März 2

Flow: Wie Du den Flow-Zustand herstellst und förderst

„Ich kann heute Abend nicht vorbeikommen, ich bin gerade total im Flow!“ Hast Du so einen Satz schon einmal gehört oder selbst gesagt? Aber was bedeutet Flow eigentlich? Und wie kommst Du in diesen angenehmen Zustand, in dem die Zeit scheinbar stillsteht? Wir zeigen Dir, wie Du den Flow-Zustand erkennst, erreichst und stärkst.

Im Flow sein

Die 6 Merkmale des Flow-Zustands

Der Psychologe und Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi prägte in den 1970er Jahren den Begriff Flow. Seine These: Zwischen Überforderung und Unterforderung gibt es einen dritten Bereich. In diesem Bereich erzielen wir Menschen unsere besten Ergebnisse.

Dafür untersuchte er unter anderem Sportler und Chirurgen. Er fand heraus, dass wir diesen Zustand nicht einfach erreichen, wenn uns danach ist. Auch extreme Anstrengung allein bringt uns nicht hinein.

Flow kannst Du in fast jeder Lebenslage erleben. Viele kreative Menschen kennen ihn besonders gut. Doch auch wenn Du Dich für unkreativ hältst, kannst Du es schaffen. Wichtig ist, dass bei Deiner Tätigkeit diese sechs Merkmale erfüllt sind:

  1. Die Aufgabe passt zu Deinen Fähigkeiten. Du bist ihr gerade so gewachsen.
  2. Das Ziel ist realistisch erreichbar.
  3. Nichts lenkt Dich von Deiner Aufgabe ab.
  4. Erfolge sind messbar und spürbar, egal wie klein sie sind.
  5. Die Aufgabe macht Dir Spaß, und Du bist von innen heraus motiviert.
  6. Du bekommst schnelles, klares und häufiges Feedback.
Flow-Kanal zwischen Überforderung und Unterforderung

Wofür brauchen wir Flow?

Konzentriert arbeiten im Flow-Zustand

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, was Du davon hast, im Flow zu sein. Viele Menschen arbeiten schließlich in Jobs, die ihnen keinen Spaß machen, und schaffen das trotzdem. Frag Dich zuerst, ob das Dein Anspruch ist. Reicht Dir ein Job, in dem Deine Aufgaben nicht zu Deinen Fähigkeiten passen? Oder in dem Du ständig schlecht gelaunt bist?

Einigen wir uns also darauf: Du möchtest eine Arbeit, die Dir Freude macht und Dich weder überfordert noch unterfordert. Im Flow lenkst Du Deine ganze Aufmerksamkeit auf die Aufgabe und bist hochkonzentriert. Und je fokussierter Du bist, desto besser werden meist Deine Ergebnisse.

Sicher hast Du schon erlebt, dass Du an einer Aufgabe oder einem Hobby gesessen hast und die Zeit einfach verflog. Egal, ob Hausarbeit, Puzzle oder Buch. Plötzlich schaust Du auf die Uhr, und zwei Stunden sind vergangen. Du hast zehn neue Seiten geschrieben oder das halbe Buch gelesen.

Flow entsteht also ganz natürlich aus uns selbst. Trotzdem können wir ihn fördern. Oft fehlt uns nämlich die Ruhe, um uns ganz auf eine Sache einzulassen. Mit den Gedanken sind wir woanders. Deshalb zeigen wir Dir jetzt, wie Du das Chaos im Kopf überwindest. So erreichst Du ein Flow-Gefühl, in dem Du Dich wohlfühlst und produktiv bist.

5 Tipps, wie Du Deinen Flow-Zustand fördern kannst

Mit diesen fünf Tipps stärkst und förderst Du Deinen Flow.

1. Mach die Dinge gern

Natürlich macht Arbeit nicht immer Spaß. Jeder hat mal einen Tag oder eine Woche, in der alles anstrengend ist. Kommt das aber immer wieder vor, bist Du vielleicht im falschen Job. Grundsätzlich solltest Du mögen, was Du tust. Dann kommst Du leichter in den Flow und erledigst Aufgaben fast spielerisch.

Anstrengungen können auch Herausforderungen sein. Hast Du sie gemeistert, darfst Du stolz sein. Ruf Dir an schwierigen Tagen ins Gedächtnis, warum Dir Deine Arbeit sonst Freude macht. Und mach Dir bewusst, dass es wieder leichter wird.

