Bietet Ihr Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag mit Outplacement an, ist vieles verhandelbar. Dazu gehören der Anbieter, der Umfang, die Dauer und das Verhältnis zur Abfindung. Bereiten Sie sich gut vor und lassen Sie den Vertrag vor der Unterschrift prüfen.
Für viele Arbeitnehmende ist ein solches Angebot attraktiv. Neben Geld enthält es professionelle Unterstützung bei der Jobsuche. Hier lesen Sie, wie Sie die Verhandlung vorbereiten und führen.
Was ist ein Outplacement-Aufhebungsvertrag?
Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen. Bei einem Outplacement-Aufhebungsvertrag sagt der Arbeitgeber zusätzlich eine Outplacement-Beratung zu. Sie soll Ihnen helfen, schnell eine passende neue Stelle zu finden.
Definition und Bedeutung
Der Vertrag regelt die Bedingungen der Trennung. Dazu gehören zum Beispiel Austrittsdatum, Abfindung, Freistellung und Arbeitszeugnis. Das Outplacement ist darin eine weitere Leistung.
Zum Outplacement gehören meist individuelle Beratung, Hilfe bei den Bewerbungsunterlagen und Coaching. Ziel ist ein guter Übergang in eine neue Anstellung. Eine Jobvermittlung ist Outplacement nicht. Die Bewerbungen schreiben Sie selbst, die Beratung macht Sie dafür stark.
Unterschied zwischen Outplacement und Aufhebungsvertrag
Ein Aufhebungsvertrag regelt nur die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Er kann eine Abfindung enthalten, die die Zeit bis zum nächsten Job überbrückt. Outplacement ist dagegen eine Beratungsleistung. Es kann im Aufhebungsvertrag vereinbart werden, muss aber nicht.
Vorteile für Arbeitnehmende und Arbeitgeber
Eine solche Vereinbarung kann beiden Seiten nutzen. Sie bekommen schnelle und professionelle Unterstützung bei der Suche. Ihr Arbeitgeber vermeidet einen langen und teuren Streit über eine Kündigung.
Outplacement kann außerdem das Image des Arbeitgebers verbessern. Es zeigt, dass ihm seine Mitarbeitenden wichtig sind, auch bei einer Trennung.
Eine Garantie für einen schnellen neuen Job gibt es aber nicht. Outplacement kann die Suche verkürzen und Ihre Chancen verbessern. Den Erfolg bestimmen Sie mit Ihrer eigenen Mitarbeit.
Die Vorbereitung auf die Verhandlung
Eine gute Verhandlung beginnt mit guter Vorbereitung. Unterschreiben Sie nichts im ersten Gespräch. Nehmen Sie sich Zeit, um das Angebot zu prüfen.
Wichtig sind drei Bereiche. Sie sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, Ihre Ziele festlegen und sich Unterstützung holen.
Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen
Kennen Sie Ihre Rechte. In Deutschland schützt das Kündigungsschutzgesetz Arbeitnehmende vor sozial ungerechtfertigten Kündigungen. Mit einem Aufhebungsvertrag verzichten Sie auf diesen Schutz, weil Sie freiwillig zustimmen.
Prüfen Sie auch die Folgen für das Arbeitslosengeld. Wer das Arbeitsverhältnis selbst löst, riskiert eine Sperrzeit. Das regelt § 159 SGB III. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, hängt vom Einzelfall ab. Lassen Sie das vor der Unterschrift prüfen.
Persönliche Ziele und Prioritäten festlegen
Klären Sie vorher, was Sie erreichen wollen. Welche finanziellen Leistungen sind Ihnen wichtig? Wie viel Unterstützung bei der Jobsuche brauchen Sie? Wann wollen Sie ausscheiden?
Setzen Sie realistische Ziele. Legen Sie fest, was Sie unbedingt brauchen und wo Sie nachgeben können. So wissen Sie in der Verhandlung, worauf es ankommt.
Informationen und Unterstützung einholen
Holen Sie sich Rat. Sprechen Sie mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, die in einer ähnlichen Lage waren. Ziehen Sie eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzu.
Fragen Sie auch nach dem angebotenen Outplacement-Anbieter. Informieren Sie sich über dessen Arbeitsweise und Bewertungen. Kriterien dafür finden Sie im Vergleich der Outplacement-Anbieter.
