Selbstmanagement macht unabhängig von äußeren Einflüssen

Selbstmanagement bedeutet Unabhängigkeit

Hi, wenn du zu den Zeitgenossen gehörst, die sich auch mal an Autoritäten reiben, dürfte dir das heutige Thema entgegenkommen.

Selbstmanagement bedeutet nämlich in erster Linie, sich frei zu machen vom Dirigismus von außen. Mit Selbstmanagement setzt du in deinem Leben

  • die Prioritäten
  • die Ziele
  • die Wege, auf denen du deine Ziele erreichen willst.
Selbstmanagement

Selbstmanagement, Selbsterkenntnis und Eigenverantwortung

Mit Selbstmanagement machst du dich einerseits frei von äußeren Zwängen, andererseits übernimmst du aber auch die volle Verantwortung für dein Leben. Das eine gibt es leider nicht ohne das andere, was so mancher, der der antiautoritären Erziehung in der Nachfolge von A.S. Neill allzu blauäugig folgte, schmerzhaft erkennen musste. Bevor du nämlich dein Selbst managen kannst, musst du es kennen. Und das funktioniert nicht von heute auf morgen, sondern in einem Prozess, der gern auch als Reifeprozess bei Heranwachsenden und darüber hinaus bezeichnet wird:

  • welches sind deine Werte?
  • wie interagierst du mit anderen?
  • wie gehst du mit Belastungen um?
  • was treibt dich in deinem Innersten an?
  • was sind deine Ängste?

Vor einem möglichen Selbstmanagement kommt also der manchmal holprige Weg der Selbsterkenntnis. Dahin führen Methoden, in den dich auch dein Coach unterstützen kann:

  • Selbstreflexion - in der du es lernst, über dich selbst in sinnvoller Weise nachzudenken
  • Selbstbeobachtung - in der du es lernst, soviel Abstand von dir selbst zu gewinnen, dass du zu einer einigermaßen realistischen Selbsteinschätzung gelangen kannst
  • Selbstkritik - in der du es lernst, dein Handeln kritisch zu hinterfragen
  • Selbstverständnis - in dem du zu einem Verständnis deiner Selbst gelangst

Das möglichst wirklichkeitsnahe Ergebnis deiner Beschäftigung mit dir selbst ist deshalb so wichtig, weil bei einem Fehlschlagen eine Selbsttäuschung droht. Du kannst dich in eine Selbstüberschätzung oder eine Selbstunterschätzung verrennen. Beides ist fatal und wird dir ein erfolgreiches Selbstmanagement unmöglich machen. Die Umwelt wird dich als aufgeblasenen Wichtigtuer wahrnehmen, wenn du dich selbst überschätzt und als mit Minderwertigkeitskomplexen behaftetes Mauerblümchen, wenn du dich unterschätzt.

Die Selbstbestimmungstheorie SDT

Nehmen wir einmal an, du hast durch eine gefestigte Selbsterkenntnis die Voraussetzung für Selbstmanagement geschaffen. Dann wäre es doch günstig, wenn du auch eine Energiequelle hättest, aus der sich dein Entschluss zum Selbstmanagement dauerhaft speisen kann. 

Die Self-Determination Theory oder SDT hat sich unter den Motivationstheorien einen festen Platz gesichert. Sie wurde von den Amerikanern R.M. Ryan und E.L. Deci entwickelt und bezieht sich sowohl auf Prozesse als auch auf Inhalte des Selbstmanagements. Die SDT geht davon aus, dass drei Grundbedürfnisse befriedigt werden, damit die Motivation für Selbstmanagement ausreichend ist:

  • Kompetenz - über die du in der Lage bist, die vor dir liegenden Aufgaben zu bewältigen
  • Autonomie - die dich in die Lage versetzt, über Wege und Zwischenziele unabhängig zu entscheiden
  • Soziale Eingebundenheit - die als Gegengewicht zur Autonomie eine soziale Rückversicherung darstellt, die dich vor der Gefahr einer Isolierung oder Vereinsamung bewahrt

Die SDT warnt davor, dass eine dauerhafte Frustration dieser drei Grundbedürfnisse die Basis für ein erfolgreiches Selbstmanagement zerstört. Durch

  • Zwanghaftes Entwickeln von Ersatzbedürfnissen
  • Selbstzerstörerische Aktivitäten
  • Apathie und Antriebslosigkeit

Umgekehrt wirst du dann, wenn du darauf achtest, diesen drei Grundbedürfnissen Genüge zu tun, einen steten Zustrom von Energie verspüren, mit deren Hilfe du dein Selbstmanagement langfristig erfolgreich ausüben kannst.

Selbstmanagement im Alltag

Zum Thema: "Wie organisiere ich meinen Alltag möglichst effektiv?" gibt es eine nicht mehr übersehbare Fülle von Ratgebern. Sie haben gemeinsam, dass sie Selbstmanagement auf der untersten Stufe behandeln. Hier geht es um die ganz kleinen Schritte zur besseren Selbstorganisation, Selbststeuerung und Selbstregulierung.

