Oktober 26

Servant Leadership: Mit diesem Führungsstil unterstützt Du Dein Team

Servant Leadership gilt als moderner Trend unter den Führungsstilen. Der Ansatz stammt aus den USA und ist besonders für junge Menschen interessant, weil er neue Werte setzt. Er baut auf flache Hierarchien. Vorgesetzte sprechen mit ihren Mitarbeitenden auf Augenhöhe. Auf Deutsch lässt sich Servant Leadership etwa mit „dienende Führung“ oder „Führung als Dienstleistung“ übersetzen.

Das heißt: Du bietest Deinen Mitarbeitenden Chancen, sich weiterzuentwickeln und über sich hinauszuwachsen. Dabei sollst Du keineswegs zum Kumpel oder zur besten Freundin werden. Du begegnest Deinem Team aber mit Respekt und Offenheit. So gibst Du ihm Raum, sich selbst zu entwickeln und ein gesundes Arbeitsklima aufzubauen.

Wir stellen Dir verschiedene Führungsstile vor. Und wir erklären, worauf es bei einer unterstützenden Führungskraft ankommt. So arbeitest Du an Deinen eigenen Kompetenzen und machst Dich und Dein Team besser.

Servant Leadership

Welche Führungsstile gibt es und wofür sind sie gut?

Es gibt viele Arten von Führungspersönlichkeiten. Jede hat eine andere Methode und einen anderen Ansatz für den Umgang mit Konflikten und Erfolg. Viele Führungskräfte mischen verschiedene Stile, um die richtige Mischung für ihr Team zu finden.

Eine Führungskraft muss ihre eigenen Merkmale und Stile kennen. Sie muss auch die Persönlichkeit und die Eigenschaften ihrer Mitarbeitenden erkennen. So kann sie bestimmen, welcher Führungsstil am besten funktioniert. Im Folgenden stellen wir drei bekannte Führungsstile vor. Wir erklären, wofür sie gut sind und wo Schwierigkeiten liegen können.

Der demokratische Führungsstil

Wie der Name schon sagt, nutzt der demokratische Führungsstil den Input des gesamten Teams. Er stützt sich nicht nur auf die Meinung einzelner ausgewählter Personen. Viele Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und mit allen Beteiligten diskutiert.

So hat jedes Teammitglied die Möglichkeit, offen seine Meinung zu sagen. Es kann sich zu Projekten, Aufgaben oder dem Arbeitsklima äußern und Wünsche formulieren. Deine Mitarbeitenden haben dadurch das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein. Sie spüren, dass ihre Arbeit und ihre Meinung geschätzt werden.

Der demokratische Führungsstil ist oft für große Gruppen in einem Unternehmen hilfreich. Schwierig wird es aber, wenn wichtige Entscheidungen schnell fallen müssen. Dann muss erst die ganze Gruppe zustimmen.

Achte deshalb als Führungskraft darauf, für schnelle Entscheidungen eine Art Beraterteam um Dich zu haben. Es trifft stellvertretend für alle gemeinsam mit Dir eine Entscheidung. Das Beraterteam sollte, ähnlich wie in der Politik, aus allen Bereichen des Unternehmens kommen. So fließen die unterschiedlichen Meinungen und Bedürfnisse des ganzen Teams ein.

Führst Du ein sehr großes Unternehmen mit vielen Abteilungen, Bereichen und Teams? Dann ist der demokratische Führungsstil für Dich nicht gut geeignet. Es ist nahezu unmöglich, 500 Menschen anzuhören und eine Entscheidung zu treffen, mit der alle zufrieden sind.

Der Laissez-faire-Führungsstil

„Laissez faire“ ist Französisch und bedeutet frei übersetzt „machen lassen“. Laissez-faire ist auch ein bekannter Erziehungsstil, wird aber häufig kritisiert. In der Arbeitswelt lässt die Führungskraft ihren Mitarbeitenden die Freiheit, so zu arbeiten, wie sie wollen.

