du neben den Maschinen. Und umso weniger sind sie eine Konkurrenz für dich, sondern erleichtern eher deine Arbeit.

Fazit

Wir haben das Thema Soft Skills hier erst einmal angerissen. Wie immer im Personal Coaching so geht es auch bei den Soft Skills letztendlich um deine persönliche Situation: Bewirbst du dich? Bist du in einer Festanstellung? Möchtest du die Probezeit überstehen oder denkst du an eine Umorientierung? Es gibt gerade heute unglaublich viele Facetten im Berufsleben. Deshalb geht es mehr denn je darum, deine individuelle Situation zu analysieren und dann optimal zu coachen. Vielleicht waren deshalb die Soft Skills auch noch nie so wichtig wie heute.

Um in der heutigen Arbeitswelt bestehen zu können, musst du alles aus dir herausholen, was in dir steckt. Damit erweckst du deine Kenntnisse zum Leben, die du in Ausbildung und Beruf erworben hast und bringst sie optimal in deiner jeweiligen Umwelt ein. Nur dann wirst du die Position einnehmen können, die du wirklich verdienst. Dein Coach wird dir dabei helfen und mit dir gemeinsam alles ausloten, was du an Soft Skills bereits besitzt und das, was dir noch fehlt, entwickeln.