Körpersprache deutest Du nie an einem einzelnen Signal. Entscheidend sind Gestik, Mimik, Haltung und Stimme im Zusammenhang mit der Situation. Verschränkte Arme können Ablehnung zeigen, aber auch einfach Kälte. Wer das Gesamtbild betrachtet, liegt deutlich seltener falsch.
Körpersprache begleitet jedes Gespräch, auch wenn sie in Kulturen unterschiedlich gedeutet wird. Wenn Du sie richtig liest, hast Du in vielen Situationen einen Vorteil. Außerdem lernst Du mehr über Dich und Dein eigenes Verhalten. Wir zeigen Dir, worauf es ankommt.
Was ist Körpersprache eigentlich?
Oft denken wir, es gäbe nur eine Art von Sprache: die gesprochene. So einfach ist es aber nicht. Hund und Katze zeigen das gut. Sie verstehen sich oft nicht, weil sie Signale unterschiedlich deuten. Beim Hund zeigt Schwanzwedeln meist Freude. Bei der Katze steht es eher für Aufregung.
Auch wir Menschen drücken uns ständig über den Körper aus. Dazu zählen:
- Körperhaltung
- Gestik
- Mimik
- Stimme und Stimmlage
- Kleidung
Diese nonverbalen Signale drücken oft genauso klar aus, was wir meinen, wie Worte. Manchmal sogar klarer. Wendet sich jemand ab und geht, braucht es kein „Ich habe kein Interesse“ mehr. Die Körpersprache ist deutlich genug.
Kommt ein Praktikant mit fleckigem Hemd ins Meeting und schlurft durch den Raum, denkt die Chefin sofort: „Der hat keine Lust.“ Vermutlich sucht sie sich einen anderen Praktikanten.
Wir untermauern also mit unserem Verhalten, was wir sagen. Manchmal passen Worte und Körpersprache aber nicht zusammen. Dann solltest Du hellhörig werden. Wenn Du Körpersprache lesen kannst, merkst Du schneller, ob jemand ehrlich ist oder Dir etwas vormacht.
So deutest Du Körpersprache
Hier sind Beispiele, wie Du Signale deuten kannst. Wir konzentrieren uns auf Gestik und Körperhaltung. Bewerte sie immer zusammen mit der Mimik und der Situation. Manche Signale wirken im ersten Moment ganz anders, als sie gemeint sind. Sei deshalb aufmerksam.
- Verschränkte Arme: Sie können Verschlossenheit und Unsicherheit zeigen. Oder Distanz und Ablehnung. Was davon zutrifft, erkennst Du meist am Zusammenhang.
- Blick auf die Uhr: Schaut Dein Gegenüber oft auf die Uhr, wirkt es gelangweilt oder desinteressiert.
- Gegenstand vor dem Körper: Ein Buch oder eine Tasche vor dem Körper dient als Schutz. Die Person fühlt sich vielleicht unwohl oder ängstlich.
- Versteckte Hände: Versteckst Du Deine Hände im Gespräch, kann Dein Gegenüber das als unehrlich deuten.
- Hände reiben: Außer bei Kälte wirkt das schnell arrogant. Denk an den Bösewicht im Film, der sich nach einer gemeinen Tat die Hände reibt.
- Hand vor dem Mund: Je nach Haltung wirkt die Person nachdenklich. Oder es scheint, als wolle sie sich selbst den Mund verbieten.
- Kopf auf die Hand gestützt: Das kann Müdigkeit oder Langeweile zeigen.
- Spielen mit Fingern oder Stift: Der Person ist vielleicht langweilig. Oder sie ist nervös und sucht einen Anker.
- Griff ins Gesicht: Fasst sich jemand oft an Nase oder Schläfe, kann das Unsicherheit zeigen. Manche deuten es auch als Hinweis auf eine Lüge.
- Griff an Hals oder Nacken: Das deutet eher auf Unwohlsein oder Unsicherheit hin.
- Kopf kratzen: Die Person denkt konzentriert nach. Oder sie ist ratlos und findet keine passende Antwort.