2. Fühl Dich wohl

Stell Dir vor, Du arbeitest im Homeoffice, und im Haus wird renoviert. Ständig hörst Du Bohrgeräusche. Dein Schreibtisch ist völlig unordentlich. Außerdem ist es kalt, und Du sitzt mit einer Decke vor dem Computer. Wie willst Du so in den Flow kommen?

Sorg für eine Umgebung, in der Du Dich wohlfühlst, aber nicht zu wohl. Leg Dein Handy weg und beseitige Störgeräusche. Lenkt Dich nichts ab, findest Du viel leichter in den Flow.

3. Hör auf zu grübeln

Grübeln ist eine der stärksten Ablenkungen. Wir könnten uns wohl alle stundenlang damit beschäftigen. Genau hier liegt das Problem. Lenken Dich Deine eigenen Gedanken immer wieder ab, kommst Du nie in den Flow.

Du musst natürlich nicht ganz aufhören, über Dinge nachzudenken. Nimm Dir einfach feste Zeiten am Tag, in denen Du grübeln darfst. Was Du außerhalb dieser Zeiten nicht durchdacht hast, ist meist nicht so wichtig. Du kannst morgen weiter darüber nachdenken. Vielleicht vergisst Du es sogar.

4. Flow ist kein Langstreckenlauf

Wir wollen den Flow nutzen, um besonders gute Leistungen zu bringen. Das klappt aber nicht acht Stunden am Tag. Das Flow-Gefühl kommt und geht. Halte nicht verzweifelt daran fest. Es kommt wieder.

Mit Flow ist es wie bei einer Klausur. Ein oder zwei Stunden sind wir hochkonzentriert und liefern ab. Danach sind wir erschöpft und brauchen eine Pause. Niemand erwartet, dass Du eine ganze Masterarbeit an einem Stück schreibst. Nutz die Flow-Zeiten und mach danach bewusst Pausen.

5. Achte auf Deinen Lebensstil

Deine ganze Lebensweise beeinflusst Deinen Flow. Deshalb ist es wichtig, dass Du gut auf Dich achtest. Zu einer gesunden Balance zwischen Arbeit und Freizeit gehört vieles. Ein Beispiel ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus. Achte auch auf Deine psychische Gesundheit und setz Dich nicht zu sehr unter Druck. Flow ist kein Wettbewerb. Mehr dazu liest Du im Artikel über Perfektionismus.

Vorsicht! Was Flow stören kann

Das Flow-Gefühl ist zerbrechlich und muss immer wieder neu geübt werden. Zum Schluss deshalb drei Dinge, die Deinen Flow auf Dauer stören können. Reduziere sie und wende gleichzeitig die fünf Tipps von oben an. Dann steht Deinem Flow wenig im Weg.

1. Überforderung

Überforderung ist die Mutter vieler Probleme. Für den Flow ist es wichtig, dass Du der Herausforderung gewachsen bist und Dein Ziel realistisch erreichbar ist. Musst Du ständig mehr arbeiten und viele Fragen stellen, um irgendwie zum Ergebnis zu kommen? Dann kommst Du kaum in den Flow. Kläre in solchen Fällen Ziele und Erwartungen. Oder teile die Aufgabe in kleinere Schritte.

2. Mangelnde Bewegung

Bewegung fördert den Flow

Bewegung beeinflusst Deine Gesundheit und damit auch Deinen Flow. Egal, ob Du zu Hause Yoga machst oder Dich zum Spaziergang verabredest. Bewegung macht wach, hebt die Stimmung und bereitet einen guten Boden für den Flow.

3. Deine Ernährung

Zu viel Fast Food, zu wenig Essen, zu viel Alkohol oder sehr einseitige Ernährung: Nichts davon tut Deiner Gesundheit gut. Dein Körper braucht genug Flüssigkeit, Vitamine, Nährstoffe und Mineralstoffe. Achte deshalb auf eine ausgewogene Ernährung. Ernährst Du Dich zum Beispiel vegan, lass Dich zu Nährstoffen ärztlich beraten. So hat Dein Körper genug Energie für gute Leistungen.

Flow im Job: Wenn die Aufgaben nicht passen

Kommst Du in Deinem Job kaum noch in den Flow, weil die Aufgaben Dich dauerhaft überfordern oder unterfordern? Dann lohnt ein Blick auf Deine berufliche Richtung. In der Karriereberatung klären wir mit Dir, welche Tätigkeiten zu Deinen Stärken passen.

Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


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