Zeitmanagement spielt dabei eine zentrale Rolle und du wirst mit Tipps versorgt, wie du unwichtige Aufgaben von wichtigen trennen kannst. Hier geht es vor allem darum, mit Techniken aus Management und Psychologie deinen beruflichen Alltag so zu steuern, dass du ein möglichst hohes Maß an Effektivität erreichst. Nach eingehender Lektüre dieser Ratgeber solltest du wissen, 

  • wie du dir Ziele setzt, die für dich erreichbar sind 
  • wie du Strategien entwickelst, mit denen du Ziele ohne unnötigen Aufwand erreichst
  • wie du Pläne unbeirrbar bis zum Ende in die Tat umsetzt
  • wie du durch regelmäßige Kontrollen sicherstellst, dass du dich in der Umsetzung deines Plans noch auf dem richtigen Weg befindest
  • wie du immer wieder Ausschau nach Möglichkeiten hältst, die Stringenz und Effizienz deines Handelns zu optimieren

Nach unserer ursprünglichen Definition von Selbstmanagement sind das aber alles praktische Hilfsmittel, die auch jemandem helfen, der es vorzieht, sich unter die Fittiche von Instanzen zu begeben, die ihm Verantwortung abnehmen. Der durchaus damit einverstanden ist, seine Autonomie gewissen Einschränkungen zu unterwerfen, solange er dabei von Verantwortung entlastet wird. 

Selbstbestimmungstheorie

Selbstmanagement sichert Lebensqualität

Wir sprechen hier von einem Selbstmanagement, das dir ein Höchstmaß von Lebensqualität sichert, indem du jederzeit Herr deiner Entscheidungen bleibst. Du lebst im ungünstigen Fall mit den Konsequenzen und erntest im Normalfall ihre Früchte. Dazu hilft es, wenn du dein energetisches Reservoir immer wieder auffüllst, indem du dafür sorgst

  • dass deine Physis den Anforderungen gewachsen ist und du jederzeit deine mentalen Kräfte mobilisieren kannst
  • dass du dich in einem sozialen Umfeld befindest, dass dich befriedigt und dir gemeinsames Handeln ermöglich
  • dass du niemals ermüdest, persönlich zu wachsen, neue Fähigkeiten zu erlernen und deine vorhandenen weiter zu entwickeln
  • dass du nicht aufhörst, nach einem tieferen Sinn in deinem Handeln zu suchen und schließlich ein großes Ziel zu erkennen, dass dich dauerhaft inspiriert 

Selbstmanagement erschöpft sich eben nicht darin, dass du deinen Alltag organisierst. Selbstmanagement bezieht sich auf dein Leben und darauf, in weit gehender Autonomie, die die Kooperation mit anderen nicht ausschließt, sondern wünschenswert macht, dein Leben unabhängig zu gestalten. Selbstmanagement ist eine Metakompetenz, mit der du dich in die Lage versetzt, alle möglichen Teilkompetenzen zu steuern und der Erreichung deines großen Ziels unterzuordnen. Dazu benutzt du

  • eine Fokussierung auf wesentliche Inhalte und eine zunehmende Steuerung deiner Gedanken
  • eine Regulation deiner Emotionen, durch die du die Abhängigkeit von Launen und Stimmungen vermeidest
  • Intuitionskontrolle, mit der du deine Intuitionen überprüfst, bevor du ihnen folgst
  • Selbstmotivation, mit der du die Kraft zum Handeln aus dir selbst schöpfst

Fazit

Selbstmanagement ist ein mehrdeutiger Begriff, der auf verschiedenen Stufen benutzt wird. Wir haben uns auf ein anspruchsvolleres Verständnis von Selbstmanagement konzentriert. Darauf, dass dem Selbstmanagement Selbsterkenntnis vorausgehen muss und dass nur dann der Lohn von Selbstmanagement winkt: eine weit gehende Unabhängigkeit von Instanzen und Hierarchien. Eine Autonomie, die dich befähigt, Ziele zu entwickeln und zu verfolgen, die deiner Persönlichkeit entsprechen.

Du wirst dabei nicht darauf verzichten können, dir Kompetenzen anzueignen und weiter zu entwickeln sowie stets bereit zu sein, nach Notwendigkeit neue Kompetenzen zu erwerben. Du wirst auch ein funktionierendes soziales Umfeld benötigen, mit dem du deine Ziele gemeinsam verfolgst. Das du mit deiner Persönlichkeit bereicherst und das dir hilft, schwierige Phasen in deinem Leben zu überwinden.

Aber Selbstmanagement im höheren Sinn wird deinem Leben stets einen Sinn geben, dir eine hohe Lebensqualität ermöglichen und dir im Idealfall ein großes Ziel vor Augen führen, das dich dein Leben lang inspirierend begleitet. Dein Coach steht dir für den Erwerb eines solchen Selbstmanagements tatkräftig zur Seite. Mit ihm kannst du die theoretischen Grundlagen erörtern und die praktischen Schritte trainieren, die für dein alltägliches Selbstmanagement unverzichtbar sind.