Trotz aller Freiheit müssen sie ihre Aufgaben aber erledigen und das vorgegebene Ziel erreichen. Als Führungskraft gibst Du Unterstützung oder Rat, wenn jemand das wünscht. Diese Entscheidung überlässt Du aber den Mitarbeitenden selbst. Von Dir aus mischst Du Dich nicht in ihre Arbeit ein. Viele empfinden das als Freiheit. Sie arbeiten besser, weil sie sich nicht beobachtet und unter Druck gesetzt fühlen.

Es kann aber auch passieren, dass manche dadurch deutlich schlechter arbeiten. Sie brauchen Motivation oder Hilfe beim Zeitmanagement. Ohne konkrete Anleitung sind sie weniger produktiv. Gerade junge Mitarbeitende oder Auszubildende können noch nicht alles allein erledigen. Sie werden dadurch unsicher. Sie brauchen Deine Anweisungen und wollen, dass Du ihre Arbeit prüfst und bewertest.

Fehlt diese Unterstützung, geht die Motivation schnell verloren. Dann leiden die Abläufe im ganzen Team. So kannst Du schnell die Kontrolle über Dein gesamtes Team verlieren.

Der Laissez-faire-Stil passt nicht zu Dir, wenn Fristen eingehalten werden müssen und Qualität besonders zählt. Arbeiten auch nur einzelne Personen im großen Uhrwerk eures Unternehmens nicht richtig mit, läuft das ganze Uhrwerk nicht mehr rund. Darunter leidet Dein gesamtes Team. Viele Mitarbeitende brauchen das Gefühl, auf ein Ziel hinzuarbeiten. Mit Leistungsanreizen arbeiten sie deutlich besser.

Servant Leader

Servant Leadership

Beim Servant Leadership geht es vor allem um den Wunsch, Dein Team zu unterstützen. Und um die Absicht, Deine Macht als Führungskraft zu teilen. Bei diesem Stil reicht es nicht, Dein Team einfach autoritär anzuleiten. Stattdessen unterstützt Du es auf seinem eigenen Weg und machst das zu Deinem Ziel.

Dafür nimmst Du Dir Zeit, Dein Team und seine Leistungen zu sehen. Du nimmst seine Herausforderungen wahr und hilfst bei der Lösung. So erreicht jeder seine eigenen Ziele. Und durch diese Entwicklung wird das gesamte Team besser.

Verstehst Du Führung als eine Art Dienstleistung, bestehst Du nicht auf Deiner Macht. Stattdessen lernst Du, Macht und Aufgaben zu teilen und als Team zu wachsen. Deine Mitarbeitenden spüren, dass ihre Beiträge wichtig sind und geschätzt werden. Du selbst gehst mit gutem Beispiel voran. Du zeigst, dass Erfolge möglich sind und alle ihre Ziele erreichen können.

Servant Leadership stützt sich auf Führung, Motivation und Struktur. Aber all das passiert auf Augenhöhe. Du inspirierst Dein Team, gibst Feedback und machst deutlich, dass Du erreichbar bist. Als gute Führungskraft erkennst Du, wer welche Bedürfnisse hat und wie Du am besten darauf reagierst. Die einen brauchen mehr Anleitung, die anderen Motivation. Und wieder andere brauchen Freiheit, weil Du auf ihre guten Ergebnisse vertraust.

Stell den Aufbau von Beziehungen in den Vordergrund. Gemeint sind die Beziehungen im Team und Deine Beziehung zu jedem Einzelnen. So schaffst Du eine Basis, auf der offen und ehrlich kommuniziert wird. Der Erfolg des ganzen Teams steht im Vordergrund. Du stellst nicht mehr Dich selbst und Deine Erfolge als Führungskraft in den Mittelpunkt. Stattdessen setzt Du Dein Team an die erste Stelle. Du konzentrierst Dich darauf, wie Du es förderst, damit ihr gemeinsam höhere Ziele erreicht.

Worauf kommt es beim Servant Leadership an?

Zitat

„Zusammenkommen ist ein Anfang. Zusammenbleiben ist ein Fortschritt. Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ Dieser Satz wird Henry Ford zugeschrieben.

Viele Eigenschaften machen eine gute Führungskraft im Sinne des Servant Leadership aus. Im Folgenden stellen wir Dir die vier wichtigsten vor. Jeder Servant Leader braucht sie, um sein Team zu unterstützen.