Was Sie zum Outplacement im Vertrag regeln sollten
Beim Outplacement steckt der Wert im Detail. Diese Punkte sollten im Vertrag stehen:
- Anbieter: Wer berät Sie? Dürfen Sie den Anbieter selbst wählen?
- Budget: Welcher Betrag steht für das Outplacement zur Verfügung?
- Umfang: Welche Leistungen sind enthalten, zum Beispiel Einzelcoaching, Unterlagen, LinkedIn und Training für Vorstellungsgespräche?
- Dauer: Wie lange läuft die Begleitung? Endet sie an einem festen Datum oder mit dem neuen Vertrag?
- Start: Können Sie schon vor dem Austritt beginnen? Werden Sie für Termine freigestellt?
- Verhältnis zur Abfindung: Gibt es eine Alternative, falls Sie kein Outplacement nutzen?
- Vertraulichkeit: Welche Informationen gehen an den Arbeitgeber?
Prüfen Sie auch, ob der angebotene Anbieter zu Ihnen passt. Eine Führungskraft braucht andere Unterstützung als eine Fachkraft. Fragen Sie nach einem Kennenlernen mit den Beratenden, bevor Sie zustimmen.
Die Verhandlungsstrategie
Gehen Sie mit einer klaren Strategie in das Gespräch. Überlegen Sie vorher, wie Sie vorgehen wollen.
Berücksichtigen Sie Ihr Gegenüber, Ihr Ziel und den Zeitdruck. Wer wenig Zeit hat, verhandelt oft schlechter. Lassen Sie sich deshalb nicht drängen.
Verhandlungsstile und Verhandlungstechniken
Es gibt kooperative und härtere Verhandlungsstile. Kennen Sie Ihren eigenen Stil. Ein kooperativer Stil sucht eine Lösung, von der beide Seiten profitieren. Ein härterer Stil ist nötig, wenn Ihr Gegenüber keine Zugeständnisse macht.
Argumente und Gegenargumente vorbereiten
Eine Verhandlung ist ein Austausch von Argumenten. Schreiben Sie Ihre Argumente vorher auf. Überlegen Sie, welche Einwände kommen könnten und wie Sie antworten.
Verstehen Sie auch die Argumente der anderen Seite. Wer darauf eingeht, schafft eine bessere Basis für eine Einigung.
Kompromisse und Alternativen in Betracht ziehen
Seien Sie bereit für Kompromisse. Eine Einigung braucht oft Entgegenkommen von beiden Seiten.
Überlegen Sie sich Alternativen, falls die Verhandlung scheitert. Wer keine Alternative hat, macht leichter nachteilige Zugeständnisse. Prüfen Sie Ihre Alternativen anhand Ihrer Prioritäten.
Der Verhandlungsprozess
Im Gespräch selbst zählen gute Kommunikation und Verständnis für die Interessen der anderen Seite.
Die richtige Kommunikation
Kommunizieren Sie offen und klar. Missverständnisse führen schnell zu Fehlern. Fassen Sie Zwischenergebnisse in eigenen Worten zusammen.
Achten Sie auf Ihre Körpersprache. Eine offene Haltung und Blickkontakt schaffen Vertrauen. Notieren Sie Ihre wichtigsten Punkte vorab. So bringen Sie sie klar und vollständig vor.
Verhandlungspartner und ihre Interessen
Berücksichtigen Sie die Interessen Ihres Arbeitgebers. Er will oft eine schnelle und geräuschlose Lösung. Wenn Sie das wissen, finden Sie leichter eine gemeinsame Basis.
Behalten Sie aber Ihre eigenen Ziele im Blick. Suchen Sie Kompromisse, die für beide Seiten tragbar sind.
Umgang mit Konflikten und Emotionen
Eine Trennung ist emotional. Konflikte und Ärger sind normal. Erkennen Sie diese Gefühle an, aber lassen Sie sich nicht von ihnen leiten.
Versuchen Sie, die Sicht der anderen Seite zu verstehen, auch wenn Sie anderer Meinung sind. Bleiben Sie ruhig und sachlich. Vermeiden Sie persönliche Angriffe. Bitten Sie um eine Pause, wenn das Gespräch kippt.
Eine faire Einigung erhält oft die Beziehung. Das kann später für Referenzen und Ihr Netzwerk wichtig sein.
Abschluss des Outplacement-Aufhebungsvertrags
Nach der Einigung geht es um die genauen Bedingungen. Jetzt zählt jedes Wort im Vertrag.
