September 11

Vorstellungsgespräch: Das richtige Outfit für Frauen

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Für das Vorstellungsgespräch wählst Du als Frau ein Outfit, das eine Stufe schicker ist als der Alltag in der Firma. Dunkle Farben wie Dunkelblau, Schwarz oder Grau wirken kompetent. Eine helle Bluse lockert das Outfit auf. Wichtig sind saubere, gut sitzende Kleidung und Schuhe, in denen Du sicher gehst.

Der erste Eindruck im Vorstellungsgespräch hängt stark an der Kleidung. Schon mit dem ersten Schritt in den Raum wirst Du eingeschätzt. Frauen in höheren Positionen werden dabei oft besonders kritisch bewertet.

Dieser Ratgeber fasst Tipps von Dresscode-Experten und unsere Erfahrung aus dem Bewerbungscoaching zusammen. Du findest hier Farben, No-Gos und drei Checklisten.

Warum hängt das richtige Outfit von der Firmenkultur ab?

Was in einer Firma perfekt wirkt, kann in der nächsten fehl am Platz sein. Ein Hosenanzug passt gut in eine Unternehmensberatung. In einem kleinen IT-Unternehmen, in dem niemand Blazer trägt, wirkt derselbe Anzug schnell fremd. Dann fällst Du eher auf, als dass Du dazugehörst.

Personaler fragen sich im Gespräch zwei Dinge:

  1. Möchtest Du den Job machen? Das ist Deine Motivation.
  2. Kannst Du den Job machen? Das sind Deine Fähigkeiten.

Deine Kleidung zeigt zusätzlich, ob Du ins Team passt. In einer Bank erscheinst Du nicht in T-Shirt und Flipflops. In vielen kleinen oder kreativen Firmen wirkt ein strenger Anzug dagegen steif. Finde die Kultur deshalb vorher heraus.

Wie findest Du heraus, was in der Firma getragen wird?

Mit drei einfachen Schritten bekommst Du ein gutes Bild vom Dresscode.

1. Schau Dir an, wie sich die Firma darstellt

  • Wirkt die Website eher konservativ oder eher locker?
  • Welche Fähigkeiten betont die Stellenanzeige? Genauigkeit oder Kontaktfreude?
  • Wie sind die Mitarbeitenden auf Fotos und in Imagefilmen gekleidet?

2. Lies Erfahrungen von Mitarbeitenden

Auf Bewertungsportalen wie kununu oder Glassdoor findest Du Berichte zu Firmen und oft auch zu Vorstellungsgesprächen. Achte darauf, wann und von wem die Bewertung stammt. Bewirbst Du Dich als Managerin, hilft Dir die Bewertung eines Praktikanten wenig.

3. Frag im Sekretariat nach

Ein kurzer Anruf im Sekretariat oder bei Deiner Ansprechperson hilft oft weiter. Erkläre offen, dass Dir das Gespräch wichtig ist. Frag dann, welche Kleidung dort üblich ist. Das zeigt Engagement und echtes Interesse.

Merk Dir den Namen der Person. Wenn Du sie beim Termin triffst, bedanke Dich für den Tipp. Das ist ein guter Einstieg in den Tag.

Welches Outfit passt zu welcher Branche?

Die folgenden Beispiele geben Dir eine Orientierung. Prüfe trotzdem immer die Kultur der einzelnen Firma.

Bank, Versicherung, Kanzlei und Beratung

Hier ist der Dresscode meist klassisch. Ein Hosenanzug oder ein Kostüm in Dunkelblau, Grau oder Schwarz ist die sichere Wahl. Dazu passt eine weiße oder hellblaue Bluse. Geschlossene Pumps mit kleinem Absatz runden das Outfit ab.

Verwaltung, Mittelstand und öffentlicher Dienst

Hier darf es etwas lockerer sein. Eine Stoffhose mit Bluse und Blazer wirkt gepflegt, aber nicht zu streng. Statt des Blazers geht auch eine feine Strickjacke. Ein schlichtes Etuikleid mit Jacke passt ebenfalls.

Start-up, IT und Agentur

Ein kompletter Anzug wirkt hier oft zu förmlich. Eine dunkle, gut sitzende Jeans ohne Risse mit Bluse und Blazer ist meist passend. Saubere Lederschuhe oder schlichte Ballerinas sind besser als Sneaker.

Soziale Berufe, Pflege und Erziehung

Hier zählen Nahbarkeit und Bewegungsfreiheit. Eine Stoffhose oder dunkle Jeans mit einem freundlichen, hellen Oberteil passt gut. Sanfte Farben wie Hellblau oder Apricot sind hier durchaus willkommen.