1. Zuhören

Deinen Mitarbeitenden zuzuhören, ist eine Deiner wichtigsten Aufgaben als Führungskraft. Du musst nicht nur nebenbei zuhören. Du musst wirklich hören und verstehen, was sie sagen und was sie brauchen. Dafür ist aktives Zuhören wichtig. Bestimmt hörst Du Deinem Team schon jetzt zu. Aktives Zuhören geht aber noch einen Schritt weiter.

Du verstehst Bedürfnisse, Probleme und Fragen viel besser, wenn Du aktiv nachfragst. Mach Dir Notizen und hör erst einmal ohne Vorurteil zu. Fasse zwischendurch zusammen, was Du verstanden hast. So merkt Dein Gegenüber, dass Du wirklich bei ihm bist. Durch regelmäßiges Nachfragen bleiben Dir die Gespräche besser im Kopf. So kannst Du danach viel besser auf Deine Leute eingehen.

Zum guten Zuhören gehört auch, Ablenkungen auszuschalten. Unterbrich Dein Gegenüber niemals, während es spricht. Achte auch auf die nonverbale Kommunikation, also Körpersprache, Tonfall und Gestik. Als gute Führungskraft weißt Du: Besseres Zuhören verbessert die Kommunikation mit Deinem Team. Das führt zu besseren Arbeitsbeziehungen und kann den Erfolg des Unternehmens steigern.

Aktives Zuhören

2. Überzeugungskraft

Manchmal verwechseln Führungskräfte Macht und Autorität mit der Fähigkeit, zu überzeugen. Wir haben schon festgestellt: Bei Servant Leadership geht es darum, Macht zu teilen und nicht blind autoritär zu führen. Deshalb ist es wichtig, den Unterschied zu kennen. Überzeugungskraft ist ein entscheidendes Werkzeug, das auch ohne Macht wirkt.

Willst Du aufrichtig überzeugen, setzt Du Dein Wissen und Deine Fachkenntnisse ein, um andere aufzuklären und zu ermutigen. Überzeugungskraft arbeitet weder mit Druck noch mit Manipulation. Es geht um Ehrlichkeit und Erfahrung.

Als Servant Leader kannst Du mit Überzeugungsarbeit Einigkeit im Team und Rückhalt für große Entscheidungen schaffen. Untermauere Deine Argumente dabei immer mit Fakten und Recherche. Versuche nie, mit falschen Informationen oder bloßen persönlichen Vorlieben zu überzeugen. Fällt das auf, vertraut Dir Dein Team nicht mehr. Dann bist Du als Autorität und Vorbild unglaubwürdig. Überzeugungskraft schafft Vertrauen. Setze sie deshalb wirksam ein und missbrauche sie nicht.

3. Weitsicht

Als Führungskraft denkst und handelst Du vorausschauend. Dazu gehört, Gelegenheiten für Wachstum zu erkennen. Als Servant Leader erkennst Du das Potenzial und bestimmte Fähigkeiten Deiner Mitarbeitenden. Dadurch siehst Du Gelegenheiten für sie, sich ein Ziel zu setzen oder eine Aufgabe zu übernehmen.

Beobachte Dein Team öfter bei der Arbeit. So findest Du vielleicht neue Herausforderungen für Einzelne. Durch die Kommunikation mit jedem lernst Du alle besser kennen und baust persönliche Beziehungen auf.

Führe gelegentlich einfache Leistungsbewertungen durch und mach Dir Notizen. Bei der Auswertung siehst Du vielleicht neue Chancen. Du erkennst, wie Du jemanden in seiner Entwicklung unterstützt und welche neuen Aufgaben passen. Egal, welche Instrumente Du nutzt: Hör auch auf Deine Intuition und halte die Augen offen. So bleibst Du offen für Veränderungen im Team. Und Du eröffnest Chancen, die Deinen Leuten selbst noch gar nicht aufgefallen sind.

4. Beziehung herstellen

Dieser Aspekt ist beim Servant Leadership so zentral, dass wir ihn gesondert betrachten. Mit jemandem in Beziehung zu treten, bedeutet mehr als nur Empathie. Es erfordert etwas mehr emotionale Beteiligung von Dir. Bei Empathie geht es vor allem darum, Dich in Dein Gegenüber hineinzuversetzen, ohne in Mitleid abzudriften.