Die wichtigsten Vertragsbestandteile
Der Vertrag sollte alle vereinbarten Leistungen enthalten. Halten Sie alles schriftlich fest, was mündlich besprochen wurde.
Typische Punkte sind Austrittsdatum, Abfindung, Freistellung, Arbeitszeugnis und das Outplacement. Der Vertrag regelt auch Ihre Pflichten. Dazu können eine Verschwiegenheitsklausel oder ein Wettbewerbsverbot gehören.
Prüfung und Unterzeichnung des Vertrags
Prüfen Sie den Vertrag sorgfältig vor der Unterschrift. Klären Sie offene Fragen vorher. Behalten Sie eine unterschriebene Kopie für Ihre Unterlagen.
Unterschreiben Sie nur, was Sie vollständig verstehen. Bei Unsicherheit wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt für Arbeitsrecht.
Nachbereitung und nächste Schritte
Starten Sie nach der Unterschrift zügig. Vereinbaren Sie den ersten Termin mit der Outplacement-Beratung. Melden Sie sich rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend. Die Frist dafür nennt Ihnen die Agentur.
Bauen Sie Ihr Netzwerk aus. Nutzen Sie LinkedIn oder Xing, um mit anderen Fachleuten in Kontakt zu kommen.
Aktualisieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen. Ihr Lebenslauf sollte auf dem neuesten Stand sein und Ihre Erfolge zeigen.
Nehmen Sie sich Zeit für eine gründliche Suche. Welche Aufgaben wollen Sie künftig übernehmen? Welche Unternehmen passen zu Ihnen?
Tipps für eine erfolgreiche Verhandlung
Am Ende entscheiden oft Haltung und Klarheit. Diese drei Punkte helfen Ihnen zusätzlich.
Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen
Treten Sie selbstbewusst auf. Sie verhandeln auf Augenhöhe. Übertreiben Sie es aber nicht. Wer zu hart auftritt, riskiert einen Abbruch. Finden Sie die Balance zwischen Selbstbewusstsein und Kompromissbereitschaft.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Bleiben Sie flexibel. Überlegen Sie vorher, welche Zugeständnisse Sie machen können. Verlieren Sie dabei Ihre Interessen nicht aus dem Blick. Offene Kommunikation hilft, eine Lösung für beide Seiten zu finden.
Langfristige Perspektiven und Zufriedenheit
Denken Sie langfristig. Mit der Vereinbarung sollten Sie auch in einigen Monaten noch zufrieden sein. Ein gutes Ergebnis ist nicht nur die höchste Summe. Es gibt Ihnen auch die beste Ausgangslage für den nächsten Schritt.
Bereiten Sie sich gut vor und tragen Sie Ihre Argumente klar und höflich vor. Das erhöht Ihre Chancen auf ein gutes Ergebnis.
Typische Fehler vermeiden
Viele Fehler passieren unter Zeitdruck. Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Sie unterschreiben im ersten Gespräch, ohne Bedenkzeit.
- Das Outplacement steht nur als Stichwort im Vertrag, ohne Anbieter, Umfang und Dauer.
- Sie verzichten auf das Outplacement, ohne dafür einen Ausgleich zu verhandeln.
- Die Folgen für das Arbeitslosengeld sind nicht geprüft.
- Das Arbeitszeugnis ist nicht geregelt.
- Sie beginnen erst Wochen nach dem Austritt mit der Beratung.
Nutzen Sie die Zeit vor dem Austritt. In dieser Phase sind Sie noch in Beschäftigung. Das ist für viele Gespräche mit neuen Arbeitgebern ein Vorteil. Beginnen Sie die Beratung deshalb so früh wie möglich.
Wie wir Sie unterstützen
Wir begleiten Sie, egal ob Ihr Arbeitgeber das Outplacement bezahlt oder Sie selbst. Unsere Coaches haben einen Hintergrund im Personalwesen und kennen die andere Seite des Tisches. Wir sind seit 2011 tätig und haben über 20.000 Teilnehmende begleitet.
Für Führungskräfte gibt es unser Angebot Outplacement und Inverses Headhunting. Weitere Wege sind unser Führungskräftecoaching und unser Bewerbungscoaching.
Das Coaching läuft online per Zoom. Das kostenlose Kennenlerngespräch läuft meist telefonisch.
