Juni 13

Verantwortungsbewusstsein: Bedeutung, Beispiele und Tipps

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Verantwortungsbewusstsein ist die Fähigkeit, die Folgen des eigenen Handelns zu erkennen und bewusst dafür einzustehen. Wer verantwortungsbewusst ist, übernimmt Aufgaben freiwillig und steht auch dann dazu, wenn etwas schiefgeht. Die Grundlage ist ein inneres Verantwortungsgefühl.

Der Begriff ist nicht ganz einfach. Verantwortung kann man zugeteilt bekommen oder freiwillig übernehmen. Bei zugeteilter Verantwortung sprechen wir besser von Verantwortlichkeit. Sie entsteht oft in einer Organisation. Echte Verantwortung entsteht dagegen aus einem eigenen Gefühl heraus.

Verantwortung

Verantwortung berührt Normen, auf denen unser Wertesystem beruht:

  • moralische Normen
  • rechtliche Normen
  • weltanschauliche Normen

Mit Verantwortung gehen Menschen sehr unterschiedlich um. Man kann sie übernehmen und ihr gerecht werden. Man kann aber auch

  • sich der Verantwortung entziehen,
  • die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen,
  • die Verantwortung anderen zuschieben,
  • die Verantwortung leugnen,
  • zur Verantwortung gezogen werden.

So wirkt Verantwortung manchmal wie ein Gut, das man hin und her schiebt. Nicht jeder drängt sich danach. Manchmal muss erst ein Gericht klären, wer für eine Handlung verantwortlich war. Ob das echte Verantwortung ist oder nur Verantwortlichkeit, klären wir weiter unten.

Verantwortungsbewusstsein entsteht aus Verantwortungsgefühl

Viele meinen, Verantwortung könne man lernen. Oft wird empfohlen, schon Kindern spielerisch Verantwortung zu übertragen. Dabei stellen sich Fragen. Ist das sinnvoll? Geht es wirklich um aktive Verantwortung? Fördert es die Selbstständigkeit? Oder lernen Kinder dabei eher Gehorsam?

Dem steht eine andere Sicht gegenüber. Danach hat jeder Mensch ein Grundgefühl, das ihn drängt, sich verantwortlich zu fühlen. Zum Beispiel für

  • seine nächste Umgebung,
  • Menschen, die ihm nahestehen,
  • Menschen, denen es schlecht geht,
  • hilflose Geschöpfe,
  • die Natur,
  • gesellschaftliche Entwicklungen.

Was ist Verantwortungsgefühl?

Verantwortungsgefühl ist der innere Impuls, sich um etwas oder jemanden zu kümmern. Wie andere Gefühle kannst Du es nicht direkt steuern. Es meldet sich in einer Situation und fordert Dich zum Handeln auf.

Bei Menschen ist es unterschiedlich stark. Ein sehr starkes Verantwortungsgefühl kann Dich belasten. Ein sehr schwaches kann zu Problemen mit anderen führen.

Verantwortungsbewusstsein baut auf diesem Gefühl auf. Es ist der bewusste Schritt, Verantwortung aus dem Gefühl heraus zu übernehmen. Kurz gesagt: Das Gefühl ist die Quelle. Das Bewusstsein entscheidet, was Du daraus machst.

Verantwortung, Sitte und Moral

Verantwortung, die anderen von außen aufgedrückt wird, wird oft als Last empfunden. Das gilt auch, wenn sie von Sitte, Moral oder Religion verlangt wird. Ihre positive Wirkung entfaltet Verantwortung am besten, wenn sie freiwillig übernommen wird. Sie passt dann zu Deinen inneren Überzeugungen.

Nietzsche

Friedrich Nietzsche beschreibt den verantwortlichen Menschen als „das von der Sittlichkeit der Sitte wieder losgekommene, autonome übersittliche Individuum“.

Übernimmst Du Verantwortung aus eigener Überzeugung, erlebst Du sie eher als erfüllend. Dann ergibt Verantwortungsbewusstsein erst richtig Sinn.

Verantwortung ist eine menschliche Grundtugend. Sie sucht sich ihr Feld von innen heraus. Wer anderen Verantwortung einfach auflädt, sollte sich über das Ergebnis nicht wundern. Ein selbstbestimmter Mensch wählt die Bereiche, in denen er Verantwortung tragen will. Die höchste Instanz ist dabei sein eigenes Gewissen.