Als Führungskraft stellst Du eine Beziehung her, indem Du Dich erinnerst: Wie bist Du selbst zu Deiner Position gekommen? Welche Führungskraft hat Dir dabei geholfen? Du warst selbst einmal genau dort, wo Deine Mitarbeitenden heute stehen. Deshalb kannst Du eine Beziehung zu ihnen aufbauen.

Braucht jemand Hilfe oder kämpft mit einer Aufgabe? Dann geh auf seine Sorgen ein, statt ihn zu verurteilen. Delegierst Du eine Aufgabe, tu es auf Augenhöhe. Rutsch nicht in Befehle oder Forderungen ab und stell Dich nicht über Dein Team.

Lass Deine Leute so viel wie möglich allein arbeiten, auf ihrem eigenen Niveau. Nur so lernen sie selbstständig dazu. Und Du kannst ihnen immer neue Aufgaben geben und ihre Entwicklung fördern. Deine Mitarbeitenden fühlen sich wertgeschätzt. Sie spüren, dass ihr ein Team auf Augenhöhe seid und jeder Einzelne zählt.

Delegieren ist das Zauberwort!

Delegieren

Delegieren heißt nicht, die eigene Macht auszunutzen und andere autoritär anzuweisen. Es heißt, die eigene Macht zu teilen und anderen zu vertrauen. Für manche Führungskräfte ist das eine der größten Herausforderungen. Schließlich sollen Führungskräfte ein Gefühl für Macht haben und sie nutzen, wenn sie können. Für einen guten Mittelweg solltest Du beim Delegieren einige Punkte beachten.

Sinnvoll delegieren muss jede Führungskraft erst lernen. Ohne diese Fähigkeit funktioniert Servant Leadership aber nicht. Oft fällt es schwer, die Verantwortung abzugeben und auf die Fähigkeiten des Teams zu vertrauen. Vielleicht fürchtest Du, Zeit zu verschwenden, weil Du später ohnehin alles neu machen musst. Diese Denkweise kann aber Dir und Deinem Team schaden.

Kannst Du gut delegieren, musst Du nicht mehr alles allein erledigen und überarbeitest Dich nicht. Außerdem schafft Delegieren Vertrauen. Deine Mitarbeitenden wissen jetzt, dass Du ihnen etwas zutraust. Dadurch trauen sie sich selbst mehr zu und entwickeln sich weiter. So werden sie ein noch wertvollerer Teil Deines Teams.

Ein paar wichtige Tipps zum Delegieren:

  • Frag Dich, wer die richtige Person für eine bestimmte Aufgabe ist.
  • Wer hat die nötigen Fähigkeiten? Wer ist schon so weit? Und wer kann sich durch die Aufgabe zusätzlich weiterentwickeln?
  • Gib klare Anweisungen. So kommt es nicht zu Missverständnissen, und Du musst nicht doch alles neu machen. Das würde auch Dein Team verunsichern.

Empathie statt bloßer Sympathie

Viele Führungskräfte sind zwar sehr sympathisch. Empathisch gegenüber ihrem Team zu sein, fällt ihnen aber schwer. Einfühlungsvermögen ist nicht dasselbe wie Sympathie. Es geht über freundlichen Smalltalk hinaus. Ohne Empathie fühlen sich Mitarbeitende schnell unverstanden und unzufrieden.

Mit Einfühlungsvermögen versetzt Du Dich in die Lage Deiner Leute und sprichst auf Augenhöhe über ihre Probleme. Begib Dich im übertragenen Sinn auf ihre Ebene. Überlege, wie Du Dich in einer ähnlichen Situation gefühlt hast. Dann verstehst Du ihre Herausforderungen viel besser und kannst gezielt unterstützen.

Verstehst Du, wie sich Probleme auf die Arbeit auswirken, könnt ihr gemeinsam daran arbeiten. Das zeigt, dass Du zuhörst und die Bemühungen anerkennst. Das stärkt das Selbstvertrauen und weckt den Wunsch, die Probleme schnell zu lösen. So wird die Situation einfacher, und die Arbeit wird wieder produktiver.