Hosenanzug, Kleid oder Rock?

Alle drei sind möglich. Wichtig ist, dass Du Dich darin sicher bewegst.

  • Hosenanzug: wirkt kompetent und modern. Er passt fast überall und ist die sicherste Wahl.
  • Kostüm mit Rock: wirkt klassisch und elegant. Der Rock sollte etwa bis zum Knie reichen.
  • Kleid: ein schlichtes Etuikleid mit Blazer wirkt feminin und professionell. Achte auf einen dezenten Ausschnitt.

Mach vorher den Sitztest vor dem Spiegel. Rutscht der Rock beim Sitzen weit nach oben, wähle lieber eine Hose.

Welche Farben wirken im Vorstellungsgespräch professionell?

Dunkle Töne wirken kompetent und seriös. Kombiniere sie mit Weiß oder einem hellen Blau, damit das Outfit nicht zu streng wird.

Dunkelblau: die sichere Wahl

Dunkelblau ist eine der besten Farben für Frauen im Vorstellungsgespräch. Je dunkler das Blau, desto mehr wirkt es professionell und vertrauenswürdig. Gleichzeitig wirkt es freundlich und nahbar. Ein hellblaues Oberteil unter einem dunklen Blazer ist eine gute Kombination.

Schwarz, Grau und Weiß

Schwarz wirkt hochwertig und gibt Autorität. Ganz in Schwarz solltest Du aber nicht kommen. Eine weiße Bluse gleicht dunkle Teile gut aus und wirkt ordentlich. Grautöne wirken ebenfalls professionell, solange sie nicht das ganze Outfit bestimmen.

Akzentfarben sparsam einsetzen

Dunkelgrün oder ein tiefes Bordeaux kannst Du als Akzent ausprobieren. Dann hat höchstens ein Kleidungsstück und ein Accessoire diese Farbe. Eine Ausnahme ist die Farbe der Firma. Ein Teil in dieser Farbe fällt positiv auf.

Welche Farben solltest Du lieber meiden?

Rot

Rot ist eine starke Farbe. Sie steht für Macht und Selbstbewusstsein, aber auch für Aggression. Ein rotes Oberteil oder eine rote Hose lenkt viel Aufmerksamkeit auf den Körper. Wenn Du Rot magst, wähle höchstens eine Jacke in einem dunklen Bordeaux.

Knallige und sehr helle Farben

Gelb, Orange, Grün und Pink wirken schnell verspielt. In knalligen Tönen sind sie anstrengend für die Augen. Sehr helle Pastelltöne passen eher zu sozialen Berufen. Bewirbst Du Dich als Erzieherin, kann Apricot gut funktionieren. Für einen Bürojob ist ein klares Weiß meist besser.

Dunkles Braun wirkt zwar bodenständig, aber schnell altmodisch. Setze es nur in kleinen Teilen ein.

Checkliste: Was ist zu leger fürs Vorstellungsgespräch?

Diese Liste geht von einer eher konservativen Firma aus. In Start-ups und kreativen Firmen sind die Regeln lockerer. Trotzdem gilt: Zieh Dich eine Stufe schicker an als der Alltag dort. Eine schöne Bluse und eine dunkle Hose wirken fast überall gut.

  • keine hellen, weiten Jeans
  • keine Hosen mit Rissen
  • keine Steinchen, Aufdrucke, Glitzer oder Pailletten
  • keine Sneaker
  • keine Flecken und keine sichtbaren Falten
  • keine Laufmaschen in der Strumpfhose
  • wenig oder keine auffälligen Muster
  • Schuhe vorne und hinten sauber
  • keine Pullover, keine zu großen Kleidungsstücke

Checkliste: Wann ist ein Outfit zu körperbetont?

Ein zu körperbetontes Outfit lenkt vom Gespräch ab. Dann bleibt weniger von dem hängen, was Du sagst. Du musst Dich aber nicht verstecken. Ein figurbetontes Oberteil kannst Du mit einem leichten Schal oder einem dünnen Blazer ausgleichen.

  • Der Ausschnitt ist dezent.
  • Der BH scheint nicht durch.
  • Der Rücken ist bedeckt.
  • Bluse oder Hemd spannen nicht.
  • Ein Rock reicht etwa bis zum Knie und sitzt nicht zu eng.
  • Die Kette lenkt den Blick nicht nach unten.
  • Die Schuhe haben höchstens einen kleinen Absatz.
  • Optional: dünne Strumpfhose in Beige statt nackter Beine.
  • Optional: Die Arme sind nicht ganz frei.