Verantwortlichkeit

Oft werden Verantwortung und Verantwortungsbewusstsein mit Verantwortlichkeit verwechselt. Verantwortlichkeiten werden von Organisationen zugeteilt:

  • Managerinnen und Manager sind für bestimmte Aufgabenbereiche verantwortlich.
  • Abteilungen sind verantwortlich, dass ihre Aufgaben ordnungsgemäß erledigt werden.
  • Abteilungsleitungen sorgen dafür, dass keine Pannen passieren.

Verantwortlichkeiten folgen einem hierarchischen Denken. Das Militär ist ein klassisches Beispiel. Verordnete Verantwortlichkeit ist fast das Gegenteil von Verantwortung, die von innen kommt.

In teamorientierten Arbeitswelten ist es wichtig, beides zu trennen. Im Team zählt, wer welche Aufgabe aus eigenem Antrieb übernehmen kann. Gute Teamarbeit bürdet niemandem eine Aufgabe auf, die nicht zu ihm passt.

Verantwortungsbewusstsein in Beruf und Alltag

Zu viel Verantwortungsgefühl kann Dich überlasten. Wie andere starke Gefühle kannst Du es mit Übung regulieren. Dabei hilft Dir Dein Verantwortungsbewusstsein. Damit machst Du Dir klar,

  • welche Folgen Dein Verantwortungsgefühl hat,
  • wie Du diese Folgen auf ein machbares Maß bringst,
  • wie Verantwortung etwas bleibt, das Du gern übernimmst,
  • wie Du Dein Verantwortungsgefühl stärkst, um Beziehungen zu festigen.

Dein Verantwortungsbewusstsein ordnet, was Dein Gefühl Dir sagt. Es erinnert Dich daran, dass Du nicht allein die Welt retten kannst. So bleibt Verantwortung eine Quelle der Freude. Im Coaching kannst Du lernen, Dein Verantwortungsgefühl auf ein machbares Maß zu dämpfen. Oder es auf ein gewünschtes Maß zu erweitern.

Beispiele für Verantwortungsbewusstsein im Job

  • Du meldest einen Fehler früh, statt ihn zu verstecken.
  • Du hältst Zusagen ein oder sagst rechtzeitig Bescheid, wenn es nicht klappt.
  • Du denkst bei Entscheidungen an die Folgen für Kolleginnen, Kollegen und Kundschaft.
  • Du übernimmst eine Aufgabe, die niemand machen will, weil sie wichtig ist.
  • Als Führungskraft stehst Du nach außen für Dein Team ein.

So stärkst Du Dein Verantwortungsbewusstsein

  1. Folgen durchdenken: Frag Dich vor einer Entscheidung, wen sie betrifft und was passieren kann.
  2. Klein anfangen: Übernimm eine überschaubare Aufgabe ganz und führe sie bis zum Ende.
  3. Zusagen prüfen: Sag nur zu, was Du wirklich leisten kannst. Ein ehrliches Nein ist auch verantwortungsvoll.
  4. Fehler offen ansprechen: Benenne, was schiefgelaufen ist, und schlag eine Lösung vor.
  5. Grenzen setzen: Gib Aufgaben ab, die nicht zu Dir gehören. So bleibt Kraft für das, was Dir wichtig ist.

Reflektiere am Ende der Woche kurz: Wo habe ich Verantwortung übernommen? Wo habe ich sie abgegeben, und war das richtig? So wächst Dein Bewusstsein Schritt für Schritt.

Verantwortungsbewusstsein in der Bewerbung

Verantwortungsbewusstsein steht oft in Stellenanzeigen. Schreib es nicht einfach als Schlagwort in Dein Anschreiben. Zeig es lieber an einem Beispiel. Welche Aufgabe hast Du freiwillig übernommen? Was war das Ergebnis? So wird die Eigenschaft für die andere Seite greifbar.

Fazit

Lass Dich von pauschalen Ratschlägen zum Thema Verantwortung nicht verwirren. Vertraue Deinem eigenen Urteil. Verantwortungsbewusstsein wächst aus dem Verantwortungsgefühl. Am besten freiwillig, gern und selbstbestimmt. Dein Gewissen entscheidet, ob Du Deiner Verantwortung gerecht wirst.

Lass Dir möglichst keine Verantwortlichkeiten aufbürden, die nicht zu Dir passen. In hierarchischen Organisationen ist das nicht immer einfach. Flache Hierarchien, die Dich als Person respektieren, machen es leichter.

Wenn Du Verantwortung aus freien Stücken übernimmst und Deine Fähigkeiten einbringst, leistest Du am meisten. Du übernimmst gerade Führungsverantwortung oder willst Dein Team besser einbinden? In unserem Führungskräftecoaching arbeiten wir genau daran. Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.


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