Das richtige Maß zwischen Fordern und Helfen

Zum Delegieren gehört nicht nur, zu sehen, welche Aufgabe zu wem passt. Du musst auch erkennen, wann jemand überfordert ist und Unterstützung braucht. Zum Servant Leadership gehört, dass Du Deinem Team neue Herausforderungen gibst. Du lässt es damit aber nie ganz allein. Trotzdem entscheidet das Maß. Nimm Deinen Leuten nicht bei jeder Kleinigkeit alles ab. Sonst wachsen sie nicht über sich hinaus.

Lerne zu erkennen, wann Du Dich zurückziehst und wann der richtige Zeitpunkt zum Eingreifen ist. Wer eine Aufgabe bearbeitet, sollte die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Natürlich gibt es in irgendeinem Bereich Herausforderungen oder Schwierigkeiten. Zunächst sollte aber jeder versuchen, das Problem selbst zu lösen.

Beobachte genau, wann die Herausforderung zu groß wird und es schaden würde, jemanden allein zu lassen. Fehlen die nötigen Fähigkeiten oder Kenntnisse, ist der richtige Moment gekommen. Dann bietest Du Hilfe oder Anleitung an.

Das richtige Maß zu finden, ist ein schwieriger Balanceakt. Dein Team soll weder unterfordert noch überfordert sein. Sprich mit Deinem Team. Mach klar, dass auch Du noch lernst und dass ihr gemeinsam stärker werden wollt. Dann signalisieren Deine Leute deutlicher, was sie allein schaffen und wo sie Hilfe brauchen.

Teamerfolg

Der Erfolg des Teams ist Dein Erfolg

Dieser Punkt ist selbstverständlich: Hat Dein Team Erfolg, hast Du Erfolg! In einem guten Team ist kein Platz für ein „Ich“ statt eines „Wir“. Wir alle wissen: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Bricht ein Glied, fällt die ganze Kette auseinander. Ist aber jedes Glied stark, hält die Kette fast alles aus.

Arbeite also mit Deinem Team zusammen. Coache, leite an und biete Rat und Hilfe, wenn es nötig wird. Hilf Deinen Leuten, ihre Ziele zu erreichen und beruflich zu wachsen. All das gelingt, wenn Du Aufgaben und Macht teilst. Werden Deine Mitarbeitenden erfolgreich und bereichern das Unternehmen, spürst auch Du den Erfolg. Du kannst stolz sein, denn mit Deiner Hilfe leisten sie gute Arbeit.

Was macht den perfekten Servant Leader aus?

Vision Servant Leadership

Zitat

„Führung ist die Fähigkeit, eine Vision in die Realität umzusetzen.“ Dieser Satz wird dem Führungsforscher Warren Bennis zugeschrieben.

Als guter Servant Leader bist Du Motivator und Mentor zugleich. Motivation ist ein wichtiges Instrument. Sie richtet Menschen auf und inspiriert sie, weiter voranzukommen. Jeder reagiert auf andere Formen der Motivation. Deshalb musst Du wissen, wie Deine Leute ticken und was für sie funktioniert.

Als Mentor hilfst Du neuen Mitarbeitenden. Und Du hilfst denen, die das Vertrauen in ihre Arbeit verloren haben. Eine gute Führungskraft übernimmt auch diese Mentorenrolle und sorgt für den nötigen Auftrieb. Welche Aufgaben dafür wichtig sind, zeigen wir Dir jetzt. Mehr zur Rolle eines Mentors liest Du in unserem Mentoring Guide.

Herausfordern und wachsen lassen

Mach Dir bewusst, was Dein Team allein bewältigen kann. Biete Anreize, über sich hinauszuwachsen. Ist das Arbeitsumfeld nicht herausfordernd genug, sehen sich Mitarbeitende vielleicht nach anderen Stellen um. Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten können ein Grund für einen Jobwechsel sein.

Bleibt jemand trotzdem im Unternehmen, kann das sein Selbstvertrauen und seine Arbeitsbereitschaft schwächen. Halte den Arbeitsplatz interessant. Hilf Deinen Leuten zu wachsen oder zusätzliche Projekte zu übernehmen. Verkaufe den Bedarf an Entwicklung aber nicht als Bedrohung.