Mehr zu Mimik und Gestik allgemein findest Du in unserem Ratgeber Nonverbale Kommunikation.
Wie Du Körpersprache im Beruf einsetzt
Im Berufsleben gibt es viele Situationen, in denen Körpersprache zählt. Immer geht es um Zwischenmenschliches. Das gilt für das Vorstellungsgespräch, das Meeting mit Kunden oder die Verhandlung mit einer anderen Firma. Wir erreichen unser Ziel eher, wenn wir sympathisch, kompetent und vertrauenswürdig wirken.
Dafür ist Deine Körpersprache entscheidend. Achte auf eine natürliche, aber selbstbewusste Haltung. Halte den Kopf aufrecht, ohne überheblich zu wirken. Sitz gerade und schau Deinem Gegenüber in die Augen. So wirkst Du sicher und stark.
Es hilft auch, die Körpersprache Deines Gegenübers zu beobachten und in „seiner Sprache“ zu antworten. Du bist schlauer als Hund und Katze. Du kannst eine Geste einordnen, auch wenn Du Dich selbst anders ausdrückst.
Wünscht sich Dein Geschäftspartner eine lockere Atmosphäre? Dann geh mit Deiner Körpersprache darauf ein und bleib nicht völlig distanziert. Gestikuliert eine Kundin viel? Dann versteht sie Deine Ideen vielleicht besser, wenn Du sie ebenfalls mit Gesten unterstreichst.
Körpersprache im Vorstellungsgespräch
Im Vorstellungsgespräch achten viele besonders genau auf Signale. Diese Punkte helfen Dir:
- Begrüße Dein Gegenüber mit Blickkontakt und einem freundlichen Lächeln.
- Sitz aufrecht und lehn Dich leicht nach vorn. Das zeigt Interesse.
- Lass die Hände sichtbar auf dem Tisch oder im Schoß.
- Vermeide es, mit Stift oder Haaren zu spielen.
- Sprich ruhig und mach Pausen. Das wirkt souverän.
Vorsicht vor Fehldeutungen
Deute Körpersprache nie blind nach Schema F. Missverständnisse sind in jeder Form der Kommunikation möglich und häufig. Sonst gäbe es wohl viel weniger Streit auf der Welt. Mit drei Tipps vermeidest Du Fehler und tust anderen kein Unrecht.
Tipp 1: Kultur und Situation beachten
Das Beispiel von Hund und Katze passt auch auf Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Was in einem Land freundlich ist, kann im nächsten als Frechheit gelten. Auch bei gleichem kulturellem Hintergrund bleiben Missverständnisse nicht aus.
Versetz Dich in die andere Person. Ist die Situation für sie neu oder viel ernster als für Dich? Bist Du mit einer ganz anderen Haltung in das Gespräch gegangen? Frag Dich, warum sich die Person so verhält.
Tipp 2: Auf den Gesamteindruck achten
Beim Lesen von Körpersprache zählt immer der Gesamteindruck. Wirkt eine Bewerberin am Anfang arrogant, kann das viele Gründe haben. Stempel sie nicht sofort ab. Vielleicht ist sie nur aufgeregt. Nach und nach entspannt sie sich, und Mimik und Gestik werden natürlicher. Sammle Deine Eindrücke und schau dann, welches Gefühl überwiegt.
Tipp 3: Nicht von einzelnen Signalen fesseln lassen
Manchmal fesselt uns eine Geste oder ein Gesichtsausdruck regelrecht. Dann übersehen wir leicht Warnzeichen. Oder wir hören nicht mehr zu, weil wir nur noch die Körpersprache analysieren. Achte deshalb immer auch auf das, was gesagt wird.
Sicher auftreten im Vorstellungsgespräch
Du willst wissen, wie Du im Gespräch wirkst? In unserem Bewerbungscoaching üben wir Vorstellungsgespräche im Probelauf. Du bekommst Feedback aus Personalersicht, auch zu Deiner Körpersprache.
Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.
