Juni 26

Soft Skills schlagen Hard Skills

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Hard Skills und Soft Skills sind Schlagwörter, die vor allem bei Bewerbungen und im Assessment-Center auftauchen. Also dann, wenn Unternehmen mögliche Mitarbeitende auf Herz und Nieren prüfen. Lass uns gemeinsam anschauen, was hinter diesen Begriffen steckt. Und wie wichtig sie für Deine Karriere sind.

Soft Skills und Hard Skills

Hard Skills

Was Hard Skills sind, ist schnell erklärt. Das sind alle Fähigkeiten, die auf Ausbildung beruhen und sich über Zeugnisse und Diplome nachweisen lassen. Eigentlich sind es eher Kenntnisse als Fähigkeiten. Denn ein Diplom sagt nur, dass Du Kenntnisse hast. Es sagt nicht, wie gut Du sie in echten Situationen nutzbringend anwendest. Beispiele für Hard Skills:

  • Im Ingenieurwesen: Bauwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Anlagenbau, Brückenbau, Verfahrenstechnik, Strömungsmechanik, Werkstofftechnik, Biotechnologie und vieles mehr. Dazu passende Software-Kenntnisse wie AutoCAD.
  • Im Verkauf: Logistik, Kundenpflege, Kundenakquise, Consumer-Marketing, B2B-Marketing und Ähnliches. Ebenfalls mit den passenden IT-Kenntnissen, etwa Datenbanken oder Newsletter-Software.
  • Im Marketing: die gängigen Marketing-Theorien und klassisches Marketing. Heute gehört auch Online-Marketing über soziale Medien und Suchmaschinen dazu. Außerdem Suchmaschinenoptimierung und der Umgang mit CRM-Software.
  • Im Management: die zentralen Fähigkeiten, die etwa an Business Schools wie St. Gallen gelehrt werden. Dazu zählen Finanz-, Risiko-, Personal-, Produkt-, Vertriebs- und Qualitätsmanagement.
  • In der IT-Branche: Software wie SAP, Datenbanken wie Oracle und Kenntnisse in HTML, SQL oder Java. Die Branche entwickelt sich sehr schnell. Deshalb musst Du Deine Hard Skills hier ständig auf dem neuesten Stand halten.

Mit anderen Worten: Bei den Hard Skills geht es um Fakten und Nachweisbares. Es geht um die Dokumentation Deiner Kenntnisse. Da gibt es kein Ausweichen. Entweder Du hast diese Kenntnisse, oder Du hast sie nicht.

Soft Skills

Ganz anders sieht es bei den Soft Skills aus. Grob gesagt sind das Deine ganz persönlichen Fähigkeiten, mit denen Du Deine Hard Skills umsetzt. Insofern passt der Vergleich mit Hardware und Software ziemlich gut.

Auch Hardware produziert erst mit Software etwas Nützliches. Gelingt es Dir nicht, Deine Hard Skills sinnvoll einzubringen, nützen sie Dir nichts. Dafür brauchst Du Deine Soft Skills. Mit ihnen erweckst Du Deine Hard Skills erst zum Leben. Genauso wie ein Computer erst mit der passenden Software richtig arbeitet.

Training von Soft Skills

Du kannst Deine Soft Skills gezielt trainieren. Das beginnt damit, dass Du herausfindest, wie stark einzelne Soft Skills bei Dir ausgeprägt sind. Deine Schwachpunkte kannst Du dann stärken und Deine Stärken ausbauen. Drei Bereiche helfen beim Sortieren.

Persönliche Skills

Hier geht es nur um Dich. Wie gehst Du mit Deiner Zeit um? Bist Du unstrukturiert oder gut organisiert? Wie gehst Du mit Stress und Belastung um? Hast Du ein gesundes Stressmanagement? Und wie steht es um Deine Selbstmotivation? Was machst Du, wenn eine Belohnung länger auf sich warten lässt? Hältst Du durch, oder gibst Du auf? Mehr dazu liest Du im Ratgeber zum Selbstmanagement.

Soziale Skills

Bei sozialen Skills kommen andere Menschen ins Spiel. Wie gut machst Du Dich Deiner Umwelt verständlich? Und, fast noch wichtiger: Wie gut verstehst Du Deine Umwelt? Genau zuhören zu können, ist ein sehr gefragter Soft Skill. Kommunikation zeigt sich nicht nur in Sprache, sondern auch in Mimik und Gestik. Gerade damit kommunizierst Du oft sehr fein und manchmal besonders wirkungsvoll.

Äußerlich zählen Dein Auftreten, Deine Ausstrahlung, Deine Haltung, Deine Sprache und Deine Gestik. Innerlich zählt Deine Empathie, also Deine Fähigkeit, Dich in andere hineinzuversetzen. Dazu gehört auch, als Vermittler aufzutreten und Wege aus verfahrenen Situationen zu finden. Diese Skills brauchst Du, egal ob Du Führungskraft werden willst oder mit Kunden und Kollegen arbeitest. Wie gut Du im Team arbeitest, liest Du im Ratgeber zur Teamfähigkeit.