Ressourcen bereitstellen

Manchmal ist die einfachste Form der Motivation, für die nötige Ausstattung zu sorgen. Das können materielle Ressourcen sein, etwa Arbeitsmittel, Teammitglieder oder Schulungsunterlagen. Dazu gehört aber auch persönliche Unterstützung wie Ermutigung und Feedback. Ohne die nötigen Ressourcen kann niemand seine Arbeit richtig machen.

Lass Dein Team wissen, dass Du selbst eine wertvolle Ressource bist. Das gilt besonders, wenn es etwas braucht, das es sich allein nicht beschaffen kann. Auch gemeinsame Aktionen zur Teamentwicklung können eine wichtige Ressource sein.

Einfach fragen

Du weißt nicht, wie Du Dein Team richtig unterstützt und motivierst? Dann gibt es eine ganz einfache Lösung: Frag nach! Tausch Dich mit Deinen Leuten aus. Wie möchten sie belohnt werden? Was treibt sie zu besseren Leistungen an? Oder frag einfach, was Du tun kannst, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Die meisten teilen gern, was sie glücklich macht. Und sie fühlen sich geschätzt, wenn sie ihre Gedanken äußern dürfen.

Weißt Du, was Dein Team glücklich und produktiv macht, kannst Du es besser motiviert halten. Gute Wege für Rückmeldungen sind ein Briefkasten für Anmerkungen sowie Gruppen- und Einzelgespräche. So findet jeder den passenden Rahmen. Wie Rückmeldungen gelingen, liest Du in unserem Ratgeber Feedback geben.

Anreize richtig einsetzen

Bonus- und Anreizprogramme sind für viele ein beliebtes Motivationsinstrument. Anreize können viele Formen haben, etwa Geldprämien, Geschenke, besondere Titel oder öffentliche Anerkennung. Manche reagieren auf bestimmte Anreize nicht. Kenne deshalb verschiedene Formen und wisse, welche zu Deinem Team passen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen einem Anreiz und einer Bestechung. Dein Team will sich für geleistete Arbeit belohnt fühlen. Es will aber nicht durch Geschenke gedrängt werden, mehr zu arbeiten, als es kann.

Ziele setzen

Ziele

Als Mentor ist eines Deiner besten Instrumente, Deinem Team beizubringen, sich selbst Ziele zu setzen.

  • Frag zuerst, was jeder erreichen möchte und wie. Ziele können sich auf die Arbeit beziehen, etwa mehr Produktivität oder weniger Ablenkung. Sie können auch persönlicher sein, etwa weniger Fehlzeiten.
  • Stell sicher, dass jedes Teammitglied eigene Ziele hat. Danach legt ihr Ziele für das Team als Ganzes fest. So hat jeder ein Ziel für sich allein und eines, auf das er mit den anderen hinarbeitet.

Ziele helfen jedem, konzentriert zu bleiben. Sie geben das Gefühl, als Einzelner und als Gruppe geschätzt zu werden. Wie Du Ziele richtig formulierst, erfährst Du in unserem Ratgeber zu SMART-Zielen.

Ein unterstützendes Umfeld schaffen

Um ein Team zu betreuen und zusammenzubringen, schaffst Du ein unterstützendes Arbeitsumfeld. Diese Unterstützung ist der Kern des Servant Leadership. Niemand will das Gefühl haben, dass der Arbeitsplatz ein Ort voller Angst, Kritik oder Demütigung ist. Schaffe deshalb als Mentor eine sichere und unterstützende Umgebung. Niemand soll Dich oder andere im Team fürchten müssen.

Durch regelmäßige Gespräche baust Du Vertrauen auf. So bleibt die Kommunikation immer offen. Nimm Dir Zeit für Unterstützung, damit Deine Leute freiwillig auf Dich zukommen. Dann nehmen sie auch Dein Feedback besser an und sind zufriedener mit der Zusammenarbeit.

Die offene Tür

Ob Du eine neue Person oder eine ganze Gruppe betreust: Führe von Anfang an eine Politik der offenen Tür ein. Lass Deine Leute wissen, dass sie mit allen Problemen oder Bedenken zu Dir kommen können. Oder mit positiven Ideen, die sie teilen möchten. Eine Führungskraft kann einschüchternd wirken. Versichere Deinem Team deshalb, dass Du für es da bist und es bei Zielen und Herausforderungen unterstützt.