Drei Outfit-Beispiele, die überzeugen

  1. Klassisch: dunkelblauer Hosenanzug, weiße Bluse, schwarze Pumps mit kleinem Absatz, kleine Ohrstecker.
  2. Modern: graue Stoffhose, hellblaue Bluse, schwarzer Blazer, schlichte Lederschuhe, eine dezente Kette.
  3. Locker, aber gepflegt: dunkle Jeans ohne Risse, Bluse in Weiß, dunkelblauer Blazer, saubere Ballerinas.

Alle drei setzen auf gedeckte Farben und klare Schnitte. Ein einziger Akzent, etwa ein Tuch in Bordeaux, reicht völlig.

Schmuck, Tasche, Haare und Nägel

  • Schmuck: wenig und dezent. Ohrstecker, eine feine Kette und eine Uhr genügen. Klimpernde Armreifen lenken ab.
  • Tasche: schlicht, aus Leder oder Lederoptik, groß genug für eine Mappe in DIN A4.
  • Haare: gepflegt und so frisiert, dass sie nicht ins Gesicht fallen. Dann musst Du nicht ständig nachfassen.
  • Nägel: sauber und gepflegt. Nagellack in Nude oder einem dezenten Ton wirkt am ruhigsten.
  • Parfum: sparsam oder gar nicht. In kleinen Räumen wirkt Duft schnell aufdringlich.

Outfit im Sommer und im Winter

Im Sommer ist das Zwiebelprinzip besonders wichtig. Trag eine leichte Bluse aus atmungsaktivem Stoff und nimm den Blazer über den Arm. Zieh ihn kurz vor dem Gespräch an. Offene Sandalen sind auch bei Hitze meist zu leger.

Im Winter planst Du Mantel, Schal und Stiefel mit ein. Nimm bequeme Schuhe für den Weg und wechsle in der Firma in die Gesprächsschuhe. Leg Mantel und Schal gleich am Empfang ab, wenn es eine Garderobe gibt.

Wie viel Make-up passt zum Vorstellungsgespräch?

Ein wenig Make-up wirkt meist gepflegter als gar keins. Ein dünner Lidstrich, etwas Rouge und leicht gepuderte Haut reichen. So wirkst Du frisch und professionell.

Verzichte auf knallroten Lippenstift und auf Gloss. Ein matter Lippenstift in einem Beigeton passt besser. Hellere Haartypen tragen eher helle Töne, dunklere Haartypen eher dunklere Beigetöne.

Ein Trick für ein mattes Finish: Zieh von einem mehrlagigen Taschentuch eine dünne Lage ab. Leg sie auf die Lippen und pudere mit einem Pinsel darüber.

Checkliste: Fühlst Du Dich wohl in Deinem Outfit?

Wer sich wohlfühlt, wirkt sicherer. Prüfe Dein Outfit deshalb ein paar Tage vorher.

  • Du kannst frei atmen und bequem sitzen.
  • Du hast die Kombination schon einmal getragen.
  • Schwitzen fällt nicht sofort auf.
  • Du trägst mehrere dünne Schichten und kannst Dich der Temperatur anpassen.
  • Du hast nicht Jacke, Tasche und Schal gleichzeitig in der Hand.
  • Deine Tasche ist groß genug für Dinge, die Du ablegen willst.
  • Das Outfit liegt am Abend vorher fertig bereit.

Was gilt im Online-Vorstellungsgespräch?

Auch per Video zählt der erste Eindruck. Zieh Dich komplett so an wie für ein Gespräch in der Firma. Einfarbige, dunkle oder gedeckte Oberteile wirken auf dem Bildschirm am ruhigsten. Feine Muster können im Bild flimmern.

Kleidung ist der erste Eindruck, Deine Antworten der zweite

Wie Du Dich kleidest, prägt Deine persönliche Wirkung auch nach dem Gespräch. Je früher Du weißt, wie Du wirken willst, desto weniger Fehlkäufe machst Du.

Nach dem Outfit zählen Deine Antworten. Im Bewerbungscoaching üben wir das Vorstellungsgespräch mit Dir. Dazu gehören Deine Selbstpräsentation, schwierige Fragen und ein Probelauf mit Feedback aus Personalersicht. Das Coaching läuft online per Zoom.

Bist Du arbeitslos oder droht Dir Arbeitslosigkeit? Dann kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter Dir einen AVGS-Gutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein kostet Dich das Coaching nichts. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, und die Bewilligung muss vor dem Start vorliegen.

Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch. Unsere Coaches haben einen Hintergrund im Personalwesen.


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