Methodische Skills

Diese Skills sind überall dort wichtig, wo es keine fertige Standardlösung gibt. Wie zerlegst Du komplexe Probleme in kleine Teilaufgaben? Wie triffst Du Entscheidungen? Immer aus dem Bauch heraus, oder kannst Du kühl und rational abwägen? Strukturiertes Handeln mit Blick auf Zeit und Energie schützt Dich vor Mikromanagement. Und es bewahrt Dich davor, Dir zu viel auf einmal vorzunehmen.

Soziale Kompetenz

Schon im Kindergarten wird auf soziale Kompetenz geachtet, ein weiteres Schlagwort. In der Schule setzt sich das fort. Trotzdem wäre es zu kurz gegriffen, Soft Skills nur mit Sozialkompetenz zu erklären. Soziale Kompetenz lässt sich so aufschlüsseln:

  • Soziale Einsicht: Du verstehst die Abläufe in Deiner Umgebung.
  • Soziales Gedächtnis: Du erinnerst Dich an kritische und prägende Ereignisse in Deinem Umfeld.
  • Soziales Wissen: Aus Theorie und eigener Erfahrung weißt Du, wie Du soziale Situationen richtig einschätzt.
  • Soziale Einflussmöglichkeiten: Damit löst Du Konflikte, schließt Bündnisse und nutzt Dein volles Potenzial.
  • Soziale Selbsteinschätzung: Durch Selbstbeobachtung ordnest Du Dich und Dein Verhalten ein und korrigierst es bei Bedarf.

Mit diesen Fähigkeiten handelst Du in Deinem Umfeld wirksamer. Wirksam ist Dein Handeln, wenn Du Ergebnisse wie gewünscht gestaltest und unerwünschte Folgen gering hältst.

Manchmal werden Soft Skills und soziale Kompetenz auch als Mischung aus Anpassungsfähigkeit und Durchsetzungskraft beschrieben. Was Du wann und wie stark einsetzt, hängt von Deiner Persönlichkeit ab. Deshalb sehen Soft Skills bei jedem Menschen anders aus. Hard Skills kann man prüfen, bewerten und mit einem Diplom bescheinigen. Bei Soft Skills geht das in dieser Form nicht. Eng verwandt ist die emotionale Intelligenz.

Soft Skills und soziale Kompetenz

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt

Künstliche Intelligenz und Automatisierung übernehmen immer mehr Standardprozesse in der Arbeitswelt. Manche Tätigkeiten verändern sich dadurch stark oder fallen weg. Das wirkt beängstigend. Doch Maschinen übernehmen vor allem klar beschreibbare, wiederholbare Aufgaben. Soft Skills sind dagegen eng mit der Persönlichkeit eines Menschen verknüpft. Deshalb sind sie schwer zu ersetzen.

Für Dich heißt das: Die Automatisierung muss Dir keine Angst machen. Wichtig sind Soft Skills, mit denen Du die Fähigkeiten der Maschinen für Dich nutzt. Statt vor Angst zu erstarren, entwickle lieber Deine persönlichen Soft Skills. Je intensiver Du das tust, desto mehr Raum gewinnst Du neben den Maschinen. Dann sind sie weniger Konkurrenz und erleichtern eher Deine Arbeit.

Soft Skills in der Bewerbung zeigen

In Bewerbungen lesen Personaler oft Sätze wie „Ich bin teamfähig und belastbar“. Solche Behauptungen überzeugen kaum. Zeig Deine Soft Skills lieber an einem konkreten Beispiel. Beschreibe eine Situation, Deine Aufgabe, Deine Handlung, das Resultat und die Auswirkung. Das ist die SAHRA-Formel. Wie Du sie im Anschreiben nutzt, liest Du im Ratgeber zum Bewerbungsschreiben.

Fazit

Wir haben das Thema Soft Skills hier erst einmal angerissen. Wie immer im Coaching geht es auch bei den Soft Skills um Deine persönliche Situation. Bewirbst Du Dich? Bist Du fest angestellt? Willst Du die Probezeit überstehen, oder denkst Du an eine Neuorientierung? Das Berufsleben hat heute sehr viele Facetten. Deshalb lohnt es sich, Deine Situation genau zu betrachten und gezielt daran zu arbeiten.

Um in der heutigen Arbeitswelt zu bestehen, solltest Du alles aus Dir herausholen, was in Dir steckt. So erweckst Du die Kenntnisse aus Ausbildung und Beruf zum Leben und bringst sie gut in Dein Umfeld ein. Dann erreichst Du eher die Position, die zu Dir passt. Im Coaching schauen wir gemeinsam, welche Soft Skills Du schon hast und welche Du noch entwickeln willst.

Du willst Deine Soft Skills in der Bewerbung überzeugend zeigen? Dann hilft Dir unser Bewerbungscoaching. Suchst Du eher eine neue berufliche Richtung, ist unsere Karriereberatung der passende Weg. Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


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