Eine offene Tür heißt aber nicht, dass jeder rund um die Uhr in Dein Büro kommen kann. Sonst kannst Du selbst nicht produktiv arbeiten. Setze einfache Grenzen, etwa feste Sprechzeiten. Dein Team wird Deine Zeit schätzen. Und es spürt, dass Du für die Menschen da bist und nicht nur für den Job.

Wo Du beim Servant Leadership aufpassen musst

Aufpassen

Jeder Führungsstil hat seine Herausforderungen und kritischen Momente. Deshalb stellen wir Dir drei Punkte vor, bei denen Du besonders vorsichtig sein musst. So findest Du das richtige Maß und bist eine gute Führungskraft.

Kritik und Lob richtig dosieren

Konstruktive Kritik brauchst Du in der Führung immer. Du musst sie aber richtig einsetzen. Jeder Mensch braucht Lob und Kritik, um sich weiterzuentwickeln. Beim Servant Leadership geht es darum, das richtige Maß zu finden. Bevor Du kritisierst, frag Dich: Ist das jetzt hilfreich? Kannst Du damit etwas Positives bewirken? Es hilft nicht, wenn Du jemanden nur noch mehr verunsicherst.

Überlege, wie die Person reagieren wird und wie Du die Kritik hilfreich formulierst. Auch beim Lob solltest Du nicht übertreiben. Natürlich lobst Du, wenn jemand seine Aufgaben gut erfüllt hat. Lob sollte aber etwas Besonderes bleiben. Sonst entsteht der Eindruck, es gäbe Lob unabhängig von der Leistung. Dann sinkt die Motivation, und das Arbeitsklima leidet.

Nicht vom Spielfeldrand aus führen

Als gute Führungskraft weißt Du, wann Du eingreifen solltest und wann Du besser zurücktrittst und beobachtest. Sitzt Du aber ständig am Spielfeldrand, machst nicht mit und erteilst trotzdem Befehle? Dann verlierst Du die Loyalität Deines Teams und jeden Respekt als Führungskraft. Als Servant Leader bist Du an Erfolgen und Herausforderungen beteiligt. Denn Dir liegen Leistung und Wachstum Deiner Leute am Herzen.

Wer nur am Rand sitzt und nicht an der Seite seines Teams arbeitet, zeigt etwas anderes. Er kümmert sich nur um seine eigenen Pläne und Interessen. Er vermittelt, dass er die ganze Macht in der Hand hält und nur Anweisungen gibt. Dieses Gefühl willst Du nicht erzeugen. Vielleicht arbeiten Menschen eine Weile für solche Führungskräfte. Irgendwann fühlen sie sich aber nicht wertgeschätzt und kündigen.

Nicht fordern, sondern führen

Durch Servant Leadership lernst Du, richtig zu delegieren und Bitten ohne Druck oder Drohung zu formulieren. Viele Führungskräfte meinen aber, sie hätten das Recht, alles zu verlangen, was sie brauchen. Sie erwarten, dass ihr Team ihnen blind folgt.

Eine fordernde Führungskraft schüchtert ihr Team nicht nur ein, um zu bekommen, was sie will. Mit der Zeit verlangt sie auch immer mehr. Das kann mehr Arbeit sein, um eine Frist einzuhalten. Oder mehr Aufgaben und mehr Zeit im Büro. Diese Art Führungskraft führt eigentlich gar nicht. Sie baut sich eine Herde von Anhängern auf. Der Teamgedanke geht dabei völlig verloren. Manche folgen vielleicht vorerst. Viele werden die Forderungen aber nicht dauerhaft hinnehmen und sich neu orientieren.

Jetzt kennst Du die wichtigsten Tipps, um Servant Leadership als Führungskraft zu lernen und zu verankern. Willst Du Deinen Führungsstil gezielt weiterentwickeln? In unserem Führungskräftecoaching arbeiten wir mit Dir an konkreten Situationen aus Deinem Alltag. Karrierehelden ist seit 2011 tätig. Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


Tags


You may also like

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}